Cyrus Vance

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Cyrus Vance

Cyrus Roberts Vance (* 27. März 1917 in Clarksburg, West Virginia; † 12. Januar 2002 in New York City) war ein US-amerikanischer Politiker (Demokratische Partei) und von 1977 bis 1980 Außenminister der Vereinigten Staaten unter Präsident Jimmy Carter. Er setzte sich für Verhandlungen mit der Sowjetunion und für Abrüstungsmaßnahmen ein. Im April 1980 trat Vance nach der gescheiterten Operation Eagle Claw, mit deren Hilfe die im Rahmen der Geiselnahme von Teheran in Iran festgehaltenen US-amerikanische Geiseln befreit werden sollten, zurück.

Leben[Bearbeiten]

Vance war ein Neffe von John W. Davis, der 1924 für die Demokraten bei der Präsidentschaftswahl antrat. Er studierte in Yale, wo er ein Mitglied der geheimen Gesellschaft Scroll and Key war. Nachdem er 1942 einen Abschluss an der juristischen Fakultät erworben hatte, diente er bis 1946 in der US-Marine. Dann arbeitete er in einem Anwaltsbüro in New York, bevor er in die Regierung eintrat und von 1962 bis 1964 zunächst das Amt des Heeresstaatssekretärs ausübte. Als stellvertretender Verteidigungsminister (Deputy Secretary of Defense) (1964–1967) unter Präsident Lyndon B. Johnson befürwortete er zunächst den Vietnamkrieg, änderte aber seine Meinung in den späten 1960er Jahren und riet dem Präsidenten, die Truppen aus Vietnam abzuziehen. 1968 war er Delegierter bei Friedensgesprächen in Paris.

Cyrus Vance und Jimmy Carter am 7. März 1977

Als Außenminister in der Carter-Regierung erreichte Vance Verhandlungen und Wirtschaftsabkommen mit der Sowjetunion. Häufig geriet er in Konflikt mit Zbigniew Brzeziński, dem nationalen Sicherheitsberater, dessen Weltbild von einer ideologischen Polarisierung geprägt war. Vance versuchte, durch das SALT-II-Abkommen mit der UdSSR Abrüstungsmaßnahmen in Gang zu setzen. Zudem trug er maßgeblich dazu bei, dass Präsident Carter sich für die Rückgabe der Kanalzone an Panama entschied und das Camp-David-Abkommen zwischen Israel und Ägypten geschlossen werden konnte.

Nach dem Abkommen sank Vances Einfluss, während der von Brzeziński stieg. Im Verlauf der Gespräche mit der Volksrepublik China wurde er an den Rand gedrängt und sein Rat für eine Reaktion auf den Machtverlust des iranischen Schahs Mohammad Reza Pahlavi wurde ignoriert. Als nach der islamischen Revolution 52 amerikanische Diplomaten als Geiseln im Iran festgehalten wurden, trat er vehement für Verhandlungen ein, hatte aber keinen Erfolg. Als schließlich Carter einen geheimen militärischen Rettungsversuch anordnete, trat Vance, nachdem der Rettungsversuch fehlgeschlagen war, zurück.

Vance kehrte in sein Anwaltsbüro zurück, wurde aber wiederholt während der 1980er und 1990er Jahre in den öffentlichen Dienst zurückgerufen, um an diplomatischen Missionen in Bosnien-Herzegowina, Kroatien und Südafrika teilzunehmen.

Vance war von 1971 bis 1976 im Vorstand und Treuhänder der Rockefeller Foundation. Weiterhin war er auch Mitglied der Trilateralen Kommission.

Er erkrankte an Alzheimer und verstarb im Alter von 84 Jahren. Er liegt auf dem Nationalfriedhof Arlington begraben.

Sein Sohn Cyrus Roberts Vance jr. (* 1954) ist der District Attorney von Manhattan und war in dieser Funktion u. a. Chefankläger im eingestellten Verfahren wegen sexueller Belästigung gegen Dominique Strauss-Kahn.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Cyrus Vance: Hard choices: Critical years in America's foreign policy. Simon and Schuster, New York 1983, ISBN 0671443399 (Autobiographie).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Cyrus Vance – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien