DDR-Fußball-Oberliga 1951/52

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Die Saison 1951/52 war die dritte Auflage der DDR-Oberliga. Meister wurde die BSG Turbine Halle. Die Saison begann am 29. August 1951 und endete am 11. Mai 1952.

Die Meisterschale der BSG Turbine Halle

Vor der Saison[Bearbeiten]

Neben den beiden sportlichen Aufsteigern aus der Vorsaison (BSG Zentra Wismut Aue, BSG Anker Wismar) gab es mit der SV Volkspolizei Vorwärts Leipzig eine weitere neue Mannschaft in der Oberliga. Die Sportvereinigung wurde erst am 2. August 1951 gegründet und sofort in die Oberliga als Repräsentant der Armeesportvereinigung Vorwärts eingegliedert. Die beiden in der Vorsaison sportlich abgestiegenen Mannschaften SG Union Oberschöneweide und VfB Pankow aus Ost-Berlin verblieben indirekt ebenfalls in der Oberliga; ihre Plätze und Mannschaften wurden durch die BSG Motor Oberschöneweide sowie die BSG Einheit Pankow übernommen. Dadurch erhielt die Oberliga mit 19 Mannschaften den höchsten Teilnehmerstand ihrer Geschichte.

Namensänderungen[Bearbeiten]

Die Bezeichnungen der beiden Aufsteiger aus Aue und Wismar wurden noch vor dem Start der Saison geändert.

Namenswechsel der Sportgemeinschaften
Name vor der Saison Umbenennung
vor bzw. während der Saison nach der Saison
BSG Zentra Wismut Aue BSG Wismut Aue
BSG Anker Wismar BSG Motor Wismar
BSG Stahl Altenburg BSG Motor Altenburg
SV Volkspolizei Vorwärts Leipzig SV Vorwärts der HVA* Leipzig
* Hauptverwaltung Ausbildung

Saisonverlauf[Bearbeiten]

Turbine Halle wurde letztendlich souverän Meister vor der SG VP Dresden. Die anfänglich größten Konkurrenten Rotation Dresden und Motor Zwickau hatten eine schwache Rückrunde und wurden nur Vierter bzw. Fünfter. Vorjahresmeister Chemie Leipzig erlebte einen Fehlstart und erreichte erst durch eine gute Rückrunde den dritten Rang.

Einheit Pankow wurde erneut abgeschlagen Letzter, schnitt jedoch nicht ganz so schlecht ab wie im Vorjahr. Zusammen mit den Pankowern stiegen der Vorjahresaufsteiger Motor Wismar (der seine Heimspiele in Rostock austragen musste) sowie die Oberliga-Gründungsmitglieder Stahl Altenburg und Fortschritt Meerane ab. Lediglich Meerane schaffte es danach noch einmal in die Oberliga. Auch die per Befehl in die Oberliga gehobene SV VP Vorwärts Leipzig kämpfte lange gegen den Abstieg. Dagegen konnte der Aufsteiger Wismut Aue überraschen und war kurzzeitig sogar Dritter. Am Ende wurde man Siebter.

DDR-Fußball-Oberliga 1951-52.jpg
Abschlusstabelle
Platz Mannschaft Sp S U N Tore Quotient Punkte
1. BSG Turbine Halle 36 21 11 4 80:42 1,90 53-19
2. SG Volkspolizei Dresden 36 23 3 10 79:53 1,49 49-23
3. BSG Chemie Leipzig (M) 36 19 9 8 90:53 1,70 47-25
4. BSG Rotation Dresden 36 19 8 9 73:44 1,66 46-26
5. BSG Motor Zwickau 36 17 11 8 71:50 1,42 45-27
6. BSG Rotation Babelsberg 36 18 6 12 75:58 1,29 42-30
7. BSG Wismut Aue (N) 36 15 10 11 75:62 1,21 40-32
8. BSG Turbine Erfurt 36 17 5 14 58:47 1,23 39-33
9. BSG Aktivist Brieske-Ost 36 16 6 14 72:74 0,97 38-34
10. BSG Lokomotive Stendal 36 16 5 15 70:69 1,01 37-35
11. BSG Motor Oberschöneweide 36 14 7 15 53:66 0,80 35-37
12. BSG Motor Dessau 36 14 6 16 67:69 0,97 34-38
13. BSG Stahl Thale (P) 36 12 7 17 52:59 0,88 31-41
14. BSG Motor Gera 36 11 9 16 56:72 0,78 31-41
15. SV Vorwärts HVA Leipzig (N)* 36 10 10 16 57:60 0,95 30-42
16. BSG Fortschritt Meerane 36 10 6 20 66:89 0,74 26-46
17. BSG Motor Wismar (N) 36 10 4 22 55:77 0,71 24-48
18. BSG Stahl Altenburg 36 8 5 23 46:95 0,48 21-51
19. BSG Einheit Pankow 36 5 6 25 38:94 0,40 16-56
Legende
DDR-Meister
Pokalsieger
Absteiger in die Liga
(M) Meister der letzten Saison
(P) Pokalsieger der letzten Saison
(N) Aufsteiger der letzten Saison
* in die Oberliga delegiert
Aufsteiger aus der DDR-Liga 1951/52:
BSG Empor Lauter, BSG Motor Jena

Statistik[Bearbeiten]

Die Meistermannschaft[Bearbeiten]

BSG Turbine Halle
Heinz Kegel (32 Spiele / Tore -)

Günter Heyse (29/-), Horst Blüher (24/3)
Herbert Rappsilber (36/8), Otto Werkmeister (27/-), Otto Knefler (35/4)
Horst Ebert (36/9), Walter Schmidt (35/6), Wolfgang Stops (29/24), Heinz Schleif (36/9), Erich Haase (33/8)

Trainer: Alfred Schulz
außerdem: Arthur Richter (Tor, 4/-); Karl Gola (26/7), Gerhard Kulitze (12/1), Gerhard Thomas (8/-), Helmut
Schlauß (4/-), Georg Morawitz (3/-), Karl Ebert (2/-), Wolfgang Horter (2/1), Walter Franke (1/-), Karl Riedrich (1/-),
Lothar Stricksner (17/-)

Tore[Bearbeiten]

Torschützenkönig Rudolf Krause

Es fielen 1.233 Tore, im Durchschnitt 3,60 pro Spiel. Den höchsten Sieg mit jeweils 9:0 erzielten Motor Dessau am 29. August 1951 bei Einheit Pankow und Rotation Dresden im Heimspiel am 30. September 1951 gegen Motor Gera. Es waren zugleich die torreichsten Spiele neben den Begegnungen Fortschritt Meerane - Aktivist Brieske Ost 7:2 am 30. November 1951, Chemie Leipzig - Fortschritt Meerane 8:1 am 16. Dezember 1951 und Turbine Erfurt - Motor Gera 7:2 am 3. Februar 1952. Die Torschützenkrone teilten sich mit je 27 Treffern Rudolf Krause (BSG Chemie Leipzig) und Kurt Weißenfels (BSG Lokomotive Stendal).

Torschützenliste
Spieler Mannschaft Tore
1. Rudolf Krause BSG Chemie Leipzig 27
Kurt Weißenfels BSG Lokomotive Stendal 27
3. Johannes Schöne BSG Rotation Babelsberg 25
4. Gerhard Hänsicke SG Volkspolizei Dresden 24
Wolfgang Stops BSG Turbine Halle 24

Zuschauer[Bearbeiten]

Insgesamt sahen 3.620.000 Zuschauer die 342 Oberligaspiele, das ist ein Schnitt von 10.585 Zuschauern pro Spiel. Den größten Zuschauerzuspruch mit 50.000 hatte das Dresdner Ortsderby SC Rotation - SG Volkspolizei am 2. März 1952.

FDGB-Pokal[Bearbeiten]

Der FDGB-Pokal wurde in dieser Spielzeit vom Vizemeister SG VP Dresden durch ein 3:0 gegen den Oberliga-Absteiger Einheit Pankow gewonnen. Das Finale des Pokalwettbewerbs fand am 14. September 1952, eine Woche vor dem Start der Folgesaison, statt.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]