Verkehrsflugzeug

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Ein Verkehrsflugzeug ist ein Flugzeug, das von Fluggesellschaften, Frachtfluggesellschaften und Privatbetreibern im öffentlichen Verkehr betrieben wird und dessen hauptsächlicher Einsatzzweck der kommerziell ausgerichtete Transport von Passagieren oder Frachtgut ist.

Die in einem Verkehrsflugzeug vorhandene Ausstattung und der angebotene Komfort richtet sich nach der Art der Fluggesellschaft (siehe auch Billigfluggesellschaft) und der gebuchten Beförderungsklasse (First, Business und Economy), sowie auch der Wünsche der Privatbetreiber und Bedürfnisse der Spediteure.

Moderne Verkehrsflugzeuge sind mit einer Druckkabine ausgerüstet, um den Luftdruck im Inneren der Kabine auch in großen Flughöhen auf einem für Menschen normalen Niveau halten zu können. Des Weiteren betreibt heute jedes Verkehrsflugzeug eine Klimaanlage.

Ein Düsenverkehrsflugzeug ist ein von Strahltriebwerken angetriebenes Verkehrsflugzeug.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

Die wichtigsten Meilensteine in der Entwicklung von Verkehrsflugzeugen
  • 1914 Sikorsky Ilja Muromez – erstes als solches konstruiertes Passagierflugzeug mit geschlossener, beheizter und beleuchteter Passagierkabine für 16 Personen, Schlafraum und Toilette. Die Vorgängermodelle „Sikorsky Russki Witjas“, „Grand Baltiski“ und „Le Grande“ sind wohl noch als Experimentalflugzeuge einzuordnen.
  • 1931 Lockheed Orion – Schnellverkehrsflugzeug, erstes Verkehrsflugzeug mit Einziehfahrwerk
  • 1935 Douglas DC-3 – Standard-Verkehrsflugzeug, Sprung nach vorn in Bezug auf Leistungsfähigkeit und Wirtschaftlichtkeit
  • 1955 Sud Aviation Caravelle – erstes Kurzstrecken-Düsenverkehrsflugzeug mit am Rumpfheck angeordneten Triebwerken und einem „sauberen“ Tragflügel.
  • 1957 Boeing 707 – bahnbrechendes Langstrecken-Düsenverkehrsflugzeug
  • 1965 – Erstflug der Antonow An-22, bis zur Vorstellung der B747 größtes Flugzeug, heute noch größte Turboprop
  • 1967 Boeing 737 Erstflug des bis heute erfolgreichsten Verkehrsflugzeuges, bis heute international in vielen Varianten als Kurz- und Mittelstreckenpassagierflugzeug im Einsatz
  • 1969 Boeing 747 („Jumbo Jet“) – Erster Großraumjet (Wide-Body); Sprung nach vorn in Bezug auf Größe (587 Sitplätze bei Corsairfly) und Reichweite
  • 1987 Airbus A320 – Erstes Verkehrsflugzeug mit Glascockpit, Fly-by-Wire-Steuerung und einem Sidestick statt einem Steuerhorn. Zudem erhöhte eine verfeinerte Computersteuerung die Wirtschaftlichkeit und verhinderte Lastüberschreitungen durch Begrenzung der Steuerbefehle auf ein bestimmtes Mass innerhalb des sogenannten „Flight Envelopes“.
  • 2005 Airbus A380 – erstes Großraum-Verkehrsflugzeug mit zwei durchgehenden Passagierdecks übereinander (four-aisle), Einsatz von Kunststoffverbundmaterialien in so weitreichendem Umfang wie vorher noch bei keinem Verkehrsflugzeug, um Gewicht zu sparen und somit einen deutlichen Wirtschaftlichkeitsvorteil zu erreichen.

[Bearbeiten] Hersteller

Der Markt der Verkehrsflugzeuge mit über 100 Sitzplätzen wird seit der Fusion der beiden amerikanischen Hersteller Boeing und McDonnell Douglas von zwei Anbietern in einem sog. Duopol bedient:

Im Bereich der sog. Regionalverkehrsflugzeuge mit 30 bis 100 Sitzplätzen bieten folgende Firmen Flugzeuge an, wobei die drei ersten den Markt klar dominieren:

Folgende Firmen haben ihre Tätigkeit im Zuge der immer stärkeren Konsolidierung des Flugzeugherstellermarktes seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges als Entwickler neuer Verkehrsflugzeuge eingestellt bzw. entwickeln zur Zeit keine neuen Typen:

[Bearbeiten] Regionalverkehrsflugzeug

British Aerospace Avro RJ85
British Aerospace Avro RJ85

Unter einem Regionalverkehrsflugzeug versteht man ein kleineres Verkehrsflugzeug, das im sogenannten Regionalluftverkehr, also auf kurzen oder wenig gefragten Routen eingesetzt wird. Meist zielt das Angebot auf den hochpreisigen Sektor der Geschäftsreisenden, denn die Sitzkilometerkosten sind mit den Kosten der Billigfluglinien nicht konkurrenzfähig. Große Fluglinien lagern daher gern den Regionalverkehr in eine Tochtergesellschaft aus, um dem Kostendruck besser entgegnen zu können. Regionalflüge machen nämlich einen großen Anteil der Flugbewegungen aus, erbringen jedoch nur einen geringen Anteil der Sitzkilometer. Der Regionalverkehr ist für große Fluggesellschaften nötig, um Passagiere zu den Drehkreuzen zu bringen und so die großen Langstreckenflugzeuge zu füllen.

Es sind üblicherweise zwei Triebwerke montiert (Ausnahme: BAe 146), sowie bis zu 70, in manchen Definitionen auch bis zu 120 Sitzplätze. Ein Mittelgang trennt je nach Rumpfbreite die Sitzanordnung 1+2 oder 2+2, bei größeren Modellen auch 2+3 oder 3+3. Die kleinsten Maschinen dieser Flugzeugklasse wie Embraer EMB 120 und Saab 340 bieten Platz für ca. 30 Passagiere.

Von grundlegender Bedeutung ist die Art der Triebwerke. Im Regionalflugverkehr hat ein Turboprop mit 500 - 650 km/h einen Geschwindigkeitsnachteil gegenüber den mit Strahltriebwerk betriebenen Regionaljets. Aktuelle Regionaljets erreichen Geschwindigkeiten, die denen von Mittelstreckenflugzeugen in nichts nachstehen, also etwa 700 - 900 km/h. Da es mittlerweile eine große Anzahl dieser Regional-Jets gibt (etwa die Bombardier CRJ200 oder die Regionaljets von Embraer), sah es eine Zeitlang so aus, als stünden die Flugzeuge mit Turboprop-Propeller-Motoren vor ihrem Ende. Angesichts steigender Treibstoff-Preise kündigte sich 2005 allerdings so etwas wie eine Renaissance des Turboprop-Antriebs an, da diese einen niedrigeren Treibstoffverbrauch haben. Dieses führte zu einer steigenden Nachfrage sowohl bei ATR als auch bei Bombardier (für die Q-Serie).

Durch den Einbau von so genannten Active Noise Reduction-Systemen wurde zudem der Kabineninnenlärm der Propeller deutlich reduziert.

Ein Vorteil der Turbopropellermaschinen gegenüber den Regionaljets ist der geringere Treibstoffverbrauch und die deutlich kürzere Start- und Landestrecke, die sie für Flüge von und zu kleineren Flughäfen interessant macht. Vergleichbare geringe Werte für Start- und Landestrecke erreichen bei den Regionaljets nur speziell für diesen Zweck entworfene Maschinen, so z. B. die BAe-146, auch Jumbolino genannt.

[Bearbeiten] QC-Verkehrsflugzeug

Ein QC-Verkehrsflugzeug (QC aus dem Englischen für quick change, also Schnellumrüstung) ist die Bezeichnung für Verkehrsflugzeuge, die durch schnelles Umrüsten der Kabinenausstattung für Passagier-, Fracht- oder Postbeförderung eingesetzt werden können.

[Bearbeiten] Ausstattung

  • Notausgänge sind oft im Boden als floureszierend leuchtende Linie markiert, des Weiteren sind die Ausgänge mit Schildern über den Türen markiert („Exit“)
  • Flugzeugsitze haben Taschen an ihren Rücken, die dem Hintermann als Stauorte dienen (z.B. für Zeitschriften, Bücher)

[Bearbeiten] Siehe auch

Persönliche Werkzeuge