DSM-5

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Das DSM-5 (auch DSM-V) ist die fünfte Auflage des von der American Psychiatric Association (APA) herausgegebenen Klassifikationssystems Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders. Diese Version hat am 18. Mai 2013 die vierte Auflage (DSM-IV) abgelöst.[1]

Entwicklung[Bearbeiten]

Die Arbeit an dem DSM-5 begann 1999. Seit 2000 war Darrel A. Regier als Forschungsdirektor der APA verantwortlich für die Koordination der Vorbereitungsarbeiten, seit 2004 gibt es eine eigene Website.

Seit 2006 gibt es eine Arbeitsgruppe unter Leitung von David J. Kupfer, Regier fungiert als Stellvertreter. Seit 2007 treffen sich regelmäßig Arbeitsgruppen (sog. Task Forces) zu den verschiedenen diagnostischen Kategorien. Außerdem werden die Forschungsergebnisse zahlreicher Konferenzen und Kongresse eingearbeitet.

Veränderungen[Bearbeiten]

Veränderungen im DSM-5 betreffen z. B. strengere Kriterien für eine ADHS-Diagnose, eine Überarbeitung des Suchtkapitels (Integration von Süchten unter die Abhängigkeitserkrankungen), sowie eine Einstufung der Diagnosen in „mild“, „mittel“ oder „schwer“.

Als neue Diagnosen kommt u.a. das Binge Eating hinzu. Weiterhin keine Diagnose erhalten: Burnout-Syndrom, Komplexe Posttraumatische Belastungsstörung und Internetabhängigkeit. Das Asperger-Syndrom wird als Diagnose gestrichen und fällt nun unter Autismus-Spektrum-Störungen.

Kritik[Bearbeiten]

Durch die Möglichkeit, jede Verhaltensauffälligkeit als „milde“ Störung zu diagnostizieren, befürchten Kritiker wie der US-amerikanische Psychiater Allen Frances eine Inflation von Diagnosen, die den Betroffenen dann lebenslang anhängen werden. [2] [3] Jacobi et al.[4] plädieren für eine Versachlichung der Debatte.

Auch das National Institute of Mental Health (NIMH) mit ihrem Leiter Thomas Insel, kritisierte das DSM-5 für seinen Mangel an Validität.[5]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. DSM-5: The Future of Psychiatric Diagnosis – offizielle DSM-5 Entwicklungswebsite
  2. Alenka Tschischka: Heiß diskutiert: DSM-V. In: report psychologie 38, Nr. 5, 2013, S. 214
  3. http://www.derbund.ch/wissen/medizin-und-psychologie/Wir-haben-die-Unreife-von-Kindern-in-Krankheit-verwandelt/story/19731387 Samstagsinterview in der Tageszeitung Der Bund vom 4. Januar 2014 mit Allen Frances: DSM 5 wird Millionen von neuen Patienten schaffen. Das neue Standardwerk der Psychiatrie führe zur Hyperinflation psychischer Krankheiten.
  4. Ärzteblatt vom 6. Dezember 2013
  5. T. Insel, Transforming Diagnosis National Institute of Mental Health

Weblinks[Bearbeiten]