DIRAVI

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Die DIRAVI („DIrection assistée à RAppel asserVI“, deutsch „unterstützte Lenkung mit abhängiger Rückführung“) ist eine vom französischen Automobilhersteller Citroën entwickelte hydraulische Lenkung für Kraftfahrzeuge.

Aufbau und Funktion[Bearbeiten]

Die Lenkung ist an die Zentralhydraulik des Fahrzeuges zum Betrieb des Federungssystems Hydropneumatik gekoppelt. Eine für den Notfall vorgesehene mechanische Verbindung im Lenkgetriebe wirkt nur, wenn die Hydraulik nicht betriebsbereit sein sollte. Ist das System in Betrieb, werden die Bewegungen vom Lenkrad auf die Spurstangen rein hydraulisch übertragen.

Die durch eine Hochdruckpumpe angetriebene Hydraulik ermöglicht eine mühelose Betätigung der Lenkung. Zusätzlich stellt die Rückführung der DIRAVI die Lenkung selbsttätig in Geradeausstellung, wenn im Stand das Lenkrad losgelassen wird.

Die Lenkung ist so ausgelegt, dass Lenkbefehle sehr direkt umgesetzt werden und sich mit der Fahrgeschwindigkeit der für Lenkbewegungen erforderliche Kraftaufwand am Lenkrad erhöht. Diese Anpassung der Lenkung, die minimalen Kraftaufwand beim Einparken und zugleich guten Geradeauslauf bei hohem Tempo gewährleistet, wird durch ebendiese spezielle Einrichtung DIRAVI bewirkt.[1]

Ein Hydraulikventil wird durch einen vorne am Getriebe angeschlossenen Fliehkraftregler geschwindigkeitsabhängig verstellt, so dass der weitergeleitete Öldruck mit der Fahrgeschwindigkeit ansteigt (und im Stand sowie bei Schritttempo nahe null ist). Mit der Lenksäule ist nun eine Konturscheibe verbunden, deren Form der eines Herzens entspricht. Ein Hydraulikkolben drückt mit der vom Fliehkraftregler vorgegebenen Kraft eine Andruckrolle radial gegen diese Konturscheibe. Bei Geradeausfahrt befindet sich die Rolle in der Vertiefung in der oberen Mitte des „Herzens“. Beim Lenkeinschlag wird das „Herz“ aus dieser Geradeausstellung verdreht, so dass die Andruckrolle aus der Vertiefung herauswandern und einer zunehmend steiler werdenden Kontur folgen muss, wodurch somit gegen den Öldruck der die Rolle belastende Kolben eingefahren wird. Durch den variablen Anpressdruck der Rolle an die Herz-Kontur erzeugt man auf diese Art eine mit dem Lenkeinschlag und der Geschwindigkeit zunehmende Rückstellkraft. Die Lenkunterstützung selbst ist dabei eigentlich immer konstant. Der spürbare Anpassungseffekt kommt also dadurch zustande, dass die Rückstellkraft der Lenkung mit der Fahrgeschwindigkeit (höherer Öldruck) und dem Einschlagwinkel (Herz stärker ausgelenkt) zunimmt, nicht dadurch, dass die Lenkunterstützung als solche sich verändert; diese befindet sich natürlich im Lenkstrang hinter der Konturscheibe.[2]

Fahrzeuge[Bearbeiten]

Bei folgenden Citroen-Typen war die DIRAVI – je nach Ausstattung – eingebaut:

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Olivier de Serres: La Citroen SM. ETAI, Boulogne-Billancourt.
  2. Tuninglexikon DIRAVI tuningdirekt.com