Dāʿī

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Ein Dāʿī (arabisch ‏داع‎, DMG dāʿin oder – determiniert – ‏الداعي‎ / ad-dāʿī, Plural ‏دعاة‎ / duʿāt) ist ein islamischer Missionar. Seine Tätigkeit, der Aufruf zum islamischen Glauben, wird Da’wa genannt und wurde erstmals im 7. Jahrhundert von den Charidschiten angewendet, die sich auf diese Weise im Maghreb etablierten. Im 10. Jahrhundert systematisierten die Ismailiten das Verfahren und begründeten mit seiner Hilfe u. a. die Dynastie der Fatimiden.

Heutzutage wird diese Form der Missionierung vor allem in Moscheen und im Fernsehen ausgeübt. Vor allem im Fernsehen ziehen moderne Da’is Millionen von Zuschauern an, da sie mit einer zeitgemäßen Sprache v. a. der Jugend den Islam näherbringen. Es werden dabei Stellen aus dem Koran zitiert und erläutert sowie Geschichten und Zitate des Propheten Mohammed und seiner Gefolgsleute erzählt.

Da’is bei den Ismailiten[Bearbeiten]

Bei den Ismailiten ab Ende des 9. Jahrhunderts hatte ein Da’i sowohl die Rolle eines Missionars, der neue Anhänger gewann und Auserwählten die ismailitische Geheimlehre verkündete, als auch die eines politischen Agenten.[1] Die Ismailiten wollten zusammen mit dem zu erwartenden Mahdi letztlich das herrschende Bagdader Kalifat der Abbasiden stürzen. Wegen ihrer Umsturzabsichten mussten die Da’is konspirativ vorgehen; in den Städten tarnten sie sich z. B. als Kaufleute. Die ismailitischen Fatimiden schufen für ihre Mission eine Propagandaorganisation.[2] Das Netz der Missionare sorgte für Informationen aus der gesamten islamischen Welt. Nach Errichtung des Fatimidenkalifats in Ägypten wurde die ismailitische Mission sehr systematisch organisiert,[3] mit einem Ober-Da’i an der Spitze. Eine innere Mission wandte sich an die Sunniten in Ägypten; ihnen wurde die schiitische Lehre nicht aufgezwungen, aber man warb für eine Konversion. In jeder Provinzhauptstadt wirkte neben dem Richter ein Da’i. Die äußere Mission arbeitete weiter konspirativ. Über die Da’is konnte die Regierung in anderen Ländern Unruhen schüren und hatte so ein außenpolitisches Machtmittel.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Heinz Halm: Das Reich des Mahdi. Der Aufstieg der Fatimiden 875–973. C. H. Beck, München 1991, S. 25
  2. Claude Cahen: Der Islam I, Frankfurt am Main 1968, S. 262
  3. Heinz Halm: Die Schia, Darmstadt 1988, S. 211f.