D-Day

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Into the Jaws of Death, berühmtes Foto der Landung von Truppen der US-Army am D-Day am Omaha Beach

Der Ausdruck D-Day bezeichnet im Englischen den Stichtag militärischer Operationen.[1] Ein vergleichbares deutsches Wort ist Tag X, ein französisches jour J. In vielen Sprachen steht der Ausdruck heute speziell für den 6. Juni 1944 als Beginn der Landung der Alliierten in der Normandie im Zweiten Weltkrieg.

Wortherkunft[Bearbeiten]

Das Kürzel D-Day (ebenso wie H-Hour[2] oder auf Deutsch Tag X) bezeichnet den Zeitpunkt einer größeren militärischen Operation, ohne etwas über Inhalt, Ort oder Zeitpunkt selbst zu verraten. D-Day wird dabei im Englischen auch als Kürzel für Day Day, Decision Day, Delivery Day, Deliverance Day, Doomsday oder Debarkation Day angesehen, doch ist die Herkunft der Bezeichnung nicht gesichert. Als alternative Erklärung findet man häufig auch, dass D und H einfach Wiederholungen von Day beziehungsweise Hour sind. Dafür spricht, dass die Franzosen „Jour J“ sagen, was dem gleichen Schema folgt. Vermutlich wurde dies zunächst nur als Platzhalter für einen bestimmten Tag und eine bestimmte Uhrzeit verwendet, wobei diese noch nicht feststanden.

Die erste nachweisliche Nutzung der Bezeichnungen war im Ersten Weltkrieg und findet sich in der Field Order Number 9, First Army, American Expeditionary Forces vom 7. September 1918 zur Schlacht von St. Mihiel. Dort heißt es:

“The First Army will attack at H hour on D day with the object of forcing the evacuation of the St. Mihiel Salient.”

„Die Erste Armee wird zur Stunde H am Tage D angreifen mit dem Ziel, die Räumung des St.-Mihiel-Bogens zu erzwingen.“

„Combat Orders“ der „General Service Schools“ in Fort Leavenworth, Kansas, 1922

Dementsprechend wird in der Planung der Operationen unabhängig vom schließlich festgelegten Tag für die Schritte/Aufgaben an den Tagen davor und danach folgendermaßen gezählt: D − 4 steht z. B. für den 4. Tag vor dem Tag X, D + 7 für den 7. Tag nach dem Tag X.

Landung in der Normandie[Bearbeiten]

Plan der 1st US Army Group am 6. Juni 1944

Das bekannteste Beispiel für einen D-Day ist der 6. Juni 1944, der Tag, an dem während des Zweiten Weltkrieges die Landung alliierter Truppen in der Normandie begann und damit die lang geplante Eröffnung einer Zweiten Front der Anti-Hitler-Koalition. D-Day war der Beginn der Operation Overlord. Die Landung selbst verlief unter dem Codenamen Operation Neptune.

Eigentlich sollte die Landung am 5. Juni 1944 stattfinden. Da aber das Wetter zu schlecht war, wurde sie auf den 6. Juni 1944 verschoben (vgl. Wettervorhersage für den 5. und 6. Juni 1944 im Ärmelkanal). Die Terminierung war auch von den Gezeiten abhängig.

Eine bedeutende Rolle spielte dabei der Doppelspion Joan Pujol García, Deckname Garbo. Er hat als einer ihrer wichtigsten Quellen in England die Deutschen überzeugt, dass die eigentliche Landung erst noch bei Calais bevorstehe. Das Täuschungsmanöver der Alliierten, die Operation Fortitude, hat die Deutschen über den Zeitpunkt und den Ort der Landung der Alliierten in die Irre geführt.[3]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: D-Day – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. D-day im DOD Dictionary of Military and Associated Terms (englisch), abgerufen am 9. Januar 2013
  2. H-hour im DOD Dictionary of Military and Associated Terms (englisch), abgerufen am 9. Januar 2013
  3. Arne Molfenter: Garbo, der Spion. Das Geheimnis des D-Day. München 2014, S. 130-148