DI-Box

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Wechseln zu: Navigation, Suche

Die DI-Box (Abkürzung für Direct Injection) ist ein in der Tontechnik verwendetes Gerät, das ein asymmetrisches Signal in ein symmetrisches Signal umwandelt.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Funktionsweise und Verwendung

DI-Boxen werden benötigt, wenn eine Signalquelle mit einem unsymmetrischen Ausgang (üblicherweise von einem Klinken- oder Cinch-Stecker kommend) mit einem Gerät mit einem symmetrischen Eingang (normalerweise per XLR-Stecker) verbunden werden soll. Typische Beispiele für unsymmetrische Signalquellen sind E-Gitarren, Keyboards und andere elektrische Instrumente oder CD-Spieler; übliche symmetrische Eingänge befinden sich etwa an Mischpulten oder Audio-Interfaces. Insbesondere bei großen Leitungslängen ermöglicht die symmetrische Signalführung eine wirksame Verminderung von Störsignalen. Auch lässt sich die Masseverbindung auftrennen (engl. Ground Lift), um zum Beispiel Brummschleifen zu unterbrechen. Außerdem können DI-Boxen die Impedanzen von Signalquellen an die der nachfolgenden Eingänge anpassen. In der Praxis werden DI-Boxen oft über ein Multicore in den Signalweg eingespeist.

[Bearbeiten] Bautypen

Aktive DI-Box

DI-Boxen sind sowohl als einzelne Geräte in kleinen, schachtelförmigen Gehäusen (siehe Bild) erhältlich, als auch in Form von Einschüben für 19"-Racks, die dann mehrere Kanäle beinhalten.

Es wird zwischen passiven und aktiven DI-Boxen unterschieden. Erstere erreichen die Symmetrierung allein durch einen breitbandigen Niederfrequenzübertrager, letztere beinhalten eine aktive Verstärkerelektronik. Die dann benötigte Stromversorgung erfolgt mittels Batterie oder Phantomspeisung.

[Bearbeiten] Vor- und Nachteile der beiden Varianten

Mit aktiven DI-Boxen lassen sich prinzipiell beliebig hohe Eingangsimpedanzen und beliebig kleine Ausgangsimpedanzen realisieren, während die Eingangsimpedanzen passiver DI-Boxen höchstens in der Größenordnung von 50 kΩ liegen. Ein weiterer Vorteil aktiver DI-Boxen ist, dass man durch eine aktive Symmetrierung die Nachteile von Übertragern umgeht. Übertrager sind in hoher Qualität recht teuer, je nach Ausführung empfindlich gegen magnetische Einstreuungen und können (insbesondere bei tiefen Frequenzen und höheren Pegeln) einen nicht zu vernachlässigenden Klirrfaktor haben. Auch bieten sie im Vergleich mit aktiver Symmetrierung eine eingeschränkte Bandbreite. Allerdings ermöglichen Übertrager eine echte Potentialtrennung, weswegen es hochwertige aktive DI-Boxen mit Übertragersymmetrierung gibt.

Die Vorteile passiver DI-Boxen liegen darin, dass sie keine Versorgungsspannung benötigen und durch den Übertrager bedingt grundsätzlich eine galvanische Trennung des Signals ermöglichen. Sie lassen sich außerdem auch grundsätzlich umgekehrt, also zur Wandlung eines symmetrischen in ein asymmetrisches Signal, verwenden.

In der Praxis verwendet man daher bei Signalquellen mit hoher Ausgangsimpedanz und kleinem Pegel (zum Beispiel Piezo-Tonabnehmer) wegen ihrer hohen Eingangsimpedanz aktive DI-Boxen. Hinter einem Instrument mit Line-Ausgangspegel genügt dagegen eine hochwertige passive DI-Box.

[Bearbeiten] Spezielle Varianten

Normalerweise sollte eine DI-Box keinerlei Klangverfärbungen verursachen, sondern das Signal möglichst unverfälscht übertragen. Eine Sonderstellung nehmen jedoch spezielle DI-Boxen mit Klangfilter für E-Gitarren ein. Diese enthalten einen Klangfilter, der den charakteristischen Frequenzgang von Gitarrenlautsprechern nachahmen soll. Hintergrund ist, dass Gitarrenlautsprecher wesentlich zum Klang einer Gitarre beitragen, dieser Beitrag aber fehlt, wenn das Signal nicht mit einem Mikrofon vor dem Lautsprecher abgenommen wird. In der Regel werden solche DI-Boxen entweder zwischen den Verstärker und Lautsprecher, oder in den Effektweg eingeschleift.

Diese Lösung hat Vor- und Nachteile und ist deshalb umstritten. So lässt sich der Klang der E-Gitarre durch Auswahl und Position des Mikrofons beeinflussen. Auch ist die Nachbildung des Klangs vom Lautsprecher nicht immer zufriedenstellend, insbesondere bei sehr hohen Wiedergabelautstärken. Andererseits vermindert das Fehlen jedes einzelnen Mikrofons auf der Bühne die Probleme mit Übersprechen und Rückkopplung.

Bei E-Bässen hingegen wird üblicherweise eine gewöhnliche, meist aktive DI-Box, verwendet, da die Klangfärbung durch den Lautsprecher hier eine eher geringere Rolle spielt.

[Bearbeiten] Literatur

  • Hubert Henle: Das Tonstudio Handbuch. 5.Auflage, GC Carstensen Verlag, München, 2001, ISBN 3-910098-19-3
  • Roland Enders: Das Homerecording Handbuch. 3. Auflage, Carstensen Verlag, München, 2003, ISBN 3-910098-25-8

[Bearbeiten] Siehe auch

Persönliche Werkzeuge
Buch erstellen