Dachdecker

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Dachdecker mit Biberschwanzziegeln mit Segmentschnitt, hier als Kronendeckung (d. h. 2 Ziegelreihen auf einer Dachlatte)

Ein Dachdecker sorgt mit seiner Arbeit für wind- und wetterfeste Gebäude. Neben dem Dachdecken umfasst das Aufgabengebiet des Dachdeckers den gesamten Bereich der Dach-, Wand- und Abdichtungstechnik. Zu seinem Tätigkeitsfeld gehören auch der Einbau von Dachfenstern und das Installieren von Solaranlagen. Dachdecker arbeiten insbesondere bei Metallarbeiten mit Dachklempnern (regional auch Dachspengler genannt) zusammen.

Durch Einsatz regionaler Materialien können sich Dachdecker spezialisieren. Dazu gehört in Norddeutschland das Reet und in Mittelgebirgen der Schiefer, siehe dazu Leyendecker.

Beruf[Bearbeiten]

Am 30. Juni 2013 gab es in Deutschland 54.371 sozialversicherungspflichtig beschäftigte Dachdecker. Der tarifliche Mindestlohn für gewerbliche Arbeitnehmer (Arbeiter) im Dachdeckerhandwerk beträgt bundesweit einheitlich 11,85 Euro pro Stunde (Stand Januar 2015). Vom Geltungsbereich nicht erfasst werden Schüler an allgemeinbildenden Schulen sowie das Reinigungspersonal. Die tarifliche Mindestlohn-Untergrenze ist durch die Allgemeinverbindlicherklärung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales in Verbindung mit dem Arbeitnehmer-Entsendegesetz von allen auf dem deutschen Markt tätigen Dachdeckerbetrieben und selbstständigen Betriebsabteilungen des Dachdeckerhandwerks (auch mit Sitz im Ausland) zwingend anzuwenden und zwar ohne Rücksicht auf Tarifbindung oder Innungszugehörigkeit. Das mittlere Jahresgehalt von Geschäftsführern im Dachdeckerhandwerk lag bei einem Jahresfestgehalt von 90.584 Euro und Tantiemen in Höhe von 11.490 Euro (Stand Oktober 2012).[1]

Tätigkeiten[Bearbeiten]

Deutschland[Bearbeiten]

Ausbildung[Bearbeiten]

Deutschlandlastige Artikel Dieser Artikel oder Absatz stellt die Situation in Deutschland dar. Hilf mit, die Situation in anderen Staaten zu schildern.

Dachdecker/Dachdeckerin ist ein anerkannter Ausbildungsberuf und wird mit der Verordnung über die Berufsausbildung zum Dachdecker/zur Dachdeckerin geregelt. Die Ausbildungsverordnung sieht eine dreijährige Ausbildungsdauer mit begleitendem Berufsschulunterricht vor. Auszubildende sollen handwerklich begabt sein, eine gute körperliche Konstitution haben und nicht unter Höhenangst leiden. Im Jahr 2014 gab es 7.756 Auszubildende im Dachdeckerhandwerk in Deutschland.[1]

Die Ausbildung kann in einer der beiden folgenden Fachrichtungen erfolgen:

  • Dachdecker/-in Fachrichtung Dach-, Wand- und Abdichtungstechnik oder
  • Dachdecker/-in Fachrichtung Reetdachtechnik

Ausbildungsvergütung[Bearbeiten]

Gemäß Ausbildungsvergütungstarifvertrag im Dachdeckerhandwerk – Dach-, Wand- und Abdichtungstechnik – vom 8. Oktober 2014 zwischen dem Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks – Fachverband Dach-, Wand- und Abdichtungstechnik – e.V. und der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt erhalten Auszubildende im Dachdeckerhandwerk bundesweit folgende monatliche Ausbildungsvergütung:

ab dem 1. Oktober 2014
Ausbildungsjahr monatl. Ausbildungs-
vergütung (brutto)
1. Ausbildungsjahr 600,00 Euro
2. Ausbildungsjahr 750,00 Euro
3. Ausbildungsjahr 1000,00 Euro

Lohn/Einkommen[Bearbeiten]

  • nach erfolgreicher Ausbildung: Dachdecker-Junggeselle (in den ersten 12 Monaten) Stundenlohn 15,52 EUR bei 39 Wochenstunden = ca. 2.623 EUR Bruttolohn (Tarifstundenlohn 1. Oktober 2014 bis 31. Juli 2015)

(Lt. Tarifvertrag zur Neuregelung der Löhne im Dachdeckerhandwerk - Dach-, Wand- und Abdichtungstechnik - vom 8. Oktober 2014)

Aufstiegschancen in Deutschland[Bearbeiten]

Durch Fort- und Weiterbildungen:

  • Meister (Voraussetzung für die Selbständigkeit)
  • Geprüfter Polier
  • Werkpolier
  • Techniker
  • Ausbilder
  • Unternehmer

Durch den Besuch einer Fachschule:

  • Gestalter im Handwerk
  • Techniker für Betriebswissenschaft
  • Techniker im Denkmalschutz
  • Baustellenleiter
  • Fachberater
  • Führungskraft
  • Betriebsleiter

Durch ein Studium an einer Fachhochschule (FH) möglich:

  • Fachrichtung Diplom-Ingenieur Bauingenieurwesen, Architektur oder Denkmalpflege
  • Fachlehrer

Österreich[Bearbeiten]

In Österreich absolvieren Dachdecker eine dreijährige Lehre bis zum Abschluss. Aufgrund der beruflichen Nähe erwerben Dachdecker häufig - im Rahmen einer so genannten Doppellehre - auch den Lehrabschluss als Spengler. Dann dauert die Ausbildung vier Jahre. Voraussetzung dafür ist, dass die Ausbildung für beide Berufe im gleichen Lehrbetrieb gewährleistet ist. Nach zweijähriger Praxis und einem Meisterkurs kann eine Meisterprüfung abgelegt werden. Wie für andere österreichische Lehrberufe besteht die Möglichkeit, Matura nachzuholen und anschließend Fachhochschulen zu besuchen. Weiterbildungsmöglichkeiten bieten auch verschiedene Kollegs für bestimmte facheinschlägige Richtungen, wie Hochbau oder Ortsbildpflege.

Schweiz[Bearbeiten]

Ausbildung[Bearbeiten]

Polybauer der Fachrichtung Dachdecken sind zuständig für das Decken geneigter Dächer mit Tonziegeln, Metall, Naturschiefer oder Faserzementplatten. Sie sind außerdem verantwortlich für die Wärmedämmung und den Ausbau von Dachgeschossen.

Höhere Berufsbildung[Bearbeiten]
  • Gruppenleiter führen eine kleine Einsatzgruppe.
  • Objektleiter sind dafür verantwortlich, ein gesamtes Gebäudehüllen-Bauprojekt mit mehreren Einsatzgruppen baubezogen führen und abzuwickeln.
  • Polier Vertiefungsrichtung Steildach / Flachdach / Fassade: Poliere sind baupraktische Manager, die mehrere Objekte baubezogen abwickeln und koordinieren.
  • Meister: Meister sind Unternehmer im Gebäudehüllen-Markt.
  • Energieberater Gebäude mit eidg. Fachausweis sind Berater für eine Energiebetrachtung bei Gebäudesanierungen.
  • Projektleiter Solarmontage obliegt die Verantwortung, standardisierte Anlagen zu planen und die Montage zu leiten. Zudem beraten sie Kunden und beurteilen das Gebäude auf deren Eignung für solare Anlagen (Strom und Wärme).

Redewendung[Bearbeiten]

Die Redewendung Das kannst du halten wie ein Dachdecker kommt daher, dass sich früher kein Bauherr und Architekt auf das Dach getraut hat, um die Arbeit der Dachdecker zu kontrollieren. Sie konnten also so arbeiten, wie sie wollten.

Galerie[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Dachdecker – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Deutschland

Österreich

Schweiz

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Der Beruf des Dachdeckers im Überblick Abgerufen am 26. Mai 2014.