Dürnkrut

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dürnkrut
Wappen von Dürnkrut
Dürnkrut (Österreich)
Dürnkrut
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Gänserndorf
Kfz-Kennzeichen: GF
Fläche: 30,39 km²
Koordinaten: 48° 28′ N, 16° 51′ O48.47111111111116.8525161Koordinaten: 48° 28′ 16″ N, 16° 51′ 9″ O
Höhe: 161 m ü. A.
Einwohner: 2.261 (1. Jän. 2014)
Bevölkerungsdichte: 74 Einw. pro km²
Postleitzahl: 2263
Vorwahl: 02538
Gemeindekennziffer: 3 08 11
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schloßplatz 1
2263 Dürnkrut
Website: www.duernkrut.at
Politik
Bürgermeister: Herbert Bauch (SPÖ)
Gemeinderat: (2010)
(21 Mitglieder)
12 SPÖ, 8 ÖVP, 1 FPÖ
Lage der Marktgemeinde Dürnkrut im Bezirk Gänserndorf
Aderklaa Andlersdorf Angern an der March Auersthal Bad Pirawarth Deutsch-Wagram Drösing Dürnkrut Ebenthal Eckartsau Engelhartstetten Gänserndorf Glinzendorf Groß-Enzersdorf Groß-Schweinbarth Großhofen Haringsee Hauskirchen Hohenau an der March Hohenruppersdorf Jedenspeigen Lassee Leopoldsdorf im Marchfelde Mannsdorf an der Donau Marchegg Markgrafneusiedl Matzen-Raggendorf Neusiedl an der Zaya Obersiebenbrunn Orth an der Donau Palterndorf-Dobermannsdorf Parbasdorf Prottes Raasdorf Ringelsdorf-Niederabsdorf Schönkirchen-Reyersdorf Spannberg Strasshof an der Nordbahn Sulz im Weinviertel Untersiebenbrunn Velm-Götzendorf Weiden an der March Weikendorf Zistersdorf NiederösterreichLage der Gemeinde Dürnkrut im Bezirk Gänserndorf (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Schloss
Schloss
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Dürnkrut ist eine Marktgemeinde mit 2261 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014) im Bezirk Gänserndorf in Niederösterreich.

Der Ort ist vor allem durch eine historische Schlacht vom Sommer 1278 zwischen dem Böhmenkönig Ottokar und dem Habsburger Rudolf I. bekannt, und durch eine frühere große Zuckerfabrik, die nun der Produktion anderer Lebensmittel dient.

Geografie[Bearbeiten]

Dürnkrut liegt am Ostrand des Weinviertels an der March und damit an der Grenze zur Slowakei. Die Fläche der Marktgemeinde umfasst 30,4 km². 5,55 Prozent der Fläche sind bewaldet.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende zwei Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[1]):

  • Dürnkrut (1772)
  • Waidendorf (503)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Dürnkrut und Waidendorf.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Zistersdorf Drösing, Jedenspeigen
Velm-Götzendorf Nachbargemeinden Gajary
Ebenthal Angern an der March

Dürnkrut hat sechs österreichische Nachbargemeinden, sowie eine, die in der Slowakei liegt:

Geschichte[Bearbeiten]

Dürnkrut[Bearbeiten]

Um 1045 wurde Dürnkrut mit seiner Burg als Grenzsiedlung angelegt. In einem Besitzverzeichnis des Hochstiftes Freising aus dem Jahr 1160 wird Dürnkrut erstmals urkundlich erwähnt. Die Schlacht bei Dürnkrut und Jedenspeigen am 26. August 1278 zwischen dem Böhmenkönig Ottokar II. Przemysl und dem Habsburger Rudolf I. gilt nach der Schlacht bei Hastings als die zweitgrößte Ritterschlacht in der Geschichte. Sie endete mit dem Sieg des Habsburgers, Ottokar II. wurde auf der Flucht erschlagen. Im österreichischen Kernland Niederösterreich liegend teilte der Ort die wechselvolle Geschichte Österreichs.

Obwohl Dürnkrut wegen der Schlacht bekannter ist, gibt es bereits Funde aus der Steinzeit. Diese Werkzeuge sind vom Homo erectus hergestellt und ca. 800 000 Jahre alt [2] und sind im Museum in Dürnkrut ausgestellt.

Im April 2006 brach im Zuge des Thaya-March-Hochwassers 2006 ein Damm, danach wurde auch der Ort überschwemmt und katastrophale Schäden entstanden.

Waidendorf[Bearbeiten]

Waidendorf liegt ca. 2 km südlich von Dürnkrut entlang der Landesstraßen 11 und 17. Waidendorf gehört seit 1970 der Gemeinde Dürnkrut an, welche damals per Abstimmung beschlossen wurde. 1952 wurden die heutigen Strassenbezeichnungen eingeführt. Waidendorf liegt am östlichen Ausgang des Sulzbachtales und hat eine Fläche von 10,67 km². Die Geschichte des Ortes ist der von Dürnkrut sehr ähnlich, da die beiden Dörfer dicht beieinander liegen. Der Ort wurde zur Zeit der Deutschen Landnahme in den Jahren 1040 bis 1050 gegründet.

Die Anlage Waidendorfs als Straßendorf lässt auch zusätzlich auf eine mittelalterliche Gründung schließen. Das erste Mal wurde es 1250 urkundlich erwähnt. Im Jahr 1369 gelangte Waidendorf von Alber von Ottenstein in den Besitz von Otto von Zelking, im Jahr 1376 von Otto von Zelking an seinen Vetter Heinrich von Zelking, der es im Jahre 1385 an Heinrich von Pottendorf verkaufte. Im Jahr 1423 übergab Georg von Dachsberg Waidendorf an die Herrschaft der Besitzer von Wolkersdorf.

Im Jahr 1583 gelangte Waidendorf in den Besitz des Freiherrn Sigmund von Landau, der auch die Herrschaften Dürnkrut, Süssenbrunn, Ebenthal, Rodaun und Höflein innehatte. Obwohl die Familie Landau im Jahre 1621 als Protestanten ihren gesamten Besitz an die kaiserliche Hofkammer abgeben musste, blieb Waidendorf im Besitz der jeweiligen Dürnkruter Herrschaft.

Unter Kaiser Joseph II. wurde Waidendorf im Jahre 1783 eine selbständige Pfarre. Laut Regierungsdekret wurden die beiden Orte der heutigen Gemeinde Velm-Götzendorf der Pfarre Waidendorf zugewiesen.

Bei einer Choleraepidemie in den Jahren 1842 und 1855 starben 60 Menschen, darunter 11 Kinder. Am 24. November 1878 wurde eine neue Schule eröffnet die heute als Kindergarten dient und an der Waidendorferhauptstrasse liegt. Im Jahr 1886 wurde die Freiwillige Feuerwehr Waidendorf gegründet, die noch heute ihr Feuerwehrhaus beim Sulzbach hat.

Die Volkszählung des Jahres 1934 ergab 823 Einwohner, die ebenfalls durchgeführte Viehzählung erbrachte 93 Pferde, 417 Rinder, 480 Schweine und 230 Ziegen. Bei der letzten Volkszählung im Jahr 2001 hatte Waidendorf nur 532 Einwohner.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung

Volkszählung Einwohner
2011 2.257
2001 2.220
1991 2.164
1981 2.256
1971 2.592

Quelle: Bevölkerungsentwicklung der Statistik Austria Die größte Einwohnerzahl hatte Dürnkrut 1951 mit 2.802 Einwohnern.

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister der Marktgemeinde ist Herbert Bauch, Vizebürgermeister Rudolf Kaiser, Amtsleiter Horst Tatzber.

Im Marktgemeinderat gibt es bei insgesamt 21 Sitzen nach der Gemeinderatswahl vom 14. März 2010 folgende Mandatsverteilung: SPÖ 12, ÖVP 8, FPÖ 1.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Dürnkrut

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten gab es im Jahr 2001 71, land- und forstwirtschaftliche Betriebe nach der Erhebung 1999 46. Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort betrug nach der Volkszählung 2001 978. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 45,17 Prozent.

Bis etwa 1980 bestand eine große Zuckerfabrik, die aber einige Jahre nach der Fusion mit 2 anderen niederösterreichischen Fabriken geschlossen wurde. Dadurch sank die Zahl der Arbeitsplätze merklich; die Anlagen konnten nur teilweise einer neuen Verwendung zugeführt werden.

Heute zählen zu den größeren Betrieben:

Verkehrsanbindungen[Bearbeiten]

Bahn[Bearbeiten]

Dürnkrut liegt an der Nordbahn und hat somit eine gute Anbindung an Wien. Nahezu jede Stunde verkehrt ein Zug der ÖBB zwischen Břeclav bzw. Bernhardsthal und Wien und umgekehrt.

Straßenanbindungen[Bearbeiten]

  • Bernstein Straße B49 von Angern - Hohenau
  • Mistelbacher Straße B40 von Zistersdorf
  • Landesstraße 11 bzw 17 nach Waidendorf

Mit Bussen gibt es eine Verbindung zwischen Mistelbach und Dürnkrut sowie zwischen Gänserndorf und Dürnkrut.

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]

  • Kindergarten
  • Volksschule
  • neue Mittelschule bzw. neue Musikmittelschule

Historische Landkarten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Dürnkrut – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011
  2. Archaeologia Austriaca - Band 88/ 2004, 9-29 /2006