D-Wave Systems

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D-Wave Systems
Rechtsform Inc.
Gründung 1999
Sitz Burnaby, British Columbia, KanadaKanada Kanada
Leitung Vern Brownell, CEO
Mitarbeiter ca. 60 (2013)
Branche Hardware, Computersysteme
Website D-Wave Systems

D-Wave Systems Inc. ist ein Hardwarehersteller mit Hauptsitz in Burnaby, British Columbia, Kanada. Das Unternehmen wurde 1999 gegründet und am 11. Mai 2011 durch die Entwicklung des nach ihren Angaben ersten kommerziellen Quantencomputers bekannt.

Geschichte[Bearbeiten]

Foto eines Chips, hergestellt von D-Wave Systems Inc. und entworfen für 128-qubit.

D-Wave wurde von Haig Farris, Geordie Rose, Bob Wiens und Alexandre Zagoskin 1999 gegründet.

Sie verkauften 2011 einen Computer mit nach eigenen Angaben 128 Qubits an Lockheed Martin und erhielten daraufhin eine Finanzierung von 30 Millionen Dollar von Jeff Bezos, dem Gründer von Amazon, und dem Unternehmen In-Q-Tel, das dem amerikanischen Geheimdienst CIA zugeordnet wird.

Im Mai 2013 wurde der Kauf eines Quantencomputers von der NASA und Google bekanntgegeben.[1] Dieser Computer soll auf 512 Qbits rechnen können, wobei jedes Qbit durch die Flussrichtung von Strom durch supraleitende Schleifen auf einem Chip dargestellt wird.

Kritik[Bearbeiten]

Der Computer ist kein Quantencomputer im ursprünglichen Sinn,[2] für den die Realisierung einer Quantenverschränkung wesentlich ist (stattdessen handelt es sich um einen sog. Adiabatischen Quantencomputer). Dass dies D-Wave gelungen ist, bezweifeln Kritiker. Aus diesem Grund ist es prinzipiell nicht möglich, auf diesem Computer den Shor-Algorithmus auszuführen. Stattdessen führt er adiabatische Optimierungsprobleme aus. D-Wave ist es nach Meinung von Kritikern auch noch nicht gelungen, zweifelsfrei nachzuweisen, dass ihr Computer bei irgendeinem Problem schneller als herkömmliche Computer ist.[3] Beispielsweise gelang es zwar der Informatikerin Catherine McGeoh bei Tests, ausgewählte Optimierungsaufgaben sehr viel schneller als mit üblicher PC-Software auszuführen, doch sagt dies nach McGeoh nichts darüber aus, wie schnell der Computer wirklich ist, und auch nichts darüber, ob Quanteneffekte bei seiner Leistung eine Rolle spielen. Andere Studien, die die Leistung des D-Wave-Rechners mit einer Simulation von Quantencomputern vergleichen, liefern bisher keine eindeutigen Aussagen, ob Quanteneffekte eine Rolle spielen.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. BBC.CO.UK - NASA buys into 'quantum' Computer vom 16. Mai 2013, abgerufen am 18. Mai 2013
  2. Robert Gast Ein Quantenmärchen, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 26. Mai 2013, S. 61, 63
  3. Robert Gast, loc. cit., S. 63