Dümmer
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| Dümmer | |||||||||||
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| Blick über den Dümmer | |||||||||||
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| Daten | |||||||||||
| Koordinaten | 52° 30′ 0″ N, 8° 20′ 0″ OKoordinaten: 52° 30′ 0″ N, 8° 20′ 0″ O | ||||||||||
| Fläche | 13,5 km² | ||||||||||
| Maximale Tiefe | 1,50 m (2,00 m In den Häfen) | ||||||||||
| Mittlere Tiefe | 1,00 m | ||||||||||
| Besonderheiten | fischreich; Funde von Resten jungsteinzeitlicher Siedlung |
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| Lage des Dümmers und Verlauf der Hunte | |||||||||||
Der Dümmer, gelegentlich auch Dümmersee genannt, ist ein See im Westteil des Norddeutschen Tieflands in Niedersachsen (Deutschland) und wird von der Hunte durchflossen, einem Nebenfluss der Weser.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geografie
Die Hunte verlässt den See in mehreren Armen, deren größter nicht der „Hunte“, sondern der Lohne genannte Arm ist. Weitere Arme sind die Grawiede und – künstlich – Wätering, Dorflohne, Schoddenlohne und Omptedakanal. Erst 13 km nördlich des Sees und 3 km nördlich von Diepholz sind alle Huntearme wieder vereint.
Die Wasserfläche des Sees gehört vollständig zum Landkreis Diepholz, aber an seinem Westufer reicht der Landkreis Vechta bis ins Deichvorland. Bei Dümmerlohausen ist die Kreisgrenze nur wenige Meter von der Uferlinie entfernt. Im Südwesten neben der Hunte-Einmündung recht ein Zipfel des Landkreises Osnabrück bis einen halben Kilometer vor dem See. Während das Kreis Diepholz seit 1585 (Grafschaft Diepholz) bzw. 1582 (Grafschaft Hoya) zu Hannover gehört, war das Gebiet des Kreises Vechta jahrhundertelang Territorialbesitz des Bistums Münster und kam erst mit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 zu Oldenburg. Daher wird es zum Oldenburgischen Münsterland gerechnet.
Obwohl das Westufer des Sees noch flacher ist als das Ostufer, beginnt anderthalb Kilometer westlich der Anstieg der bis zu 145 m hohen Dammer Berge, an deren rand auch das 10 km entfernte Damme liegt, Stadt seit 1982.
Etwa drei Viertel der Uferzone des Sees steht unter Naturschutz. Er liegt im im knapp 500 km² großen Naturpark Dümmer, in dem er neben den Dammer Bergen und dem Stemweder Berg das zentrale Landschaftselement ist.
[Bearbeiten] Allgemeines
Nach dem Steinhuder Meer ist der etwa 12.000 Jahre alte Dümmer der zweitgrößte See in Niedersachsen. Der fischreiche See, der daher auch Brut- und Rastplatz für tausende Vögel ist, weist eine vielfältige Flora und Fauna auf. Der Wasserkörper wird von der Hunte durchflossen. Um den See herum befinden sich Nieder- und Hochmoore. Südwestlich des Sees wurden Teile dieser Moore seit dem Jahr 2000 renaturiert. An den Ufern des Dümmer wurden Reste jungsteinzeitlicher Siedlungen gefunden.
Der Dümmer bietet mit seiner Wasserfläche von rund 13,5 km² - die Fläche innerhalb des Ringdeiches einschließlich der Verlandungszonen beträgt 16 km² - und einer maximalen Wassertiefe von nur 1,50 m günstige Bade- und Wassersportmöglichkeiten. Der Flachsee ist von Nord nach Süd maximal 5 km lang und von West nach Ost maximal 3,4 km breit.
Obwohl der See, der in der 300 km² großen Dümmerniederung liegt, durchschnittlich nur etwa einen Meter tief ist, sorgen recht wasserreiche Quellen und auch die Hunte dafür, dass sein Wasserstand relativ konstant ist. Früher sorgten diese Zuflüsse in Verbindung mit starkem Niederschlag regelmäßig für Überschwemmungen, so dass man in den 1940er-Jahren damit begann, den See weiträumig einzudeichen. Folge war, dass sich durch die ausbleibenden jährlichen Überschwemmungen immer größere Algenbestände im See bildeten und somit den meisten anderen Lebewesen den Sauerstoff entzogen. Der niedrige Wasserstand rührt durch starke Verschlammung her, ebenfalls eine Folge der Eindeichung. Mit der Hilfe von einigen Schleusen wurde es möglich, diese Hochwassereinbrüche künstlich zu steuern, ohne dabei stark in die Natur einzugreifen. Dennoch leidet der Dümmer an starkem Nährstoffeintrag durch intensive Landwirtschaft.
Der Dümmer hat eine ähnliche Entstehungsgeschichte wie das Steinhuder Meer: Bisher hat man angenommen, dass der Dümmer eine Deflationswanne sei. Die umliegenden Sande (Dünen) reichen jedoch nicht aus, um die Genese als Deflationsmulde zu deuten. Man nimmt heute an, dass das Seebecken des Dümmer durch das Entstehen von Eislinsen während der Weichsel-Eiszeit geformt wurde. Die Vergletscherung dieser letzten Eiszeit reichte zwar nicht bis in diese Region, jedoch war die Landschaft periglazial geprägt, also als Kältesteppe ausgebildet. Zu dieser Eislinsen-Theorie ist man durch Untersuchungen des periglazialen Raumes in Kanada gelangt. Dieses Phänomen darf aber nicht mit den sogenannten Pingos verwechselt werden.
[Bearbeiten] Segel- und Surfsport
Der Dümmer ist zu einem beliebten Ziel für Segler und Surfer geworden. An dem See sind die aktiv gesegelten Regatta-Klassen der Pirat (Bootsklasse), das P-Boot und die Europe (Bootsklasse). Der "SCC" (Segler-Club Clarholz) ist einer der größten Segelclubs am Dümmer. Er war schon häufig Ausrichter der Internationalen Deutschen Jugend Meisterschaften (IDJM) im 420er, P-Boot (2002) und im Pirat, 2005 sogar Ausrichter der Internationalen Deutschen Meisterschaften (IDM) im Pirat. Weitere große und als Ausrichter von Regatten aktive Verein sind der SVH (Seglervereinigung Hüde), der SCD (Segler Club Dümmer) und der BSC (Bielefelder Segler Club). Im Sommer 2006 war der SCLS (SeglerClub Lembruch Schodenhof) Ausrichter der ersten Weltmeisterschaft am Dümmer für die FJ-Klasse.
Um die Ausrichtung der Regatten und den dafür notwendigen Sicherheitsdienst zu gewährleisten und als Interessenvertretung der Vereine am Dümmer, wurde die Wettfahrtgemeinschaft Dümmer See gegründet.
Seit vielen Jahren haben auch die Windsurfer einen eingetragenenen Verein. Der WSCD - Windsurfclub Dümmersee, als Vereinigung der vielen Windsurfer aus der Dümmerregion, steht für eine Verbesserung der Infrastruktur für die Surfer und viele Veranstaltungen die den Surfsport am Dümmer unterstützen.
[Bearbeiten] Literatur
- Andreas J. Helbig, Jürgen Ludwig und Heinrich Belting: Die Vögel des Dümmer-Gebietes. Avifauna eines norddeutschen Flachsees und seiner Umgebung (Naturschutz und Landschaftspflege in Niedersachsen 21). Hannover 1990
- Ulrike Klugmann und Ingeborg Villwock: Dümmer und Wiehengebirge (Naturmagazin "Draußen", Heft 35). Hamburg 1984
- Walter Sanden-Guja: Der große Binsensee. 2., erweiterte Auflage, Stuttgart 1960
- Arno Schmidt: Seelandschaft mit Pocahontas. Frankfurt 2003
- Klaus Seehafer: Der Dümmer See in Farbe. Ein Reiseführer für Naturfreunde. Stuttgart 1980

