Czernowitz

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Tscherniwzi ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Weitere Bedeutungen sind unter Tscherniwzi (Begriffsklärung) aufgeführt.
Czernowitz
(Чернівці/Tscherniwzi)
Wappen von Czernowitz Czernowitz in der Ukraine
Basisdaten
Oblast: Oblast Tscherniwzi
Rajon: Kreisfreie Stadt
Höhe: 248 m
Fläche: 153,0 km²
Einwohner: 242.300 (2005)
Bevölkerungsdichte: 1.584 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 58000-
Vorwahl: +380 372
Geographische Lage: 48° 18′ N, 25° 56′ O48.325.93248Koordinaten: 48° 18′ 0″ N, 25° 55′ 48″ O
KOATUU: 7310100000
Verwaltungsgliederung: 3 Stadtrajone
Bürgermeister: Mykola Fedoruk (seit April 2011 nicht mehr im Amt - Neuwahlen sind ausständig)
Adresse: площа Центральна 1
58000 м. Чернівці
Website: www.city.cv.ua
Statistische Informationen
Czernowitz (Oblast Tscherniwzi)
Czernowitz
Czernowitz
i1

Czernowitz (deutsch auch Tschernowitz; ukrainisch Чернівці/Tscherniwzi; russisch Черновцы/Tschernowzy, rumänisch Cernăuți, polnisch Czerniowce, jiddisch טשערנאָװיץ Tschernowitz, hebräisch צֶ׳רנוֹבִיץ Tschernowitz) in der westlichen Ukraine ist die Hauptstadt der Oblast Tscherniwzi und die traditionelle Hauptstadt der Bukowina im Karpatenvorland, hauptsächlich am rechten Ufer des Flusses Pruth.

Geographie[Bearbeiten]

Czernowitz liegt in 248 m Seehöhe in einem von Hügeln durchzogenen Gebiet mit Wäldern und Feldern. Die Stadt erstreckt sich überwiegend am rechten Ufer des Pruth, an dem sich die Stadtbezirke Rajon Perschotrawnewe und Rajon Schewtschenko befinden. Am linken Flussufer befindet sich der Stadtteil Sadhora im Rajon Sadhora.

Geschichte[Bearbeiten]

Eine befestigte Siedlung am linken Ufer des Pruths stammt aus der Zeit der Kiewer Rus bzw. ihres Teilfürstentums Galizien-Wolhynien. Sie wurde unter Rurikiden-Fürst Jaroslaw Osmomysl gegründet, der zwischen 1153 und 1187 regierte. In den Legenden wird die Stadt anfangs Tschern (Schwarze Stadt) genannt. Dies kann auf die schwarze Farbe der Stadtmauern oder auf die Schwarzerde zurückgehen. Die Festung wurde 1259 während der mongolischen Invasion der Rus zerstört, die Reste wurden jedoch bis ins 17. Jahrhundert weiterhin zu Verteidigungszwecken genutzt. Nach 1259 verlagerte sich die Bebauung auf das strategisch günstigere, höhere rechte Pruth-Ufer.

Von 1359 bis 1775 gehörten die Stadt und ihre Umgebung zum Fürstentum Moldau. Aus dieser Zeit stammt auch die erste urkundliche Erwähnung der Stadt (8. Oktober 1408[1]) in einem Handelsbrief zwischen dem moldauischen Fürsten Alexandru cel Bun (Alexander der Gute)[2] und Kaufleuten aus Lemberg (damals im Königreich Polen).

Bukowina[Bearbeiten]

Wappen der Stadt Czernowitz 1908

1774 wurde Czernowitz wie die gesamte Bukowina von Österreich besetzt und 1775 offiziell Teil der Habsburgermonarchie. In dieser vorerst zum Königreich Galizien und Lodomerien gehörig, hatte die Stadt 1816 erst 5.400 Einwohner[3]. 1849 wurde das Herzogtum Bukowina als eigenes Kronland mit der Landeshauptstadt Czernowitz konstituiert, 1861 das Landesparlament, der Landtag, eingerichtet. In der 1867 gebildeten Doppelmonarchie Österreich-Ungarn gehörte das Land bis 1918 zu „den im Reichsrat vertretenen Königreichen und Ländern“ (Cisleithanien) mit deren gemeinsamer k.k. Regierung in Wien.

1875 wurde von Kaiser Franz Joseph I. anlässlich der 100-jährigen Zugehörigkeit zu Österreich eine Universität mit deutscher Unterrichtssprache gegründet, die Franz-Josephs-Universität Czernowitz. Sie umfasste 1893 eine griechisch-orientalisch theologische, eine rechts- und staatswissenschaftliche und eine philosophische Fakultät und besaß eine Bibliothek mit 50.000 Bänden, einen botanischen Garten, ein chemisches Labor und ein naturhistorisches Museum. 1892/1893 unterrichteten 40 Lehrer 281 Studierende.[4]

Blüte[Bearbeiten]

Rathaus

1895 vermerkte ein Lexikon für Czernowitz eine neue griechisch-orientalische Domkirche (vollendet 1864), eine armenisch-katholische Kirche (1875), eine neue Jesuitenkirche, den Israelitischen Tempel Czernowitz, eine griechisch-orientalische erzbischöfliche Residenz und 54.000 Einwohner (27.000 Deutsche, 10.000 Ruthenen, 8.000 Polen und 8.000 Rumänen), darunter 17.000 Juden. (In der Literatur wird für alle Gebiete im östlichen Altösterreich darauf hingewiesen, dass die Einwohner mit jiddischer Muttersprache, da Jiddisch nicht als eigenständige Sprache anerkannt war, zumeist Deutsch als Muttersprache angegeben haben.) Zur Wirtschaft wurden eine Bierbrauerei, zwei Dampfmühlen, eine Sägemühle, eine Ölfabrik, eine Maschinenfabrik und reger Handel insbesondere nach Russland und Rumänien festgehalten. An Schulen wurden ein Obergymnasium, eine Oberrealschule, eine Staatsgewerbeschule, Lehrer- und Lehrerinnenbildungsanstalt und eine landwirtschaftliche Lehranstalt registriert, für die Kultur das Landesmuseum und ein Theater angeführt.[5] 1897 wurde auch die Straßenbahn Czernowitz eröffnet; diese verkehrte bis 1967.

In Czernowitz entstand eine multikulturelle Stadtbevölkerung, die aus Juden, Deutschen, Rumänen, Ukrainern und Polen bestand. Die im öffentlichen Leben und in der Wirtschaft dominierende Sprache war das Deutsche. In Czernowitz, und auch in anderen Teilen der Bukowina, bildete sich eine spezifische, deutschsprachige Kultur heraus, die insbesondere in den Städten präsent war und bis in die 1940er-Jahre des 20. Jahrhunderts existierte. Es gab auch eine umfangreiche deutschsprachige Presse sowie ein prosperierendes Kulturleben.

In Czernowitz geboren oder aufgewachsen sind unter anderem die Schriftsteller und Dichter Paul Celan, Rose Ausländer, Selma Meerbaum-Eisinger, Klara Blum, Alfred Margul-Sperber, Ludwig Adolf Staufe-Simiginowicz, Immanuel Weissglas, Gregor von Rezzori, der Komponist Ludwig Rottenberg oder der Opernsänger Joseph Schmidt. Auch das jiddische Kulturleben in der Stadt blühte; 1908 fand in der Stadt die internationale Konferenz für die jiddische Sprache statt. Mit Olha Kobylanska lebte in Czernowitz auch eine der bedeutendsten ukrainischen Schriftstellerinnen.

Rumänien[Bearbeiten]

Wappen der Zwischenkriegszeit

Österreich-Ungarn zerfiel Ende Oktober 1918. Galizien schloss sich der entstehenden Zweiten Polnischen Republik an; der Widerstand der Ukrainer (Ruthenen) Ostgaliziens, die ihre Westukrainische Republik ausriefen (zu der Teile der Bukowina gehören sollten), wurde von Polen schließlich militärisch niedergekämpft (die von den Ukrainern verlangte Teilung Galiziens fand erst ab 1944 statt). Die Bukowina ging daraufhin in Rumänien auf, was ebenfalls von den Ukrainern des ehemaligen Kronlandes nicht gewünscht war. Der Anschluss an Rumänien wurde mit der Furcht vor der Vereinnahmung durch Russland begründet und am 28. November 1918 (nach julianischem Kalender 15. November) in der Residenz des bukowinischen Erzbischofs und Politikers Basil von Repta erklärt. Rumänien war die Bukowina von der Triple Entente in einem geheimen Vertrag schon im August 1916 zugesagt worden, um das Land zum Kriegseintritt gegen Österreich-Ungarn zu bewegen.[6]

Am 10. September 1919 wurde die Übernahme des Landes durch Rumänien im Vertrag von St. Germain sanktioniert.[7] Czernowitz wurde auf Rumänisch Cernăuţi genannt. Großrumänien, wie es ab 1919 hieß, führte an der Universität sehr bald Rumänisch als Unterrichtssprache ein, was zur Abwanderung der meisten deutschen Professoren führte. Der rumänische Staat versuchte die gesamte Bukowina kulturell zu rumänisieren, was jedoch nur begrenzt erfolgreich war.

Sowjetunion[Bearbeiten]

Am 28. Juni 1940 wurde die Stadt von der Sowjetunion besetzt, der Großteil der deutschen Bevölkerung wurde nach Verhandlungen mit Deutschland anschließend „Heim ins Reich“ geholt. Von 1941 bis 1944 gehörte Czernowitz wieder zu Rumänien, das mit dem Dritten Reich verbündet war. In dieser Zeit kam es zur Ermordung und Deportation eines großen Teils der jüdischen Gemeinde. Als 1944 die Rote Armee die Stadt erneut einnahm, wurden die noch verbliebenen deutschen Bewohner der Stadt vertrieben, auch ein Großteil der rumänischsprachigen Bevölkerung verließ Czernowitz. Es siedelten sich nun tausende Ukrainer und Russen in der Stadt an. Die ehemals deutschsprachige Kultur der Stadt verschwand fast vollständig.

Ukraine[Bearbeiten]

Hauptartikel: Westukraine

Seit 1991 gehört die Stadt als Tscherniwzi zur Ukraine. Tscherniwzi gehört zu den Städten, in die die OSZE am 21. März 2014 im Zusammenhang mit der Krimkrise Beobachter entsandte.[8][9]

Sportgeschichte[Bearbeiten]

Bis zum Zweiten Weltkrieg gab es in Czernowitz eine Reihe von Sportvereinen, von denen viele ihre Ursprünge in der k.u.k. Monarchie hatten und in denen sich die einzelnen Nationalitäten wiederfanden. Dazu zählten Dowbusch (ukrainisch), Dragoș Vodă (rumänisch), Hakoah (jüdisch), Jahn (deutsch), Makkabi (jüdisch) und Polonia (polnisch). Die steigende Bedeutung des Sports nach dem Ersten Weltkrieg hatte zudem zu der Gründung von Sportvereinen für Arbeiter (IASK) und Bahnarbeiter (CFR) geführt, die ebenfalls am überregionalen Meisterschaftsbetrieb teilnahmen. Neben Fußball war Eishockey die wichtigste Sportart, die zudem durch den rumänischen Meistertitel 1937/38 gekrönt wurde.

Bedeutendster Sportverein ist heute der FSK Bukowina Czernowitz, der in der Perscha Liha, der zweiten Fußballliga des Landes, spielt.

Bevölkerung[Bearbeiten]

In Czernowitz lebten Ukrainer/Ruthenen, Rumänen/Moldauer, Polen, Juden, Roma, Österreicher und Bukowinadeutsche. Ihre kulturelle Blüte erlebte die Stadt während ihrer Zugehörigkeit zur Österreichisch-Ungarischen Monarchie als Hauptstadt des Kronlandes Bukowina. Czernowitz war für seine Malerei und Literatur berühmt - und ist es bis heute für seine Architektur.

Die Vielfalt der Bevölkerung um die Wende zum 20. Jahrhundert ist an untenstehender Bevölkerungsstatistik erkennbar. So stellten Rumänen die Mehrheit der Bevölkerung, doch lösten die jiddisch- bzw. deutschsprachigen Juden die Rumänen von 1870 an als größte Bevölkerungsgruppe der Stadt ab. Ab 1880 wurden die Rumänen von den Ukrainern auch als zweitgrößte Bevölkerungsgruppe abgelöst.

Bis 1918 war die dominierende und offizielle Sprache der Stadt das Deutsche. Als die Stadt nach dem Ersten Weltkrieg an Rumänien fiel, gewann in Czernowitz die rumänische Sprache wieder an Bedeutung. 1930 stellten Deutsche (etwa 15 %) und die zumeist ebenfalls deutschsprachigen Juden (38 %) zusammen aber noch immer die Mehrheit der Stadtbevölkerung, der Anteil der Rumänen lag trotz der Rumänisierungspolitik lediglich bei 27 %, der der Ukrainer bei etwa 10 %.[10].

Durch die Ermordung der Juden, den Zweiten Weltkrieg und die Umsiedlung und Vertreibung ganzer Volksgruppen, vor allem der Deutschen und der Rumänen, ging die multikulturelle Tradition nach dem Zweiten Weltkrieg weitgehend verloren. Während der Sowjetzeit wurden viele Ukrainer und Russen in der Stadt angesiedelt. Die jüdische Gemeinde von Czernowitz in der Diaspora hält heute noch durch die Zeitung Die Stimme weltweit untereinander Kontakt. Noch heute finden sich zahlreiche Spuren der jüdischen Gemeinde z. B. ein großer, 1866 eingerichteter Friedhof. Manche als Sakralbauten errichtete Gebäude werden heute für andere Zwecke benutzt, zum Beispiel der Rest der jüdischen Synagoge, in dem ein Kino untergebracht worden ist.[11] 1989 stellten Ukrainer 66,5 % der Bevölkerung, Russen waren mit 17,8 % die zweitgrößte Bevölkerungsgruppe, danach folgten Rumänen/Moldauer mit 7,5 % und Juden (6,1 %).[12]. Mit der Unabhängigkeit der Ukraine erhöhte sich der Anteil der ethnischen Ukrainer in der Stadt bis 2001 auf etwa 80 %.

Juden in Czernowitz[13]
Jahr Ges.-Bev. Juden Anteil
1857 ca. 22.000 4.678 21,6 %
1869 ca. 34.000 9.552 28,2 %
1880 ca. 46.000 14.449 31,7 %
1890 ca. 54.000 17.359 32,0 %
1900 ca. 68.000 21.587 31,9 %
1910 ca. 87.000 28.613 32,8 %
Czernowitz
(Stadt)
Czernowitz
(Landgemeinden)
Jahr Rumänen Ukrainer' Rumänen Ukrainer
1860 9.177 4.133 20.068 6.645
1870 5.999 5.831 28.315 35.011
1880 6.431 8.232 8.887 23.051
1890 7.624 10.385 11.433 34.067
1900 9.400 13.030 13.252 25.476
1910 13.440 15.254 18.060 22.351

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Olha-Kobylanska-Straße, ehemalige Herrengasse
Fedkowytsch-Straße

Die bedeutendste Sehenswürdigkeit von Czernowitz ist die ehemalige Residenz des orthodoxen Metropoliten der Bukowina, ein imposanter Ziegelbau auf dem „Bischofsberg“. Der Bau wurde 1864, in der Amtszeit von Bischof Eugen Hakman begonnen, der kurz vor seinem Tod 1873 erster Metropolit von Czernowitz wurde.[14] Vollendet wurde das Bauwerk 1882. Seit sowjetischer Zeit ist darin die Nationale Jurij-Fedkowytsch-Universität Czernowitz untergebracht. Zuvor befand sich die 1875 gegründete Universität in der heutigen Universytetska Straße 12, wo heute die Mathematische Fakultät untergebracht ist. Am 29. Juni 2011 wurde der Gebäudekomplex in die Liste des Weltkulturerbes der UNESCO aufgenommen.[15]

Des Weiteren sind der Kuppelbau der im Stile der Sankt-Petersburger Isaakskathedrale gebauten, 1864 vollendeten griechisch-orthodoxen Kathedrale am Franz-Josephs-Platz und das Theater hervorzuheben.

Der bedeutendste Platz ist der Austria-Platz mit dem 1875 errichteten, 1918 verschollenen und erst 2003 teilweise wiederaufgefundenen Austria-Monument, einer Marmorfigur der Austria auf einem mit Bronzereliefs und Inschriften ausgestatteten Sockel.

Im Jahr 1904 wurde mit dem Bau des vom Wiener Architekturbüro Fellner & Helmer geplanten neuen Theatergebäudes in Czernowitz begonnen. Seine Front wird, wie bei vielen anderen Theatern dieser Zeit, durch eine Portalbogenarchitektur hervorgehoben. Die Eröffnung erfolgte nach nur 14 Monaten Bauzeit am 3. Oktober 1905 als „Czernowitzer deutsches Stadttheater“. Von 1907 bis 1922 stand vor dem Theater ein Denkmal von Friedrich Schiller.

1922 wurde es zum „Rumänischen Nationaltheater“. Seit 1940 bzw. 1944 ist es das „Ukrainische musikalisch-dramatische Olga-Kobylanska-Theater“, seit 1980 steht ein Denkmal der ukrainischen Nationaldichterin Olga Kobylanska vor dem Gebäude. Das Theater liegt inmitten eines damals neu entstanden Stadtteils am ehemaligen „Elisabeth-Platz“, heute „Theaterplatz“, und ist von einer Parkanlage umgeben. Ein fast baugleicher „Zwilling“ des Theaters steht in Fürth in Bayern.

Die Einkaufstraße Wulyzja Olhy Kobyljanskoii (Olga-Kobyljanska-Straße), die frühere „Herrengasse“, war schon im 19. Jahrhundert die Flaniermeile der Stadt und bewahrt das geschlossene Straßenbild der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bis heute.

Museen[Bearbeiten]

Ehemaliges Jüdisches Nationalhaus, heute Kulturpalast
  • Regionales Staatliches Museum für Volksarchitektur und Brauchtum (Чернівецький обласний державний музей народної архітектури та побуту), eröffnet 1986
  • Museum der Militärgeschichte der Bukowina (Музей військової історії Буковини), eröffnet 2008 [16]
  • Museum der Geschichte und Kultur der Bukowina-Juden im ehemaligen Jüdischen Nationalhaus am Theaterplatz, eröffnet 2010 [17]

Musik[Bearbeiten]

Hauptartikel: Czernowitzer Philharmonie

Zeitungen[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Die Wirtschaft der Stadt wird von Unternehmen der Nahrungsmittel-, Textil- und Holzindustrie bestimmt.

Verkehr[Bearbeiten]

Czernowitz: Hauptbahnhof (1909)

Czernowitz ist ein wichtiger Verkehrsknoten im Südwesten der Ukraine, über den der größte Teil des Verkehrs des Landes in Richtung Rumänien abgewickelt wird.

Durch die Stadt führt die Europastraße 85 von Klaipėda in Litauen nach Alexandroupolis in Griechenland. Weitere wichtige Straßenverbindungen existieren in Richtung Iwano-FrankiwskLemberg, Chmelnyzkyj und Wyschnyzja in den Karpaten.

Zudem führt durch die Stadt die internationale Eisenbahnstrecke von Lemberg bzw. Kiew nach SuceavaBukarest.

Den städtischen Nahverkehr bewältigt neben mehreren Omnibuslinien ein 1939 als Ersatz für die Straßenbahn eröffnetes O-Bus-Netz. Fernbusse verkehren ab dem zentralen Busbahnhof im Süden der Stadt.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Czernowitz hat sieben Partnerstädte:[18]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Filme[Bearbeiten]

  • „Herr Zwilling und Frau Zuckermann“, Deutschland 1998/1999, Dokumentarfilm, 132 Min., Regie: Volker Koepp
  • „Dieses Jahr in Czernowitz“, Deutschland 2003/2004, Dokumentarfilm, 134 Min., Regie: Volker Koepp
  • „Czernowitz, einstige Kronstadt der K.K. Österreich-Ungarischen Monarchie“, Deutschland 2006, Doku-Film, 80 Min., Produzenten: Oksana Czarny, geb. Nakonechna und Reinhold Czarny - RCP
  • Bukovina Style – Czernowitz, Gestern und Heute Deutschland 2008; medienpädagogisches Dokumentarfilmprojekt 36 Min. Regie: Stefan Koeck, Drehbuch und Redaktion: Michael Petrowitz

Zitate[Bearbeiten]

Bezeichnet wurde Czernowitz auch als Klein-Wien, Babylon des südöstlichen Europas, Jerusalem am Pruth, Alexandrien Europas und Tschernopol.[19][20]

„Czernowitz, das war ein Vergnügungsdampfer, der mit ukrainischer Mannschaft, deutschen Offizieren und jüdischen Passagieren unter österreichischer Flagge zwischen West und Ost kreuzte.“

Georg Heinzen, Rheinischer Merkur, 1. Februar 1991

Klimatabelle[Bearbeiten]

Czernowitz
Klimadiagramm
J F M A M J J A S O N D
 
 
32
 
-2
-9
 
 
32
 
-1
-7
 
 
36
 
5
-3
 
 
58
 
14
3
 
 
77
 
20
9
 
 
105
 
23
12
 
 
103
 
26
14
 
 
61
 
25
13
 
 
51
 
20
9
 
 
33
 
13
4
 
 
36
 
5
-1
 
 
37
 
0
-6
Temperatur in °CNiederschlag in mm
Quelle: wetterkontor.de
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Czernowitz
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) −2,4 −0,5 5,3 13,7 20,2 23,3 25,6 24,9 20,2 13,4 5,1 0,1 Ø 12,5
Min. Temperatur (°C) −8,8 −7,2 −2,7 2,9 8,9 12,3 14,2 13,1 8,6 3,8 −0,7 −5,6 Ø 3,3
Niederschlag (mm) 32 32 36 58 77 105 103 61 51 33 36 37 Σ 661
Sonnenstunden (h/d) 2,1 2,7 4,0 5,4 7,1 7,8 8,0 7,9 6,3 4,5 2,3 1,7 Ø 5
Regentage (d) 7 7 7 9 10 11 11 8 7 6 7 8 Σ 98
Luftfeuchtigkeit (%) 84 84 78 69 69 70 71 72 74 79 87 88 Ø 77,1
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
−2,4
−8,8
−0,5
−7,2
5,3
−2,7
13,7
2,9
20,2
8,9
23,3
12,3
25,6
14,2
24,9
13,1
20,2
8,6
13,4
3,8
5,1
−0,7
0,1
−5,6
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
i
e
d
e
r
s
c
h
l
a
g
32
32
36
58
77
105
103
61
51
33
36
37
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez

Literatur[Bearbeiten]

  • Czernowitzer kleine Schriften. Schriftenreihe des Traditionsverbandes Katholischer Pennäler. 24 Publikationen
  • Ernst Trost: Das blieb vom Doppeladler. Auf den Spuren der versunkenen Donaumonarchie. Fritz Molden, München 1966; Deutscher Taschenbuchverlag, dtv 561, München 1969, S. 52 ff.
  • Martin Pollack: Nach Galizien. Von Chassiden, Huzulen, Polen und Ruthenen. Eine imaginäre Reise durch die verschwundene Welt Ostgaliziens und der Bukowina. Christian Brandstätter, Wien 1984; 3. Auflage 1994, ISBN 3-85447-075-4, S. 131 ff.
  • Andrei Corbea-Hoișie (Hrsg.): Jüdisches Städtebild Czernowitz. Frankfurt 1998.
  • Andrei Corbea-Hoișie: Czernowitzer Geschichten. Über eine städtische Kultur in Mittelosteuropa. Böhlau, Wien 2003. ISBN 978-3205770343.
  • Andrei Corbea-Hoișie: Politik, Presse und Literatur in Czernowitz 1890-1940. Kulturgeschichtliche und imagologische Studien. Stauffenburg, Tübingen 2013. ISBN 978-3860574980.
  • Harald Heppner (Hrsg.): Czernowitz. Die Geschichte einer ungewöhnlichen Stadt. Böhlau, Köln 2000, ISBN 3-412-04900-X.
  • Hugo Weczerka: Czernowitz. Städtebauliche Entwicklung in österreichischer Zeit. Traditionsverband Katholischer Czernowitzer Pännaler (Hrsg.), Innsbruck 2000.
  • Cecile Cordon und Helmut Kusdat (Hrsg.): An der Zeiten Ränder. Czernowitz und die Bukowina. Geschichte – Literatur – Verfolgung – Exil. Theodor Kramer Gesellschaft, Wien 2002, ISBN 3-901602-16-X.
  • Florence Heymann: Le crépuscule des lieux. Identités juives de Czernowitz. Paris 2003.
  • Gaby Coldewey (Hrsg.): Zwischen Pruth und Jordan, Lebenserinnerungen Czernowitzer Juden. Köln 2003.
  • Kurt Scharr: Städtische Transformationsprozesse in der Westukraine seit der Unabhängigkeit 1991 am Beispiel der Entwicklung von Czernowitz. Eine Bestandsaufnahme. Mitteilungen der Österreichischen Geographischen Gesellschaft, Nr. 146 (2004), S. 125–146.
  • Helmut Braun (Hrsg.): Czernowitz: Die Geschichte einer untergegangenen Kulturmetropole. Christian Links, Berlin 2005, ISBN 3-86153-374-X.
  • Othmar Andrée: Czernowitzer Spaziergänge. Annäherungen an die Bukowina. 2008.
  • Christel Wollmann-Fiedler: „Czernowitz ist meine Heimat“. Gespräche mit der Zeitzeugin Hedwig Brenner. Munda, Brugg, 2009, ISBN 978-3-9523161-5-3.
  • Martin Pollack, Helmut Kusdat, Ioan-Constantin Lihaciu, Andrei Corbea-Hoișie, Gaby Coldewey, Isabel Röskau-Rydel, Jurko Prochasko, Mariana Hausleitner, Sergij Osatschuk: Mythos Czernowitz. Eine Stadt im Spiegel ihrer Nationalitäten. Deutsches Kulturforum östliches Europa e.V., Potsdam 2008, ISBN 978-3-936168-25-9.
  • Ranner Gertrud, Halling Axel, Fiedler Anja (Hrsg.): …„und das Herz wird mir schwer dabei“. Czernowitzer Juden erinnern sich. Deutsches Kulturforum östliches Europa e.V., Potsdam 2009, ISBN 978-3-936168-28-0.
  • Martin A. Hainz: Nostallergie. Die Czernowitzer Inkongruenzkompensationskompetenz. In: CAS Working Paper 1/2010 (http://www.fu-berlin.de/sites/cas/forschung/publikationen/working-papers/cas-wp_no_1-09.pdf)
  • Dirk Schümer: Schwarze Milch. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18. September 2010, S. 44 (Bericht über das erste Poesiefestival in Czernowitz).
  • Zvi Yavetz: Erinnerungen an Czernowitz. Wo Menschen und Bücher lebten. Beck, München 2007, ISBN 3-406-55747-3.
  • Peter Rychlo, Oleg Liubkivskyj: Literaturstadt Czernowitz, 2., verbesserte Auflage. Czernowitz 2009.
  • Ion Lihaciu: Czernowitz 1848–1918. Das kulturelle Leben einer Provinzmeptropole. Parthenon Verlag, Kaiserslautern 2012, ISBN 978-3-942994-00-2.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Czernowitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Czernowitz – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. nach byzantinischer Zeitrechnung: 8. Oktober 6916. Da es nicht sicher ist, ob das moldauische Jahr am 1. September oder am 1. März beginnt, könnte es auch der 8. Oktober 1407 gewesen sein. Vgl. F. Kaindl: Geschichte von Czernowitz. Czernowitz 1908, Anm. 2/5.
  2. F. Kaindl: Geschichte von Czernowitz. Czernowitz 1908, S. 23.
  3. Meyers Konversations-Lexikon, 5. Auflage, Bibliographisches Institut, Leipzig und Wien 1895, 4. Band, S. 459 f.
  4. Meyer, a.a.O.
  5. Meyer, a.a.O.
  6. Zbyněk A. Zeman: Der Zusammenbruch des Habsburgerreiches, Verlag für Geschichte und Politik, Wien 1963, S. 205; Original: The Break-Up of the Habsburg Empire, Oxford University Press, 1961
  7. Johannes Uray (2011)
  8. Krim-Krise: OSZE schickt 100 Beobachter in die Ukraine, Spiegel Online am 22. März 2014
  9. OSZE entsendet Beobachtermission in Ukraine, RIA Novosti am 22. März 2014
  10. Helmut Braun (Hg.): Czernowitz. Die Geschichte einer untergegangenen Kulturmetropole, S.63, ISBN 978-3-86153-374-0
  11. Cinemagogue in Multikulturelle Erinnerung und Beständigkeit der Spuren in Czernowitz
  12. Helmut Braun (Hg.): Czernowitz. Die Geschichte einer untergegangenen Kulturmetropole, S.78, ISBN 978-3-86153-374-0
  13. Ergebnisse der Volkszählungen der K. K. Statistischen Central-Kommission u. a., in: Anson Rabinbach: The Migration of Galician Jews to Vienna. Austrian History Yearbook, Volume XI, Berghahn Books/Rice University Press, Houston 1975, S. 46/47 (Table III)
  14. Der Metropolitensitz Czernowitz wurde eingerichtet, weil die zwei anderen des k.&k.-Reiches im transleithanischen, also ungarischen Teil des Reiches lagen. Der Erzbischof von Czernowitz war somit Oberhaupt aller cisleithanischen Orthodoxen, also auch der orthodoxen Dalmatiner. Wie die Sitze von Herrmannstadt und Karlowitz war auch Czernowitz autokephal, bestätigt durch den Patriarch von Konstantinopel. Vgl. hierzu Hubert Jedin (Hrsg.): Handbuch der Kirchengeschichte, Bd. VI/2, Freiburg 1973, S. 156.
  15. Ukraine-Nachrichten: UNESCO hat das Universitätsgebäude von Tscherniwzi/Czernowitz in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen
  16. Webpräsenz des Museums der Militärgeschichte der Bukowina
  17. Webpräsenz des Museums für jüdische Geschichte und Kultur der Bukowina
  18. Website der Stadt (engl. Version, abgerufen am 2. Januar 2013)
  19. Th. Faulhaber: Klein-Wien am Pruth. Facetten des alten k. k. Czernowitz
  20. Gregor von Rezzori: Ein Hermelin in Tschernopol. Roman. Goldmann-Verlag, München 1989, ISBN 3-442-07115-1.