Dönhoff

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Dieser Artikel behandelt das westfälische Adelsgeschlecht. Zur deutschen Frauenrechtlerin und Politikerin siehe Martha Dönhoff.
Wappen derer von Dönhoff
Schloss Friedrichstein, Familiensitz von 1666 bis 1945

Dönhoff (polnisch Denhoff) ist der Name eines alten westfälischen Adelsgeschlechts aus der Grafschaft Mark, das sich über das Baltikum nach Polen und Preußen ausgebreitet hat.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ursprung der Dönhoff ist in Heven auf dem Dönhof zu suchen, von wo sich die Familie nach Wengern begab (Haus Dönhoff). Erstmals urkundlich genannt werden 1282 die Brüder Heinrich von Dunehof und Herbordus de Dunehoue genannt Kebbe.[1] Die Stammreihe des Geschlechts beginnt mit Johann von Dönhoff auf Wengern, urkundlich genannt 1440–1486, dessen Sohn Hermann von Dönhof 1478 in Livland belehnt wurde. Im Jahr 1410 erwirbt Godecke Dönhoff († vor 1444) das Gut Allo in Estland. Sein Haus stirbt im 16. Jahrhundert aus, Allo fällt 1523 an die von Rosen. Heven kam durch Heirat 1463 an Tidemann von Unna, auch das Haus Wengern erlosch 1540 mit Dietrich von Dönhoff, es fiel an Gerhard von Dönhoff († 1574) von dem alle späteren Angehörigen abstammen.

Gegen Ende des 16. Jahrhunderts begann der Aufstieg der Familie zu einer bedeutenden Magnatenfamilie in Polen-Litauen. 1633 folgte die Erhebung des gesamten Geschlechts durch den Kaiser in den Reichsgrafenstand, eine Linie der Denhoffs wurde 1637 durch Kaiser Ferdinand III. zusätzlich in den Reichsfürstenstand erhoben. Begründet wurde die materielle und politische Macht der Denhoffs durch Reichsfürst Kaspar Dönhoff (1587–1645). Er ließ die barocken Residenzen in Ujazd[2] und Kruszynie[3] bei Radom sowie die Grabkapelle der Familie auf dem Gelände Jasna Góra, dem größten Marienheiligtum Mittel- und Osteuropas und bedeutendsten polnischen Nationalheiligtum, errichten. Die fünf polnischen, einschließlich der livländischen und kurländischen Häuser sind in den Jahren 1725–1791 erloschen.[4]

Ein weiterer, dem reformierten Glauben angehörender, Zweig dieser Familie wurde um 1640 in Ostpreußen ansässig und war von 1666 bis 1945 im Besitz von Schloss Friedrichstein (heute russisch: Kamenka) bei Löwenhagen (Komsomolsk), 20 Kilometer östlich von Königsberg (Kaliningrad). Aus diesem Zweig entspringt auch das Haus Dönhoffstädt, so genannt nach dem durch Bogislaw Friedrich von Dönhoff (1699–1742) in den Jahren 1710–1716 errichteten Barockschloss[5] bei Groß Wolfsdorf[6], das bis 1816 in Familienbesitz war. Die Dönhoff zu Dönhoffstädt sind im Jahre 1879 erloschen, ebenso wie die weiteren drei Häuser Beynuhnen (1888), Freiherren von Krafft (1962) und Rützenhagen (1945) welche sich vom Zweig Friedrichstein ableiten.

Der Dönhoffschen Familienstiftung Quittainen bei Preußisch Holland stand der jeweilige Fideikommissherr von Friedrichstein vor.

Ausschließlich die Nachfahren Augusts von Dönhoff (1797–1874) zu Friedrichstein, denen auch die Hatzfeld-Dönhoffs angehören, sind bis zum heutigen Tage vertreten. Die Publizistin Marion Gräfin Dönhoff (1909–2002), eine Tochter von August von Dönhoff (1845–1920), und die beiden Schriftsteller Tatjana Gräfin Dönhoff (* 1959) und Friedrich Graf Dönhoff (* 1967) gehören zu diesem Haus.

Das Wappen der Dönhoffs

Wappen[Bearbeiten]

Das Stammwappen zeigt in Silber einen rot bezungten schwarzen Eberkopf (Keilerkopf) mit emporstehenden Borsten. Auf dem Helm mit schwarz-silbernen Decken ein wachsender rot bezungter schwarzer Keiler, von zwei gekreuzten goldenen Lanzen am Hals durchbohrt.[7]

Namensträger[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Dönhoff family – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Denhoff family – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Westfäl. Urkundenbuch, Bd. VII, Nr 1803
  2. (Abbildung und Kurzbeschreibung; polnisch)
  3. Baugeschichte der Magnaten in Kruszyn (polnisch) (MS Word; 1,4 MB)
  4. vergl.: Dynastic Genealogy oder Denhoffowie
  5. Dönhoffstädt (PDF; 256 kB)
  6. Manfred Höhne: Der Kreis Rastenburg. Wolfsdorf (Groß Wolfsdorf mit Dönhoffstädt)
  7. Genealogisches Handbuch des Adels, Adelslexikon Band II, Limburg (Lahn) 1974