Dachser

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Dachser (Begriffsklärung) aufgeführt.
Dachser GmbH & Co. KG
Logo der Dachser GmbH
Rechtsform GmbH & Co. KG
Gründung 1930
Sitz Kempten (Allgäu),
DeutschlandDeutschland Deutschland
Leitung Bernhard Simon
Mitarbeiter 24.900 (2013)[1]
Umsatz 3,7 Mrd. € (2012)[2]
Branche Logistik
Website www.dachser.com
Hauptniederlassung in Kempten

Die Dachser GmbH & Co. KG ist ein deutsches Logistikunternehmen mit Sitz in Kempten (Allgäu). Gegründet wurde es 1930 von Thomas Dachser. Seit Januar 2005 ist sein Enkel Bernhard Simon Sprecher der Geschäftsführung. Dachser ist in den Geschäftsfeldern Europa-Logistik (European Logistics), der Luft- & Seefracht (Air & Sea Logistics) sowie der Lebensmittel-Logistik (Food Logistics) vertreten. Im Bereich der Kontraktlogistik werden neben Transport auch Lagerung und Mehrwertdienstleistungen angeboten. Im Segment Systemlogistik gehört Dachser zu den Weltmarktführern.[3]

Geschichte des Unternehmens[Bearbeiten]

Ein Lkw von Dachser

Mitten in der größten Wirtschaftskrise begann Dachser im Jahr 1930 mit dem Transport von Allgäuer Käse in das Rheinland. Im Jahr 1934 wurde in Memmingen die erste Zweigniederlassung eröffnet, vier Jahre später erfolgte die Eröffnung einer Niederlassung in Neuss im Rheinland. Dachser wurde zum führenden Speditionsunternehmen im Allgäu.

Im Zweiten Weltkrieg wurden die Fahrzeuge und auch das Fahrpersonal des Unternehmens fast gänzlich vom Staat eingezogen. Alle Niederlassungen wurden im Krieg zerstört. Kurze Zeit nach Ende des Krieges wurde das Geschäft wieder aufgenommen. Im Jahr 1949 erfolgte der Eintrag der „Thomas Dachser Spedition“ ins Handelsregister.

In den 1950er Jahren begann das große Wachstum des Unternehmens. Im Inland wurden eine Vielzahl von neuen Niederlassungen eröffnet, per Land, Luft und See internationale Verkehre aufgenommen. Im Jahr 1951 eröffnete am Münchner Flughafen das erste Luftfrachtbüro. Zu Ende des Jahrzehnts verfügte das Unternehmen über 1000 Mitarbeiter, die einen Umsatz von mehr als 70 Millionen DM erwirtschafteten.

Im Jahr 1969 war das Unternehmen eines der Gründungsmitglieder der Kombiverkehr KG. Ziel der Gesellschaft war die Vernetzung des Schienenverkehrs mit dem Straßenverkehr. Zweck der Gesellschaft war, unter anderem für ihre Kommanditisten den Transport von Lastfahrzeugen und von Wechselaufbauten auf der Schiene zu organisieren. Dies war mit ein Grund, dass Dachser bis 1971 seinen gesamten Fuhrpark auf Wechselbrücken umstellte. Die gewählten Außenmaße der austauschbaren Ladungsträger wurden auch von anderen Herstellern und Transportunternehmen übernommen und so zum Standard in der Branche.

1979 starb der Firmengründer Thomas Dachser. Die Anteile am Unternehmen wurden von seinen beiden Töchtern Christa Rohde-Dachser und Annemarie Simon übernommen.

Im Jahr 1982 bot das Unternehmen seinen Kunden die Lagerung und den Transport für temperaturempfindliche Lebensmittel an. Es entstand der neue Geschäftsbereich Frischdienst (heute Food Logistics).

1994 führte das Unternehmen zur Packstückidentifikation die NVE (Nummer der Versandeinheit) ein. Der Barcode etablierte sich dadurch in der Transportlogistik als eindeutige Identifikationsnummer.

Im Jahr 1999 kaufte das Unternehmen den französischen Logistik-Dienstleister Graveleau und erweiterte damit sein Netzwerk in Europa und Nordafrika. Seither expandiert Dachser in Asien, Europa und den Vereinigten Staaten.

Ein weiterer Spatenstich bei der größten Dachser-Niederlassung in Memmingen erfolgte 2007. Das Logistikzentrum Allgäu wurde für über 20 Millionen Euro um eine weitere Lagerhalle und ein für 350 Pkw Platz bietendes Mitarbeiterparkhaus erweitert.

Anfang des Jahres 2013 erwarb das Unternehmen das spanische Luft- und Seefrachtspeditionsunternehmen Transunion S. A.. Somit expandierte das Unternehmen in Spanien, der Türkei, in Argentinien, Peru und Mexiko.[4]

Am 15. Januar 2013 übernahm das Unternehmen den spanischen Logistikdienstleister Azkar mit Firmenzentrale in Coslada bei Madrid und wuchs somit um über 3000 Mitarbeiter an 91 Standorten in Spanien und Portugal.[5]

Am 14. Oktober 2013 erwarb das Unternehmen die Mehrheit bei der finnischen See- und Luftfrachtspedition Oy Waco Logistics Finland. Das Unternehmen mit Hauptsitz im südfinnischen Vantaa, unweit der Hauptstadt Helsinki, unterhält weitere Standorte in den Wirtschaftszentren Lahti, Oulu, Tampere und Vaasa. Mit 54 Mitarbeitern erwirtschaftete das Unternehmen 2012 einen Umsatz von knapp 24 Millionen Euro. [6]

Statistik[Bearbeiten]

Dachser hatte 2013 an 471 Standorten insgesamt 24.900 Mitarbeiter beschäftigt bei einem Umsatz von 4,99 Mrd. Euro. Versendet wurden 69,6 Mio. Sendungen die ein Gewicht von insgesamt 32,9 Mio. Tonnen Tonnage ausgemacht haben. Dachser hatte ebenso im Jahr 2010 eine Lagerfläche von 1,64 Mio. m² mit 10.030 Transporteinheiten. [7]

Literatur[Bearbeiten]

  • Erker, Paul: Das Logistikunternehmen Dachser: Die treibende Kraft der Familie als Erfolgsfaktor im globalen Wettbewerb. Campus Verlag, Frankfurt am Main 2008, ISBN 978-3-593-37928-9

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Dachser – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Fakten. Abgerufen am 10. September 2014.
  2. Konzernjahresabschluss zum 31. Dezember 2012 bei www.unternehmensregister.de; eingesehen am 21. Mai 2014. Die auf der Unternehmenswebsite angegebenen Umsätze schliessen die Erlöse für Zölle und Abgaben ein und weichen von der Handelsbilanz ab
  3. Florian Langenscheidt, Bernd Venohr (Hrsg.): Lexikon der deutschen Weltmarktführer. Die Königsklasse deutscher Unternehmen in Wort und Bild. Deutsche Standards Editionen, Köln 2010, ISBN 978-3-86936-221-2.
  4. DACHSER erwirbt Transunion. Abgerufen am 10. April 2013.
  5. DACHSER erwirbt Azkar. Abgerufen am 10. April 2013.
  6. DACHSER übernimmt Mehrheit an Oy Waco Logistics Finland. Abgerufen am 18. Oktober 2013.
  7. Fakten. Abgerufen am 10. September 2014.

47.74749810.30215Koordinaten: 47° 44′ 51″ N, 10° 18′ 8″ O