Dachdecker

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Dachdecker mit Flachziegeln

Ein Dachdecker sorgt mit seiner Arbeit für wind- und wetterfeste Gebäude. Neben dem Dachdecken umfasst das Aufgabengebiet des Dachdeckers den gesamten Bereich der Dach-, Wand- und Abdichtungstechnik. Zu seinem Tätigkeitsfeld gehören auch der Einbau von Dachfenstern und das Installieren von Solaranlagen. Dachdecker arbeiten insbesondere bei Metallarbeiten mit Dachklempnern und Dachspenglern zusammen.

Durch Einsatz regionaler Materialien können sich Dachdecker spezialisieren. Dazu gehört in Norddeutschland das Reet und in Mittelgebirgen der Schiefer, siehe dazu Leyendecker.

Beruf

Am 30. Juni 2013 gab es in Deutschland 54.371 sozialversicherungspflichtig beschäftigte Dachdecker. Der tarifliche Mindestlohn für einen ungelernten Arbeitnehmer nach dem Arbeitnehmer-Entsendegesetz im Dachdeckerhandwerk beträgt in Ost- und Westdeutschland 11,20 Euro pro Stunde (Stand September 2013). Das mittlere Jahresgehalt von Geschäftsführern im Dachdeckerhandwerk lag bei einem Jahresfestgehalt von 90.584 Euro und Tantiemen in Höhe von 11.490 Euro (Stand Oktober 2012).[1]

Tätigkeiten

Deutschland

Ausbildung

Deutschlandlastige Artikel Dieser Artikel oder Absatz stellt die Situation in Deutschland dar. Hilf mit, die Situation in anderen Staaten zu schildern.

Dachdecker/Dachdeckerin ist ein anerkannter Ausbildungsberuf und wird mit der Verordnung über die Berufsausbildung zum Dachdecker/zur Dachdeckerin geregelt. Die Ausbildungsverordnung sieht eine dreijährige Ausbildungsdauer mit begleitendem Berufsschulunterricht vor. Auszubildende sollen handwerklich begabt sein, eine gute körperliche Konstitution haben und nicht unter Höhenangst leiden. Im Jahr 2012 gab es 8.600 Auszubildende im Dachdeckerhandwerk in Deutschland.[1]

Die Ausbildung kann in einer der beiden folgenden Fachrichtungen erfolgen:

  • Dachdecker/-in Fachrichtung Dach-, Wand- und Abdichtungstechnik oder
  • Dachdecker/-in Fachrichtung Reetdachtechnik

Ausbildungsvergütung

Gemäß dem Tarifvertrag über eine Ausbildungsvergütung im Dachdeckerhandwerk – Dach-, Wand- und Abdichtungstechnik vom 26. August 2008 zwischen dem Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks Fachverband Dach-, Wand- und Abdichtungstechnik – e.V. und der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt gelten bundesweit folgende Ausbildungsvergütungen:

ab dem 1. September 2011
Ausbildungsjahr montl. Ausbildungs-
vergütung (brutto)
1. Ausbildungsjahr 470 Euro
2. Ausbildungsjahr 650 Euro
3. Ausbildungsjahr 930 Euro
ab dem 1. September 2012
Ausbildungsjahr montl. Ausbildungs-
vergütung (brutto)
1. Ausbildungsjahr 500 Euro
2. Ausbildungsjahr 680 Euro
3. Ausbildungsjahr 960 Euro

Gehalt/Einkommen

  • nach erfolgreicher Ausbildung: Dachdecker-Junggeselle (bis 2 Jahre nach der Ausbildung) Stundenlohn 14,32 EUR bei 39 Wochenstunden = ca. 2.400 EUR Bruttolohn

(Lt. Tarifvertrag vom 1. Oktober 2010-31. Juli 2011)

Aufstiegschancen in Deutschland

Durch Fort- und Weiterbildungen:

  • Meister (Voraussetzung für die Selbständigkeit)
  • Geprüfter Polier
  • Werkpolier
  • Techniker
  • Ausbilder
  • Unternehmer

Durch den Besuch einer Fachschule:

  • Gestalter im Handwerk
  • Techniker für Betriebswissenschaft
  • Techniker im Denkmalschutz
  • Baustellenleiter
  • Fachberater
  • Führungskraft
  • Betriebsleiter

Durch ein Studium an einer Fachhochschule (FH) möglich:

  • Fachrichtung Diplom-Ingenieur Bauingenieurwesen, Architektur oder Denkmalpflege
  • Fachlehrer

Österreich

In Österreich absolvieren Dachdecker eine dreijährige Lehre bis zum Abschluss. Aufgrund der beruflichen Nähe erwerben Dachdecker häufig - im Rahmen einer so genannten Doppellehre - auch den Lehrabschluss als Spengler. Dann dauert die Ausbildung vier Jahre. Voraussetzung dafür ist, dass die Ausbildung für beide Berufe im gleichen Lehrbetrieb gewährleistet ist. Nach zweijähriger Praxis und einem Meisterkurs kann eine Meisterprüfung abgelegt werden. Wie für andere österreichische Lehrberufe besteht die Möglichkeit, Matura nachzuholen und anschließend Fachhochschulen zu besuchen. Weiterbildungsmöglichkeiten bieten auch verschiedene Kollegs für bestimmte facheinschlägige Richtungen, wie Hochbau oder Ortsbildpflege.

Schweiz

Ausbildung

Polybauer der Fachrichtung Dachdecken sind zuständig für das Decken geneigter Dächer mit Tonziegeln, Metall, Naturschiefer oder Faserzementplatten. Sie sind außerdem verantwortlich für die Wärmedämmung und den Ausbau von Dachgeschossen.

Höhere Berufsbildung
  • Gruppenleiter führen eine kleine Einsatzgruppe.
  • Objektleiter sind dafür verantwortlich, ein gesamtes Gebäudehüllen-Bauprojekt mit mehreren Einsatzgruppen baubezogen führen und abzuwickeln.
  • Polier Vertiefungsrichtung Steildach / Flachdach / Fassade: Poliere sind baupraktische Manager, die mehrere Objekte baubezogen abwickeln und koordinieren.
  • Meister: Meister sind Unternehmer im Gebäudehüllen-Markt.
  • Energieberater Gebäude mit eidg. Fachausweis sind Berater für eine Energiebetrachtung bei Gebäudesanierungen.
  • Projektleiter Solarmontage obliegt die Verantwortung, standardisierte Anlagen zu planen und die Montage zu leiten. Zudem beraten sie Kunden und beurteilen das Gebäude auf deren Eignung für solare Anlagen (Strom und Wärme).

Redewendung

Die Redewendung Das kannst du halten wie ein Dachdecker kommt daher, dass sich früher kein Bauherr und Architekt auf das Dach getraut hat, um die Arbeit der Dachdecker zu kontrollieren. Sie konnten also so arbeiten, wie sie wollten.

Galerie

Weblinks

 Commons: Dachdecker – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Deutschland

Österreich

Schweiz

Einzelnachweise

  1. a b Der Beruf des Dachdeckers im Überblick Abgerufen am 26. Mai 2014.