Dürnau (Landkreis Göppingen)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Dürnau
Dürnau (Landkreis Göppingen)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Dürnau hervorgehoben
48.6427777777789.6377777777778543Koordinaten: 48° 39′ N, 9° 38′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Göppingen
Höhe: 543 m ü. NN
Fläche: 5,37 km²
Einwohner:

2081 (31. Dez. 2011)[1]

Bevölkerungsdichte: 388 Einwohner je km²
Postleitzahl: 73105
Vorwahl: 07164
Kfz-Kennzeichen: GP
Gemeindeschlüssel: 08 1 17 017
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 16
73105 Dürnau
Webpräsenz: www.duernau.de
Bürgermeister: Friedrich Buchmaier
Lage der Gemeinde Dürnau im Landkreis Göppingen
Alb-Donau-Kreis Landkreis Esslingen Landkreis Heidenheim Landkreis Reutlingen Rems-Murr-Kreis Ostalbkreis Ostalbkreis Adelberg Aichelberg (Landkreis Göppingen) Albershausen Bad Boll Bad Ditzenbach Bad Überkingen Birenbach Böhmenkirch Börtlingen Deggingen Donzdorf Drackenstein Dürnau (Landkreis Göppingen) Eislingen/Fils Heiningen (Landkreis Göppingen) Ebersbach an der Fils Eschenbach (Württemberg) Eschenbach (Württemberg) Gammelshausen Geislingen an der Steige Gingen an der Fils Göppingen Gruibingen Hattenhofen (Württemberg) Heiningen (Landkreis Göppingen) Hohenstadt Kuchen (Gemeinde) Lauterstein Mühlhausen im Täle Ottenbach (Württemberg) Rechberghausen Salach Schlat Schlierbach (Württemberg) Süßen Uhingen Wäschenbeuren Wangen (bei Göppingen) Wiesensteig Zell unter AichelbergKarte
Über dieses Bild

Dürnau ist eine Gemeinde im Landkreis Göppingen in Baden-Württemberg.

Inhaltsverzeichnis

Geographie [Bearbeiten]

Geographische Lage [Bearbeiten]

Dürnau liegt am Rande der Schwäbischen Alb, rund zehn Kilometer südlich der Kreisstadt Göppingen. Der höchste Punkt liegt im Süden an der Grenze zur Gemeinde Gruibingen zwischen dem Köpfle und dem Kornberg. Der niedrigste Punkt liegt nördlich an der Grenze zur Gemeinde Heiningen.

Nachbargemeinden [Bearbeiten]

Die Gemeinde grenzt in Norden an Göppingen und Heiningen, im Osten an Gammelshausen, im Süden an Gruibingen und im Westen an Bad Boll.

Gemeindegliederung [Bearbeiten]

Zur Gemeinde Dürnau gehören Dorf Dürnau und die Häuser Ölmühle und Wilhelmshöhe.[2]

Geschichte [Bearbeiten]

Reliefs in der Cyriakskirche

Die Entstehung Dürnaus dürfte in die jüngere Ausbauzeit des 9. bis 13. Jahrhunderts fallen. Der Ort wurde als Durnon erstmals 1275 im liber decimationis erwähnt. Die Niederadelsfamilie der Dürner von Dürnau stand vom 13. bis zum 15. Jahrhundert vermutlich als Ministeriale im Dienst der Grafen von Aichelberg. 1339 wurde Dürnau württembergisch. 1479 verkaufte Graf Ulrich den Ort an die Herren von Zillenhardt. Nach dem Aussterben des letzten Herrn von Zillenhardt im Jahr 1623 fiel das Dorf an die Grafen von Degenfeld. 1684 wurde der Ort an Kurbayern veräußert. 1711 erwarben die Degenfeld zunächst die eine, 1771 die andere Hälfte zurück.

Aufgrund des Reichsdeputationshauptschlusses und der damit verbundenen Mediatisierung wurde Dürnau 1806 erneut württembergisch und dem Oberamt Göppingen eingegliedert. Mit der Kommunalreform 1938 gelangte es zum Landkreis Göppingen.

Die Herkunft des Ortsnamens ist nicht restlos geklärt. Vermutlich leitet sich der Name von einem mittelalterlichen Wachtturm ab, der auf dem Gebiet der heutigen Gemeinde stand.

Religionen [Bearbeiten]

Seit der Reformation ist Dürnau evangelisch geprägt. Erst seit 1963 gibt es wieder eine römisch-katholische Kirche im Ort, die zur Kirchengemeinde Boll gehört. Zuvor war es den Katholiken im Ort gestattet, in der evangelischen Kirche Gottesdienste zu feiern.

Einwohnerentwicklung [Bearbeiten]

Blick über Dürnau mit Cyriakskirche. Im Hintergrund: 3 Kaiserberge und das Fuchseck

Die Einwohnerentwicklung zwischen 1837 und 2010.

Datum Einwohner
1837 668
1907 508
17. Mai 1939 458
13. September 1950 801
27. Mai 1970 1514
31. Dezember 1983 1520
31. Dezember 2000 2033
31. Dezember 2005 2092
31. Dezember 2010 2083

Politik [Bearbeiten]

Rathaus in Dürnau

Seit 1970 gehört Dürnau dem Gemeindeverband Raum Bad Boll an.

Bürgermeister und Gemeinderat [Bearbeiten]

Bürgermeister ist seit 1986 Friedrich Buchmaier. Im aktuellen Gemeinderat haben die Freie Wählervereinigung und die Unabhängige Wählervereinigung jeweils fünf Sitze.

Wappen [Bearbeiten]

Die Blasonierung des Gemeindewappens von Dürnau lautet: In Silber ein schwarzes Hifthorn mit goldener Fessel.

Das Wappen geht aus dem ehemaligen Ortsadel der Herren von Dürnau hervor, und wurde im Jahre 1923 angenommen. Die daraus abgeleiteten Flaggenfarben Schwarz-Weiß wurden am 18. Februar 1959 vom Innenministerium verliehen.


Wirtschaft und Infrastruktur [Bearbeiten]

Bildungseinrichtungen [Bearbeiten]

Dürnau verfügt über eine gemeinsame Grundschule und zwei gemeinsame Kindergärten mit Gammelshausen.

Freizeit- und Sportanlagen [Bearbeiten]

Dürnau ist im Besitz von zwei Sportplätzen, zwei Tennisanlagen sowie einem Basketballfeld und einem Hartplatz. Für Jugendliche steht in Dürnau ein Jugendhaus zur Verfügung. Außerdem gibt es in Dürnau mit der Kornberghalle eine Sporthalle, die über eine Bühne verfügt und somit auch für kulturelle Veranstaltungen genutzt werden kann. Im Untergeschoss der Kornberghalle befindet sich ein Gymnastikraum sowie ein Lehrschwimmbad, das auch für Privatpersonen geöffnet hat. Die Halle und das Schwimmbad wurden zuletzt 2001 renoviert. Mit dem Gemeindehaus der evangelischen Kirchengemeinde steht außerdem eine Räumlichkeit für kleinere Veranstaltungen zur Verfügung.

Verkehr [Bearbeiten]

Dürnau ist über eine Landstraße von Gammelshausen und Bad Boll zu erreichen. Mit der Gemeinde Heiningen ist Dürnau über einen Feldweg verbunden, der für den öffentlichen Verkehr allerdings nicht zur Durchfahrt freigegeben ist. Die Anschlussstelle Aichelberg der Autobahn A 8 liegt etwa 7 km entfernt. Dürnau war außerdem Haltepunkt der Voralbbahn, deren Betrieb 1989 eingestellt wurde. Seither ist Dürnau nur noch durch eine Buslinie u.a. mit der Kreisstadt Göppingen verbunden. Es existierte einmal eine Materialseilbahn zum Steinbruch am Kornberg bei Gruibingen.

Unternehmen [Bearbeiten]

Am nordöstlichen Ende der Gemeinde befindet sich ein Industriegebiet mit mehreren mittelständischen Unternehmen. Dort befand sich früher auch das Betriebsgelände der Gral-Glashütte. Der Schornstein von Gralglas wurde Anfang der 1990er-Jahre gesprengt. Außerdem sind verschiedene Handwerksbetriebe sowie ein Supermarkt und eine Bäckerei in Dürnau angesiedelt.

Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]

Torbogen zum einstigen Schloss, Zugang zum Gralglasmuseum
Eingang des Schlosses im Winter 2010 mit Holzfigur Hannes (aufgestellt 2009)

Ein restaurierter Marstall mit Schlossbrücke, Wassergraben und ein Schlosskeller erinnern an das einstige Wasserschloss Dürnau aus dem 12. Jahrhundert.

Evangelische Kirche St. Cyriakus mit Halbmond auf der Kirchturmsspitze, ein für Kirchen nicht unüblicher Turmschmuck und entgegen der Legende kein Beutestück der Türkenkriege. Christoph Martin von Degenfeld liegt in dieser Kirche begraben, sein Epitaph kann dort besichtigt werden.

Südlich der Gemeinde liegt ein Obstlehrpfad und der Schwäbische Sprüche-Weg.

Dürnau hat beim Landeswettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden - Unser Dorf hat Zukunft“ im Wettbewerb 1999-2001 eine Silbermedaille erhalten.

Museen [Bearbeiten]

Im Torbogen des ehemaligen Schlosses befindet sich heute ein Glasmuseum, das die wechselvolle Geschichte der früher am Ort ansässigen Glashütte Gralglas bezeugt.

Persönlichkeiten [Bearbeiten]

Christoph Martin Freiherr von Degenfeld (* 1599 in Eybach; † 13. Oktober 1653), bedeutender Feldherr

Söhne und Töchter der Stadt [Bearbeiten]

Michael Kohnle (* 1970), Deutscher Meister und Juniorenweltmeister im Zehnkampf, lebt in Dürnau

Literatur [Bearbeiten]

  • Konrad Theiss: Der Kreis Göppingen. Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 1978, ISBN 3-8062-0374-1.

Weblinks [Bearbeiten]

 Commons: Dürnau (Landkreis Göppingen) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden Baden-Württembergs 2011 (Hilfe dazu)
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band III: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverband Mittlerer Neckar. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004758-2. S. 284–285.