Czarna Dąbrówka

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Czarna Dąbrówka
Wappen der Gmina Czarna Dąbrówka
Czarna Dąbrówka (Polen)
Czarna Dąbrówka
Czarna Dąbrówka
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Pommern
Landkreis: Bytów
Geographische Lage: 54° 21′ N, 17° 33′ O54.3517.55Koordinaten: 54° 21′ 0″ N, 17° 33′ 0″ O
Einwohner: 1100
Postleitzahl: 77-116
Telefonvorwahl: (+48) 59
Kfz-Kennzeichen: GBY
Wirtschaft und Verkehr
Straße: Woiwodschaftsstraße 211: Nowa Dąbrowa-Kartuzy-Żukowo
Woiwodschaftsstraße 212: Kamionka-Bytów-Lębork
Schienenweg: PKP-Linie 212:Lipusz–Bytów,
Bahnstation:Bytów (23 km)
Nächster int. Flughafen: Danzig
Gemeinde
Gemeindeart: Landgemeinde
Gemeindegliederung: 42 Ortschaften
20 Schulzenämter
Fläche: 298,28 km²
Einwohner: 5836
(31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 20 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 2201032
Verwaltung (Stand: 2007)
Gemeindevorsteher: Wojciech Gralak
Adresse: Czarna Dąbrówka 33
77-116 Czarna Dąbrówka
Webpräsenz: www.czarna-dabrowka.com.pl

Czarna Dąbrówka (deutsch Schwarz Damerkow, kasch. Czôrnô Dąbrówka) ist ein Dorf und Sitz der gleichnamigen Landgemeinde im Powiat Bytowski (Kreis Bütow) in der polnischen Woiwodschaft Pommern.

Geographische Lage[Bearbeiten]

Czarna Dąbrówka liegt in Hinterpommern, etwa 40 Kilometer südöstlich von Słupsk (Stolp) und 23 Kilometer nordöstlich von Bytów (Bütow).

Geschichte[Bearbeiten]

Damerkow südöstlich von Stolp (linke Bildhälfte, durch Anklicken vergrößerbar) und nördlich von Bütow auf einer Landkarte von 1910.

Vor 1945 gehörte Schwarz Damerkow zum Landkreis Stolp im Regierungsbezirk Köslin der Provinz Pommern.

1457 befand sich das Rittergut Schwarz Damerkow neben den Gütern Kleschinz und Sochow im Besitz von Martin von Puttkamer. 1517 wird die Familie Zitzewitz genannt. Im 16. und 17. Jahrhundert war Schwarz Damerkow ein Lehen der Familien Lettow, Woberser und Stojentin. Um 1780 gab es in der Ortschaft Schwarz Damerkow ein Vorwerk, sechs Bauern, fünf Kossäten und insgesamt 15 Haushaltungen, und die Ortschaft war damals in Damerkow A und Damerkow B unterteilt.[2] In Damerkow A, das seinerzeit dem Hauptmann Jakob Wilhelm von Puttkamer gehörte, gab es um diese Zeit ein Vorwerk, zwei Bauern und vier Kossäten; in Damerkow B, das zum Gut Puttkamerhof (Niemietzke)[3] gehörte und das sich im Besitz von Johann Christian Ernst von Puttkamer befand, gab es vier Bauern und einen Kossäten. Nach 1800 kam das Rittergut Damerkow an den Hauptmann Zeromski. Von dessen Erben kaufte es 1852 Waldemar von Puttkamer, der es bereits 1864 wieder veräußerte. Laut Gutsadressbuch waren weitere Besitzer: 1884 Alexander Schulze, 1910 Ikier, 1828 Harry Ikier und 1938 Hertha Ikier.

1925 gab es in Schwarz Damerkow 74 Wohngebäude; 1939 wurden 686 Einwohner gezählt. Bis 1941 hatte das Dorf einen beachtlichen wirtschaftlichen Aufschwung erlebt. Am Ort hatten sich Handelsunternehmen, Genossenschaften, Firmen der mittelständischen Industrie, Banken und gewerbetreibende Kleinbetriebe niedergelassen.

Am 9. März 1945 wurde das deutsche Dorf von der Roten Armee besetzt und anschließend zusammen mit ganz Hinterpommern unter polnische Verwaltung gestellt. Am 15. Juni 1945 wurde im Dorf eine polnische Verwaltungsstelle eingerichtet. Häuser, Gehöfte und Betriebe wurden von Polen beschlagnahmt und besetzt. Die deutschen Einwohner, soweit nicht schon vorher geflohen, wurden bis 1947 von nach Kriegsende zugewanderten Polen unter Berufung auf die sogenannten Bierut-Dekrete nach Deutschland vertrieben.

Schwarz Damerkow wurde in Czarna Dąbrówka umbenannt. Vor einer Verwaltungsreform war das Dorf von 1975 bis 1998 Teil der Wojewodschaft Słupsk.

Kirche[Bearbeiten]

Dorf-/Pfarrkirche[Bearbeiten]

In Schwarz Damerkow wurde 1936 eine Kirche gebaut. Zu den Baukosten von 26.000 Reichsmark gab das Preußische Staatsministerium für kirchliche Angelegenheiten einen Zuschuss von 7.000 Reichsmark. Die Schaffung eines evangelischen Kirchengebäudes wurde u.a. mit der nahen Grenzlage zu Polen („Polnischer Korridor“) und dem dort starken Katholizismus begründet. Die bis dahin evangelische Dorfkirche in Schwarz Damerkow wurde 1945 zugunsten der katholischen Kirche enteignet und ist heute Pfarrkirche mit dem Namen Kościół św. Stanisława Kostki (Stanislaus-Kostka-Kirche).

Kirchspiel/Pfarrei[Bearbeiten]

Die Dorfbevölkerung von Schwarz Damerkow war vor 1945 überwiegend evangelischer Konfession. Der Ort war in das Kirchspiel Groß Nossin (heute polnisch: Nożyno) eingegliedert, das bis 1817 zur Synode Alt Kolziglow (Kołczygłowy), dann zur Synode Stolp (Słupsk) und ab 1871 zum Kirchenkreis Bütow (Bytów) gehörte. Letzter deutscher Geistlicher war Pfarrer Winfried Behling.

Seit 1945 lebt in Czarna Dąbrówka eine fast ausnahmslos katholische Einwohnerschaft. Der Ort ist heute Sitz einer eigenen Pfarrei, in die die Nachbarorte Jerzkowice (Jerskewitz), Karwno (Karwen, mit eigener Filialkirche) und Podkomorzyce (Niemietzke, 1938-45 Puttkamerhof) eingepfarrt sind. Sie gehört zum Dekanat Łupawa (Lupow) im Bistum Pelplin der Katholischen Kirche in Polen. Hier lebende evangelische Kirchenglieder gehören zur Kreuzkirchengemeinde in Słupsk (Stolp) in der Diözese Pommern-Großpolen der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen.

Schule[Bearbeiten]

In der im Jahre 1932 einstufigen Volksschule in Schwarz Damerkow unterrichteten zwei Lehrer in drei Klassen 111 Schulkinder.

Gmina Czarna Dąbrówka[Bearbeiten]

Die Landgemeinde umfasst 298,28 km² und hat ca. 5.700 Einwohner.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Zur Gmina gehören die Ortschaften (* = Schulzenamt):

polnischer Name kaschubischer Name deutscher Name
Będzieszyn Bãdzëszënò Vorwerk Brandstätt (zu Jassen)
Bochówko Wësoczé Lëpë Bochowke (1937-45 Hohenlinde)
*Bochowo Bòchòwò Bochow
Brzezinka Bresinke (zu Groß Nossin)
Ceromin Zeromin (zu Jerskewitz)
Cole
*Czarna Dąbrówka Czôrnô Dąbrówka Schwarz Damerkow
Dąbie Dąbie Dambee (1937-45 Eichen)
Dąbrowa Leśna
Dęby
Drążkowo Neuhof (zu Karwen)
Flisów Fließhof (zu Karwen)
Gliśnica Glësnica Gliesnitz
*Jasień Jaséń Jassen
Jaszewo Jassewo (zu Lupowske)
*Jerzkowice Jerzkòjce Jerskewitz
*Kartkowo Kartkòwò Kartkow (zu Groß Nossin)
*Karwno Karwno Karwen
*Kleszczyniec Kleszczënc Kleschinz
*Kłosy Kłosë Klößen
Kostroga Helenenhof (zu Kosemühl)
*Kotuszewo Kòtuszewò Kutusow (1937-45 Priemfelde)
Kozin Kozën Kosemühl
*Kozy Kozë Kose
Lipieniec Libienz (Liebgen) (zu Lupowske)
Łupawsko Lupowske (1936-45 Grünenwalde)
*Mikorowo Mikrowò Mickrow
*Mydlita Bùkolt Buchwalde
Nowe Karwno Neu Karwen
*Nożynko Nożënko Klein Nossin
*Nożyno Nożëno Groß Nossin
Obrowo Wobbrow (zu Jassen)
Osowskie Òsowsczé Wussowske (1938-45 Waldliebe)
(zu Groß Nossin)
*Otnoga Òtnoga Wottnogge (1938-45 Mühlental)
Owsianka Lãdof Landhof (zu Kose)
Podkomorki
Podkomorzyce Pòdkòmòrzëce Niemietzke (1938-45 Puttkamerhof)
Połupino Pòłëpino Karlsfelde (zu Kleschinz)
Przybin Sophienhof (zu Mickrow)
Przylaski Przëlaski Glashütte (zu Jassen)
*Rokiciny Neurakitt
Rokicki Dwór Neuhof (vor 1905 zu Groß Rakitt,
danach Teil von Neurakitt)
*Rokitki Môłé Rokitki Klein Rakitt
*Rokity Wiôlgié Rokitki Groß Rakitt
Rudka Nowô Hëta Neuhütte (zu Buchwalde)
Skotawsko Skòtawskò Schottofske (1938-45 Schottow) (zu Groß Nossin)
Soszyce Soszëce Augustfelde (zu Karwen)
Święchowo Swiãchówó Friedrichsfelde
*Unichowo Wùnszéwé Wundichow
Wargówko Wôrgòwkò Neu Vargow (zu Vargow)
*Wargowo Wôrgòwò Vargow
Zawiaty Zôwiat Saviat (1937-45 Seeblick)

Verkehr[Bearbeiten]

Die Ortschaft liegt im Kreuzungsbereich der Woiwodschaftsstraßen DW 211 (Nowa Dąbrowa (Neu Damerow) - Kartuzy (Karthaus) - Żukowo (Zuckau)) und DW 212 (ehemalige deutsche Reichsstraße 158) (Lębork (Lauenburg (Pommern)) - Bytów (Bütow) - Kamionka (Steinberg)).

Eine Bahnanbindung besteht heute nur noch über Bytów (Bütow) an die Bahnstrecke Lipusz-Bytów (Lippusch-Bütow), nachdem die Bahnstrecke Lauenburg (Pommern)-Bütow 1945 stillgelegt wurde, an der Schwarz Damerkow Bahnstation war.

Verweise[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gmina Czarna Dąbrówka – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Population. Size and Structure by Territorial Division. As of December 31, 2013. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), abgerufen am 10. Juli 2014.
  2. Ludwig Wilhelm Brüggemann: Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königlich-Preußischen Herzogtums Vor- und Hinterpommern. Teil 2, Band 2, Stettin 1784, S. 957, Nr. 28.
  3. Ludwig Wilhelm Brüggemann: Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königlich-Preußischen Herzogtums Vor- und Hinterpommern. Teil 2, Band 2, Stettin 1784, S. 987-988, Nr. 94.