DG-200

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DG-200
Typ: Segelflugzeug der FAI-15m-Klasse
Entwurfsland: Deutschland BundesrepublikBundesrepublik Deutschland Bundesrepublik Deutschland
Hersteller: DG Flugzeugbau
Erstflug: 1977
Stückzahl: 192[1]

Die DG-200 ist ein Segelflugzeug mit Einziehfahrwerk, Wasserballast, 15 m oder 17 m Flügelspannweite und variablem Flügelprofil. Hersteller war Glaser-Dirks, heute firmierend als DG Flugzeugbau GmbH.

Die ursprüngliche DG-200 hatte – wie für die sogenannte FAI 15 m oder Rennklasse festgelegt – 15 m Spannweite. Mit exakt 10 m² Flügelfläche lag sie deutlich über den Flächen, welche heutige 15-m-Flieger haben. Die DG-200 hat im Gegensatz zur LS3 getrennte Wölbklappen und Querruder, die Querruder werden aber überlagert angesteuert.

Die DG-200 ist in der 15-m-Version für eine max. Geschwindigkeit von 270 km/h und eine maximale Abflugmasse von 450 kg zugelassen. Bekannt ist die gute Sicht aus dem Cockpit. Das Fahrwerk ist ein 5"-Fahrwerk, was Außenlandungen sehr zugutekommt.

Versionen[Bearbeiten]

Die DG-200 war nach der DG-100 das zweite von Wilhelm Dirks konstruierte Segelflugzeug. Der Erstflug der DG-200 mit 15 m war 1977, kurz darauf gefolgt von der DG-200/17 mit aufsteckbaren Flügelenden, die die Spannweite auf 17 m vergrößern.

Eine Weiterentwicklung aus dem Jahre 1980 ist die DG-202 bzw. DG-202/17, die eine einteilige Haube, leicht verändertes Profil und einen automatischen Höhenruderanschluss bieten.

Es folgte die DG-202/17C mit Kohlefaserholmen. Aus dieser wurde später die motorisierte DG-400 entwickelt.

Geschichte[Bearbeiten]

Schon lange wünschten sich Segelflieger eine optimale Anpassung des Flugzeugprofiles an die jeweilige Fluggeschwindigkeit. Im Steigen wollten sie möglichst nahe an der Mindestgeschwindigkeit mit möglichst geringem Eigensinken fliegen, um so schnell wie möglich zu steigen. Für das Geradeausfliegen in ruhender oder sich abwärts bewegender Luft wünschten sie sich hohe Geschwindigkeit, um möglichst wenig Höhe zu verlieren.

In den 1970er-Jahren entstand durch den immer weiter fortgeschrittenen Einsatz der Glasfaser- und Kohlefaserverbundwerkstoffe die Möglichkeit, den lange gehegten Wunsch nach variablen Profilen zu verwirklichen.

Wölbklappen, mit welchen die Segelflugzeuge der Rennklasse (heute FAI- oder 15-m-Klasse) ausgestattet sind, ermöglichen es, Klappen am hinteren Ende des Flügels nach oben oder nach unten zu klappen. Dadurch wurde im „Kurbeln“ – also Steigen – durch den erhöhten Auftrieb (auf Kosten erhöhten Widerstandes) eine geringere Mindestfluggeschwindigkeit erreicht, im Schnellflug jedoch genau das Gegenteil – also weniger Widerstand bei entsprechend weniger Auftrieb.

Flugeigenschaften[Bearbeiten]

Bei der 15-m-Version ergibt sich eine praktische (nicht gerechnete oder theoretische) Gleitzahl von 1:40. Typisches Handicap all der Flugzeuge der ersten „Rennklasse“-Generation mit dem entsprechenden Wölbklappenprofil (LS3, MiniNimbus, ASW 20, Mosquito, Pik 20) ist die überaus hohe Empfindlichkeit für Verschmutzung des Profiles durch Mücken oder Regen.

Das Flugzeug kann zwar sehr langsam gekurbelt werden, die ideale Geschwindigkeit zum Steigen zu finden, ist jedoch nicht ganz einfach. Der Rumpf ist bei der 15-m- und der 17-m-Version identisch, so dass die 15-m-Version beim Kurbeln unruhig ist und nachzentriert werden muss. Die Ruderwirkung des Seitenruders ist jedoch sehr gut. Beim sehr langsamem Geradeausflug (in Wellen oder am stabilen Hang) steigt die DG-200 bei +8 oder +12 mit 75–85 km/h sehr gut.

Im Parallelflug neben einer LS 4 sind bis etwa 120 km/h kleine Vorteile für die LS 4 zu bemerken, ein Discus erscheint klar besser. Ab 140–150 km/h – passend umgewölbt – liegt jedoch die DG-200 vorn. Im Kurbeln haben wiederum LS 4 und Discus klare Vorteile, denn wie erwähnt muss bei der 15-m-Version ständig nachkorrigiert werden, außerdem steigt sie einfach nicht so gut.

Vollgetankt (mit Wasser) und bei gutem Wetter liegt sie damit vor allem beim schnellen Vorflug (ab ca. 150 km/h) gut im Rennen. Das Flugzeug ist jedoch mit der modernen Rennklasse absolut nicht mehr vergleichbar, es gibt jedoch spezielle Wettbewerbe für ältere Flugzeuge.

Auf- und Abrüsten[Bearbeiten]

Das Auf- und Abrüsten geschieht in wenigen Minuten, da die Flächen die leichtesten der damaligen Klasse sind. Automatische Anschlüsse gibt es nur für Wölbklappen; Quer- und Hohenruder und Bremsklappen werden manuell durch Hotelier-Anschlüsse angeschlossen. Bei der DG 202 ist das Höhenruder automatisch angeschlossen.

Technische Daten[Bearbeiten]

Kenngröße DG 200 DG 202/17
Spannweite 15 m 17 m
Länge 7 m 7 m
Höhe 1,4 m 1,4 m
Flügelfläche 10 m² 10,57 m²
Sitzplätze 1 1
Leergewicht 230 kg 251 kg
Wasserballast 120 kg 130 kg
max. Fluggewicht 450 kg 450 kg
max. Flächenbelastung 45 kg/m² 45 kg/m²
beste Gleitzahl ca. 40 bei 110 km/h ca. 44
Abrissgeschwindigkeit 62 km/h 62 km/h
Höchstgeschwindigkeit 270 km/h 270 km/h
geringstes Sinken 0,55 m/s bei 72 km/h 0,53 m/s

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://dg-flugzeugbau.de/Data/dg-typen-total-d.pdf

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]