Dachdeckung

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Historische Ziegeldeckung (Mönch und Nonne)

Als Dachdeckung bezeichnet man die äußerste, Regen und Wetter abwehrende Schicht des Daches. Sie wird vom Dachtragwerk getragen, und bildet den Hauptbestandteil der Dachhaut

Grundlagen[Bearbeiten]

Je nach Dachform, Dachneigung, Witterungsbedingungen und planungsrechtlichen Vorgaben kommen verschiedene Materialien und Verarbeitungsformen zum Einsatz. Alle Dachdeckungen haben gemeinsam, dass die Dachhaut aus einzelnen, gelegten Bauteilen besteht. Zwischen diesen könnte Wasser einsickern, und gedeckte Dächer erfordern daher eine – von der verwendeten Konstruktion abhängige – Mindestneigung. Flachdächer werden nicht gedeckt, sondern erhalten eine Dachabdichtung.

Historische Dächer waren in aller Regel nicht abgedichtet. Der Raum im Dachstuhl wurde nicht als Wohnraum benutzt, so dass eventuell anfallende Feuchtigkeit ohne Probleme wieder verdunsten konnte.

Traditionell hat jede Region eine klassische Form der Dachdeckung (z. B. im Münsterland rote Tondachziegel, im Sauerland Schiefersteine), in der modernen Architektur finden jedoch überall verschiedenste Materialien und Verfahren Anwendung.

Die Zulässigkeit und die Anforderungen an Dacheindeckung sind in den amtlichen Baustofflisten erfasst und in spezifischen europäischen und nationalen Normen geregelt.

Arten der Dachdeckung[Bearbeiten]

Typen der Dachdeckung[Bearbeiten]

Dachdeckung bezeichnet nur das äußerste Bauteil, das je nach Wasserdurchlässigkeit eingeteilt wird in:

  • Dachdeckung im engeren Sinne, aus einzelnen Bauteilen, die nicht wasserdicht sind, sondern das Wasser nur ableiten:
    Eindeckung mittels Materialien wie Stein, Beton, Ziegel, Holz, Stroh, Schilf, Metalle und Folien mit offenen Fugen.
  • Dachabdichtung ist vollständig wasserdicht (z.B. verschweißte Dachbahnen, fugenlose Metalle).

Zum Schutz vor UV-Strahlung, mechanischer Beschädigung, Brand oder als ökologische Ausgleichsmaßnahme kann die Dachabdichtung z.B. mit Kies, Holz, Betonplatten oder einer Pflanzschicht abgedeckt werden. Diese Abdeckung wird dadurch nicht zur Dachhaut, sondern zu ihrem Bestandteil. Zum Brandschutz definiert die "DIN 4102-7 Brandverhalten von Baustoffen und Bauteilen - Teil 7" dazu die Begriffe "Harte Bedachung" und "Weiche Bedachung".

Harte Deckungen (Hartdach)[Bearbeiten]

Diese Formen zählen zu den klassischen historischen Materialien, die seit Jahrtausenden verwendet werden, modernere Entwicklungen sind:

Weiche Deckungen (Weichdach)[Bearbeiten]

Weitere, teils historische Dacheindeckungen, die heute im Bauwesen nicht mehr eingesetzt werden:

Bei organischen Materialien haben alle Kulturen auf lokale Vorkommen zurückgegriffen:

Zweifach-, Dreifach- und Vierfachdeckung[Bearbeiten]

Je nachdem, wie viele Deckelemente (Steine, Schindeln, Platten usw.) in dem Bereich zwischen der Oberkante einer und der damit bündigen Unterkante einer weiteren Schar liegen, spricht man von Zweifach-, Dreifach- und Vierfachdeckung. Gezählt wird von unten nach oben, weil man Deckelemente auch so verlegen muss. Um die zur Dachneigung unterschiedliche Neigung der Deckelemente auszugleichen, muss an der Traufe ein Ausgleichselement eingefügt sein (halb- oder zweidrittelbreite Steine, verdickte Lattung, Unterleger und Ähnliches).

Für durchgängige Dachabdichtungen, aber auch für Reet- und Strohdeckungen, bei denen die Halme kontinuierlich überdecken, spielt diese Methode keine Rolle, wohl aber analog für Verschalungen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Deutsches Dachdeckerhandwerk - Regelwerk

Fußnoten und Einzelnachweise[Bearbeiten]


Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Dacheindeckung – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien