Dürnau (Landkreis Biberach)
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Baden-Württemberg | |
| Regierungsbezirk: | Tübingen | |
| Landkreis: | Biberach | |
| Höhe: | 597 m ü. NN | |
| Fläche: | 7,26 km² | |
| Einwohner: |
454 (31. Dez. 2011)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 63 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 88422 | |
| Vorwahl: | 07582 | |
| Kfz-Kennzeichen: | BC | |
| Gemeindeschlüssel: | 08 4 26 036 | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: |
Rathaus 88422 Dürnau |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Jürgen Köhler | |
| Lage der Gemeinde Dürnau im Landkreis Biberach | ||
Dürnau ist eine Gemeinde im Landkreis Biberach in Baden-Württemberg.
Inhaltsverzeichnis |
Geografie [Bearbeiten]
Die Gemeinde liegt vier Kilometer vom Federsee und der Stadt Bad Buchau entfernt in einer flachhügeligen Grundmoränenlandschaft und berührt das Federseeried.
Geschichte [Bearbeiten]
Vermutlich im Hochmittelalter als Ausbausiedlung gegründet, wurde der Ort 1171 erstmals als Dornon urkundlich erwähnt. Ortsadel ist 1171 und 1239 erwähnt, als die Herren von Dornon Ministerialen der Grafen von Veringen beziehungsweise der Grafen von Württemberg-Grüningen waren. Im 14. Jahrhundert war der Ort unter der Herrschaft der Grafen von Hornstein, die ihn 1387 an die Äbtissin des Stifts Buchau verkauften. Als Erbe kam der Ort so zum Stift Buchau. Im Dreißigjährigen Krieg starben viele dort ansässige Geschlechter - vor allem in der männlichen Linie - aus. So gab es bis zum Jahre 1700 einen starken Zustrom von Einwanderern aus der Schweiz. Dies ist noch in zwei Hofnamen erhalten: Zürchers und Schweizers Haus [2]. Mit der Säkularisation kam Dürnau wie das Stift 1803 an die Fürsten von Thurn und Taxis. Ab 1806 hatte das Königreich Württemberg die Staatshoheit und verwaltete Dürnau ab 1810 als Teil des Oberamts Riedlingen. 1938 kam der Ort zum Landkreis Saulgau, am 1. Januar 1973 zum Landkreis Biberach (siehe auch Burg Dürnau).
Einwohnerentwicklung [Bearbeiten]
- 1827: 307
- 1871: 371
- 1910: 375
- 1939: 294
- 1950: 343
- 1970: 311
- 2004: 459
- 2010: 510
Religionen [Bearbeiten]
Die Gemeinde ist Sitz der katholischen Pfarrei St. Johannes Baptist. Kirche und Pfarrei sind schon 1275 belegt. Ab 1313 gehörten sie dem Kloster Salem, ab 1353 den Kröwel von Ravensburg, ab 1390 dem Saulgauer Spital, das die Pfarrei 1430 angliederte. 1694 ging die Dürnauer Pfarrei als Pfand an das Stift Buchau und wurde von diesem 1745 endgültig übernommen. Heute gehört die Kirchengemeinde St. Johannes Baptist zum Dekanat Riedlingen der Diözese Rottenburg-Stuttgart.
Die evangelischen Christen gehören zur Kirchengemeinde Bad Buchau im Dekanat Riedlingen der Evangelischen Landeskirche in Württemberg.
Politik [Bearbeiten]
Von 1977 bis Januar 2007 war Karl Sontheimer Bürgermeister in Dürnau. Er ging Ende Januar 2007 in den Ruhestand und übergab sein Amt an Jürgen Köhler, der als sein Nachfolger gewählt worden war.
Wappen [Bearbeiten]
Die Gemeinde führte von 1968 bis 1992 folgendes Wappen:
- In Gold ein schwarzer Dornzweig wurde 1968 verliehen und bis 1992 von der Gemeinde geführt.
Seither führt sie folgendes Wappen:
- In gespaltenem Schild vorne in Rot ein goldener Zinnenturm, hinten in Silber ein blauer Wellenpfahl (Quelle: GABl 419/1993).
Kultur und Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
Bauwerke [Bearbeiten]
- Sehenswertes Ortsbild mit stattlichen Fachwerkhäusern aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts.
- Katholische Kirche St. Johannes Baptist, Anfang des 18. Jahrhunderts anstelle eines Vorgängerbaus errichtet
- Ehemaliger Pfarrhof aus dem frühen 18. Jahrhundert mit:
- Pfarrhaus, wohl vor 1725, mit zahlreichen barocken Stuckdecken
- Scheune, 1678 erbaut, 1851 verkleinert, 1979 eingestürzt, verändert als Leichenhalle wiederaufgebaut
- Waschhaus mit zwei Backöfen, erbaut 1755
Hofnamen [Bearbeiten]
Viele Hofnamen sind noch im Gebrauch. In der Schrift von F. X. Müller sind 37 Namen aufgeführt, mit je einer kurzen Beschreibung des Hofs und seiner Besitzer. Die Hofnamen sind: Oberes Bastes-, Kaprals-, Jergenbauern-, Zürchers-, Schmidhansen-, Kaspers-, Mesmers-, Sylvesters-, Lenzenbauern-, Nehers-, Käsers-, Straußen-, Hepplers-, Fischers-, Michlers-, Peters-, Wagners-, Kreuzwirts-, Schweizers-, Bäckers-, Schultesentonis-, Theisen-, Bäuerles-, Neubauern-, Obern Bachbauern-, Unteren Bachbauern-, Huckles Franzen-, Wohlebe-, Alte Schultese-, Karls-, Joben-, Alte Lehrers-, Strohms-, Huckles-, Hirten- und Lippe-Haus.
Wirtschaft und Infrastruktur [Bearbeiten]
Bis nach dem Zweiten Weltkrieg war Dürnau durch die Landwirtschaft geprägt. Da keine Erbteilung stattfand, waren die Höfe relativ groß. Die stattlichen Fachwerkhäuser zeugen noch davon. Im Rahmen der Flurbereinigung wurden einige Aussiedlerhöfe gebaut.
Verkehr [Bearbeiten]
Die letzte Schmalspurstrecke Württembergs, die Federseebahn Bad Schussenried–Buchau–Riedlingen, wurde 1915 bis Dürmentingen verlängert. Von dort wurde 1916 das letzte Reststück bis Riedlingen fertiggestellt. 1960 wurde die Strecke stillgelegt. Es gab keine Haltestelle für Dürnau.
Bildung [Bearbeiten]
In Dürnau gibt es einen katholischen Kindergarten. Die Schüler aus Dürnau besuchen die Schulen in Bad Buchau.
Öffentliche Einrichtungen [Bearbeiten]
Seit 1973 gibt es einen Gemeindesaal im Gebäude des Kindergartens.
Im Keller des Rathauses ist ein Jugendzentrum eingerichtet.
Bekanntheit durch Fernsehen [Bearbeiten]
Die Filmemacherin Eva Witte hat zwei Filme im Abstand von 13 Jahren über das Dorfleben gedreht. Der zweite Film entstand 2008. [3] [4]
Literatur [Bearbeiten]
- Hans Willbold: Dürnau einst und jetzt. Gemeinde Dürnau, Dürnau 1987
- Sabine Kraume-Probst, Michael Ruhland: Im Schatten des Kirchturms. Drei ländliche Pfarrhäuser in Oberschwaben. In: Denkmalpflege in Baden-Württemberg. (PDF; 9,7 MB) 32, Nr. 2, 2003, S. 173–181.
- Johann Daniel Georg v. Memminger: Gemeinde Dürnau. In: Beschreibung des Oberamts Riedlingen. Cotta, Stuttgart 1827 (Volltext bei Wikisource).
Weblinks [Bearbeiten]
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden Baden-Württembergs 2011 (Hilfe dazu)
- ↑ F.X. Müller: Die alten Haus- und Hofnamen in Dürnau, Eigenverlag des Verfassers, 1937
- ↑ Filmbeschreibung
- ↑ SWR Mediathek Liebe Grüße aus Dürnau - Geschichten vom Lande
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