DB-Baureihe V 200.1
| DB-Baureihe V200.1 DB-Baureihe 221 |
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V200 116 im Bw Köln-Deutzerfeld
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| Nummerierung: | V 200 101–150, ab 1968 221 101–150 |
| Anzahl: | 50 |
| Hersteller: | Krauss-Maffei |
| Baujahr(e): | 1962–1965 |
| Ausmusterung: | 1987/88 |
| Achsformel: | B’B’ |
| Länge über Puffer: | 18.440 mm |
| Höchstgeschwindigkeit: | 140 km/h |
| Dauerleistung: | 1986 kW |
| Motorbauart: | 2 × V12-Zylinder-Diesel |
| Leistungsübertragung: | hydraulisch |
Bei der DB-Baureihe V 200.1 handelt es sich um eine Diesellokomotive der Deutschen Bundesbahn. Von 1962 bis 1965 wurden insgesamt 50 Lokomotiven beschafft.
In dem ab 1968 gültigen Baureihenschema der DB wurde sie als Baureihe 221 geführt.
Inhaltsverzeichnis |
Geschichte[Bearbeiten]
Die Baureihe V 200.1 ist eine Weiterentwicklung der Baureihe V 200.0, zu der Krauss-Maffei 1960 den Auftrag erhalten hat. Von der Baureihe V 200.0 unterscheidet sich die V 200.1 im Wesentlichen durch die stärkeren Antriebsmotoren von 2 × 1350 PS gegenüber 2 × 1100 PS bei der V 200.0. Diese wurden notwendig, da durch das gestiegene Verkehrsaufkommen die Züge länger und schwerer geworden waren. Dadurch kamen die Lokomotiven der Baureihe V 200.0 an ihre Leistungsgrenzen, was nicht selten zu Verspätungen führte. Das höhere Gewicht der neuen Motoren wurde zum Teil durch den Einsatz von Leichtbaustoffen und die Verwendung eines leichteren Kessels für die Dampfheizung wieder ausgeglichen.
Die Lokomotiven der Baureihe V200.1 waren insbesondere im schnellen und schweren Personenzugdienst auf der Allgäubahn zwischen Kempten (Allgäu) und Lindau und der Schwarzwaldbahn zwischen Offenburg und Konstanz im Einsatz. Die Baureihe V200.1 stand aber auch auf der Vogelfluglinie neben der neu gebauten Fehmarnsundbrücke und den modernen Fährschiffen für schnelles Reisen zwischen Deutschland und Dänemark.
Der letzte Einsatzort der inzwischen in Baureihe 221 umgezeichneten Maschinen bei der DB war das Ruhrgebiet, wo schwere Güterzüge auf Haupt- und Nebenstrecken gezogen wurden. Stationiert waren die Lokomotiven hier zunächst im Betriebswerk Gelsenkirchen-Bismarck, nach dessen Auflösung war bis 1988 das Bw Oberhausen-Osterfeld letzte Heimat der Baureihe 221. Die Lokomotiven wurden dabei überwiegend im Programmverkehr ohne regelmäßigen Fahrplan im gesamten Ruhrgebiet vor diversen Güterzugleistungen eingesetzt, darunter auch auf der engen Angertalbahn im schweren Kalktransport.
Die griechische OSE erwarb einige Loks und ließ diese in Deutschland technisch und optisch aufarbeiten. Alle Loks erhielten eine neue ozeanblau-beige Lackierung analog dem DB-Schema. Die Loks wurden als Baureihe A410 eingeordnet und waren als Übergangslösung im Personenverkehr gedacht, wurden aber auch im Güterverkehr eingesetzt. Nach der Ausmusterung Ende der 1990er Jahre wurden 20 Loks von deutschen Privatbahnen erworben.
Technik[Bearbeiten]
Während das konstruktive Grundkonzept als zweimotorige Lok mit Getrieben unter den Endführerständen und Drehgestellen mit innengelagerten Radsätzen von der V 200.0 übernommen wurde, ähnelt das Innenleben der Lok, insbesondere im elektrischen Teil, stärker der V 100 als der V 200.0
Auf die Ausstattung mit Motoren und Getrieben verschiedener Hersteller wurde verzichtet, und die Loks einheitlich mit 1.350-PS-Motoren von Daimler Benz (Typ MB 12 V 652 TZ) und Getrieben Maybach Mekydro K184U geliefert. Der TZ-Motor besaß keine Kolbenbodenkühlung und erwies sich für den schweren Dienst in der V 200.1 als nicht genügend standfest. Im Rahmen von Motortauschaktionen kam der 12 V 652 daher später in der TA-Version (mit Kolbenkühlung) zum Einbau, während noch funktionsfähige TZ-Aggregate einer schonenderen Restnutzung in der V 100 und insbesondere V 90 zugeführt wurden.
Das Getriebe K184U ist eine auf die größere Getriebeeingangsleistung abgestimmte, weiterentwickelte Version des Ausrückwandler-Getriebes K104U, das in zahlreichen V 200.0 zum Einsatz gekommen war. Durch die größere Baulänge des Getriebes musste die Dachöffnung der Führerhäuser um je 315 mm verlängert werden, da das Getriebe zum Austausch durch das Dach gekrant werden muss. Um die bei Krauss-Maffei noch vorhandenen Holzformen für die markant gekrümmten Führerhauspartien der V 200 weiter nutzen zu können, wurden die Führerhausbleche bei unveränderter Länge des Lokrahmens steiler nach außen aufgerichtet eingebaut, und so im Dachbereich der notwendige Platz für die Getriebe gewonnen.
Die Drehgestelle entsprechen zwar im Wesentlichen der V 200.0, sind aber nicht mit dieser austauschbar. Insbesondere wurden Radsatzwelle und Nabe verstärkt ausgeführt, was auch geänderte Radsatzgetriebe bedingte. Als die Lokomotiven bereits überwiegend im Ruhrgebiet und Emsland zum Einsatz kamen, wurden die Maybach-Radsatzgetriebe der höheren Belastung wegen gegen Achstriebe von Gmeinder ausgetauscht. Ab Werk wurde die Drehgestellführung wie bei der V 200.0 durch starre Lenkhebel besorgt. Sie stellten die kontrollierte Ausdrehung um einen nur ideell vorhandenen Punkt in Drehgestellmitte sicher. Dieses Lenkhebelsystem vertrug sich nicht mit den Ende der 1960er Jahre eingeführten neuen Verschleißprofilen der Radreifen, und führte auf langen Geraden zum seitlichen Aufschaukeln des Lokkastens. Als Sofortmaßnahme wurden von verschiedenen Bahndirektionen Geschwindigkeitsbegrenzungen auf 120 km/h verfügt, und mit den Lokomotiven 221 106 und 220 052 eine Querentkopplung des Lokkastens erprobt. Diese bestand aus einem Umbaupaket, das aus einem abermals geänderten Radreifenprofil, stoßgedämpften Lenkern und dem Ersatz der Schraubenfedern zwischen Lokkasten und Drehgestell durch Metall-Gummi-Federn.
Die gegenüber der V 200.0 komplett geänderte Kühlanlage ermöglichte es, die Luftpresser in die Maschinenraummitte zu verlegen und so auf beiden Seiten des Maschinenraums einen durchgängig begehbaren Gang zu schaffen. Bei der V 200.0 war die Bremsleistung bei alleinfahrender Lok oft als zu gering bemängelt worden, so dass bei der V 200.1 die Druckluftbremse verstärkt wurde.
Verbleib[Bearbeiten]
Es sind noch insgesamt 24 Maschinen der Baureihe V 200.1 erhalten.
Die betriebsfähige V 200 116 der Dampflok-Tradition Oberhausen ist auf vielen Sonderfahrten des Verkehrsmuseums Nürnberg zu sehen. Insgesamt 20 der nach Griechenland verkauften Lokomotiven BR 221 wurden 2002 durch die Prignitzer Eisenbahn GmbH wieder zurück nach Deutschland geholt. Einige der teils sehr heruntergewirtschafteten Maschinen wurden Schritt für Schritt überholt und an diverse Privatbahngesellschaften veräußert. So ist die V 200 136 in blauer Farbgebung im Besitz der Eisenbahngesellschaft Potsdam mbH (EGP).
Im Oktober 2003 kamen die V 200 101 und V 200 120 aus Italien zurück; sie stehen derzeit abgestellt im Süddeutschen Eisenbahnmuseum Heilbronn, wo man angefangen hat, eine wieder aufzuarbeiten.
Eines der 20 aus Griechenland zurückgeholten Exemplare, die ehemalige V 200 147, wurde nach Aufarbeitung durch die Arriva-Werke in Neustrelitz an die Bentheimer Eisenbahn verkauft und hat im Juli 2008 als D 20 „Coevorden“ dort ihren Dienst angetreten. Die 221 117 und 221 122 (ex V 200 117 und V 200 122) wurden ebenfalls von den Arriva Werken Nord betriebsfähig aufgearbeitet und sind heute für die EfW-Verkehrsgesellschaft im Einsatz. Die ebenfalls aus Griechenland zurückgekehrte 221 145 ist nach Aufarbeitung der nun unter Netinera firmierenden Werke in Neustrelitz seit 2012 für Netinera im Einsatz.[1]
Seit Januar 2008 fährt V 200 135 für die Bocholter Eisenbahn Gesellschaft; sie wurde am 4. Januar 2008 auf dem Gelände der Arriva-Werke übergeben und soll vor dem Kupfershuttle von Lünen-Süd nach Hettstedt eingesetzt werden.
Bei der SGL Schienen-Güter-Logistik, Dachau, sind 2011 die V 200 121 (V 270.09) und V 200 124 (V 270.10) im Betrieb.
Literatur[Bearbeiten]
- Horst J. Obermayer: Taschenbuch Deutsche Diesellokomotiven. Franch'sche Verlagshandlung, Stuttgart 1979 ISBN 3-440-03932-3
- Thomas Feldmann: Wieder daheim. Die Baureihe 221. In: LOK MAGAZIN. Nr. 263/Jahrgang 42/2003. GeraNova Zeitschriftenverlag GmbH München, ISSN 0458-1822, S. 36–51.
- Matthias Maier: Die Baureihe V 200. EK Verlag Freiburg, ISBN 3-88255-208-5
Weblinks[Bearbeiten]
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Commons: DB-Baureihe V 200.1 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien - Die Baureihe V 200.0 / V 200.1
- Lieferliste Baureihe 221
- englischsprachige Informationsseite über die V200 mit Informationen über den Auslandsverbleib
- Homepage über die Baureihe V200.1
- Online-Video Lok „221 135-7“ als Sonderzug „TEE Saphir“ zwischen Köln und Aachen
- Bericht über die Überführung der V 200 147 zur BE nach Nordhorn
Einzelnachweise[Bearbeiten]
- ↑ eisenbahn-magazin 10/2012, S. 21