Czersk (Weichsel)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Czersk
Wappen von Czersk (Masowien)
Czersk (Polen)
Czersk
Czersk
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Masowien
Landkreis: Piaseczno
Gmina: Góra Kalwaria
Fläche: 9,73 km²
Geographische Lage: 51° 58′ N, 21° 14′ O51.95861111111121.230277777778Koordinaten: 51° 57′ 31″ N, 21° 13′ 49″ O
Einwohner: 590
Postleitzahl: 05-530
Telefonvorwahl: (+48) 22
Kfz-Kennzeichen: WPI
Wirtschaft und Verkehr
Straße: N 79
Schienenweg: Bahnhof Góra Kalwaria
Nächster int. Flughafen: Warschau

Czersk an der Weichsel ist ein Ortsteil der Gemeinde Góra Kalwaria in der Wojewodschaft Masowien, Polen. Von 1350 bis 1869 war Czersk eine Stadt.

Geschichte[Bearbeiten]

Neobarocke Kirche in Czersk
Blick von der Weichsel auf die Burgruine und den Turm der Kollegiatskirche

Südlich von Siedlungen aus dem 7. bis 8. Jahrhundert wurde im 11. Jahrhundert eine Burg errichtet. Die älteste Erwähnung findet sich als Чьрньскъ (Čьrnьsk, Tsch(i)rn(i)sk) in der Laurentiuschronik, einer Abschrift der russischen Nestorchronik. Im 12. Jahrhundert wurde die Burg Sitz eines Kastellans und 1252 der eines dem Bistum Posen unterstehenden Erzdiakonats. Im selben Jahrhundert wurde es Sitz der Herzöge von Masowien. 1350 erhielt der Ort Stadtrecht, das 1386 als Kulmer Recht bestätigt wurde. Um 1400 wurde die Burg erweitert und schlossartig ausgebaut. Trotz des Aufstiegs des nahen Warschau hatte Czersk noch eine Zeit lang als Residenz Bedeutung, fiel dann aber doch zurück. 1869 entzog die damalige russische Verwaltung dem Ort, wie vielen Orten in Polen, das Stadtrecht. Aus seiner Glanzzeit ist die monumentale Ruine der Burg erhalten geblieben. Die Kollegiatskirche wurde 1805/06 durch einen neobarocken Neubau ersetzt. Die Wandmalereien in der Kirche schuf Otto Linnemann aus Frankfurt, Entwürfe hierzu befinden sich im Linnemann-Archiv.

Burgruine[Bearbeiten]

Die heute bestehende Burgruine basiert auf einem Ziegelsteinbau aus dem 14. Jahrhundert. Bis dahin hatte es an dieser Stelle eine Festung aus Holz gegeben. Die Ruine besteht aus zwei Rundtürmen und einem gotischen eckigen Turm, letzterer dient als Eingang. Der ostwärtige Rundturm wurde als Gefängnis genutzt. Der Zugang erfolgte vom Mauerrundgang, von hier wurden die Gefangenen durch ein Loch auf den 10 Meter tiefer liegenden Boden des Turmes herabgelassen. Der Westturm beherbergte die Waffen- und Munitionskammern. Alle Türme hatten hölzerne Spitzdächer. Die die Türme verbindenden, ursprünglich 7 bis 8 Meter hohen Mauerteile sind teilweise bis auf den Boden abgetragen. Die Fundamente der Mauerwälle befinden sich bis zu 5,5 Metern in der Erde, die Dicke der Mauern beträgt 1,80 bis 1,85 Meter. Vermutlich unter der polnischen Königin Bona, der Frau Sigismund I., wurden mehrere schlossartige Gebäude in der Burg errichtet. Nachdem Bona das Land verließ, begann der bauliche Niedergang der Burg.

Verweise[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Rymut Kazimierz: Nazwy miast Polski. Zakład Narodowy im. Ossolińskich, 1987, Seite 56. ISBN 83-04-02436-5. (Namensherkunft polnischer Städte)
  • Lechoslaw Herz: Zamek w Cersku, Polish Tourist Information (Hrsg.), Presspol 47/86

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Czersk, Masovian Voivodeship – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien