DIN 276

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Bereich Bauwesen
Titel Kosten im Bauwesen, Teil 1: Hochbau, Teil 4: Ingenieurbau
Kurzbeschreibung: Ermittlung und die Gliederung von Kosten im Bauwesen
Letzte Ausgabe 2008-12/2009-08
ISO

DIN 276 ist eine DIN-Norm, die im Bauwesen

  1. zur Ermittlung der Projektkosten sowie
  2. zur Ermittlung des Honorars für Architekten und Ingenieure

dient.

Geltungsbereich[Bearbeiten]

Zurzeit sind nur der Teil 1 Hochbau (zuletzt aktualisiert 2008-12) und der Teil 4 Ingenieurbau gültig.

„Dieser Teil der Norm gilt für die Kostenplanung im Hochbau, insbesondere für die Ermittlung und die Gliederung von Kosten. Sie erstreckt sich auf die Kosten für den Neubau, den Umbau und die Modernisierung von Bauwerken sowie die damit zusammenhängenden projektbezogenen Kosten; für Nutzungskosten im Hochbau gilt DIN 18960.“

(Auszug DIN 276-1:2006-11)

Mit der Neuausgabe der DIN 276-1 durch den Beuth-Verlag vom Dezember 2008 wurden die Änderung A1 vom Februar 2008 und die Berichtigung 1 vom Februar 2007 in die Norm eingearbeitet.

DIN 276 in der Fassung von April 1981 findet Anwendung in der HOAI 1996/2002 zur Honorarermittlung. Sie dient zur Ermittlung der anrechenbaren Kosten, da der Bundesgesetzgeber im Preisrecht für Architekten und Ingenieure die Fortentwicklung der DIN 276 nicht nachvollzogen und die Kostengruppen im Verordnungstext der HOAI 1996 nicht angepasst hat. Die Kostenermittlungen sind damit in 2 Strukturen aufzustellen: in der jeweils neuesten zur Projektbearbeitung und in der Fassung von 1981 nur zur Honorarermittlung. Literatur zur Umstrukturierung siehe unten.

Seit 2009 (Bundesrats-Novelle der HOAI vom 12. Juni 2009) kann die Kostenermittlung nach DIN 276-1 2008/12 sowohl für die Projektbearbeitung als auch für die Honorarermittlung verwendet werden. Ausnahmen existieren aufgrund gesonderter Regelungen wie z.B. beim Straßen- oder Brückenbau durch öffentliche Auftraggeber.

Stufen der Kostenermittlung[Bearbeiten]

Im Wesentlichen werden in der DIN 276:2008-12 fünf Stufen der Kostenermittlung und die Kostengliederung festgelegt.

Kostengruppen[Bearbeiten]

Zusammenhängende Kosten werden in Kostengruppen gegliedert.

  • 100 Grundstück
  • 200 Herrichten und Erschließen
  • 300 Bauwerk – Baukonstruktionen
    • 310 Baugrube
    • 320 Gründung
    • 330 Außenwände
331 Tragende Außenwände
332 Nichttragende Außenwände
333 Außenstützen
334 Außentüren und -fenster
335 Außenwandbekleidungen, außen
336 Außenwandbekleidungen, innen
337 Elementierte Außenwände
338 Sonnenschutz
339 Außenwände, sonstiges
  • 340 Innenwände
  • 350 Decken
  • 360 Dächer
361 Dachkonstruktionen
362 Dachfenster, Dachöffnungen
363 Dachbeläge
364 Dachbekleidungen
369 Dächer, sonstiges
  • 370 Baukonstruktive Einbauten
  • 390 Sonstige Maßnahmen für Baukonstruktionen
  • 400 Bauwerk – technische Anlagen
    • 410 Abwasser-, Wasser-, Gasanlagen
    • 420 Wärmeversorgungsanlagen
    • 430 Lufttechnische Anlagen
    • 440 Starkstromanlagen
    • 450 Fernmelde- und informationstechnische Anlagen
    • 460 Förderanlagen
    • 470 Nutzungsspezifische Anlagen
    • 480 Gebäudeautomation
    • 490 Sonstige Maßnahmen für technische Anlagen
  • 500 Außenanlagen
    • 510 Geländeflächen
    • 520 Befestigte Flächen
    • 530 Baukonstruktionen in Außenanlagen
    • 540 Technische Anlagen in Außenanlagen
    • 550 Einbauten in Außenanlagen
    • 560 Wasserflächen
    • 570 Pflanz- und Saatflächen
    • 590 Sonstige Außenanlagen
  • 600 Ausstattung und Kunstwerke
  • 700 Baunebenkosten
    • 710 Bauherrenaufgaben
    • 720 Vorbereitung der Objektplanung
    • 730 Architekten- und Ingenieurleistungen
    • 740 Gutachten, Beratung und Vermessung
    • 770 Allgemeine Baunebenkosten

Die Nummerierung ist nicht fortlaufend.

Unter bestimmten Umständen (zum Beispiel Modernisierung) lässt die DIN 276-1:2008-12 eine ausführungs- oder gewerkeorientierte Gliederung der Kostenermittlung zu, d.h. die Kosten werden statt nach Bauteilen (zum Beispiel Wände und Decken) nach Gewerken (zum Beispiel Trockenbau und Mauerwerksarbeiten) gegliedert. Diese Gliederung vereinfacht die vom Planer gemäß HOAI zu leistende Kostenverfolgung zwischen Kostenberechnung (in der Entwurfsphase durch den Planer erstellt) und dem Kostenanschlag (in der Vergabephase der Aufträge, Auftragssummen der beauftragten Unternehmen). Auch beim Kostenanschlag und der Kostenfeststellung ist eine Gliederung nach Vergabeeinheiten zusätzlich zur Gliederung nach Kostengruppen vorzunehmen.

Allgemeine Änderungen der Neuauflage 2006[Bearbeiten]

2006 wurden Änderungen beim Titel und der Gliederung vorgenommen, um die Norm über den Hochbau hinaus für andere Bereichen des Bauwesens zu öffnen. Gegenüber DIN 276:1993-06 ergaben sich folgende Änderungen:

  • der Anwendungsbereich der Norm wurde entsprechend den geänderten Inhalten neu formuliert
  • die Begriffe wurden entsprechend dem Stand der Technik geändert und ergänzt
  • die Grundsätze der Kostenermittlung wurden zu Grundsätzen der Kostenplanung erweitert
  • für den Begriff „Kostenvorgabe" wurden Grundsätze der Anwendung formuliert
  • die Grundsätze der Kostenermittlung wurden mit dem Ziel größerer Wirtschaftlichkeit und Kostensicherheit neu gefasst
  • die Stufen der Kostenermittlung wurden im Hinblick auf eine kontinuierliche Kostenplanung erweitert und neu formuliert
  • für Kostenkontrolle und Kostensteuerung wurden Grundsätze der Anwendung formuliert
  • der Aufbau der Kostengliederung bleibt unverändert. Die Beschreibung wurde redaktionell geändert
  • die ausführungsorientierte Gliederung der Kosten wurde als Alternative beibehalten; Tabelle 2 wurde gestrichen
  • die Darstellung der Kostengliederung wurde entsprechend dem Stand der Technik redaktionell überarbeitet
  • der Anhang A wurde gestrichen.

Änderung der Kostengliederung der Neuauflage 2006[Bearbeiten]

Auch die Kostengliederung wurde redaktionell überarbeitet und damit dem heutigen Stand der Technik angepasst. Neu ist die Kostengruppe 250 „Übergangsmaßnahmen“. Darin können die Kosten für Provisorien (z. B. Anpassung oder Umlegung von Bauwerken und Außenanlagen als provisorische Maßnahmen einschließlich des Entfernens) und Auslagerungen (z. B. Auslagerungen von Nutzungen während der Bauzeit) erfasst werden. In der Kostengruppe 400 wird für „Feuerlöschanlagen“ die neue Kostengruppe 475 eingeführt. Auch die „Prozesslufttechnischen Anlagen“ werden als eigenständige Kostengruppe 477 geführt. Die Kostengruppe 480 „Gebäudeautomation“ wurde völlig neu gegliedert. In der Kostengruppe 500 werden zwei neue Kostengruppen 560 „Wasserflächen“ und 570 „Pflanzflächen“ aus der alten Kostengruppe 510 herausgenommen. Auch die Kostengruppe 700 wurde gemäß den aktuellen Entwicklungen ergänzt um die Kostengruppe 746 „Brandschutz“, 747 „Sicherheits- und Gesundheitsschutz“ und 748 „Umweltschutz, Altlasten“. Außerdem werden die Zinsen vor Nutzungsbeginn in 762 „Fremdkapitalzinsen“ und 763 „Eigenkapitalzinsen“ unterteilt, um die fehlenden Zinsen für das Eigenkapital erfassen zu können.

Entsprechung in Österreich[Bearbeiten]

In Österreich entspricht die DIN 276 der ÖNORM B 1801-1.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Klaus D. Siemon: Baukostenplanung für Architekten. 3. Aufl. Vieweg, Wiesbaden 2005, ISBN 3-528-11671-4.
  • Peter J. Fröhlich: Hochbaukosten – Flächen – Rauminhalte. 16., überarb. und akt. Aufl. Vieweg + Teubner, Wiesbaden 2010, ISBN 978-3-8348-0933-9.
  • Udo Blecken, Willi Hasselmann: Kosten im Hochbau, Praxis. Handbuch und Kommentar zur DIN 276. Rudolf Müller, 2007, ISBN 978-3-481-02245-7.

Weblinks[Bearbeiten]