Cyril M. Kornbluth

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Cyril M. Kornbluth (* 23. Juli 1923 in New York; † 21. März 1958 in Chicago) war ein US-amerikanischer Science-Fiction-Autor und Mitglied der Futurians.

Inhaltsverzeichnis

Leben[Bearbeiten]

Kornbluth war Sohn polnisch-jüdischer Einwanderer und wuchs in New York auf. Er wurde bereits in jungen Jahren Mitglied der Futurians, einer einflussreichen Gruppe von SF-Autoren, in der er Freundschaft mit wichtigen Autoren und Herausgebern schloss, wie Isaac Asimov, Frederik Pohl und Donald A. Wollheim, und seine spätere Frau kennenlernte. Er diente während des Zweiten Weltkriegs in der amerikanischen Armee und wurde mit einem Bronze Star für seinen Einsatz bei den Schweren Maschinengewehren während der Ardennenoffensive ausgezeichnet. Nach dem Krieg beendete er sein durch die Einberufung unterbrochenes Studium an der Universität Chicago.

Er starb im Alter von 34 Jahren auf einem Bahnsteig an einem Herzanfall, nachdem er gerannt war, um seinen Zug noch zu bekommen.

Werk[Bearbeiten]

Bekannte Kurzgeschichten von ihm sind The Little Black Bag (für die er 2001 posthum den „Retro-“Hugo Award verliehen bekam), The Marching Morons, The Altar at Midnight, Ms. Found in a Chinese Fortune Cookie, Gomez und The Advent of Channel 12. Die wohl bekannteste, The Marching Morons, beschreibt satirisch eine überbevölkerte Welt, die aus einigen wenigen Genies und vielen dummen Leuten besteht, wobei die Genies verzweifelt im Hintergrund arbeiten, um die Welt am laufen zu halten. Das Interessante daran ist, dass der Leser beginnt, sich mit den unterdrückten Genies zu identifizieren.

Kornbluth schrieb in den 50er Jahren gemeinsam mit Frederik Pohl den Roman The Space Merchants (auf deutsch Eine Handvoll Venus und ehrbare Kaufleute), eine düstere Zukunftsvision einer überbevölkerten Erde, auf der die Masse der Menschen von den Führern weniger rivalisierender Großkonzerne unterdrückt wird.

Er benutzte eine Reihe von Pseudonymen wie Cecil Corwin, S. D. Gottesman, Edward J. Bellin, Kenneth Falconer, Walter C. Davies, Simon Eisner, und Jordan Park (die beiden letzteren für seine Arbeiten, die nicht dem Science-Fiction-Genre angehörten). Die gemeinsam mit Judith Merril geschriebenen Romane erschienen unter dem gemeinsamen Namen Cyril Judd.

Seine gesammelten Kurzgeschichten wurden 1997 unter His Share of Glory: The Complete Short Fiction of C. M. Kornbluth veröffentlicht.

Werke[Bearbeiten]

  • 1951 Outpost Mars (mit Judith Merril als Cyril Judd; dt. Außenstation Mars, 1984)
  • 1952 The Space Merchants (mit Frederik Pohl; dt. Eine Handvoll Venus und ehrbare Kaufleute, 1985)
  • 1952 Gunner Cade (mit Judith Merril als Cyril Judd; dt. Die Rebellion des Schützen Cade, 1972)
  • 1952 Takeoff (dt. Start zum Mond, Pabel 1958)
  • 1952 The Naked Storm (als Simon Eisner)
  • 1953 The Syndic (dt. Schwarze Dynastie. Das Utopia der Mafiosi, Bastei 1986, und gekürzt Terra 1966)
  • 1953 Valerie (als Jordan Park)
  • 1953 Half (als Jordan Park)
  • 1954 Gladiator at Law (mit Frederik Pohl; dt. Gladiator des Rechts, 1962, und Die gläsernen Affen o. J.) )
  • 1954 Search the Sky (mit Frederik Pohl; dt. Die letzte Antwort, 1960)
  • 1954 Wolfbane (mit Frederik Pohl, dt. Welt auf neuen Bahnen, Goldmann 1972)
  • 1955 A Town is Drowning (mit Frederik Pohl)
  • 1955 Not This August (auch Christmas Eve; dt. Nicht in diesem August, Bastei 1986)
  • 1965 Presidential Year (mit Frederik Pohl)
  • 1956 Sorority House (mit Frederik Pohl, als Jordan Park)
  • 1958 A Man of Cold Rages (als Jordan Park)
  • 1958 A Mile Beyond the Moon (Erzählungen; dt. Die Worte des Guru, Goldmann 1974)
  • 1962 The Wonder Effect (Erzählungen, mit Frederik Pohl; dt. Katalysatoren, Goldmann 1977)
  • Originalzusammenstellungen:
    • 1987 Der Altar um Mitternacht. Science-fiction-Geschichten, Suhrkamp (Phantastische Bibliothek Band 189)
    • 1987 Der Gedankenwurm. Phantastische Geschichten, Suhrkamp (Phantastische Bibliothek Band 195)

Weblinks[Bearbeiten]