Dachsbach

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Dachsbach (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Dachsbach
Dachsbach
Deutschlandkarte, Position des Marktes Dachsbach hervorgehoben
49.63888888888910.706111111111280Koordinaten: 49° 38′ N, 10° 42′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Mittelfranken
Landkreis: Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Uehlfeld
Höhe: 280 m ü. NHN
Fläche: 20,58 km²
Einwohner: 1714 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 83 Einwohner je km²
Postleitzahl: 91462
Vorwahl: 09163
Kfz-Kennzeichen: NEA, SEF, UFF
Gemeindeschlüssel: 09 5 75 117
Marktgliederung: 7 Ortsteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Schulstraße 11
91462 Dachsbach
Webpräsenz: www.dachsbach.de
Bürgermeister: Hans-Jürgen Regus (Einigkeit Oberhöchstädt)
Lage des Marktes Dachsbach im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim
Landkreis Kitzingen Landkreis Würzburg Landkreis Fürth Landkreis Ansbach Landkreis Erlangen-Höchstadt Landkreis Bamberg Gerhardshofen Bad Windsheim Baudenbach Burgbernheim Burghaslach Dachsbach Diespeck Dietersheim Emskirchen Ergersheim (Mittelfranken) Gallmersgarten Gollhofen Gutenstetten Hagenbüchach Hemmersheim Illesheim Ippesheim Ipsheim Langenfeld (Mittelfranken) Marktbergel Markt Erlbach Markt Nordheim Markt Taschendorf Münchsteinach Neuhof an der Zenn Neustadt an der Aisch Oberickelsheim Obernzenn Osing (Freimarkung) Simmershofen Sugenheim Trautskirchen Uehlfeld Uffenheim Weigenheim Wilhelmsdorf (Mittelfranken) Scheinfeld OberscheinfeldKarte
Über dieses Bild

Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt

Wahrzeichen Dachsbachs, der Wohnturm des ehemaligen Wasserschlosses
Die evangelische Kirche St. Marien
Das Rondell
Das alte Amtshaus

Dachsbach ist ein Markt im mittelfränkischen Landkreis Neustadt a.d.Aisch-Bad Windsheim und Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Uehlfeld.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Der Markt liegt im Aischtal, der Ortsteil Rauschenberg mit Ziegelhütte im südlichen Steigerwald.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Nachbargemeinden sind (von Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Uehlfeld, Weisendorf, Gerhardshofen und Gutenstetten.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Dachsbach hat sieben Ortsteile[2]:

Geschichte[Bearbeiten]

Urkundlich ist der Markt Dachsbach erstmals im Jahre 1129 nachweisbar - ein Ritter Heinrich von Dachsbach verkaufte eines seiner Güter an das Kloster St. Michael in Bamberg. 1132 war bei der Gründung des Klosters Heilsbronn ein Ritter Albrecht von Dachsbach Zeuge. Von 1298 bis 1347 war ein Ritter Konrad von Dachsbach Klostervogt in Münchsteinach. Am 14. April 1280 wurde das Schloss an die Burggrafen von Nürnberg verpfändet, die daraus einen Amtssitz machten und Dachsbach als Bastion gegen das Hochstift Bamberg ausbauten. Bis 1797 blieb dieser Amtssitz in Dachsbach. Zu diesem Zeitpunkt wurde Neustadt an der Aisch zentraler Amtssitz im Aischtal. Bis dahin war die Blutgerichtsbarkeit für bis zu 41 Orte der Umgebung im Dachsbacher Amtshaus ansässig. Die Richtstätte am Galgenberg wurde 1814 abgebaut.

Diverse Kriege haben in Dachsbach ihre Spuren hinterlassen. Im Ersten (1449–1450) und Zweiten Markgrafenkrieg (1552–1555) waren es die Nürnberger, im Bauernkrieg (9. Mai 1525) die aufständischen Bauern, die den Ort einnahmen und plünderten. Am 12. November 1553 brannte Albrecht Alcibiades das Schloss, das ihm selbst gehörte, eigenhändig nieder, um die „Nürnberger Pfeffersäcke das Brennen zu lehren“. Im Dreißigjährigen Krieg (10. August 1634) wurde Dachsbach nahezu vollständig zerstört. Forchheimer Truppen ließen nur die Kirche, die Zehntscheune und sechs Häuser stehen. Zu Beginn des Dreißigjährigen Krieges wurden in der markgräflichen Münzstätte in Dachsbach unter anderem Schlechte Taler zu 120 Kreuzern geprägt, welche die Größe von vollwertigen Talern hatten, aber aus einer geringeren Silberlegierung mit hohem Kupferanteil bestanden. Nach Ende des Krieges ließen sich hier protestantische Glaubensvertriebene aus Österreich nieder, die in ihrer neuen Heimat maßgeblich zum Wiederaufbau beitrugen.[3]

Das Ende der Amtszeit in Dachsbach war 1797. Zu dieser Zeit hieß der Dachsbacher Amtmann Herrgott, auf den sowohl der Spruch „leben wie der Herrgott in Dachsbach“ als auch die Bezeichnung Herrgottsköpfe für die Dachsbacher zurückgeht. Im August 1798 gelang ihm durch die Befragung eines Inhaftierten der Anstoß zur Zerschlagung der sogenannten Großen Fränkischen Diebes- und Räuberbande. Das Ende von Herrgott war nicht sonderlich „herrgöttlich“, da er 1806 wegen dienstlicher Verfehlungen nach Bayreuth ins Gefängnis kam. Seither führt Dachsbach ein eher beschauliches Dasein und kann seine regionale Bedeutung nur noch durch seine Baudenkmale belegen.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1972 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Rauschenberg und Traishöchstädt eingegliedert.[4] Oberhöchstädt kam am 1. Januar 1978 hinzu.[5]

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister ist seit 2010 Hans-Jürgen Regus. Er wurde 2014 in einer Wahl ohne Gegenkandidaten mit 85% der Stimmen[6] für weitere 6 Jahre im Amt bestätigt.

Wahlvorschlagskennwort Stimmenanteil ggü. 2008 Sitze ggü. 2008
Bürgerblock 28,33 % -6,02 %p 4 -1
Rauschenberg 25,15 % +0,65 %p 3 ±0
Öberhöchstädt 23,99 % +3,85 %p 3 ±0
JW Dachsbach 11,50 % +4,90 %p 1 +1
Aktive Frauen 11,03 % +3,12 %p 1 ±0
Gesamt 100 % - 12 -

Stand: Kommunalwahl 17. März 2014[7]

Bildung und Kultur[Bearbeiten]

Kirche[Bearbeiten]

  • Evangelische Kirchengemeinde Dachsbach
    • Kirchenchor Dachsbach
    • Posaunenchor Dachsbach
    • Evangelische Landjugend Dachsbach
  • Evangelische Kirchengemeinde Oberhöchstädt

Baudenkmale[Bearbeiten]

  • Marienkirche
  • Rondell
  • Wohnturm des Wasserschlosses
  • Altes Amtshaus
  • Altes und Neues Schloss Rauschenberg
  • Altes Gasthaus in Oberhöchstädt
  • Villa Am Haller

Theater[Bearbeiten]

  • Dachsbacher Burgtheater e.V.

Kulinarische Spezialitäten[Bearbeiten]

Aischgründer Karpfen in der lokalen Gastronomie

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Die B 470 führt von Nordosten nach Südwesten durch das Dachsbacher Gemeindegebiet.

Vom 12. Juli 1904 bis zum 30. Mai 1976 verband die Bahnstrecke Neustadt (Aisch)–Demantsfürth-Uehlfeld den Ort mit der Bahnstrecke Nürnberg–Würzburg, die Züge wurden nach dem die Strecke begleitenden Fluss Aischtalbahn genannt. Seitdem verbinden mehrere Buslinien Dachsbach mit den Städten und Gemeinden im Umland.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • In Goethes Götz von Berlichingen ruft dieser im ersten Aufzug „Geh auf den Weg nach Dachsbach!“, das ungefähr auf dem Weg von Jagsthausen nach Bamberg liegt.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinden, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell) vom 5. Juli 2013 (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?val=1448&attr=590&modus=automat&tempus=20110609/175435&hodie=20110609/180201
  3. Eberhard Krauß: Exulanten im Evang.-Luth. Dekanat Neustadt an der Aisch. Nürnberg 2012 (Quellen und Forschungen zur fränkischen Familiengeschichte, 27), passim. ISBN 978-3-929865-32-5
  4.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 536.
  5.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 723.
  6. http://www.kreis-nea.de/uploads/tx_deciwahlen/2014-KoW-117-Bgm-Dachsbach.pdf
  7. http://www.kreis-nea.de/uploads/tx_deciwahlen/2014-KoW-117-GR-Dachsbach.pdf

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Dachsbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien