Częstochowa

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Częstochowa
Wappen von Częstochowa
Częstochowa (Polen)
Częstochowa
Częstochowa
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Schlesien
Landkreis: Kreisfreie Stadt
Fläche: 160,00 km²
Geographische Lage: 50° 48′ N, 19° 7′ O50.819.116666666667Koordinaten: 50° 48′ 0″ N, 19° 7′ 0″ O
Einwohner: 232.318
(31. Dez. 2013)[1]
Postleitzahl: 42-200 bis 42-229 und 42-280
Telefonvorwahl: (+48) 34
Kfz-Kennzeichen: SC
Wirtschaft und Verkehr
Straße: KatowiceŁódź
Nächster int. Flughafen: Katowice
Gemeinde
Fläche: 160,00 km²
Einwohner: 232.318
(31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 1452 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 2464011
Verwaltung (Stand: 2012)
Stadtpräsident: Krzysztof Matyjaszczyk
Adresse: ul. Śląska 11/13
42-217 Częstochowa
Webpräsenz: www.czestochowa.pl
Częstochowa

Częstochowa?/i [tʃɛ̃stɔˈxɔva] (deutsch Tschenstochau) ist eine Großstadt in der Woiwodschaft Schlesien im südlichen Teil Polens rund 200 Kilometer südwestlich der Landeshauptstadt Warschau und rund 100 km nordwestlich von Krakau an der Warthe gelegen. Sie ist ein weltbekannter Wallfahrtsort.

Geschichte[Bearbeiten]

Die erste Erwähnung der Ortschaft als eines Dorfes findet sich 1220. 1382 wurde das Bergkloster Jasna Góra hier begründet und erhielt 1384 die berühmte Schwarze Madonna, noch heute Polens bedeutendstes Wallfahrtsziel. Noch vor 1377 wurde Częstochowa zur Stadt erhoben, die 1502 Magdeburger Recht erhielt. Im Laufe des 17. Jahrhunderts wurde das Kloster Jasna Góra zur Festung ausgebaut. Im Winter 1655 überstand die Festung im Zweiten Schwedisch-Polnischen Krieg eine monatelange Belagerung durch 3000 reguläre schwedische Soldaten, welchen nur etwa 260 Verteidiger gegenüberstanden.

Während der Napoleonischen Kriege wurde Częstochowa 1807 Teil des Herzogtums Warschau und gehörte seit 1815 zu Kongresspolen. Im weiteren Verlauf des 19. Jahrhunderts entwickelte sich die Stadt schnell. 1846 erhielt sie durch den Bau der Warschau-Wiener Eisenbahn Anschluss an die Zentren Europas. Nach 1870 entwickelte sich die Industrie durch den Abbau von Eisenerz.

Am Sonntag, dem 3. September 1939 marschierte die Wehrmacht in Częstochowa ein. Die Stadt wurde wieder Tschenstochau genannt und in das Generalgouvernement eingegliedert. Schon am nächsten Tag, der als „Blutiger Montag“ in die Stadtgeschichte eingegangen ist, wurden etwa 150 Juden von den Deutschen erschossen.[2] Am 9. April 1941 richtete die Besatzungsmacht das jüdische Ghetto ein. Während des gesamten Zweiten Weltkriegs wurden etwa 45.000 jüdische Bürger und damit fast die gesamte jüdische Bevölkerung Częstochowas ermordet und die Synagoge zerstört (siehe Ernst Brückner und HASAG). Die Rote Armee marschierte am 16. Januar 1945 auf der Seite der Alliierten in Częstochowa ein und beendete damit die deutsche nationalsozialistische Besatzung.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

In der Zusammenarbeit „Shrines of Europe“ ist Częstochowa seit 1996 mit fünf anderen Marienwallfahrtsorten verbunden. Diese sind:

Ein Städtepartnerschaft in weltlichem Sinne besteht mit

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Panorama von Częstochowa vom Jasna Góra aus gesehen

Museen[Bearbeiten]

Streichholzzündkopfproduktionsanlage

Das Museum der ehemaligen Streichholzfabrik zeigt eine Fertigungslinie aus den 1930er Jahren. Die Fabrik wurde von Julian Huch und Karol von Gehlig 1882 gegründet und stellte Standardstreichhölzer der Marke "Black Cat" her.[3][4]

Bauwerke[Bearbeiten]

Paulinerkloster[Bearbeiten]

Der wichtigste bauliche Komplex in Częstochowa ist das schwer befestigte Paulinerkloster auf dem als Jasna Góra bekannten Hügel im Westen der Stadt, das während der schwedischen Invasion im Jahre 1655 eine mehrwöchige Belagerung von Jasna Górabarockem Innenraum schließen ein 106 m hoher Turm und eine Kapelle mit der berühmten Ikone der Schwarzen Madonna an. Zu hohen kirchlichen Festen zieht das Kloster Hunderttausende Pilger an.

Statue von Papst Johannes Paul II.[Bearbeiten]

Am 13. April 2013 wurde eine 14 Meter hohe Statue des früheren Papst Johannes Paul II. enthüllt und vom örtlichen Erzbischof Wacław Depo eingeweiht [5][6]. Das Monument mit einem Gesamtgewicht von fünf Tonnen ist eine mit Styropor und Fiberglas überzogene Stahlkonstruktion [7]. Die Statue befindet sich im Park für Sakralminiaturen und blickt nach Online-Protesten nunmehr in Richtung Pilgerberg Jasna Góra anstatt von ihm weg. Die Betreiber des privat geführten Parks hoffen auf einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde für die größte Papststatue der Welt.

Sport[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Der ÖPNV in der Stadt wird durch die Miejskie Przedsiębiorstwo Komunikacyjne mit ihren Bus- und Straßenbahnlinien abgewickelt.

In der Stadt befindet sich der Flugplatz Rudniki (ICAO-Code EPRU und IATA-Code CZW) mit einer 2000 Meter langen Landepiste. Der nächstgelegene Flughafen mit flugplanmässigen internationalen Verbindungen ist der Flughafen Katowice.

Die Stadt liegt an den Landesstraßen 1 von Kattowitz nach Warschau, 43 (nach Wieluń), 46 (nach Oppeln) und 91 (nach Piotrków Trybunalski).

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Sonstiges[Bearbeiten]

  • Im Jahr 1991 fand in Tschenstochau der VI. Weltjugendtag mit über einer Million Teilnehmern statt.

Verweise[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Częstochowa – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of December 31, 2013. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), abgerufen am 10. Juli 2014.
  2. Martin Gilbert: "The Holocaust: a history of the Jews of Europe during the Second World War", Macmillan, 1987, S. 87
  3. Muzeum Produkcji Zapalek (Polnisch)
  4. Museum of the production of matches Czestochowa (Englisch)
  5. Sächsische Zeitung: Riesenstatue von Johannes Paul II. in Polen eingeweiht. Artikel vom 13. April 2013 auf www.sz-online.de. Abgerufen am 13. April 2013.
  6. Frankfurter Allgemeine Zeitung: Johannes Paul II. wird Tschenstochau überragen. Artikel vom 8. April 2013. Abgerufen am 13. April 2013.
  7. Ein Pontifex aus Fiberglas. Artikel vom 15. März 2013 auf dradio.de. Abgerufen am 13. April 2013.