Düsseldorf-Unterbach
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| Düsseldorf Unterbach | |
|---|---|
| Geographische Lage: | 51° 12′ 00″ N, 06° 54′ 00″ O Koordinaten: 51° 12′ 00″ N, 06° 54′ 00″ O |
| Höhe: | 42,0 bis 108,0 m ü. NN |
| Fläche: | 9,13 km² |
| Einwohner: | 7.271 (Stand 31. Dezember 2006) |
| Bevölkerungsdichte: | 796 Einwohner je km²[1] |
| Stadtbezirk: | Stadtbezirk 8 |
Unterbach ist seit der kommunalen Neugliederung von 1975 ein Stadtteil von Düsseldorf, der Landeshauptstadt Nordrhein-Westfalens. Bis dahin war es ein Ortsteil von Erkrath. Ein Teil Unterbachs, genannt Unterfeldhaus, wurde bei der Neugliederung abgespalten und verblieb als nun eigenständiger Stadtteil bei Erkrath. Zu Unterbach hinzugefügt wurde dabei ein östlicher Zipfel des Düsseldorfer Stadtteiles Vennhausen, der übergangslos an Unterbach anschloss und schon zuvor mit ihm eine kulturelle Einheit bildete. In Unterbach befindet sich mit dem Unterbacher See ein bedeutendes Naherholungsgebiet des Großraums Düsseldorf mit dem größten Badesee im näheren Umkreis.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Lage
Unterbach liegt im Südosten der Stadt Düsseldorf und ist mit einer Fläche von 9,13 km² flächenmäßig der fünftgrößte Stadtteil Düsseldorfs. Ein großer Teil dieser Fläche ist das Naherholungsgebiet Unterbacher See. Davon, dass in Unterbach ebenso wie im Nachbarort Düsseldorf-Vennhausen rund um den See eine Moorkolonisierung betrieben wurde, zeugen Straßennamen wie Vennstraße sowie Großer und Kleiner Torfbruch. Unterbach ist durch einen Waldgürtel von den anliegenden Stadtteilen Düsseldorfs getrennt. Die ersten Ausläufer des bergischen Landes begrenzen hier die niederrheinische Ebene und geben Unterbach einen, im Vergleich zum restlichen Düsseldorf, hügeligen Charakter. So zieht sich Unterbach beginnend am Unterbacher See den Fuß des Korresberg hinauf, der sich hinter der geschlossenen Bebauung auf dem Stadtgebiet von Erkrath bis zu einer Höhe von 108 Metern erhebt. Diese Lage, das Naherholungsgebiet Unterbacher See/Eller Forst und der teilweise auf Erkrather Gebiet liegende Unterbacher Forst machen es zu einem Stadtteil mit hohem Wohnwert. Unterbach hat 7.271 Einwohner mit einer geringen Bevölkerungsdichte von 796 Einwohnern je km².
[Bearbeiten] Geschichte
Der östliche Teil des heutigen Stadtteils Unterbach lag an der historischen Handelsstraße Mauspfad. Für das frühe 11. Jahrhundert wird am heutigen östlichen Ortsrand ein wehrhafter Wohnhügel vermutet. Aus diesem hat sich später ein Rittersitz entwickelt. 1169 wurden eine Wasserburg und deren Besitzer, Heriman de Onterbeke, urkundlich erwähnt. Die Burg war Zufluchtsort und Fronhof der Bauern aus den umliegenden Höfen. Die später Haus Unterbach genannte Burg wurde zum Namensgeber und Keimzelle des Ortes Unterbach, der sich langsam als Straßendorf entwickelte.[2]
- Siehe Hauptartikel: → Haus Unterbach
Einer der ältesten Höfe „Gut Rothenberg“ wurde 1312 urkundlich erwähnt und besteht heute noch. Die heute in Erkrath-Unterfeldhaus befindliche „Rohrsmühle“ besteht mindestens seit 1584. Im Jahr 1628 führten die Herren von Unterbach einen Prozess vor dem Reichskammergericht um die Mahlgerechtigkeit gegen die Besitzer von Haus Morp.
1561 wurde das Zoll- und Gasthaus „Am Zault“ erwähnt. Die Gaststätte nebst angeschlossenem Hotel besteht noch heute. 1715 wurden lediglich fünf Häuser gezählt. Erst um 1800 hatte sich um Haus Unterbach ein kleiner Ort gebildet. 1810 wurde eine erste Privatschule gebaut, in der etwa 30 Kinder unterrichtet wurden. Das kleine Schulhaus im Fachwerkstil wurde 1970 abgerissen. Nachdem die kleine Gemeinde 15 Jahre lang Geld für den Bau einer Kirche gesammelt hatte, konnte schließlich 1881 der Grundstein für ein katholisches Gotteshaus gelegt werden. Das 1883 eingeweihte Gebäude musste jedoch bereits 1967 wegen Baufälligkeit wieder abgerissen werden.
1923 wurde in den „Unterbacher Benden“, einem ehemaligen Rheinarm und Feuchtgebiet, mit der Gewinnung von Kies begonnen. 1935 war bereits ein großes Baggerloch entstanden, wo sich früher der Eselsbach befand. Am 31. Dezember 1942 starben fünf Menschen bei einem Bombenangriff, der die Gebäude des Bauernhofes „Gut Rothenberg“ weitgehend zerstörte.
In der Nachkriegszeit setzte eine große Bautätigkeit in Unterbach ein. 1949 entstanden erste Siedlungen für Neubürger an der Flachskampstraße. Es folgten Siedlungen am Heidberg und Silberberg. Bereits 1951 waren die ersten Häuser bezugsfertig. Mitte der 1950er Jahre entstand die Siedlung am Weyersberg und ab 1961 wurde das Gebiet um das ehemalige Weberhaus „Hexkotten“ bebaut. 1954 wurde der Unterbacher See zum Badesee erklärt und 1959 ein Badehaus am Nordstrand des Sees eingerichtet.
[Bearbeiten] Kultur
Unterbach hat sich als von Düsseldorf räumlich getrennter Stadtteil seinen dörflichen Charakter bewahrt und wird von einem regen Vereins- und Kirchenleben geprägt. Eine einzigartige Stellung hat sich Unterbach innerhalb des Düsseldorfer Karnevals bewahrt: Es ist der einzige Stadtteil mit eigenständigem Karnevalsausschuss, Prinzenpaar und Umzug. Hier lag auch die Keimzelle zu den im Großraum Düsseldorf bekannten Mundartbands „Halve Hahn“ und „Alt-Schuss“. Letztere hatte ihren größten Hit mit „Die Sterne funkele“, welches ursprünglich das Mottolied der Session 1997 im Unterbacher Karneval war. Das Einzugsgebiet der Veranstaltungen und insbesondere des Umzugs im Unterbacher Karneval reicht bis in die umliegenden Städte.
Das Wappentier Unterbachs ist ein über den hier befindlichen Eselsbach springender Esel. So ist im Ortszentrum am „Breidenplatz“ ein in Bronze gegossener Esel aufgestellt. Der Narrenruf ist in Unterbach der Eselslaut „I-A“ entgegen dem „Helau“ im restlichen Düsseldorf. Auch der Karnevalsumzug wird von einem lebenden Esel angeführt. Neubürger können sich zum Esel schlagen lassen. Diese Eselskultur findet ihren Ursprung darin, dass Düsseldorf teilweise aus und auf dem Sand erbaut wurde, der aus der Auskiesung des Unterbacher Sees und dessen Umgebung stammte. Der Sand wurde früher entlang dem Eselsbach und dem heute noch so benannten Sandträgerweg auf dem Rücken von Eseln transportiert. Die Bemerkung „Die Unterbacher Esel kommen“ bezog sich dann nicht nur auf die Tiere.
Der Eselsbach durchfließt hinter Unterbach den benachbarten Stadtteil Eller sowie dessen Schlosspark. Dort mündet er in die südliche Düssel.
[Bearbeiten] Kuriosum kommunale Neugliederung
1975 wurden weite Teile Unterbachs von Erkrath nach Düsseldorf eingemeindet. Ein Teil Unterbachs, genannt Unterfeldhaus, verblieb in Erkrath, so dass die Bewohner durch die Grenzziehung entlang einer Hauptstraße von einem Tag auf den anderen Bürger verschiedener Städte wurden. Auch das Haus Unterbach als die Urzelle Unterbachs sowie Teile des Unterbacher Forstes und der Sportplatz des Fußballvereins SC Unterbach befinden sich seitdem auf Erkrather Gebiet. Trotz dieser administrativen Trennung gestalten sich das kulturelle, kirchliche und Vereinsleben wie in einem einzigen Ortsteil. Zudem besuchen viele Unterbacher Kinder weiterführende Schulen in Erkrath.[3]
[Bearbeiten] Sport
In Unterbach bieten vier größere Vereine ein breites Sportangebot.
Der TV Unterbach 05 legt seinen Focus auf ein vielfältiges Angebot. Der Verein und Unterbach wurden bundesweit im Trampolinturnen mit einem erstmaligen Erfolg eines Deutschen Schülermeisters und einem gleichzeitig errungenen dritten Platz der Schülermannschaftsmeisterschaft im Jahre 1968 bekannt. Mit dem weiteren Aufstieg wurde der Verein in den Jahren 1978, 1979, 1980, 1982 und 1984 in dieser Disziplin deutscher Meister, stellte zahllose weitere deutsche und europäische Titel, einen Vize-Weltmeister sowie den Großteil der deutschen Nationalmannschaft. Zudem stellte der Verein in 25 Jahren die Leitung der Trampolin-Bundesliga. Dennoch fehlt dem TV Unterbach als einzigem Verein Düsseldorfs mit heute bundesdeutscher und historischer Weltbedeutung seit der Eingemeindung Unterbachs dorthin eine adäquate Trainings- und Veranstaltungsstätte. So turnt der Verein derzeit in der zweiten Bundesliga. Seit 2004 stehen im Haushalt der Stadt Düsseldorf Mittel in Höhe von vier Millionen Euro bereit, um den Bau einer Dreifachsporthalle zu ermöglichen, deren Hauptnutzer der TV Unterbach sein soll. Allerdings konnte bisher kein geeignetes Baugrundstück gefunden werden.[4]
Der SC Unterbach verfügt über einen großen Sportplatz un Clubhaus in Unterfeldhaus, wo Fußball und Handball gespielt werden. In schöner Waldlage befindet sich der Unterbacher Tennisclub und am See gibt es einen Segelclub. Darüber hinaus existieren zwei Bootshäuser für schulgebundene Rudervereine zweier Gymnasien. Die beiden Unterbacher Grundschulen bieten jeweils in der vierten Klasse einen Segelkurs für die Kinder an.
[Bearbeiten] Wirtschaft
Unterbach hat als nahezu reiner Wohnort nur wenig wirtschaftliche Bedeutung. Die einzige große Einrichtung ist eine Regionalverwaltung mit Auslieferungslager der Rewe Group. Bis November 2007 firmierte diese Niederlassung noch unter dem Namen „Deutscher Supermarkt GmbH“, einer Tochter der 1988 von Rewe übernommenen „Leibbrand oHG“. Daneben gibt es zwei Hotelbetriebe sowie die Freizeiteinrichtungen rund um den Unterbacher See, mit zwei Freibädern, mehreren gastronomischen Einrichtungen, Hochseilklettergarten, Segel- und Surfschule sowie zwei Campingplätzen. Rund um den „Breidenplatz“ und entlang der „Gerresheimer Landstraße“ befinden sich die für ein Unterzentrum typischen Einrichtungen des täglichen Bedarfs, darunter auch gut 20 Einzelhandelsgeschäfte.
[Bearbeiten] Persönlichkeiten
[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Stadt
Folgende bekannte Persönlichkeiten stammen aus Unterbach:
- Bruno Feser, grafischer Schöpfer und Namensgeber des HB-Männchens
- Heiner Baltes, Fußballspieler, früherer Bundesliga-Profi für Fortuna Düsseldorf mit 279 Einsätzen und 11 Toren, zweimaliger Deutscher Pokalsieger und Europapokalfinalist
- Georg Erwin Hülsch, Komponist und Musiker der Klassik.
[Bearbeiten] Weitere Persönlichkeiten
Folgende Persönlichkeiten sind nicht in Unterbach geboren, haben aber dort gewirkt:
- Joachim Vobbe, amtierender oberster Bischof der Alt-Katholischen Kirche in Deutschland
- Joseph-Theodor Blank CDU-Bundestagsabgeordneter von 1983 bis 2002.[5] Auf sein Wohnhaus in Erkrath wurde 1995 ein Sprengstoffanschlag mit linksradikalem Hintergrund durch die Antiimperialistischen Zellen (AIZ) verübt.[6]
[Bearbeiten] Literatur
- F. J. Brors: Unterbach – Eine ortsgeschichtliche Plauderei und zugleich ein Beitrag zur Geschichte des Bergischen Landes, 140 S., 1910, Eigenverlag, o. ISBN
[Bearbeiten] Weblinks
-
Commons: Düsseldorf-Unterbach – Bilder, Videos und Audiodateien
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Amt für Statistik und Wahlen Landeshauptstadt Düsseldorf Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung am 31. Dezember 2006, Zugriff: 11. September 2007
- ↑ Hanna Eggerath: Erkrath – Unterbach, Unterfeldhaus, Hochdahl, Neandertal. Sutton, Erfurt, 1998, S.9 ISBN 3-89702-038-6.
- ↑ http://www.unterbach.com/presse2004/pr139.html
- ↑ NRZ: Hängepartie um die Halle, 20.04.2008
- ↑ http://www.bundestag.de/mdb/mdb14/bio/B/blankjo0.html
- ↑ http://www.im.nrw.de/inn/doks/vs/1998.pdf Bericht des NRW Verfassungsschutzes S. 118 ff.
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