Daberstedt

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Lage Daberstedts in Erfurt hervorgehoben
In Daberstedt

Daberstedt ist ein Ortsteil im Süden der thüringischen Landeshauptstadt Erfurt mit 13.507 Einwohnern (31. Dezember 2008) auf einer Fläche von 3,50 km². Daberstedt ist heute ein nahezu reines Wohngebiet.

[Bearbeiten] Geschichte

Daberstedt soll eine Gründung des Frankenkönigs Dagobert III. sein, der von 711 bis 715 herrschte. Es gehörte wohl zu den ersten drei Dörfern bei Erfurt, in denen im 8./9. Jahrhundert durch die Mainzer Erzbischöfe Slawen angesiedelt wurden. Urkundlich zum ersten Mal erwähnt wurde der Ort 1122 in einer erzbischöflichen Urkunde, 1157 dann als wendisches "Küchendorf" "Tabersteden". Gegen verschiedene Privilegien (Mainzer Gerichtsbarkeit, Zoll- und Steuervergünstigungen) belieferten die Küchendörfer die Mainzer Verwaltung in Erfurt mit Naturalien und leisteten Hand- und Spanndienste. Im 14. und 15. Jahrhundert blühten in Daberstedt die Leineweberei und der Ausschank von Bier und Wein auf.

Im Dreißigjährigen Krieg wurden Erfurt und Umgebung 1631 durch die protestantischen Schweden besetzt. In ihrem Auftrag herrschte in Erfurt der Statthalter und Gouverneur Herzog Wilhelm von Weimar. Dieser nutzte sein Amt, um sich selbst zu bereichern. Der Rat erreichte seine Ablösung durch den Schweden Alexander Eskens. Dieser forcierte den Ausbau der Stadt zur schwedischen Festung. Die Rechte der überwiegend protestantischen Stadt Erfurt am bisherigen Eigentum des Mainzer Erzstiftes wurden am 19. Oktober 1632 durch den Schwedenkönig bestätigt. Dazu gehörten in dieser Zeit der Mainzerhof im Brühl sowie die katholischen Küchendörfer Witterda, Hochheim, Melchendorf, Daberstedt, Dittelstedt, verschiedene Stifte, Klöster und katholische Pfarrkirchen, vorbehaltlich der schwedischen Oberhoheit. 1633 erfolgte der Abriss des gesamten Dorfs Daberstedt einschließlich seiner Georgskirche. Das Abrissmaterial wurde für den Bau der "Schweden-Bastion" vor dem Schmidtstedter Tor verwendet. Nach dem Dreißigjährigen Krieg war Daberstedt entvölkert. Es wurde dann notdürftig wiederaufgebaut, seine Kirche erst 1713. 1664 zerstörten französische Hilfstruppen des Mainzer Kurfürsten den Ort erneut.

Das vor der Festung Erfurt liegende Dorf Daberstedt wurde dann am 29. Oktober 1813 durch Französische Soldaten aus Erfurt völlig niedergebrannt, um freies Schussfeld gegen die belagernden Preußisch-Österreichisch-Russischen Armeen zu haben. Es wurde nicht wieder als Dorf aufgebaut, sondern war für 30 Jahre die "Wüstung Daberstedt". Das Gelände des früheren Ortskerns wurde Erfurt eingegliedert und entsprechend bebaut, Anfang des 20. Jahrhunderts die Siedlung "Neudaberstedt" in Richtung Melchendorf errichtet.

Im Jahre 1940 wurde die katholische St.Georgskapelle in Daberstedt gebaut und geweiht, am Standort der früheren Georgskirche.

Zwischen 1948 und 1973 besaß Daberstedt Anschluss an das Obus-Netz der Stadt Erfurt.

2001 besetzten etwa 30 Personen aus der linken Szene die in Daberstedt gelegene ehemalige Fabrik von J. A. Topf und Söhne. Die Besetzung dauerte bis 15. April 2009 an. Am 16. April 2009 wurde das Gelände durch die Polizei geräumt und die meisten Gebäude im Anschluss an die Räumung noch am selben Tag abgerissen.

Viertel
(nicht offiziell)
Blockgruppen[1]
(offiziell)
Einwohner (2000)[2] Einwohner (2007)[3]
Clara-Zetkin-Straße
(Bahn – Wilhelm-Busch-Straße – Häßlerstraße – Johann-Sebastian-Bach-Straße – Windthorststraße)
1111 + 1112 + 1113 + 1114 4.446 4.468
Am Schwemmbach
(Johann-Sebastian-Bach-Straße – Häßlerstraße – Stadtweg – Käthe-Kollwitz-Straße – Friedrich-Ebert-Straße)
1115 + 1116 + 1117 3.476 3.364
Geraer Straße
(Bahn – Rudolstädter Straße – Blankenhainer Straße – Hans-Grundig-Straße – Wilhelm-Busch-Straße)
1121 + 1122 + 1123 3.356 3.289
Rabenhügel
(Hans-Grundig-Straße – Blankenhainer Straße – Am Herrenberg – Stadtweg – Wilhelm-Busch-Straße)
1124 + 1125 2.246 2.085
Schmidtstedter Flur 1131 313 370

[Bearbeiten] Einwohnerentwicklung

Daten der Stadtverwaltung Erfurt, jeweils zum 31. Dezember.

Jahr Einwohnerzahl
1990 14.814
1995 14.311
1996 13.596
1997 13.494
1998 13.301
1999 13.633
2000 13.837
2001 13.835
2002 13.762
2003 13.767
2004 13.680
2005 13.582
2006 13.505
2007 13.576
2008 13.507


[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Blockgruppenkarte
  2. Bevölkerungsstatistik 2000, S. 49
  3. Bevölkerungsstatistik 2007, S. 54

50.96472222222211.046388888889Koordinaten: 50° 58′ N, 11° 3′ O

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