Dōjō

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Blick in ein Dōjō (Kendō)

Dōjō [doːdʑoː] (jap. 道場, Ort des Weges) bezeichnet einen Trainingsraum für verschiedene japanische Kampfkünste (Budō) wie z. B. Karate, Jūdō, Kendō, Jujutsu oder Aikidō. Im übertragenen Sinne steht der Begriff auch für die Gemeinschaft der dort Übenden.

Dōjō-Arten[Bearbeiten]

Honbu Dōjō (本部道場) bezeichnet das Hauptquartier oder die zentrale Übungshalle einer Kampfkunst oder Kampfsportart.

Im Zen-Buddhismus wird in einem Dōjō Zazen (Meditation) geübt. Ein solcher Dōjō wird auch Zendō (禅堂) genannt.

Außerhalb Japans wird neben der eigentlichen Übungshalle bzw. Übungsraum mit „Dōjō“ oft auch der Verein oder Club bezeichnet.

Richtungsangaben[Bearbeiten]

  • Vorn (Vorder-/Frontseite): Shōmen (正面). Obwohl stark buddhistisch geprägt, ist es in Japan seit den 1920er-Jahren in vielen Budō-Dōjō üblich, an der Stirnseite auch einen Kamidana (shintoistischer Hausaltar) aufzustellen, der als Kamiza bezeichnet wird.
  • Links: Fukosen
  • Rechts: Shusen
  • Hauptlinie: Embusen (演武線, auch Enbusen)
  • Eingangsseite: Shimose
  • Obere Seite: Jōseki (Ehrenplatz für den Lehrer, meistens am weitesten vom Eingang entfernt)
  • Untere Seite: Shimoseki (Platz für die Schüler, gegenüber dem Jōseki)

Verhaltensregeln[Bearbeiten]

Auch wenn in der westlichen Welt ein Dōjō meistens eine normale Sporthalle ist, so gelten für die Sportler und Gäste bestimmte Verhaltensregeln (Reishiki):

  • Vor dem Betreten der eigentlichen Übungshalle sind die Schuhe auszuziehen, damit der Boden nicht mit Straßenschmutz verunreinigt wird.
  • Betritt man den Dōjō, verbeugt man sich in Richtung Shōmen (Vorderseite). Man zeigt mit dieser Verbeugung, dass man sich dessen Regeln unterwirft.
  • Laute Geräusche oder Unterhaltungen sind unerwünscht, da die Übenden nicht gestört werden sollen.

In vielen Dōjō erlaubt die Sitzordnung Rückschlüsse auf die Rangfolge der Personen: Die Ranghöchsten sitzen am weitesten von der Tür entfernt. Diese Tradition stammt aus der Herrschaftszeit der Samurai (Kriegerkaste) und ist noch heute in Großraumbüros japanischer Firmen anzutreffen.

Bekannte Dōjō[Bearbeiten]