DTA of Namibia

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DTA of Namibia (DTA)
Logo der Demokratischen Turnhallenallianz
Partei­vorsitzender McHenry Venaani
(seit 7. September 2013)
General­sekretär Vincent Kanyetu
Stell­vertretender Vorsitzender Kazeongere Tjeundo
(seit 7. September 2013)
Landes­geschäfts­führerin Ivan den Heever
(seit 7. September 2013)
Ehren­vorsitzender Clemens Kapuuo
Gründung November 1977
Gründungs­ort Windhoek
Haupt­sitz Windhoek
Farbe(n) blau-rot
Website www.dtaofnamibia.org.na (derzeit inaktiv)

Die DTA of Namibia (kurz DTA; bis 1994 Demokratische Turnhallenallianz, englisch Democratic Turnhalle Alliance) ist eine politische Partei in der Republik Namibia. Sie war über einen längeren Zeitraum eine der größten Oppositionsparteien Namibias. Heute ist sie immer noch drittstärkste Kraft im Parlament, jedoch mit deutlich weniger Sitzen als in den vorigen Volksvertretungen.

Geschichte[Bearbeiten]

Die DTA geht auf die Zeit vor der Unabhängigkeit Namibias von der Südafrikanischen Union (heute Republik Südafrika) zurück. Anders als die Regierungspartei SWAPO vertrat sie einen gemäßigten Kurs gegenüber der kolonialen Apartheidregierung Südafrikas. Die DTA gründete sich in der Folge der gescheiterten Turnhallenkonferenz im November 1977 als eine Allianz aus elf unterschiedlichen Parteien,[1] wobei zumeist kleinere Parteien mit vorwiegend ethnischer Ausrichtung Bestandteil der Allianz waren. Ihr Name leitet sich von der Turnhalle in Windhoek ab, in der vor der Unabhängigkeit Namibias von Südafrika eine Verfassung ausgehandelt wurde. Wegen der Apartheidelemente und der Nichtbeteiligung der SWAPO wurde diese Verfassung von den Vereinten Nationen nicht anerkannt. Die Turnhalle ist heute Sitz des höchsten Gerichtshofes der Südafrikanischen Entwicklungsgemeinschaft (SADC).

Ursprünglich gehörten sowohl die NUDO als auch die RP als Mitglieder der DTA an. In dieser Allianz waren sowohl europäischstämmige als auch schwarzafrikanischstämmige und farbige Namibier vertreten.

1991 trat die DTA erstmals als eigenständige Partei an, kooperierte aber weiterhin mit der RP und NUDO. 2003 lösten sich dann sowohl die RP als auch NUDO aus dem Bündnis mit der DTA.

Parteipräsident war jahrelang bis zum 7. September 2013 Katuutire Kaura, sein Stellvertreter Phillimon Moongo. Gründungsvater ist Clemens Kapuuo. Den Vorsitz der Partei übernahm am 7. September 2013 McHenry Venaani.[2] Kauura wurde am 3. Februar 2014 wegen Rufschädigung aus der Partei ausgeschlossen und seines Parlamentssitzes enthoben,[3] jedoch am 12. Februar 2014 wieder eingesetzt.[4]

Johan C. de Waal war Gründungsmitglied der DTA und zehn Jahre lang bis zum 28. März 2010 Parteivorsitzender. Er schied auf eigenen Wunsch aus dem Amt und der Partei aus.[5]

Wahlspruch ist Let us stop the rot (Lasst uns die Verrottung stoppen).

Inhaltliches Profil[Bearbeiten]

Auf Grund der eher konservativ geprägten Zusammensetzung der DTA gehören insbesondere mehr Dezentralisierung, mehr Markt und Vertrauen in die Privatwirtschaft sowie eine Verkleinerung der Regierung zu ihren stärksten Forderungen.[6] Neben der Halbierung des Kabinetts fordert die DTA eine Senkung der Verteidigungsausgaben und eine Verwendung der frei werdenden Mittel für die Erhöhung staatlicher Grundrenten. Zudem betont die DTA das Vorhandensein von Frieden und Sicherheit für ein kontinuierliches Wachstum sowie die Beseitigung von Armut und Verbrechen als Folge von Arbeitslosigkeit, welche sich wiederum negativ auf die Sicherheit auswirkt.[1]

Organisationsstruktur[Bearbeiten]

Die DTA setzt sich aus vier wesentlichen Beschluss- und Ausführungsorganen zusammen: dem alle drei Jahre stattfindenden Parteikongress, dem Zentralkomitee (ZK), welches zwischen den Parteikongressen höchstes Beschlussorgan ist, sowie dem Exekutivausschuss. Dieser Ausschuss übernimmt die Aufgabe eines Lenkungsausschuss des Zentralkomitees. In dringenden Angelegenheiten wird dem Exekutivausschuss der sogenannte Managementausschuss, welcher sich aus der engeren Parteiführung zusammensetzt, zur Seite gestellt. Eine Besonderheit in der Organisationsstruktur der DTA stellt der Häuptlingsrat dar. Dieser entsendet Delegierte zum Kongress und ist darüber hinaus im Zentralkomitee vertreten. Entsprechend der Struktur der Partei entsendet jeder der angeschlossenen Parteien vier Vertreter in das ZK. Die Vorsitzenden der Parteien sind im Exekutivausschuss vertreten.

Wählerschaft[Bearbeiten]

Als ehemaliges Bündnis zwischen politisch gemäßigten Weißen und traditionellen Gruppierungen sollte die DTA nach südafrikanischen Vorstellungen vor allem als Gegengewicht zur SWAPO fungieren.[6] Dementsprechend trägt sie auch noch heute den Charakter einer Anti-Ovambo-Koalition, wobei dieser stark abnimmt. Zulauf findet die Partei unter allen Minderheiten, mit Ausnahme der Damara, welche mit der UDF über ihre eigene ethnisch politische Vertretung verfügen.

Geografisch beschränkt sich ihre Wählerschaft stark auf die östlichen und zentralen Landesregionen sowie den dünn besiedelten Süden. Daneben wählen auch Unterstützer aus traditionellen weißen Geschäftswelt die DTA.

Wahlergebnisse[Bearbeiten]

Parlament[Bearbeiten]

Da frühere DTA-Parteien verstärkt als eigene Fraktionen auftreten, verliert die DTA stark an Stimmen. Die Parlamentswahlen für die Nationalversammlung verdeutlichen dies:

Parlamentswahl Stimmenanteile Sitze
2009 3,13 % 2
2004 5,10 % 4
1999 9,40 % 7
1994 20,45 % 15
1989 28,59 % 21

Präsident[Bearbeiten]

Präsidentschaftswahl Kandidat Stimmen Stimmenanteil
2009 Katuutire Kaura 24.186 2,98 %
2004 Katuutire Kaura 41.905 5,12 %
1999 Katuutire Kaura 52.752 9,79 %
1994 Mishake Muyongo 114.843 23,66 %

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatMultiparty Democracy And Elections In Namibia. In: EISA. Abgerufen am 21. April 2010 (PDF; 962 kB, englisch).
  2. Nachrichten am Morgen. Hitradio Namibia, 8. September 2013.
  3. 3. Februar 2014 Nachrichten am Morgen. Hitradio Namibia, 3. Februar 2014 abgerufen am 3. Februar 2014
  4. Kaura rehabilitiert. Allgemeine Zeitung, 13. Februar 2014 abgerufen am 14. Februar 2014
  5. Johan de Waal verlässt die DTA. In: Allgemeine Zeitung, 29. März 2010.
  6. a b Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatParteien und Parteiensysteme in Namibia. In: Friedrich-Ebert-Stiftung. Abgerufen am 21. April 2010 (PDF; 218 kB, deutsch).