Dürnau (Landkreis Biberach)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Dürnau
Dürnau (Landkreis Biberach)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Dürnau hervorgehoben
48.0602777777789.5547222222222597Koordinaten: 48° 4′ N, 9° 33′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Tübingen
Landkreis: Biberach
Höhe: 597 m ü. NHN
Fläche: 7,26 km²
Einwohner: 416 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 57 Einwohner je km²
Postleitzahl: 88422
Vorwahl: 07582
Kfz-Kennzeichen: BC
Gemeindeschlüssel: 08 4 26 036
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathaus
88422 Dürnau
Webpräsenz: http://www.duernau-bc.de/
Bürgermeister: Bernhard Merk
Lage der Gemeinde Dürnau im Landkreis Biberach
Bayern Alb-Donau-Kreis Landkreis Ravensburg Landkreis Reutlingen Landkreis Sigmaringen Ulm Achstetten Alleshausen Allmannsweiler Altheim (bei Riedlingen) Attenweiler Bad Buchau Bad Schussenried Berkheim Betzenweiler Ummendorf (bei Biberach) Biberach an der Riß Burgrieden Dettingen an der Iller Dürmentingen Dürnau (Landkreis Biberach) Eberhardzell Erlenmoos Erolzheim Riedlingen Ertingen Gutenzell-Hürbel Hochdorf (Riß) Ingoldingen Kanzach Kirchberg an der Iller Kirchdorf an der Iller Kirchdorf an der Iller Langenenslingen Laupheim Laupheim Maselheim Mietingen Mittelbiberach Moosburg (Federsee) Ochsenhausen Oggelshausen Riedlingen Riedlingen Riedlingen Rot an der Rot Schemmerhofen Schwendi Seekirch Steinhausen an der Rottum Tannheim (Württemberg) Tiefenbach (Federsee) Ummendorf (bei Biberach) Unlingen Unlingen Uttenweiler Wain WarthausenKarte
Über dieses Bild

Dürnau ist eine Gemeinde im Landkreis Biberach in Baden-Württemberg.

Geografie[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt vier Kilometer vom Federsee und der Stadt Bad Buchau entfernt in einer flachhügeligen Grundmoränenlandschaft und berührt das Federseeried.

Geschichte[Bearbeiten]

Vermutlich im Hochmittelalter als Ausbausiedlung gegründet, wurde der Ort 1171 erstmals als Dornon urkundlich erwähnt. Ortsadel ist 1171 und 1239 erwähnt, als die Herren von Dornon Ministerialen der Grafen von Veringen beziehungsweise der Grafen von Württemberg-Grüningen waren. Im 14. Jahrhundert war der Ort unter der Herrschaft der Grafen von Hornstein, die ihn 1387 an die Äbtissin des Stifts Buchau verkauften. Als Erbe kam der Ort so zum Stift Buchau. Im Dreißigjährigen Krieg starben viele dort ansässige Geschlechter - vor allem in der männlichen Linie - aus. So gab es bis zum Jahre 1700 einen starken Zustrom von Einwanderern aus der Schweiz. Dies ist noch in zwei Hofnamen erhalten: Zürchers und Schweizers Haus [2]. Mit der Säkularisation kam Dürnau wie das Stift 1803 an die Fürsten von Thurn und Taxis. Ab 1806 hatte das Königreich Württemberg die Staatshoheit und verwaltete Dürnau ab 1810 als Teil des Oberamts Riedlingen. 1938 kam der Ort zum Landkreis Saulgau, am 1. Januar 1973 zum Landkreis Biberach (siehe auch Burg Dürnau).

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

  • 1827: 307
  • 1871: 371
  • 1910: 375
  • 1939: 294
  • 1950: 343
  • 1970: 311
  • 2004: 459
  • 2010: 510
  • 2012: 421
  • 2013: 411

Religionen[Bearbeiten]

Die Gemeinde ist Sitz der katholischen Pfarrei St. Johannes Baptist. Kirche und Pfarrei sind schon 1275 belegt. Ab 1313 gehörten sie dem Kloster Salem, ab 1353 den Kröwel von Ravensburg, ab 1390 dem Saulgauer Spital, das die Pfarrei 1430 angliederte. 1694 ging die Dürnauer Pfarrei als Pfand an das Stift Buchau und wurde von diesem 1745 endgültig übernommen. Heute gehört die Kirchengemeinde St. Johannes Baptist zum Dekanat Riedlingen der Diözese Rottenburg-Stuttgart.

Die evangelischen Christen gehören zur Kirchengemeinde Bad Buchau im Dekanat Riedlingen der Evangelischen Landeskirche in Württemberg.

Politik[Bearbeiten]

  • Von 1977 bis Januar 2007 war Karl Sontheimer (sen.) Bürgermeister in Dürnau.
  • Von 1. Februar 2007 bis 31. August 2014 war Jürgen Köhler Bürgermeister in Dürnau.
  • Seit September 2014 ist Bernhard Merk Bürgermeister

Wappen[Bearbeiten]

Wappen 1968–1992

Die Gemeinde führte von 1968 bis 1992 folgendes Wappen:

In Gold ein schwarzer Dornzweig wurde 1968 verliehen und bis 1992 von der Gemeinde geführt.

Seither führt sie folgendes Wappen:

In gespaltenem Schild vorne in Rot ein goldener Zinnenturm, hinten in Silber ein blauer Wellenpfahl (Quelle: GABl 419/1993).

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Sehenswertes Ortsbild mit stattlichen Fachwerkhäusern aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts.
  • Katholische Kirche St. Johannes Baptist, Anfang des 18. Jahrhunderts anstelle eines Vorgängerbaus errichtet
  • Ehemaliger Pfarrhof aus dem frühen 18. Jahrhundert mit:
    • Pfarrhaus, wohl vor 1725, mit zahlreichen barocken Stuckdecken
    • Scheune, 1678 erbaut, 1851 verkleinert, 1979 eingestürzt, verändert als Leichenhalle wiederaufgebaut
    • Waschhaus mit zwei Backöfen, erbaut 1755

Hofnamen[Bearbeiten]

Viele Hofnamen sind noch im Gebrauch. In der Schrift von F. X. Müller sind 37 Namen aufgeführt, mit je einer kurzen Beschreibung des Hofs und seiner Besitzer. Die Hofnamen sind: Oberes Bastes-, Kaprals-, Jergenbauern-, Zürchers-, Schmidhansen-, Kaspers-, Mesmers-, Sylvesters-, Lenzenbauern-, Nehers-, Käsers-, Straußen-, Hepplers-, Fischers-, Michlers-, Peters-, Wagners-, Kreuzwirts-, Schweizers-, Bäckers-, Schultesentonis-, Theisen-, Bäuerles-, Neubauern-, Obern Bachbauern-, Unteren Bachbauern-, Huckles Franzen-, Wohlebe-, Alte Schultese-, Karls-, Joben-, Alte Lehrers-, Strohms-, Huckles-, Hirten- und Lippe-Haus.

Vereine[Bearbeiten]

Dürnau hat eine Musikkapelle mit rund 45 Aktiven Musikern/innen, sie spielen meist Kurkonzerte in Bad Buchau und Bad Saulgau. In den Frühlings-/Sommermonaten auch gelegentlich Unterhaltungsmusik bei Festzeltveranstaltungen. Alles über die Musikkapelle kann auf ihrer Homepage www.musikkapelle-duernau.de nachgelesen werden.

Ein weiterer musikalischer Hochgenuß ist die zur Fasnetszeit aktive Guggamusik "Xälzbära" mit ihren mittlerweile rund 60 Laienmusikern. Gegründet wurde diese 1987 hauptsächlich von damals aktiven Mitgliedern der Musikkapelle. Die "Xbears" wie sie auch genannt werden, sind weit über die Landesgrenze hinaus bekannt auch bei Rundfunk und Fernsehen, zu ihren Auftritten zählen ein Gastauftritt beim SWR "Mundart und Musik" im Jahr 2000. Ihren ersten Auftritt zur Fasnet haben sie jedes Jahr am Tag vor Dreikönig in Bad Saulgau, darauf folgen bis Fasnetsdienstag rund 30 Auftritte bei Fasnetsumzügen und Hallenveranstaltungen. Was sie auch nach zwanzig Jahren immer noch gerne spielen und im Terminkalender fest verankert ist, ist das etwas andere Kurkonzert am Fasnetsfreitag im Kurzentrum in Bad Buchau. Zu diesem Konzert hat ihnen die damalige Leiterin des Touristcenters Margit Rädle verholfen. Alles über die Xälzbära kann auf ihrer Homepage www.xbears.de nachgelesen werden.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Bis nach dem Zweiten Weltkrieg war Dürnau durch die Landwirtschaft geprägt. Da keine Erbteilung stattfand, waren die Höfe relativ groß. Die stattlichen Fachwerkhäuser zeugen noch davon. Im Rahmen der Flurbereinigung wurden einige Aussiedlerhöfe gebaut.

Verkehr[Bearbeiten]

Die letzte Schmalspurstrecke Württembergs, die Federseebahn Bad SchussenriedBuchauRiedlingen, wurde 1915 bis Dürmentingen verlängert. Von dort wurde 1916 das letzte Reststück bis Riedlingen fertiggestellt. 1960 wurde die Strecke stillgelegt. Es gab keine Haltestelle für Dürnau.

Bildung[Bearbeiten]

In Dürnau gibt es einen katholischen Kindergarten. Die Schüler aus Dürnau besuchen die Schulen in Bad Buchau.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Seit 1973 gibt es einen Gemeindesaal im Gebäude des Kindergartens.

Im Keller des Rathauses ist seit 1979 ein Jugendzentrum eingerichtet.

Bekanntheit durch Fernsehen[Bearbeiten]

Die Filmemacherin Eva Witte hat zwei Filme im Abstand von 13 Jahren über das Dorfleben gedreht. Der zweite Film entstand 2008.[3]

Literatur[Bearbeiten]

  • Hans Willbold: Dürnau einst und jetzt. Gemeinde Dürnau, Dürnau 1987
  • Sabine Kraume-Probst, Michael Ruhland: Im Schatten des Kirchturms. Drei ländliche Pfarrhäuser in Oberschwaben. In: Denkmalpflege in Baden-Württemberg. (PDF; 9,7 MB) 32, Nr. 2, 2003, S. 173–181.
  • Johann Daniel Georg von Memminger: Gemeinde Dürnau. In: Beschreibung des Oberamts Riedlingen. Cotta, Stuttgart 1827 (Volltext bei Wikisource).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Dürnau (Landkreis Biberach) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. F.X. Müller: Die alten Haus- und Hofnamen in Dürnau, Eigenverlag des Verfassers, 1937
  3. IMDb