DZ Bank

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DZ Bank AG
Deutsche Zentral-Genossenschaftsbank,
Frankfurt am Main
Logo der DZ Bank
Staat Deutschland
Sitz Frankfurt am Main, Deutschland
Rechtsform Aktiengesellschaft
Bankleitzahl 500 604 00[1]
BIC GENO DEFF XXX[1]
Gründung 2001
Website www.dzbank.de
Geschäftsdaten 2013[2]
Bilanzsumme 386,978 Mrd. Euro (Konzern)
Einlagen 98,548 Mrd. Euro (Konzern)
Kundenkredite 121,726 Mrd. Euro (Konzern)
Mitarbeiter 28.962 (Konzern)
Leitung
Vorstand Wolfgang Kirsch (Vors.);
Lars Hille, Wolfgang Köhler, Albrecht Merz, Cornelius Riese, Thomas Ullrich, Frank Westhoff, Stefan Zeidler
Aufsichtsrat Helmut Gottschalk (Vors.)
Liste der Genossenschaftsbanken in Deutschland

Die DZ Bank AG Deutsche Zentral-Genossenschaftsbank, Frankfurt am Main (offizielle Schreibweise: DZ BANK) mit Sitz in Frankfurt am Main ist innerhalb des genossenschaftlichen Finanzsektors als Zentralinstitut für mehr als 900 Kreditgenossenschaften zuständig. Darüber hinaus ist die DZ Bank Geschäftsbank für Firmenkunden sowie für Institutionelle aus dem In- und Ausland. Wolfgang Kirsch ist seit September 2006 der Vorstandsvorsitzende der DZ Bank AG.

Die DZ Bank Gruppe als Konzern ist mit einer Bilanzsumme von 407 Milliarden Euro das viertgrößte deutsche Kreditinstitut mit 28.227 Mitarbeitern.[3]

Geschichte[Bearbeiten]

Ehemalige Preußenkasse am Zeughaus in Berlin (vorne links)
Gedenktafel am Haus, Am Zeughaus 2, in Berlin-Mitte

Die Wurzeln der DZ Bank reichen bis ins Jahr 1883 zurück. Damals schufen sich die hessischen Darlehnskassenvereine mit der Landwirtschaftlichen Genossenschaftsbank, Darmstadt, eine eigene regionale Zentralbank. Das Institut, das als Aktiengesellschaft gegründet wurde, sorgte für einen Liquiditätsausgleich unter den ländlichen Kreditgenossenschaften. Nachfolger der Landwirtschaftlichen Genossenschaftsbank wurde 1913 die Landesbauernkasse Rhein-Main-Neckar, Frankfurt am Main. Neben der Landesbauernkasse Rhein-Main-Neckar entstanden im Südwesten Deutschlands um bzw. nach der Jahrhundertwende weitere regionale Zentralgenossenschaftsbanken.

Parallel zur Gründung der Landwirtschaftlichen Genossenschaftsbank wurde auf Initiative des preußischen Finanzministers Johannes von Miquel 1895 die Preußische Zentralgenossenschaftskasse (Preußenkasse) als Anstalt des öffentlichen Rechts mit Sitz in Berlin errichtet. Die Preußenkasse war Zentralinstitut für zahlreiche regionale genossenschaftliche Zentralbanken, die bis dahin im Südosten und Osten, in der Mitte und im Norden Deutschlands entstanden waren. Die neue Bank ermöglichte diesen regionalen Verbandskassen, überschüssige Liquidität gegen angemessene Zinsen anzulegen bzw. zusätzliche Mittel zu mäßigen Zinsen zu beschaffen. Mit der Ausdehnung ihres Geschäftsgebietes erfolgte 1932 eine Umbenennung in Deutsche Zentralgenossenschaftskasse (Deutschlandkasse) mit Sitz im Osten von Berlin. Das Institut wurde nach dem Zweiten Weltkrieg in Frankfurt am Main als Deutsche Genossenschaftskasse (DGK) neu errichtet und 1975 in DG Bank Deutsche Genossenschaftsbank umbenannt.

In den 1980er Jahren verschmolz die DG Bank mit verschiedenen regionalen Zentralbanken. Auch Zentralgenossenschaftsbanken im Südwesten Deutschlands und in Frankfurt fusionierten zwischen 1970 und 1978 unter anderem zur Südwestdeutschen Genossenschafts-Zentralbank AG, Frankfurt (SGZ-Bank) und zur GZB-Bank Genossenschaftliche Zentralbank AG, Stuttgart.

Die DG Bank wurde 1998 auf Grundlage des DG Bank-Umwandlungsgesetzes privatisiert und in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Die SGZ-Bank und die GZB-Bank fusionierten 2000 zur GZ-Bank AG, Frankfurt/Stuttgart. 2001 fusionierte die DG Bank mit der GZ-Bank zur heutigen DZ Bank.

Im Jahr 2008 wurden die Gespräche mit der WGZ Bank wieder aufgenommen und von beiden Instituten eine Absichtserklärung verfasst, wonach die WGZ Bank bis zum Frühsommer 2009 rückwirkend zum 1. Januar 2009 auf die DZ Bank verschmolzen werden soll. Am 1. April 2009 teilten beide Institute mit, dass sie ihre Fusionsgespräche derzeit nicht weiter verfolgen würden.[4]

Geschäftstätigkeit[Bearbeiten]

Westendstraße 1, Sitz der DZ Bank

Die DZ Bank ist Zentralinstitut für mehr als 900 Volksbanken, Raiffeisenbanken, Sparda-Banken, PSD Banken und weitere Genossenschaftsbanken mit deren 12.000 Geschäftsstellen. In dieser Funktion unterstützt die DZ Bank die Genossenschaftsbanken mit Dienstleistungen wie Liquiditätsausgleich und der Bereitstellung von Refinanzierungsmitteln sowie zahlreichen modernen Bankprodukten.

Neben ihrer Funktion als Spitzeninstitut im genossenschaftlichen Bankensektor ist die DZ Bank auch Geschäftsbank für Firmenkunden sowie Institutionelle aus dem In- und Ausland. Hier bietet die DZ Bank Investment Banking, Risikomanagement-Produkte, (Re)finanzierung, strukturierte Finanzierung, Corporate Finance und Research an.

Die DZ Bank fungiert darüber hinaus als Holding für Verbundunternehmen der DZ Bank Gruppe. Zu den wichtigsten Beteiligungen an Spezialinstituten gehören die Bausparkasse Schwäbisch Hall, die DG Hyp Deutsche Genossenschafts-Hypothekenbank, die DZ Privatbank S.A. in Luxemburg, die VR Leasing AG sowie die R+V Versicherung, die Teambank, die das Produkt easycredit vertreibt, und die Union Asset Management. Über ihre Tochtergesellschaft equens wickelt die DZ Bank den Zahlungsverkehr der Kreditgenossenschaften ab, die Abwicklung des Wertpapiergeschäftes läuft über die Beteiligung dwpbank Deutsche Wertpapierservice Bank. Über ihre Beteiligung an der CardProcess unterstützt die DZ Bank die Kreditgenossenschaften in der Abwicklung des Kreditkartengeschäfts und beim elektronischen Bezahlen.

Hauptsitz der DZ Bank in Frankfurt am Main ist das von der Architekten-Sozietät Kohn Pedersen Fox Associates von 1990 bis 1993 gebaute 208 Meter hohe Hochhaus Westendstraße 1 mit Strahlenkranz, auch Kronenhochhaus genannt, der knapp 20 Meter über den Grundriss des Gebäudes hinausragt. Am Pariser Platz in Berlin befindet sich wenige Straßen vom ehemaligen Standort der „Preußischen Zentralgenossenschaftskasse“ eine Niederlassung. Das von 1996 bis 2001 gebaute und von dem Architekten Frank O. Gehry entworfene Gebäude hat eine futuristisch gestaltete Raumskulptur im Inneren und ein fischartig gewölbtes Glasdach. Neben verschiedenen Standorten in Deutschland unterhält die DZ Bank auch Filialen in New York, London, Singapur und Hongkong.

Die DZ Bank besitzt zudem eine der bedeutendsten Sammlungen zeitgenössischer künstlerischer Fotografie, die heute über 6.000 Werke von mehr als 550 Künstlern umfasst. Im Art Foyer DZ Bank, das regelmäßige Führungen anbietet, sowie in externen Ausstellungen öffnet die DZ Bank ihre Fotosammlung der Öffentlichkeit.

Die Stiftung der DZ Bank AG fördert Wissenschaft, Forschung und Lehre an Universitäten und Hochschulen sowie Forschungsprojekte und herausragende wissenschaftliche Arbeiten, die einen direkten Bezug zum Bank- oder Genossenschaftswesen haben.

Im Jahr 2005 war die DZ Bank an einer Kreditvergabe an das staatliche kasachische Unternehmen Kazatomprom beteiligt. Mit dem Kredit über 150 Millionen US-Dollar sollte die Finanzierung zur Herstellung und Gewinnung von natürlichem Urankonzentrat, sowie der ‪Uranbergbau des Kreditgarantiegebers LLP Mining Company unterstützt werden. Weiterhin beteiligt an dem Deal waren Calyon, Crédit Suisse, Mizuho Corporate, BankNederland, Société Générale, BCV, DekaBank Deutsche Girozentrale, Erste Bank der Österreichischen Sparkassen AG und Rothsсhild.[5]

Arbeitnehmervertretung[Bearbeiten]

Seit Privatisierung 1998 verfügt die DZ Bank über einen Gesamtbetriebsrat und örtliche Betriebsräte, zuvor über Personalräte. 2010 veröffentlichte der Frankfurter Betriebsrat den Aufruf vom Platz der Republik – Lehren aus der Bankenkrise[6] mit Vorschlägen zur Verhinderung erneuter Bankenkrisen.[7]

Rechtsstreit mit der Kaupthing Bank nach deren Insolvenz[Bearbeiten]

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Hauptartikel: Kaupthing Bank#Deutschland

Die DZ Bank war bis Oktober 2008 die Clearingbank der zahlungsunfähigen isländischen Kaupthing Bank.[8] In ihrer Funktion als kontoführendes Institut der Kaupthing Edge Deutschland pfändete sie am 8. Oktober 2008, noch vor dem Moratorium der BaFin, 55 Mio. € Guthaben auf dem Clearingkonto, um eigene Forderungen zu bedienen. Über den rechtlichen Status des Geldes gibt es unterschiedliche Angaben.[9] Wegen dieser Pfändung befindet sich die DZ Bank im Rechtsstreit mit der Kaupthing Bank.[10][11]

Das Jahresergebnis der DZ Bank Gruppe betrug 2007 etwa 900 Mio. €, während das Institut im Jahr 2008 einen Verlust von etwa einer Mrd. € machte.[12]

Wesentliche Beteiligungen[Bearbeiten]

Weitere Beteiligungen der DZ Bank sind im aktuellen Geschäftsbericht genannt.

Anteilseigner[Bearbeiten]

Die DZ Bank AG hatte zum 31. Dezember 2010 ein Grundkapital von 3.160 Mio. Euro. Dieses teilt sich auf die folgenden Anteilseigner auf:

Kennzahlen[Bearbeiten]

DZ Bank Gruppe 2010 2011 2012
Bilanzsumme (Mrd. €) 383,464[13] 405,926[13] 407,236[2]
Mitarbeiterzahl 26.800[13] 27.828[13] 28.227[2]

Literatur[Bearbeiten]

  • Arnd Holger Kluge: Geschichte der deutschen Bankgenossenschaften. (= Schriftenreihe des Instituts für Bankhistorische Forschung; Bd. 17). Knapp, Frankfurt am Main 1991, ISBN 3-7819-0492-X (zugl. Dissertation, Universität Bonn)
  • Timothy Guinnane, Stephan Paul, Theresia Theurl, Harald Wixforth, Joachim Scholtyseck, Patrick Bormann: Die Geschichte der DZ BANK. Das genossenschaftliche Zentralbankwesen vom 19. Jahrhundert bis heute. C. H. Beck Verlag München 2013. ISBN 978-3-406-64063-6

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Stammdaten des Kreditinstitutes bei der Deutschen Bundesbank
  2. a b c DZ Bank AG: Geschäftsbericht 2013. Abgerufen am 17. August 2014 (PDF; 7,8 MB).
  3. Welt Online: Die wichtigsten Banken des Jahres 2010
  4. Gemeinsame Pressemitteilung der DZ BANK und WGZ BANK: DZ BANK und WGZ BANK verfolgen Fusion derzeit nicht weiter.
  5. http://old.kazatomprom.kz/en/news/2/Syndicated_bank_loan_-_deal_of_the_year_2005
  6. Lehren aus der Bankenkrise. Aufruf vom Platz der Republik. Landesbezirk Hessen der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi), 3. November 2010, abgerufen am 28. März 2013.
  7. Banker fordern Lehren aus der Finanzkrise. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 4. November 2010.
  8. Financial Times Deutschland: Krisland: Kaupthing-Kunden erhalten Geld zurück. (Version vom 31. Juli 2012 im Webarchiv Archive.today)
  9. Finanzkrise: Isländisches Kommunikations-Chaos entsetzt deutsche Kaupthing-Kunden – SPIEGEL ONLINE – Nachrichten – Wirtschaft. www.spiegel.de. Abgerufen am 30. Juli 2009.
  10. FAZ: Bafin hebt Sperre auf. Kaupthing-Kunden können aufatmen.
  11. Financial Times Deutschland: Krisland: Kaupthing-Kunden erhalten Geld zurück. (Version vom 31. Juli 2012 im Webarchiv Archive.today)
  12. Willkommen bei der DZ BANK. www.dzbank.de. Abgerufen am 30. Juli 2009.
  13. a b c d DK BANK Gruppe Geschäftsbericht 2011 (PDF; 8,4 MB)

50.1109228.682127Koordinaten: 50° 6′ 39″ N, 8° 40′ 56″ O