Dörrenbach

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Dieser Artikel beschreibt die Ortsgemeinde Dörrenbach in Rheinland-Pfalz. Für andere Bedeutungen siehe Dörrenbach (Begriffsklärung)
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Dörrenbach
Dörrenbach
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Dörrenbach hervorgehoben
49.0908333333337.9605555555556295Koordinaten: 49° 5′ N, 7° 58′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Südliche Weinstraße
Verbandsgemeinde: Bad Bergzabern
Höhe: 295 m ü. NHN
Fläche: 10,14 km²
Einwohner: 917 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 90 Einwohner je km²
Postleitzahl: 76889
Vorwahl: 06343
Kfz-Kennzeichen: SÜW
Gemeindeschlüssel: 07 3 37 019
Adresse der Verbandsverwaltung: Königstraße 61
76887 Bad Bergzabern
Webpräsenz: www.doerrenbach.de
Ortsbürgermeister: Reinhard Pelz (SPD)
Lage der Ortsgemeinde Dörrenbach im Landkreis Südliche Weinstraße
Kirrweiler (Pfalz) Kirrweiler (Pfalz) Kirrweiler (Pfalz) Maikammer Sankt Martin (Pfalz) Herxheim bei Landau/Pfalz Herxheimweyher Rohrbach (Pfalz) Insheim Bornheim (Pfalz) Essingen (Pfalz) Hochstadt (Pfalz) Offenbach an der Queich Billigheim-Ingenheim Birkweiler Birkweiler Böchingen Böchingen Böchingen Eschbach (Pfalz) Frankweiler Frankweiler Göcklingen Heuchelheim-Klingen Ilbesheim bei Landau in der Pfalz Ilbesheim bei Landau in der Pfalz Impflingen Knöringen Leinsweiler Ranschbach Siebeldingen Siebeldingen Walsheim Walsheim Walsheim Bad Bergzabern Barbelroth Birkenhördt Böllenborn Dierbach Dörrenbach Gleiszellen-Gleishorbach Hergersweiler Kapellen-Drusweiler Kapsweyer Klingenmünster Niederhorbach Niederotterbach Oberhausen (bei Bad Bergzabern) Oberotterbach Oberschlettenbach Pleisweiler-Oberhofen Schweigen-Rechtenbach Schweighofen Steinfeld (Pfalz) Vorderweidenthal Albersweiler Albersweiler Annweiler am Trifels Annweiler am Trifels Dernbach (Pfalz) Eußerthal Gossersweiler-Stein Münchweiler am Klingbach Ramberg (Pfalz) Rinnthal Silz (Pfalz) Völkersweiler Waldhambach (Pfalz) Waldrohrbach Wernersberg Altdorf (Pfalz) Altdorf (Pfalz) Altdorf (Pfalz) Böbingen (Pfalz) Böbingen (Pfalz) Böbingen (Pfalz) Burrweiler Burrweiler Edenkoben Edenkoben Edesheim Edesheim Edesheim Edesheim Flemlingen Flemlingen Flemlingen Freimersheim (Pfalz) Gleisweiler Gleisweiler Gommersheim Gommersheim Gommersheim Großfischlingen Hainfeld (Pfalz) Hainfeld (Pfalz) Hainfeld (Pfalz) Kleinfischlingen Rhodt unter Rietburg Rhodt unter Rietburg Roschbach Roschbach Venningen Venningen Venningen Weyher in der Pfalz Weyher in der Pfalz Landau in der Pfalz Landau in der Pfalz Landau in der Pfalz Landkreis Germersheim Rhein-Pfalz-Kreis Landkreis Bad Dürkheim Neustadt an der Weinstraße Landkreis Bad Dürkheim Landkreis Kaiserslautern Landkreis Südwestpfalz FrankreichKarte
Über dieses Bild
Das Renaissance-Rathaus
Die St. Martinskirche mit der Friedhofsbefestigung
Fresken im Chor der St. Martinskirche
Die Kolmerberg-Kapelle

Dörrenbach (pfälz. Derrebach) ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Südliche Weinstraße in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Bad Bergzabern an.

Geographie[Bearbeiten]

Dörrenbach, das „Dornröschen der Pfalz“ genannt, ist ein staatlich anerkannter Erholungsort und liegt am östlichen Rand des Biosphärenreservats Pfälzerwald vor dem Abfall zur Oberrheinebene auf einer Höhe von 295 m ü. NN in einem Tal ohne Durchgangsverkehr. Nahe am Ort vorbei führt die Deutsche Weinstraße.

Zu Dörrenbach gehören auch die Wohnplätze Am Springberg, Heyhof und Kirschbüschelhof.[2]

Markante Erhebungen auf Gemarkung der Gemeinde sind unter anderem der Stäffelsberg (481 m), der Kohlbrunnberg (468 m), die Hintere Spehrenhöhe (330 m) und der Krönungsbusch (326 m). Nachbargemeinden sind - im Uhrzeigersinn - Bad Bergzabern, Kapellen-Drusweiler, Oberotterbach, Böllenborn und Birkenhördt.

Geschichte[Bearbeiten]

Erstmals 992 wird das Dorf als Turrenbach in einer Schenkungsurkunde erwähnt, gemäß derer es von Kaiser Otto III. zusammen mit den Gütern von Oberotterbach und Niederotterbach am 11. März dem Kloster Seltz im Elsass übergeben wurde. Der Name, der eine Stelle an einem ausgetrockneten Bach bedeutet, wurde später zu Dorrenbach, Thurrenbach, Derrenbach und seit dem 19. Jahrhundert wie in der Gegenwart Dörrenbach.

Anfang des 12. Jahrhunderts bis Ende des 13. Jahrhunderts war Dörrenbach Teil der Herrschaft Guttenberg und damit Staufisches Reichsgut. Die Grafen von Leiningen waren zunächst die alleinigen Lehnsherren des Reichsguts Guttenburg und damit auch die Herren von Dörrenbach, ab 1379 bis 1463 aber nur noch zu drei Vierteln und die Kurpfalz zu einem Viertel. Seit 1463 gehörte der Ort zu Pfalz-Zweibrücken, dem 1410 bereits der kurpfälzische Anteil zugefallen war. Nach der Zerstörung der Burg im Bauernkrieg 1525 wurde der Amtssitz Guttenberg in das Minfelder Schloss und das Hochgericht in den befestigten Kirchhof in Dörrenbach verlegt.

Ab 1680 war Frankreich der Souverän über Pfalz-Zweibrücken mit dem Guttenburger Land und damit auch über Dörrenbach. 1789 besetzten französische Revolutionstruppen den Ort, der mit dem Frieden von Luneville 1801 Frankreich einverleibt wurde.

Nach den Befreiungskriegen kam das Dorf mit dem Wiener Kongress ab 1816 bis 1946 zum Königreich Bayern. Im Zweiten Weltkrieg litt das Dorf unter wiederholten Räumungen und Beschuss durch Artilleriefeuer. Dörrenbach gehört seit 1946 dem neu gebildeten Rheinland-Pfalz an. 1970 wurde Dörrenbach staatlich anerkannter Erholungsort.

Religion[Bearbeiten]

2011 waren 47,5 Prozent der Einwohner evangelisch und 34,9 Prozent katholisch. Die übrigen gehörten einer anderen Religion an oder waren konfessionslos.[3]

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Dörrenbach besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[4]

Wahl SPD CDU WGR Gesamt
2014 7 2 3 12 Sitze
2009 5 3 4 12 Sitze
2004 7 5 12 Sitze

Wappen[Bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: „Geteilt und oben gespalten, belegt mit einem silbernen Herzschild, darin ein rotbewehrter und -bezungter, goldbekrönter blauer Löwe, oben rechts in Schwarz ein rotbewehrter, -bezungter und -bekrönter goldener Löwe, oben links von Silber und Blau gerautet, unten in Silber ein grüner Kastanienbaum“.

Es wurde 1937 vom bayerischen Reichsstatthalter genehmigt und geht zurück auf ein Gerichtssiegel aus dem Jahr 1589.[5]

Kultur[Bearbeiten]

  • Seit dem 20.September 2008 verfügt Dörrenbach über ein am Ortseingang gelegenes Freilichttheater. Hauptnutzer ist der Schauspielverein „Dörrenbacher Eselsbühne e.V.“ Aber auch zahlreiche Gäste treten hier auf.
  • Eine lange Tradition hat der Männergesangsverein Dörrenbach, dessen Wappen auf 1868 weist.
  • Seit der 1000-Jahr-Feier 1992 wird in Dörrenbach jeweils auf einem großen Fest im Sommer eine junge Dame aus dem Ort zum Dornröschen gekürt. Das Dornröschen repräsentiert dann für zwei Jahre den Ort passend zur Ortsbezeichnung „Dornröschen der Pfalz“.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Das Renaissance-Rathaus von 1590/1591 gehört zu den schönsten Bauwerken der Pfalz.[6] Das Erdgeschoss besteht aus Quadermauerwerk mit rundbogigen Fenstern und einer rundbogigen Einfahrt und war früher eine einräumige Halle. Darüber erhebt sich an der Ostseite ein dreigeschossiger Fachwerkgiebel mit zahlreichen Schnitzereien, der von einem kleinen Walmansatz des Daches abgeschlossen wird.
  • Die Kirche St. Martin ist eine Wehrkirche. Nach einem hölzernen Vorgängerbau stammen heute ihre ältesten Teile aus der Zeit um 1300. Die Wehrhaftigkeit äußert sich in den bis zu zwei Meter starken Mauern und der Befestigung des Friedhofgeländes. Die Kirche wurde um 1510 erweitert, wiederholt zerstört und wieder aufgebaut. Über dem Chorraum sieht man das frühgotische Kreuzrippengewölbe aus der Entstehungszeit der Kirche. Ausgeschmückt ist der Chorraum mit Gemälden aus dem 14./15. Jahrhundert. Besonders erwähnenswert ist die Vesperglocke. Sie hat als einzige alle Kriege überdauert und ist nach einer Begutachtung während der Erneuerung des Geläutes nach Kriegsende geschätzte 750 Jahre alt, demnach eine der ältesten Glocken der Pfalz. Der Sage nach soll sie schon zu Kaiser Rotbarts Tod geläutet haben. Seit der Verfügung des französischen Intendanten vom 21. Dezember 1684 ist St. Martin eine Simultankirche, dient also beiden Konfessionen.
  • Die Wallfahrtskapelle „Unsere Liebe Frau vom Kolmerberg“ ist 100 Meter höher als der Ort im Walde gelegen. Sie zählt zu den bekanntesten und beliebtesten Wallfahrtskirchen der südlichen Pfalz. Erste Urkunden der Kapelle datieren auf das Jahr 1470. Im Laufe ihrer Geschichte wurde sie mehrmals zerstört und wieder aufgebaut, in ihrer heutigen Form zwischen 1804 und 1815 durch den Einsiedler Martin Schaaf. 1973–1975 wurde die Kapelle renoviert. Die ehemalige Einsiedlerwohnung dient nun als Übernachtungsmöglichkeit für Jugendgruppen. Das Ziel der Wallfahrer war und ist noch immer das aus dem 15. Jahrhundert stammende Mutter-Gottes-Gnadenbild.
  • Der 1964 errichtete, 24 Meter hohe Aussichtsturm auf dem Stäffelsberg (481 m) westlich des Ortes bietet einen weiten Blick über den Pfälzerwald und die Oberrheinebene bis zum Odenwald und dem Schwarzwald. Sein Vorgänger von 1887 war nach dem Zweiten Weltkrieg gesprengt worden.

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Dörrenbach

Verkehr[Bearbeiten]

Dörrenbach ist über die Buslinie 543, welche die beiden Bahnhöfen Bad Bergzabern und Wissembourg miteinander verbindet, an das Nahverkehrsnetz angeschlossen. Zur Bedienung des Ortes wird dabei eine Stichfahrt unternommen.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Dörrenbach – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile, Seite 101 (PDF; 2,2 MB)
  3. Gemeindestatistik, Stand: 31. Dezember 2011
  4. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  5. Karl Heinz Debus: Das große Wappenbuch der Pfalz. Neustadt an der Weinstraße 1988, ISBN 3-9801574-2-3
  6. Das Rathaus von Dörrenbach aus Die schönsten Rathäuser der Pfalz