Düngenheim

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Düngenheim
Düngenheim
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Düngenheim hervorgehoben
50.2586111111117.1694444444444430Koordinaten: 50° 16′ N, 7° 10′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Cochem-Zell
Verbandsgemeinde: Kaisersesch
Höhe: 430 m ü. NHN
Fläche: 9,31 km²
Einwohner: 1307 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 140 Einwohner je km²
Postleitzahl: 56761
Vorwahl: 02653
Kfz-Kennzeichen: COC, ZEL
Gemeindeschlüssel: 07 1 35 023
Adresse der Verbandsverwaltung: Bahnhofstraße 47
56759 Kaisersesch
Webpräsenz: www.duengenheim.de
Ortsbürgermeister: Manfred Bons
Lage der Ortsgemeinde Düngenheim im Landkreis Cochem-Zell
Kalenborn (bei Kaisersesch) Eppenberg (Eifel) Laubach (Eifel) Leienkaul Müllenbach (bei Mayen) Hauroth Urmersbach Masburg Düngenheim Kaisersesch Landkern Illerich Eulgem Hambuch Gamlen Zettingen Kaifenheim Brachtendorf Ulmen (Eifel) Alflen Auderath Filz (Eifel) Wollmerath Schmitt Büchel (Eifel) Wagenhausen (Eifel) Gillenbeuren Gevenich Weiler (bei Ulmen) Lutzerath Bad Bertrich Urschmitt Kliding Beuren (Eifel) Moselkern Müden (Mosel) Treis-Karden Lütz Lieg Roes Möntenich Forst (Eifel) Dünfus Brohl Binningen (Eifel) Wirfus Brieden Kail Pommern (Mosel) Briedel Altlay Peterswald-Löffelscheid Haserich Sosberg Forst (Hunsrück) Altstrimmig Reidenhausen Mittelstrimmig Blankenrath Panzweiler Walhausen Schauren (bei Blankenrath) Tellig Hesweiler Liesenich Moritzheim Grenderich Zell (Mosel) Neef Bullay Sankt Aldegund Alf (Mosel) Pünderich Greimersburg Klotten Faid Dohr Bremm Bruttig-Fankel Senheim Nehren (Mosel) Ediger-Eller Mesenich Valwig Ernst (Mosel) Beilstein (Mosel) Ellenz-Poltersdorf Briedern Cochem Landkreis Vulkaneifel Landkreis Bernkastel-Wittlich Landkreis Mayen-Koblenz Rhein-Hunsrück-KreisKarte
Über dieses Bild
St. Simeon in Düngenheim

Düngenheim ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Cochem-Zell in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Kaisersesch an.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Düngenheim liegt am Rande des Landkreises Cochem-Zell. Der Ort erstreckt sich auf einer Länge von 1,4 Kilometer und ist einwohnermäßig die größte Ortsgemeinde in der Verbandsgemeinde Kaisersesch.

Zu Düngenheim gehören auch die Wohnplätze Kinderheim St. Martin, Lehnholz und Weierthalerhof.[2]

Klima[Bearbeiten]

Der Jahresniederschlag beträgt 729 mm. Die Niederschläge liegen im mittleren Drittel der in Deutschland erfassten Werte. An 47 % der Messstationen des Deutschen Wetterdienstes werden niedrigere Werte registriert. Der trockenste Monate ist der September, die meisten Niederschläge fallen im November. Im November fallen 1,4 mal mehr Niederschläge als im September. Die Niederschläge variieren nur minimal und sind extrem gleichmäßig übers Jahr verteilt. An nur 1 % der Messstationen werden niedrigere jahreszeitliche Schwankungen registriert.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ort wurde im Jahr 1097 als „Dunechinga“ erstmals urkundlich erwähnt. Spätere Erwähnungen waren „Dunichenheim“ (1140), „Thunechingin“ (1179) und „Dungingen“ (1475).[3]

Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts gehörte Düngenheim landesherrlich zu Kurtrier und war dem Amt Kaisersesch zugeordnet.[4] Die Grundherrschaft hatte das Kloster Stuben inne, bereits im Jahr 1179 wurde der Besitz des Klosters durch einen eingesetzten Vogt verwaltet. Laut einem Weistum aus dem Jahr 1521 übte das Kloster Stubben die Niedere Gerichtsbarkeit durch einen Schultheißen aus.[3]

Im Jahr 1794 hatten französische Revolutionstruppen das Linke Rheinufer annektiert, von 1798 bis 1814 gehörte Düngenheim (damals „Dingenheim“) zum Kanton Kaisersesch im Arrondissement Koblenz des Rhein-Mosel-Departements. Der Munizipalrat (Düngenheimer Gemeindevertreter in der Mairie Kaisersesch) war 1808 der Bürger Darscheid. Es gab einen Schullehrer im Ort.[5]

Aufgrund der Beschlüsse auf dem Wiener Kongress (1815) wurde die Region dem Königreich Preußen zugeordnet. Unter der preußischen Verwaltung kam die Gemeinde Düngenheim zur Bürgermeisterei Kaisersesch im Kreis Cochem, der zum neuen Regierungsbezirk Koblenz sowie von 1822 an zur Rheinprovinz gehörte.[6]

Seit 1946 ist die Gemeinde Düngenheim Teil des Landes Rheinland-Pfalz, seit 1968 gehört sie der Verbandsgemeinde Kaisersesch an und seit 1969 zum Landkreis Cochem-Zell.

Lange mit Düngenheim verbunden war der Schieferabbau in verschiedenen Gruben der Umgebung. Mitte des 20. Jahrhunderts wurde der Betrieb eingestellt. Etliche Männer leiden heute noch an den Folgen der harten Arbeit unter Tage. Die Eingänge der Schiefergruben wurde fest verschlossen und dienen nur noch Fledermäusen als Unterschlupf. Für Besucher der Gemeinde ist der Schieferabbau dennoch an den großen Schieferschuttplätzen erkennbar.

Statistik zur Einwohnerentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Düngenheim, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[7]

Jahr Einwohner
1815 487
1835 798
1871 781
1905 966
1939 978
Jahr Einwohner
1950 985
1961 960
1970 1.266
1987 1.145
2005 1.328

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Düngenheim besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden. Die 16 Sitze im Gemeinderat verteilen sich auf zwei Wählergruppen. Bei der vorhergehenden Wahl im Jahr 2004 fand eine Mehrheitswahl statt.[8]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Vereine[Bearbeiten]

Der Ort besitzt ein ausgeprägtes Vereinsleben mit vielen verschiedenen Vereinen und Zusammenschlüssen: Angelverein, Düngenheimer Carnevals Club (DCC), Möhnenverein, TuS Düngenheim, Tambourverein, Freiwillige Feuerwehr Düngenheim, Kirchenchor, Schürzenjägerfans, Eifelverein, Schäferhundverein und dem Junggesellenverein Düngenheim, der wohl auf die größte Tradition (125 Jahre) zurückblicken kann.

Der größte Verein im Ort ist der Turn und Sportverein (kurz TuS). Mehrere Abteilungen bilden ein komplexes Vereinsgefüge. Die breiteste Sparte ist die Abteilung Fußball. Momentan spielt die SG Düngenheim/Urmersbach/Masburg mit der I. Mannschaft in der Kreisliga A sowie mit der II. Mannschaft in der Kreisliga C. 6–17-jährige Jugendliche können in den verschiedenen Jugendmannschaften spielen. Neben der Abteilung Fußball gibt es seit 2008 eine Völkerballmannschaft, die als einziger Verein den Völkerballregionsbezirk Eifel-Mosel-Hunsrück überregional vertritt. Größter Triumph ist neben der Deutschen Meisterschaft 2009 die damit verbundene Qualifikation für die internationalen Völkerballvereins-Meisterschaften, die als Parallelveranstaltung zu den Olympischen Winterspielen alle 4 Jahre stattfinden.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Bildungs- und Pflegeheim[Bearbeiten]

In Düngenheim befindet sich das Bildungs- und Pflegeheim Sankt Martin. Hier werden behinderte Menschen von dort ansässigen Schwestern und Erziehern betreut und gepflegt. Einwohner mit leichten Behinderungen können in betreuten Wohngruppen eigenständig leben und einer Arbeit in Behindertenwerkstätten nachgehen. Das Kinderheim St. Martin ist einer der größten Arbeitgeber in der Verbandsgemeinde Kaisersesch. Es liegt am Rande des Waldgebiets Wettau.

Seniorendomizil Eifel[Bearbeiten]

In Düngenheim befindet sich seit 1996 das Seniorendomizil Eifel. Es werden viele verschiedene Aktivitäten wie Singkreise, Bastelarbeiten oder Tagesausflüge mit den Bewohnern unternommen. Auf individuelle Wünsche kann durch das ausgebildete Betreuungspersonal aktiv eingegangen werden. Das Seniorendomizil Eifel ist spezialisiert auf das Fachgebiet der künstlichen Beatmung. Im Juni 2010 wurde durch die BIVA die Urkunde für Lebensqualität im Altenheim verliehen und somit die Verbraucherfreundlichkeit der Einrichtung festgestellt.

Kindergärten und Schule[Bearbeiten]

Der Träger der Grundschule ist die St. Hildegardishaus GmbH. Im Jahr 2004 hat der Träger eine Genehmigung zur Einrichtung einer privaten Grundschule erhalten. Damit existiert in der Gemeinde Düngenheim seit 1977 wieder eine Grundschule.

Die Grundschule St. Martin Düngenheim ist eine zweizügige Bekenntnisschule mit mittlerweile sechs Klassen. Sie bietet eine integrative Beschulung für Kinder mit und ohne besonderen Förderbedarf an.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Stefan Gorges, Von Dunechinga bis Düngenheim 1097–1997

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Düngenheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile, Seite 21 (PDF; 2,3 MB)
  3. a b Elmar Rettinger: Historisches Ortslexikon Rheinland-Pfalz. Band 1: Ehemaliger Landkreis Cochem, Stuttgart: Franz Steiner Verlag, 1985. ISBN 3-515-04173-7, S. 66 (Google Books)
  4. Wilhelm Fabricius: Erläuterungen zum geschichtlichen Atlas der Rheinprovinz, 2. Band: Die Karte von 1789. Bonn 1898, S. 137.
  5. Handbuch für die Bewohner vom Rhein-Mosel-Departement, Koblenz: Prefektur-Buchdruckerey, 1808, S. 63 ff (www.dilibri.de)
  6. Topographisch-statistische Übersicht des Regierungs-Bezirks Coblenz, Coblenz: Hölscher, 1843, S. 37 (www.dilibri.de)
  7. [ http://www.infothek.statistik.rlp.de//neu/MeineHeimat/detailInfo.aspx?topic=4095&key=0713502023&id=3537&l=3&nv=t Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten]
  8. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2009, Stadt- und Gemeinderatswahlen