Dacia Duster

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Dacia
Dacia Duster (2010–2013)

Dacia Duster (2010–2013)

Duster
Produktionszeitraum: seit 2010
Klasse: SUV
Karosserieversionen: Kombi
Motoren: Ottomotoren:
1,2−1,6 Liter
(77−92 kW)
Dieselmotoren:
1,5 Liter
(63−81 kW)
Länge: 4315 mm
Breite: 1822 mm
Höhe: 1682 mm
Radstand: 2673 mm
Leergewicht: 1235–1369 kg
Vorgängermodell: keines
Nachfolgemodell: keines
Sterne im Euro NCAP-Crashtest[1] Drei Sterne im Euro-NCAP-Crashtest

Der Dacia Duster ist ein Sport Utility Vehicle (SUV) des rumänischen Automobilherstellers Dacia, das am 17. April 2010 auf den Markt kam.[2] Das Fahrzeug ist auf der im Jahre 2004 konstruierten B0-Plattform aufgebaut,[3] hat aber mit 2,67 Meter einen um vier Zentimeter verlängerten Radstand.[4]

Außerhalb Europas wird das Pkw-Modell unter dem Renault-Markenzeichen als Renault Duster hergestellt und vermarktet. So wird es in der Ukraine, Russland, im Nahen Osten und in Afrika sowie in Südamerika als Renault-Modell angeboten.

Auf der IAA 2013 wurde der Duster in überarbeiteter Form vorgestellt. Optische Charakteristika sind der verchromte Kühlergrill, die geänderten Scheinwerfer mit Tagfahrlicht, die mit Chrom verzierten Heckleuchten und die Dachreling mit gelochten Stützen.

Frühere Fahrzeuge[Bearbeiten]

Von 1980 bis 1989 wurde der ARO 10 4×4 unter dem Namen Dacia Duster nach Großbritannien exportiert.[5]

Aufbau[Bearbeiten]

Der Duster hat eine Bodenfreiheit von 20,5 cm, bei der Allrad-Version 21 cm, einen Böschungswinkel von 30 Grad vorne und 36 Grad hinten, einen Rampenwinkel von 23 Grad sowie Überhänge von 82,2 cm vorne und 82 cm hinten.[6]

Automobilrennsport[Bearbeiten]

Eisrennen[Bearbeiten]

Als Marketing-Aktion war Alain Prost bei der Eisrennserie Trophée Andros im Dezember 2009 mit einer von Renault Sport stark modifizierten Rennversion des Dacia Duster an den Start gegangen.[7] Nach insgesamt 13 Wertungsläufen schloss Prost die Rennsportserie am 30. Januar 2010 als Vizemeister ab.

Rallye Aïcha des Gazelles[Bearbeiten]

Bei der Rallye Aïcha des Gazelles, in der Wüste Marokkos, kam der Dacia Duster in der Kategorie Crossover mit den Fahrerinnen Dounia und Isabelle als erstes Auto in Ziel.[8] Das baugleiche zweite Fahrzeug belegte mit den Fahrerinnen Nathalie und Dorothée den fünften Platz.[9]

Pikes Peak International Hill Climb[Bearbeiten]

Der Franzose Jean-Philippe Dayraut, dreifacher Sieger der Trophée-Andros-Eisrennserie, hat am 26. Juni 2011 mit einem über 850 PS starken Dacia-Duster-Prototypen beim Pikes-Peak-Bergrennen in den USA den dritten Platz belegt.

Sicherheit[Bearbeiten]

Das Fahrzeug ist mit ABS in der Version 8.1, elektronischer Bremskraftverteilung EBD und Bremsassistent BAS ausgestattet. Zusätzlich sind noch die Assistenzsysteme CSV und Antriebsschlupfregelung (ASR) für den Allradantrieb verbaut.[10][11] Dabei stammt der Allradantrieb, jedoch ohne elektronische Differenzialsperren und Bergabfahrhilfe, vom Nissan Qashqai ab.[12]

Für die passive Sicherheit stellt der Duster zwei Frontairbags, Dreipunkt-Gurte mit Lastenbegrenzer und seit dem Facelift 2013 variantenübergreifend die elektronische Stabilitätskontrolle ESP sowie Seitenairbags zur Verfügung; Kopfairbags und Seitenairbags hinten sind nicht verfügbar.[13] Die pyrotechnischen Gurtstraffer bieten ein vollständiges Rückhaltesystem.[14]

Kindersitze lassen sich an der Rückbank nur auf den Außensitzen sicher befestigen. Dort sind auch Isofix-Halterungen vorhanden. Laut Bedienungsanleitung dürfen auf dem Beifahrersitz keine vorwärts ausgerichteten Kindersitze befestigt werden und rückwärtsgerichtete (Babyschalen) nur, wenn der Beifahrerairbag per Schalter am Armaturenbrett deaktiviert wird.

Im EURO-NCAP-Crashtest erreichte der Duster 3 von 5 möglichen Sternen.[15]

Galerie[Bearbeiten]

Technische Daten[Bearbeiten]

Die verschiedenen Vierzylindermotoren stammen von Renault. Alle Motorvarianten erfüllen die Euro 5 Schadstoffnorm.[16] Die Dieselmodelle weisen alle einen Rußpartikelfilter / FAP auf.

Modell Hubraum Leistung
kW (PS) bei 1/min
Drehmoment
Nm bei 1/min
Höchst-
geschwindigkeit
Beschleunigung
0 auf 100 km/h
Ø-Verbrauch CO2-Emission Antrieb Bauzeitraum
Benziner
1.6 16V 105 1598 cm³ 77 (105) / 5750 148 /3750 165 km/h 11,8 7,1 l 165 g/km 4×2 Antrieb seit 03/2010
160 km/h 12,8 8,0 l 185 g/km 4×4 Antrieb seit 03/2010
1.2 TCe 125 1197 cm³ 92 (125) / 5250 205 / 2000 175 km/h 10,4 6,0 l 140 g/km 4×2 Antrieb seit 09/2013
LPG
1.6 16V 105 LPG 1595 cm³ 77 (105) / 5750
[75 (102) / 5750]
148 /3750
[144 / 3750]
162 km/h 12,4 [12,8] 7,2 [9,1] l 167 g/km [145 g/km] 4×2 Antrieb seit 05/2011
Diesel
dCi 85 1461 cm³ 63 (86) / 3750 200 / 1900 156 km/h 13,9 5,1 l 135 g/km 4×2 Antrieb 03/2010–09/2010
dCi 90 1461 cm³ 66 (90)/3750 200 / 1750 156 km/h 13,8 5,0 l 130 g/km 4×2 Antrieb seit 03/2010
158 km/h 14,9 5,3 l 139 g/km 4×4 Antrieb seit 03/2010
dCi 110 1461 cm³ 79 (107) / 4000 240 / 1750 171 km/h 11,8 5,3 l 139 g/km 4×2 Antrieb 03/2010–10/2013
81 (110) / 4000 168 km/h 12,5 5,6 l 145 g/km 4×4 Antrieb 03/2010–10/2013
dCi 110 1461 cm³ 80 (109) / 4000 240 / 1750 169 km/h 12,2 4,8 l 127 g/km 4×2 Antrieb seit 10/2013
168 km/h 12,9 5,2 l 135 g/km 4×4 Antrieb seit 01/2014

Produktion[Bearbeiten]

Der Dacia Duster wird seit März 2010 in Europa, der Türkei, Algerien und Marokko zu Preisen ab 10.490 Euro angeboten. Seit Juni 2010 wird er auch in der Ukraine, Israel, Jordanien, Syrien, Ägypten und Libanon sowie einigen afrikanischen Staaten als Renault offeriert. Diese Fahrzeuge werden in Pitești in Rumänien produziert.

Im Jahr 2011 plant Renault die Produktion im Werk Curitiba in Brasilien und SOFASA in Kolumbien, um das Fahrzeug in Brasilien, Argentinien, Mexiko und Chile verkaufen zu können, später soll auch im Werk in Moskau produziert werden.[17][18].

Im Jahr 2012 soll der Duster auch als Rechtslenker im Vereinigtem Königreich angeboten werden.[19]

Der Duster basiert auf der führend von Nissan entwickelten B-Plattform[20] wie beispielsweise auch der Renault Clio II - IV, Nissan Micra und Nissan Juke. Dacia nutzt die aus der B-Plattform abgeleitete Version B0.
Dacia erreicht Kostenvorteile u.A. durch einen hohen Anteil an Gleichteilen sowohl innerhalb der eigenen Marke (z.B. Cockpit) als auch im Renault/Nissan Konzern. Im Duster finden sich beispielsweise viele Teile aus älteren Modellen des Renault Clio und Megane, die Motoren wurden zuvor bereits im Renault Scenic eingesetzt, der Allradantrieb des 4x4 stammt von Nissan.

Konzeptfahrzeug[Bearbeiten]

Dacia Duster auf dem Genfer Auto-Salon 2009

Ein Konzeptfahrzeug gleichen Namens wurde auf dem Genfer Auto-Salon 2009 von Renault Design Central Europe vorgestellt. Es war die erste Crossover-Vorstellung von Dacia und hatte mit der Serienversion weder technische noch optische Gemeinsamkeiten.[21] Das Fahrzeug hatte eine Länge von 4,25 m, eine Höhe von 1,49 m, eine Breite von 1,64 m und einen Radstand von 2,8 m und war ca. 1300 kg schwer.[22]

Design[Bearbeiten]

Das Fahrzeug soll die Klassen eines sportlichen Coupés mit einem Kombi vereinen. Dieses Ergebnis war die Zusammenarbeit von Renault Design Central Europe (Sitz in Bukarest) und Renault Design Technocentre (Sitz in Guyancourt).[22]

Von Außen gab es eine breite Frontschürze mit zwei Lufteinlässen und Scheinwerfer, die über die Seite bis fast an die gegenläufig angeschlagenen Türen ging. Die Außenspiegel saßen direkt auf der Tür. Das Dach war komplett verglast und bot viel Licht im Innenraum. Dort bot sich durch ein neues Sitzkonzept 470 Liter Kofferraumvolumen, ließ man die hinteren Sitze unter die Vorderen gleiten, konnte der Kofferraum zwei m³ Volumen bereitstellen.[22]

Antrieb[Bearbeiten]

Die Motorisierung des Fahrzeugs übernahm ein 1.5 dCi-Common-Rail-Diesel mit 105 PS (77 kW) mit Partikelfilter und einem manuellen Sechsganggetriebe. Auf Grund der Karosseriegestaltung kam das Fahrzeug auf einen cw-Wert von 0,30. Der Gesamtverbrauch wurde mit 5,3 Litern/100 km angegeben, was einem Ausstoß von 139 g CO2 entspräche. Als Antrieb kann 4×2 oder 4×4 gewählt werden.[22][23]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. NCAP-Crash-Test Dacia Duster (2011)
  2. Auto-News Online-Ausgabe vom 8. Dezember 2009: Duster: Sechstes Dacia-Modell kommt als Allradler und 4×2
  3. Plattform auf Carmagazine.co.uk (abgerufen am 2. Mai 2010)
  4. Bodengruppe auf 4wheelfun.de (abgerufen am 2. Mai 2010)
  5. 1ro.de: Informationen zum ARO 10 4×4
  6.  Renault Deutschland AG (Hrsg.): Rhombus. Magazin des Bundesverbandes Deutscher Alpine und Renault Clubs. Nr. 1/2010, Brühl.
  7. Auto-Motor-und-Sport Online-Ausgabe vom 17. November 2009: Der neue Dacia Duster – Im Rennoutfit
  8. Rallye Aïcha des Gazelles auf Autobild.de (abgerufen am 2. Mai 2010)
  9. Offizielle Website der Rallye Aïcha des Gazelles (abgerufen am 2. Mai 2010)
  10. Sicherheitssysteme (PDF; 250 kB) auf Renault.com (abgerufen am 13. März 2010)
  11. Ausstattungen auf Dacia.de (abgerufen am 13. März 2010)
  12. Allradantrieb vom Nissan Qashgai auf Autobild.de (abgerufen am 6. Mai 2010)
  13. Facelift Dacia Duster auf Autokiste.de (abgerufen am 11. September 2013)
  14. Rückhaltesystem auf Autoplenum.de (abgerufen am 13. März 2010)
  15. Dacia Duster, Test 2011 (englisch, gesichtet 5. September)
  16. Fahrzeugbroschüre Stand 1. August 2011
  17. Presse Information (PDF; 250 kB) auf Renault.com (abgerufen am 18. August 2010)
  18. Renault Duster
  19. Presse Information (PDF; 410 kB) auf Renault.com (abgerufen am 18. August 2010)
  20. Nissan-Dacia B-Plattform in der englischen Wikipedia
  21. Auto-Bild Online-Ausgabe vom 2. März 2009: Dacia Duster in Genf 2009: Crossover aus Rumänien
  22. a b c d Dacia Duster Conzept auf Autosieger.de (abgerufen am 10. Mai 2010)
  23. Konzeptantrieb auf Saubereautos.at (abgerufen am 10. Mai 2010)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Dacia Duster – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien