Dōjinshi

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Der Begriff Dōjinshi (jap. 同人誌) ist eine Abkürzung des Begriffs dōjin zasshi (同人雑誌, „Zeitschrift von und für Gleichgesinnte“) und bezeichnet von nichtprofessionellen Zeichnern im Selbstverlag herausgegebene Mangas, ähnlich wie Fanzines. Dōjinshi-Zeichnungen werden auch als Fan-Art bezeichnet.[1][2] Die Dōjin-Gruppen, die häufig auch nur aus einer Person bestehen, bezeichnen sich als „Zirkel“ (サークル, sākuru für engl. circle).

Dōjinshi werden in Japan hauptsächlich auf Dōjinshi-Messen verkauft, sind also Werke kommerzieller Natur. Die größte Messe davon ist die zweimal jährlich stattfindende Comic Market (Comiket) in Tokio, die zugleich auch die größte Comic-Messe der Welt ist.[2] Daneben erfolgt der Vertrieb auch über auf Dōjinshi spezialisierte Ladenketten oder Second-Hand-Buchhandlungen.

Inhalt[Bearbeiten]

Da die Zeichner keinen redaktionellen Beschränkungen unterliegen, bieten die Dōjinshis große Ausdrucksfreiheit. Häufig werden Charaktere aus bestehenden Manga- oder Animeserien entlehnt.[1] Ein Teil der Veröffentlichungen handelt von erotischen und sexuellen Beziehungen, darunter viele der Genre Yaoi und Yuri (Geschichten über homosexuelle Beziehungen).[3] Es werden auch andere Bereiche verwendet und viele Zeichner schaffen auch eigenständige Serien.

Dōjinshi-Zeichner[Bearbeiten]

Viele professionelle Manga-Zeichner haben ihre Wurzeln in der Dōjinshi-Szene, beispielsweise die Zeichnergruppe Clamp.

Ein Beispiel für professionelle Entwicklung ist die Serie Haibane Renmei, die als Dōjinshi begann. Aufgrund des großen Erfolges wurden spätere Bände kommerziell vermarktet, ehe die Mangas zugunsten einer Umsetzung als Anime-Serie eingestellt wurden.

Manchmal veröffentlichen bekannte Zeichner weiterhin Dōjinshi unter einem Pseudonym oder sogar unter ihrem richtigen Namen. Ein Beispiel ist Rikudo Koshi, der auch nach seinem Durchbruch mit der Serie Excel Saga weiterhin Dōjinshi unter seinem eigenen Namen zeichnet und auf Messen verkauft; ein anderes Nozomu Tamaki, der sogenannte „offizielle Dōjinshi“ (公式同人誌, kōshiki dōjinshi) zu seinen eigenen professionell verlegten Manga zeichnet.[4]

Rechtliche Situation[Bearbeiten]

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Obwohl der überwiegende Anteil der Dōjinshi wegen der Verwendung lizenzierter Figuren eine Urheberrechtsverletzung darstellt, werden diese Werke von den japanischen Manga-Verlagen weitgehend geduldet, da sie zur Popularität der Originale beitragen. Die Verlage sind auf großen Messen selber mit eigenen Ständen vertreten und nutzen sogar Dōjinshi-Veranstaltungen um neue Zeichentalente ausfindig zu machen.

Dōjinshi international[Bearbeiten]

Im Gegensatz zum kommerziellen Hintergrund in Japan haben Dōjinshi-Projekte in anderen Ländern eher Hobbycharakter und stehen nur selten in einem finanziellen Zusammenhang. Mit Ausnahme einzelner, meist in Privatinitiative gedruckter Werke oder Sammelbände erfolgt die Verbreitung im Allgemeinen kostenlos über das Internet und beschränkt sich auf die Fanszene des jeweiligen Landes.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Salil K. Mehra: Copyright and Comics in Japan: Does Law Explain Why All the Cartoons My Kid Watches Are Japanese Imports?. In: Rutgers Law Review. Vol. 55, 2002, doi:10.2139/ssrn.347620 (über die rechtliche Situation von Dōjinshi, PDF). (engl.)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Ga-netchû! Das Manga-Anime-Syndrom, S. 266. Henschel Verlag, 2008
  2. a b Paul Gravett: Manga - Sechzig Jahre Japanische Comics, S. 135f. Egmont Manga und Anime, 2004.
  3. Paul Gravett: Manga - Sechzig Jahre Japanische Comics, S. 99f. Egmont Manga und Anime, 2004.
  4. サークル【環屋】の環望先生による「ダンスインザヴァンパイアバンド」公式同人誌!ファンが待ちかねた第五弾と第六弾がとらのあなに登場です! Toranoana, abgerufen am 24. Januar 2013 (japanisch).

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Dōjinshi – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen