Dénia

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Dieser Artikel behandelt die Küstenstadt in Spanien. Das Taifenreich, dessen Zentrum Dénia im 11. Jahrhundert war, ist unter Dénia (Taifa) zu finden.
Gemeinde Dénia
Wappen Karte von Spanien
Wappen von Dénia
Dénia (Spanien)
Finland road sign 311.svg
Basisdaten
Autonome Gemeinschaft: Valencia
Provinz: Alicante
Comarca: Marina Alta
Koordinaten 38° 50′ N, 0° 6′ O38.8405555555560.1055555555555622Koordinaten: 38° 50′ N, 0° 6′ O
Höhe: 22 msnm
Fläche: 66,2 km²
Einwohner: 44.450 (1. Jan. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 671,45 Einw./km²
Postleitzahl: E-03700
Gemeindenummer (INE): 03063 Vorlage:Infobox Gemeinde in Spanien/Wartung/cod_ine
Verwaltung
Bürgermeister: Ana Maria Kringe Sánchez (PP)
Webpräsenz der Gemeinde
Lage der Gemeinde
Localització de Dénia respecte del País Valencià.png

Dénia (auf Katalanisch und offiziell Dénia, inoffiziell spanisch Denia) ist eine Stadt an der Ostküste Spaniens. Sie liegt zwischen Alicante und Valencia im Norden der Costa Blanca.

Nach einer bewegten Geschichte als römischer Flottenstützpunkt mit dem Namen Dianium, Sitz eines maurischen Taifa-Königreiches und einer spanischen Markgrafschaft ist Dénia heute Hauptstadt der comarca Marina Alta und als beliebtes Urlaubsziel stark durch den Tourismus geprägt.

Geschichte[Bearbeiten]

Ab dem 1. Jahrhundert v. Chr. ist die römische Hafenstadt „Dianium“ nachweisbar; zunächst als Flottenstützpunkt, während der römischen Kaiserzeit als municipium. Nach der relativ kurzen Herrschaft der Westgoten im 6. und 7. Jahrhundert wurde Dénia im 8. Jahrhundert von den Mauren erobert.

Hauptartikel: Dénia (Taifa)

Während dieser arabischen Herrschaft erlebte die Stadt eine kulturelle und wirtschaftliche Hochzeit, in der sie im 11. Jahrhundert Hauptstadt des Taifa-Königreiches von Daniya unter dem Ṣaqlabī al-Muğāhid al-’Amirī wurde, der als Heerführer der Amiriden hier nach dem Zerfall des Kalifats von Córdoba König wurde. Nach seinem Tod wurde das Königreich, das auch die Balearen umfasste, von den Banū Hūd erobert.

Im Jahr 1244 wurde Dénia durch die Reconquista von König Jakob I. von Aragón zurückerobert und zur Grafschaft, später zur Markgrafschaft erhoben. Francisco Gómez de Sandoval y Rojas, 5. Markgraf von Dénia, Graf von Lerma und Premierminister des spanischen Königs Philipp III. erreichte schließlich die Ernennung Dénias zur Stadt.

Infolge des Spanischen Erbfolgekrieges und der Napoleonischen Kriege verlor Dénia ab dem 18. Jahrhundert an Bedeutung.

Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Stadt Zufluchtsort für zahlreiche NS-Verbrecher. So lebte Johannes Bernhardt, ehemaliger Mitarbeiter der NSDAP-Auslandsorganisation, bis zu seiner Flucht nach Südamerika im Jahr 1953 unbehelligt in der Finca „El Tosalet“ in Dénia. Bis zu ihrem Tod lebten u.a. Anton Galler, Kommandant der 16. SS Panzerdivision, der SS-Sturmbannführer Gerhard Bremer, der SS-Offizier Otto Skorzeny (befreite 1943 Mussolini in den Abruzzen) sowie der SS-Arzt Aribert Heim in Dénia.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Burg von Dénia

Museen[Bearbeiten]

  • Archäologisches Museum. Das Archäologische Museum gibt einen Überblick über die Geschichte der Stadt – von seinen iberischen Anfängen bis zum 16. Jahrhundert. Es befindet sich in Castillo de Dénia.
  • Ethnologisches Museum. Das Ethnologische Museum widmet sich vor allem dem 19. Jahrhundert.
  • Spielzeugmuseum. Das Spielzeugmuseum zeigt die Industrie des Spielzeugbaus Dénias seit dem Jahr 1904 bis ins Jahr 1960.
  • Centro de arte „La Estacion“. Dabei handelt es sich um ein Kunstzentrum, das temporäre Ausstellungen zeigt.

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Die Burg wurde im 11. und 12. Jahrhundert von den Mauren über einer früheren römischen Anlage erbaut und in den folgenden Jahrhunderten beständig aus- und umgebaut. Im spanischen Erbfolgekrieg wurde die Anlage teilweise zerstört. Die Garnison, die in der Burg untergebracht war, wurde im Jahre 1859 aufgelöst. Heute beherbergt die Burg das Archäologische Museum Dénias.
  • Kirche Mariä Himmelfahrt (Iglesia de la Asunción), ein Barockbau aus dem 18. Jahrhundert.
  • Kirche des Hl. Antonius (Iglesia de San Antonio) aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts.
Panoramaansicht der Burg von Dénia. Links Richtung Hafen, rechts hinten die Altstadt.

Natur und Freizeit[Bearbeiten]

Touristen schätzen den 20 km langen Sandstrand, der auf Höhe des Stadtteiles Las Rotas in Fels- und Steinküste übergeht. Für Wanderer eignet sich das Naturschutzgebiet Montgó, benannt nach dem gleichnamigen Hausberg Dénias, einem typischen Schichtberg, der einsam in den Himmel ragt und im Cabo de San Antonio ausläuft. Im Umkreis der Stadt finden sich römische, maurische und spanische Ruinen sowie in der sehenswerten Nachbarstadt Javea, das Cabo de la Nao, von dem sich bei klarem Wetter ein Ausblick auf Ibiza bietet.

Bezüglich der Strände wurde ein System des sauberen Umgangs mit der Natur eingeführt. Diese Strände sind mit den Zertifikaten ISO 14001 (gestión medioambiental) und ISO 9001-2000 (gestión de la calidad) ausgestattet.[2] Es gibt zwei Zonen von Stränden. Las Marinas und Las Rotas.

Unter den vielen Stränden gibt es manche, die hervorgehoben werden müssen:

  • Die Zona Marinas verfügt über sehr Sandreiche Strände: Les Deveses, L'Almadraba, Els Molins, Les Bovetes, Les Marines, Albaranes und Punta del Raset.
  • Die Zona de las Rotas ist durch seine zahlreichen Buchten (der Großteil davon mit Steinen) und durch seine lange Küstenlinie charakterisiert: Marineta Cassiana, El Trampolí, La Punta Negra, Les Arenetes, La Cala.


Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Blick von Dénia Las Rotas auf das Stadtzentrum

Wirtschaft[Bearbeiten]

Die Herstellung von Rosinen brachte Dénia im 19. Jahrhundert eine wirtschaftliche Blütezeit - in den Jahren von 1860 bis 1900 verdoppelte sich die Bevölkerung annähernd von 6.538 auf 12.413 Einwohner und es entstand ein wohlhabendes Bürgertum. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts geriet der Rosinenhandel jedoch in eine Krise, als Folge wurde in Dénia verstärkt auf den Anbau von Zitrusfrüchten sowie, bis in die 1960er Jahre, auf die Produktion von Blechspielzeug gesetzt. Mit der rasanten Entwicklung des Tourismus ab der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts gerieten alle anderen Wirtschaftszweige mehr und mehr in den Hintergrund, inzwischen ist der Tourismus der dominierende Wirtschaftsfaktor der Stadt, gefolgt von Dienstleistungen in der nationalen, internationalen und mehrsprachigen Verwaltung und Vermittlung von Grundbesitz. Die Abfallbeseitigung und Mülltrennung erfolgt schon großflächig über ein zukunftsweisendes unterirdisches System.

Tourismus[Bearbeiten]

Dénia ist heute ein beliebtes Urlaubsziel in Spanien. Die meisten Touristen kommen aus Spanien, gefolgt von Franzosen, Belgiern, Deutschen und Engländern. In den letzten Jahren haben sich aus diesen Ländern auch zahlreiche Menschen in Dénia und im Umkreis der Stadt (vor allem im Ort Els Poblets) komplett niedergelassen oder besitzen dort ein Ferienhaus. Die Grundstückspreise in der Region liegen daher auf höheren Niveau. Trotz der Finanz- und Wirtschaftskrise in Spanien ist Denia auch dank der Stadtregierung durch die Bürgermeisterin Ana Kringe und ihrer Administration sehr stabil.

Das bekannteste Touristenspektakel ist das alljährlich stattfindende Stierkampf-Ereignis Bous a la Mar.

Infrastruktur[Bearbeiten]

Dénia ist per Autobahn AP 7 an die beiden Flughäfen Alicante und Valencia angebunden. Von Denia aus verkehren Fähren des Unternehmens Balearia zu den balearischen Inseln Ibiza und Mallorca. Die Bahnlinie L9 der FGV verbindet Dénia mit Alicante.

Gastronomie[Bearbeiten]

Die typische Küche der Region besteht aus Reis, Fisch, Meeresfrüchte und besonders die für Denia bekannte gekochte, rote Garnele. Der Meeresschmortopf, Torten, Spinat, Aioli (kalte Creme aus Knoblauch und Olivenöl), Llandeta (Fischgericht mit Kartoffeln), Säfte, Garnelen mit Mangold stellen weitere typische Gerichte dar. Most aus Traubensaft und Rosinen sind dabei die Basis einer einzigartigen Küche.

Feste[Bearbeiten]

Im August wird das typische Fest „Moros y Cristianos“ zu Ehren des San Roque (13. Bis 16. August) gefeiert. Es werden Märsche und Flaggenzüge veranstaltet. Ein Höhepunkt der viertägigen Veranstaltung ist der Galaumzug, während dem Mauren und Christen ihre traditionellen Kleider zeigen. [3] Weitere Feste sind:

  • Fiestas de San Agustín en Las Rotas: Fest zu Ehren des San Agustín Ende August bzw. Anfang September.
  • Feria de todos los Santos (Ende Oktober bis Anfang November): in Torrecremada. Festival mit verschiedenen Aktionen wie Pferdereiten.
  • Romería a la ermita de Santa Lucía (13. Dezember). Fest, das seinen Höhepunkt in der Kapelle der Santa Lucía mit einem typischen markt Porrat nimmt.


Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Galerie[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Dénia – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Cifras oficiales de población resultantes de la revisión del Padrón municipal a 1 de enero de 2013. Bevölkerungsstatistiken des Instituto Nacional de Estadística (Bevölkerungsfortschreibung).
  2. Costa Info: Die Strände von Dénia Abgerufen am 29 August 2014.
  3. Denia Info: San Roque und Moros y Cristianos Abgerufen am 29 August 2014.