Dacia Logan

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Dacia
Dacia Logan (2004–2008)

Dacia Logan (2004–2008)

Logan
Hersteller: Dacia/Nissan/Renault
Produktionszeitraum: seit 2004
Klasse: Untere Mittelklasse
Karosserieversionen: Stufenheck, viertürig
Kombi, fünftürig
Pickup, zweitürig
Motoren: Ottomotoren:
1,4–1,6 Liter
(55–77 kW)
Dieselmotoren:
1,5 Liter
(50−63 kW)
Länge: 4020–4450 mm
Breite: 1740 mm
Höhe: 1534–1636 mm
Radstand: 2630–2900 mm
Leergewicht: 1050–1330 kg
Vorgängermodell: Dacia Solenza, Dacia 1300
Nachfolgemodell: keines
Sterne im Euro NCAP-Crashtest[1] Crashtest-Stern 3.svg

Der Dacia Logan (in Russland, Iran und Südamerika Renault Logan, in Südafrika Nissan NP200, in Mittelamerika Nissan Aprio sowie in Indien als Mahindra Renault Logan und Mahindra Verito) ist ein Modell der unteren Mittelklasse von Dacia. Seit 2010 ist er in Deutschland nur noch als Kombi (Logan MCV), Lieferwagen (Logan Express/VAN) oder Pick-Up (Logan Pick-Up) erhältlich.

Inhaltsverzeichnis

Allgemeines[Bearbeiten]

Der fünfsitzige Pkw wurde zunächst seit September 2004 als „5000-Euro-Auto“ in Afrika, Südamerika und den osteuropäischen Ländern als Nachfolger des Dacia Solenza angeboten. In Deutschland wird er mit angepasster Sicherheitsausstattung (zwei Airbags, ABS) seit Mitte 2005 ab etwa 7200 Euro angeboten. Der Logan zählt damit zu den preisgünstigsten Neuwagen seiner Klasse in Deutschland. In Österreich wird er ab 7960 Euro inklusive Umsatzsteuer angeboten.

Im Herbst 2006 kam außerdem eine Kombiversion (Logan MCV) mit 2.350 l Ladevolumen bzw. max. 7 Sitzen auf den Markt. Vervollständigt wurde die Modellpalette in Osteuropa mittlerweile durch einen verkleideten Kastenwagen (Logan Express) und einen Pickup (Logan Pick-Up), die seit März 2009 auch in Deutschland erhältlich sind.

Der Dacia Logan wird bei der Renault-Tochter Dacia in Rumänien produziert. Seit 2005 läuft er in Russland, Marokko und Kolumbien vom Band, das Stufenheck seit 2007 als Nissan Aprio in Brasilien, der Pickup seit 2008 als Nissan NP200 Pickup in Südafrika. Er wird auch im Iran (bei Pars Khodro unter dem Namen Tondar 90), in Indien und in der Volksrepublik China produziert.

Bei der Entwicklung des Dacia Logan setzte Renault auf Schlichtheit. Durch den Verzicht auf kostspielige Ausstattungselemente und durch den Einsatz bereits vorhandener Renault-Technik kann das Fahrzeug zu einem für den westeuropäischen Markt ungewöhnlich niedrigen Preis angeboten werden. Mit einem Kofferraumvolumen von 510 Litern, vier Türen und einer einfachen Ausstattung ist das Fahrzeug auf Basis des neu erschienenen Clio mit einem moderaten Platzangebot besonders für kostenbewusste Autofahrer attraktiv.

Im Sommer 2010 wurde der Verkauf der Stufenhecklimousine in Deutschland aufgrund zuletzt immer geringerer Nachfrage eingestellt.[2]

Motoren[Bearbeiten]

Den Logan gibt es bislang mit drei Renault-Ottomotoren: 1,4 Liter (55 kW/75 PS), 1,6 Liter (64 kW/87 PS) und 1,6 Liter 16V (77 kW/105 PS). Sie verbrauchen nach Herstellerangaben zwischen 7,5 und 7,6 Liter Super-Benzin auf 100 km. Höchstgeschwindigkeit: 155, 167, 174 km/h. Zudem wird ein Modell mit 1,5-Liter-Common-Rail-Dieselmotor von Renault angeboten, der selbst in der gehobenen Lauréate-Ausstattung für 10.100 € (in Österreich 11.090 €) zu den günstigsten Dieselfahrzeugen zählt und 5,2 Liter Diesel pro 100 km verbraucht.

Modell Motortyp Hubraum Leistung Schadstoffnorm
Ottomotoren
1.2 16V

1.2 16V LPG

D4F732

D4F734

1149 cm³ 55 kW/75 PS

53 kW/72 PS

Euro 4/5

Euro 5

1.4 MPI

1.4 MPI LPG

K7J710

K7J714

1390 cm³ 55 kW/75 PS

53 kW/72 PS

Euro 4
1.6 MPI

1.6 MPI

1.6 MPI LPG

1.6 MPI LPG

K7M710

K7M800

K7M718

K7M818

1598 cm³ 64 kW/87 PS

62 kW/84 PS

62 kW/84 PS

60 kW/82 PS

Euro 4

Euro 5

Euro 4

Euro 5

1.6 16V

1.6 16V E85

1.6 16V LPG

K4M690

K4M696

K4M616

1598 cm³ 77 kW/105 PS Euro 4

Euro 5

Euro 5

Dieselmotoren
1.5 dCi

1.5 dCi

1.5 dCi FAP

1.5 dCi FAP

K9K792

K9K796

K9K892

K9K892

1461 cm³ 50 kW/68 PS

63 kW/86 PS

55 kW/75 PS

65 kW/88 PS

Euro 4

Euro 4

Euro 5

Euro 5

Motorsport und Studien[Bearbeiten]

Dacia Logan Steppe Concept

Seit 2006 richtet der ADAC eine Tourenwagen-Rennserie mit dem Dacia Logan aus – den ADAC Dacia Logan Cup. Dabei werden an die Bestimmungen des Motorsports angepasste Logan-Modelle eingesetzt, die auch im Straßenverkehr zulässig sind.

Auf der von Michelin ausgerichteten Challenge Bibendum präsentierte Renault im Jahr 2007 den „Logan Renault eco2“ ein kraftstoffsparendes Konzeptfahrzeug, das nach Herstellerangaben nur 2,72 l Diesel pro 100 km verbraucht und 71 g CO2 pro Kilometer ausstößt.[3]

Auf dem Genfer Auto-Salon wurde 2006 eine Studie Logan Steppe Concept mit Offroad-Optik gezeigt.

Modellpflege[Bearbeiten]

Im Juli 2008 kam eine überarbeitete Version der Logan Limousine auf den Markt. Das am Dacia Sandero orientierte Modell umfasst ausschließlich optische Retuschen, die Technik bleibt unverändert. Die Front erhielt größere Scheinwerfer und einen breiteren Kühlergrill mit neuem Dacia-Logo, der in den zwei teureren Varianten eine verchromte Zierleiste enthält. Außerdem gibt es einen neuen Stoßfänger und einen breiteren Lufteinlass in der neuen Frontschürze. Der Kofferraumdeckel wurde verändert und um eine Abrisskante ergänzt. Auch die Rückleuchten und der Stoßfänger wurden modifiziert. Bei der höchsten Ausstattungslinie befindet sich außerdem eine Chromleiste am Heck.

Vom Kombi MCV, der im März 2009 ebenfalls modifiziert wurde, erhielt die Limousine zudem die größeren Außenspiegel. Insgesamt wuchs die Länge des Stufenheckmodells um etwa vier Zentimeter auf 4,29 Meter. Im Innenraum wurde das Cockpit vom Sandero übernommen und ein Bremsassistent ergänzt serienmäßig das ABS. Der Grundpreis der Basisversion Logan bleibt mit 7200 Euro unverändert, die höherwertigen Ausstattungen Ambiance und Lauréate werden jedoch um 150 bis 450 Euro teurer. Die bisher hochwertigste Ausstattungslinie namens Prestige entfällt.[4]

Erfolg und Kritik[Bearbeiten]

Wiederholt wurde Kritik an der unterdurchschnittlichen Sicherheitstechnik des Logan laut. So schnitt er beim Euro NCAP-Crashtest im Vergleich mit Konkurrenten deutlich schlechter ab, da die Belastungswerte am Kopf bei Fahrer und Beifahrer (so genannte HIC-Werte) über denen vergleichbarer modernerer Fahrzeuge liegen. Ein modifizierter Elchtest des ADAC, bei dem sich der Logan überschlug, stellte sich im Nachhinein als fehlerhaft heraus; bei dem betreffenden Fahrzeug waren die Reifen durch vorherige Tests beschädigt worden. Mittlerweile sind auch Seitenairbags für den Dacia Logan optional erhältlich.

Das „Billig-Auto“ Logan – seit Juli 2005 auf dem Markt – erfüllte am deutschen Markt zunächst nicht die bei Renault gehegten Erwartungen. Bis Ende Oktober 2005 wurden dort nur 1478 Stück verkauft. Bis Oktober 2006 waren es 6300 Fahrzeuge.[5] In Österreich wurden die Verkaufserwartungen im Jahr 2006 weit übertroffen, es gab sogar Lieferengpässe. In Deutschland betrug 2008 die Wartezeit für einen neuen Logan MCV bis zu zwölf Wochen. In Frankreich wurden gebrauchte Fahrzeuge kurz nach der Markteinführung 2005 wegen der hohen Nachfrage gelegentlich teurer gehandelt als Neufahrzeuge. Seit der Einführung der Umweltprämie in Deutschland stieg die Nachfrage nach Neufahrzeugen an, zeitweise gab es Lieferzeiten von bis zu fünf Monaten. Laut KBA wurden bis Ende August 2009 23.764 Fahrzeuge zugelassen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Crash-Test Dacia Logan
  2. Autos ohne Nachfolger (Bild 10) auf Autobild.de (abgerufen am 4. August 2010)
  3. Renault, http://www.renault.com, Challenge Bibendum
  4. Auto-News Online-Ausgabe vom 1. Juli 2008: „Neues von der Revolutionsfront: Facelift für den Dacia Logan
  5. Spiegel online 31. Oktober 2006

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Dacia Logan – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien