Düsseldorfer Hof

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Düsseldorfer Hof (2013)

Der Düsseldorfer Hof ist ein als Hotel entstandener Gebäudekomplex in Königswinter, einer Stadt im nordrhein-westfälischen Rhein-Sieg-Kreis, der in seiner heutigen Form auf das Ende des 19. Jahrhunderts zurückgeht. Er steht als Baudenkmal unter Denkmalschutz.[1]

Lage[Bearbeiten]

Der Düsseldorfer Hof liegt an der Rheinallee (Hausnummern 14/15), der städtischen Rheinuferpromenade, zwischen den zur Altstadt hinauführenden Straßen Altenberger Gasse im Norden und Tomberger Straße im Süden.

Geschichte[Bearbeiten]

Düsseldorfer Hof in den 1880er-Jahren

Der Ursprung des Hotels mit einer ähnlichen Zweckbestimmung lag in einem 1763–1767 unter Abt Hermann Kneusgen errichteten barocken Gästehaus und Stadtresidenz der 1803 aufgehobenen Abtei Heisterbach („Heisterbacher Hof“), deren Äbte zuletzt dort wohnten. Das Hotel, das um 1826 eröffnete[2] und erstmals 1839 mit dem Namen Düsseldorfer Hof erscheint, übernahm dieses Gästehaus sowie das angrenzende Malteser Komtureihaus aus dem Jahre 1737. Ende des 19. Jahrhunderts kam es zu einer umfangreichen Erweiterung des Hotels: Das Gebäude des vormaligen Heisterbacher Hofs wurde 1892 mit einem höheren Dach aufgestockt, 1896 das ältere Komtureihaus abgerissen und stattdessen bis 1898 weit zurückversetzt ein fünfgeschossiger, neobarocker Neubau errichtet. Seit dieser Zeit verfügte der Düsseldorfer Hof auch über eine umglaste Aussichtsveranda.

Seit dem Kriegsjahr 1916 diente der Düsseldorfer Hof Lazarettzwecken.[3] Im Zweiten Weltkrieg wurden die Hotelgebäude als Hospital genutzt.[4] Gegen Kriegsende führten Schießübungen amerikanischer Soldaten auf den Giebel des älteren Baus zu Schäden am dort angebrachten Wappen der Abtei Heisterbach, die später nicht behoben wurden[5]. Im Mai 1949 erfolgte die Wiederöffnung des Hotels, das aber bereits Mitte August geschlossen und am 29. August des Jahres für die in Aufbau befindliche britische Hochkommission – die ihren Sitz bis Ende 1949 Sitz in Köln-Wahn nahm – beschlagnahmt wurde. Sie ließ in dem Hotel Umbaumaßnahmen durchführen, die den Wohnstandard unter anderem durch den Einbau von Bädern deutlich erhöhen sollten. Statt, wie beabsichtigt, zur Beherbergung und Bewirtung von Beamten und Militärs in gehobener Position, diente der Düsseldorfer Hof letztlich als Unterkunft des Verwaltungspersonals, war aber damit nicht ausgelastet.[6][7][8] 1951 erwarb die Stadt Königswinter das Hotel, am 31. Dezember wurde es wiedereröffnet.[9]

1988 wurde der Düsseldorfer Hof umgebaut, entkernt und bis auf das Erdgeschoss des Altbaus (Restaurant) in Eigentumswohnungen aufgeteilt, wobei auch die Aussichtsveranda zum Abbruch kam. Die letzte Renovierung der Fassade erfolgte 1999/2000. Stadtgeschichtlich gehört der Düsseldorfer Hof zu einer Reihe vier- bis fünfgeschossiger Hotelbauten, die seit dem Ende des 19. Jahrhunderts als Palasthotels an der Königswinterer Rheinfront entstanden und dieser großstädtischen Charakter verliehen. Die Eintragung des Gebäudes in die Denkmalliste der Stadt Königswinter erfolgte am 4. Juni 1985.

Architektur[Bearbeiten]

Bruchsteinmauer mit Tor

Der ehemalige Hotelkomplex besteht aus zwei Gebäuden auf einer erhöhten Terrasse, die von der Rheinallee über eine Treppenanlage zugänglich ist. Der näher an der Rheinallee gelegene ehemalige „Heisterbacher Hof“ ist ein drei-, ursprünglich zweigeschossiger unter Verwendung von Latit vom Stenzelberg errichteter[10] Putzbau mit ausgebautem Mansardwalmdach und sieben Achsen in barocken Formen. Die Mittelachse erfährt eine Hervorhebung durch zwei Balkone sowie einen Dreiecksgiebel, der das (stark zerstörte) Wappen der ehemaligen Abtei Heisterbach und das Baujahr (1764) zeigt. Die Kehlen werden durch reliefierte Traubenmotive geschmückt, Ecklisenen fassen die Gebäudekanten ein. Der weit zurückversetzte, fünfgeschossige und ebenfalls siebenachsige Neubau von 1896 in neobarocken Formen weist eine durch risalitartige Vorziehung betonte Mittelachse mit geschweiftem Dacherker auf. Die Fassade wird durch zahlreiche Balkone mit schmiedeeisernen Gittern geprägt. Zur Altenberger Gasse wird das Grundstück von einer hohen Bruchsteinmauer mit Tor abgegrenzt.

Unterhalb des Düsselsdorfer Hofs befindet sich ein größerer Weinkeller, der sogenannte „Heisterbacher Keller“.[11]:104

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Düsseldorfer Hof – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Denkmalliste der Stadt Königswinter, Nummer A 20
  2. Christoph Keller: Stadtkataster, Verlustflächenquartierung und Zonierung in Königswinter. In: Le projet Planarch 2: archéologie et aménagement du territoire (=Cahiers de l'urbanisme. Band 8), Editions Mardaga, 2007, S. 77.
  3. Herbert Menden: Königswinter in alten Ansichten. Band 2, Europäische Bibliothek, Zaltbommel 1981, Abb. 21
  4. Konrad Adenauer zollte ihm hohen Respekt, General-Anzeiger, 14. Oktober 2006
  5. "Winetre" besitzt Kostbares aus allen Epochen, General-Anzeiger, 8. September 2005
  6. Helmut Vogt: Wächter der Bonner Republik. Die Alliierten Hohen Kommissare 1949–1955, Verlag Ferdinand Schöningh, Paderborn 2004, ISBN 3-506-70139-8, S. 64.
  7. Stadt Bonn, Stadtarchiv (Hrsg.); Helmut Vogt: „Der Herr Minister wohnt in einem Dienstwagen auf Gleis 4“. Die Anfänge des Bundes in Bonn 1949/50, Bonn 1999, ISBN 3-922832-21-0, S. 77–85.
  8. Jens Krüger: Die Finanzierung Der Bundeshauptstadt Bonn. In: Veröffentlichungen der Historischen Kommission zu Berlin, Band 106, Verlag Walter de Gruyter 2006, S. 42
  9. Die Geschichte des Siebengebirgsraumes im Überblick, Heimatverein Siebengebirge e.V. Königswinter
  10. Verschönerungsverein für das Siebengebirge (Hrsg.): Naturpark-Echo des VVS, 13. Jg., Nr. 1, April 2013, S. 5.
  11. Angelika Schyma: Stadt Königswinter. (= Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Denkmäler im Rheinland, Band 23.5.)

50.6750947.19115Koordinaten: 50° 40′ 30″ N, 7° 11′ 28″ O