Dad’s Army (Sitcom)

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Seriendaten
Deutscher Titel Dad’s Army
Originaltitel Dad’s Army
Dad’s Army.svg
Produktionsland Vereinigtes Königreich
Originalsprache Englisch
Jahr(e) 1968–1977
Länge 30 Minuten
Episoden 80 in 9 Staffeln
Genre Comedy
Titelmusik Bud Flanagan: Who do you think you are kidding, Mr Hitler?
Produktion David Croft
Idee Jimmy Perry,
David Croft
Erstausstrahlung 31. Juli 1968 bis 13. November 1977 auf BBC One
Besetzung

Dad’s Army ist eine britische Sitcom über die British Home Guard im Zweiten Weltkrieg. Sie wurde von Jimmy Perry und David Croft geschrieben und erstmals zwischen 1968 und 1977 auf BBC One ausgestrahlt. Es wurden 80 Folgen in neun Staffeln produziert. Hinzu kamen ein anderthalbstündiger Film, eine Bühnenadaption und eine Rundfunkserie auf BBC Radio 4.

Das British Film Institute veröffentlichte im Jahr 2000 eine Liste der 100 besten britischen Fernsehsendungen, in der Dad’s Army auf Platz 13 zu finden ist.[1] In einer Umfrage der BBC aus dem Jahr 2004 wurde Dad’s Army auf den vierten Platz der Britain’s Best Sitcoms gewählt.[2] Die einprägsamen Charaktere und wiederkehrenden Ausrufe der Serie beeinflussten die Popkultur im Vereinigten Königreich nachhaltig. Anerkennend wird die Serie als Denkmal für die oft vergessene britische Heimatverteidigung während des Zweiten Weltkriegs gesehen.

Handlung[Bearbeiten]

Grundthematik und Aufbau[Bearbeiten]

Schauplatz der Serie ist das fiktive Städtchen Walmington-on-Sea an der Südküste Englands. Dort ist zur Zeit des Zweiten Weltkriegs ein Zug der British Home Guard stationiert, der sich aus örtlichen Freiwilligen zusammensetzt. Das erbärmliche Häuflein aus nur bedingt diensttauglichen Rentnern und unerfahrenen Grünschnäbeln unter der Leitung des diensteifrigen Bankfilialleiters George Mainwaring möchte seinen Teil dazu beitragen, dass die Nationalsozialisten nicht England erobern. Den Hintergrund der Handlung bildet demnach die immer währende Bedrohung einer deutschen Invasion über den Ärmelkanal. Tatsächlich bekommt die Dad’s Army aber nur selten Feindkontakt. Viel mehr haben die Männer mit lokalen Problemen zu kämpfen.

Die einzelnen Episoden hängen inhaltlich nur lose zusammen, die episodenübergreifende Handlung schreitet nur langsam voran. Meist kehrt die Serie am Ende einer Folge wieder zum Status quo ante zurück. Die erste Szene der Pilotfolge The Man and the Hour spielt in der Gegenwart des Jahres 1968. Nach einer kurzen Einleitung durch Captain Mainwaring beginnt die eigentliche Handlung als Rückblende. Der Erzählrahmen wird allerdings – auch in der letzten Folge – nicht durch eine Rückkehr ins Jahr 1968 geschlossen. Die erste Staffel schildert die Aufstellung und Ausstattung des Zuges. Anfänglich nur unzureichend ausgerüstet, sind die Männer im späteren Verlauf voll uniformierte Angehörige des Queen’s Own Royal West Kent Regiment.

Charaktere[Bearbeiten]

Captain George Mainwaring
Der eifrige und aufgeblasene Anführer des örtlichen Home-Guard-Zuges ist im privaten Bereich Bankdirektor und die Hauptfigur der Serie. Er ist konservativ, stark patriotisch und nimmt sich und seine gesellschaftliche Stellung sehr wichtig. Dass er niemals wirkliche Kampferfahrung gemacht hat, sorgt gelegentlich für Spannungen mit den älteren Veteranen innerhalb des Kontingents. Mainwaring beneidet Wilson um seine charmante und gelassene Art und nutzt daher jede Gelegenheit, dem Sergeant seinen Rang innerhalb der Truppe aufzuzeigen. Mit großem Ehrgeiz leitet er seine Gruppe von Freiwilligen, hält sich selbst für einen genialen Taktiker und führt aufgrund patriotischer Paranoia einen ganz eigenen Krieg. Sein Mut und Sinn für Kameradschaft lassen sich jedoch nicht leugnen. Er nennt die Momente in der Truppe die schönsten seines Tages, scheint dabei jedoch vor einer unglücklichen Ehe zu fliehen.

Sergeant Arthur Wilson
Wilson ist ein charmanter, unbekümmerter, aber tiefgründiger Charakter. Sowohl in der Home Guard als auch bei seiner Arbeit in der Bank ist er Mainwaring untergeben, obwohl er als Mitglied der Oberschicht und verdienter Kriegsveteran über ihm stehen müsste. Mit seiner ruhigen, bodenständigen Art bildet er den Gegenpol zum übereifrigen Captain. Häufig erkennt er die Fehler in Mainwarings Plänen, die dieser, geblendet von seinem übersteigerten Selbstwertgefühl, übersieht.

Lance-Corporal Jack Jones
Jones ist der älteste im Kontingent der Home Guard. Er hält zu jeder Situation die passende Geschichte bereit und scheut nicht davor, diese auch mit allen Ausschweifungen zu erzählen. Trotz seines Alters entwickelt er angesichts bevorstehender Kampfhandlungen fast kindischen Enthusiasmus und ist stets der erste, der sich für freiwillige Aufgaben meldet. Im privaten Leben ist er Fleischer und kann sich so mittels Einschränkung der Essensrationen Gehör innerhalb der Gruppe verschaffen.

Private James Frazer
Frazer ist ein schottischer Sargbauer und in den späteren Staffeln der örtliche Bestatter. In dieser Position wird er allen Klischees gerecht, seien es seine starrenden Augen oder seine regelmäßigen Prophezeiungen von Untergang und Vernichtung. Zumeist loyal, führt er doch gelegentlich interne Aufstände gegen Captain Mainwaring an und tritt als einziges Mitglied des Zuges auch als Antagonist auf.

Private Joe Walker
Der gewiefte Schwarzmarkthändler Walker ist der einzige im Zug, der aufgrund von Alter und körperlicher Verfassung in der regulären Armee dienen müsste, wurde aber wegen einer angeblichen Corned-Beef-Allergie freigestellt. Da Walker den Trupp gelegentlich mit nützlicher Ausrüstung versorgt, stellt sich Mainwaring meist blind für seine zwielichtigen Aktivitäten. Nicht selten löst Walkers List die Probleme der Home Guard.

Private Charles Godfrey
Der Schneider Godfrey ist, wenngleich jünger als Jones, der gebrechlichste Angehörige des Zuges. Damit verbunden sind eine schwache Blase und die Tendenz, in unpassenden Situationen einzudösen. Als lebenslanger Junggeselle lebt er bei seiner Schwester.

Private Frank Pike
Pike ist das jüngste Mitglied im Zug der Home Guard, ein Muttersöhnchen und oft Ziel von Mainwarings Schuldzuweisungen und Beschimpfungen. Seine Mutter hatte offensichtlich eine leidenschaftliche Beziehung mit Arthur Wilson, weshalb Pike diesen „Onkel Arthur“ nennt. Die Autoren der Serie bestätigten nach deren Ende, dass Wilson der leibliche Vater Pikes ist.

ARP Warden William Hodges
Der Gemüsehändler und Luftschutzbeauftragte (ARP Warden) Hodges ist der Hauptantagonist der Home Guard. Er genießt es, die Männer aufzuziehen, wenn sie in brenzlige Situationen gelangen, und nennt den kurzgewachsenen Mainwaring spöttisch Napoleon.

Reverend Timothy Farthing
Farthing ist der örtliche Vikar. In der ehrenvollen Absicht, den Erfolg des Krieges zu unterstützen, stellt er der Home Guard die Kirche und sein Büro als Hauptquartier zur Verfügung. Unmut verursacht ihm, dass er die Räumlichkeiten nie bekommt, wenn er sie benötigt.

Art des Humors[Bearbeiten]

Aus der stets drohenden, aber niemals eintretenden deutschen Invasion und der daraus resultierenden Nicht-Beteiligung der Home Guard Walmingtons am Zweiten Weltkrieg bezieht die Serie einen Großteil ihrer Komik. Auch die Zusammensetzung der Truppe selbst bietet Stoff für witzige Einlagen. Der Humor reicht von britisch-subtilem Witz, der besonders in der Beziehung zwischen Mainwaring und Wilson zu Tage tritt, bis hin zu reinem Slapstick. Wie in vielen Sitcoms benutzen auch die Dad’s-Army-Charaktere häufig wiederkehrende Sätze. Lance-Corporal Jones beschwichtigt seine Kameraden mit „Don’t panic!“ („Keine Panik!“) und redet über „Fuzzy-Wuzzies“ (etwa „Hottentotten“), während Captain Mainwaring Private Pike in vielen Episoden mit „You stupid boy!“ („Du dummer Junge!“) beschimpft.

Sehr liebevoller Humor entsteht daraus, dass insbesondere Mainwaring jedes Problem mit großem Ernst durchdenkt und seine „vertrottelte“ Truppe ihm dann mit geistreichen Eingebungen bei der Lösung behilflich sein will. Erfolge stellen sich dadurch nur auf niedrigster Ebene ein; so gelingt es ihnen immerhin, sich mit Gewehren zu versorgen und auch zwei abgeschossene deutsche Piloten gefangenzunehmen. Aufwand und Ergebnis stehen aber insgesamt in keinem Verhältnis.

Produktion[Bearbeiten]

Idee und Einflüsse[Bearbeiten]

Ende der 1960er Jahre schrieb Jimmy Perry das Drehbuch zur Pilotfolge einer Serie über die British Home Guard unter dem Titel The Fighting Tigers und zeigte es David Croft, der zu dieser Zeit die Serie Hugh and I produzierte, in der auch Perry eine kleine Rolle hatte. „I remember handing him the script and a look of despair clouding over his face, as if to say, ‘Oh no, not another one.’“ („Ich erinnere mich, wie ich ihm das Drehbuch aushändigte und sich ein Ausdruck von Verzweiflung auf sein Gesicht legte, als wolle er sagen: ‚Oh, nein, nicht noch eins.‘“), beschrieb Perry die erste Reaktion Crofts später gegenüber der Zeitung The Observer.[3]

Crofts Meinung änderte sich jedoch nach der Lektüre des Skripts. Er sandte Perrys Drehbuch an Michael Mills, den Comedy-Programmchef der BBC, der die Serie in Auftrag gab. Mills hatte großen Einfluss auf die frühe Gestaltung der Sitcom; so schlug er unter anderem den Titel Dad’s Army vor und benannte den Schauplatz von Brightsea-on-Sea zu Walmington-on-Sea um.[4]

Da sowohl Perry als auch Croft während des Zweiten Weltkriegs in der Home Guard bzw. den Air Raid Precautions (ARP, „Luftschutz“) gedient hatten, flochten sie reale Erlebnisse in die Drehbücher ein. Croft führte den Erfolg der Serie später auf diese Tatsache zurück: „I think our shows were successful because they were based on real-life. We never tried too hard to be funny.“ („Ich denke, unsere Sendung war erfolgreich, weil sie auf wirklich Erlebtem basierte. Wir versuchten nie mit aller Kraft lustig zu sein.“)[3]

Besetzung[Bearbeiten]

In den ersten Überlegungen Perrys und Crofts war Thorley Walters als Captain Mainwaring geplant gewesen. Er und auch die zweite Wahl, Jon Pertwee, lehnten die Rolle ab. Arthur Lowe war somit erst die dritte Wahl der Autoren und wurde noch dazu von Michael Mills abgelehnt, füllte den Charakter, der mehr und mehr auf ihn zugeschrieben wurde, aber voll aus. Auch die Figur des Lance-Corporal Jack Jones war zunächst für einen anderen Schauspieler vorgesehen, nämlich Jack Haig. In Abwesenheit von Clive Dunn verkörperte Haig Jones bei der Hälfte der Auftritte im Rahmen der Bühnenadaption.

Perry hatte die Rolle des Joe Walker bei seinen Drehbuchentwürfen zunächst für sich selbst vorgesehen, konzentrierte sich dann aber aufs Schreiben der Serie und übernahm selbst keine Rolle. Private Joe Walker wurde mit James Beck besetzt. Dieser verstarb überraschend kurz nach Abschluss der Dreharbeiten zur sechsten Staffel im Jahre 1973. Seine Rolle wurde nicht neu besetzt, Walker wurde zwar gelegentlich erwähnt, tauchte aber nicht mehr auf. In der zu diesem Zeitpunkt produzierten Rundfunkserie wurde sein Charakter zunächst von Graham Stark, später von Larry Martyn gesprochen. In der Theateradaption von 1975 übernahm überraschend John Bardon und nicht Larry Martyn die Rolle.[5]

John Laurie war der einzige Darsteller, der tatsächlich in der realen Home Guard gedient hatte. Dunn, Lowe and Le Mesurier hatten Militärdienst in der regulären Army während des Zweiten, Laurie und Ridley während des Ersten Weltkriegs geleistet.[6]

Rolle Darsteller
Serie Film Radio Theater (1975)
Captain George Mainwaring Arthur Lowe Arthur Lowe Arthur Lowe Arthur Lowe
Sergeant Arthur Wilson John Le Mesurier John Le Mesurier John Le Mesurier John Le Mesurier
Lance-Corporal Jack Jones Clive Dunn Clive Dunn Clive Dunn Clive Dunn/Jack Haig
Private James Frazer John Laurie John Laurie John Laurie Hamish Roughead
Private Joe Walker James Beck James Beck James Beck/Graham Stark/Larry Martyn John Bardon
Private Charles Godfrey Arnold Ridley Arnold Ridley Arnold Ridley Arnold Ridley
Private Frank Pike Ian Lavender Ian Lavender Ian Lavender Ian Lavender
ARP Warden William Hodges Bill Pertwee Bill Pertwee Bill Pertwee Bill Pertwee
Reverend Timothy Farthing Frank Williams Frank Williams Frank Williams Frank Williams
Mrs. Mavis Pike Janet Davies Liz Fraser Pearl Hackney Janet Davies
Maurice Yeatman Edward Sinclair Edward Sinclair Edward Sinclair Edward Sinclair

Dreharbeiten[Bearbeiten]

Die Innenaufnahmen der Episoden wurden in wöchentlichem Rhythmus in den Studios des TV Centre in London gemacht. Die durchschnittliche Drehzeit pro Episode betrug anderthalb Stunden. Die Außenaufnahmen des Städtchens Walmington-on-Sea wurden überwiegend in Thetford in der Grafschaft Norfolk über einen Zeitraum von sechs Wochen pro Staffel abgedreht. Während dieser Zeit wohnten Darsteller und Crew im dortigen Bell and Old Anchor Hotel.[6]

Die Dreharbeiten der meisten Staffeln waren zudem in zwei Phasen geteilt: Eine Hälfte der Staffel wurde im Frühjahr zwischen April und Juli, die zweite im Herbst zwischen Oktober und November durchgeführt. In der Weihnachtszeit lag teilweise nur eine Woche zwischen der Aufnahme und der Ausstrahlung einer Episode.

David Croft plante ursprünglich den Vorspann der Serie mit Originalaufnahmen von kämpfenden Truppen im Zweiten Weltkrieg zu unterlegen. Der BBC-Geschäftsführer Paul Fox empfand dies aber als unpassend für eine Comedy-Serie. Stattdessen entschied man sich für eine Animation aus Pfeilen mit Hakenkreuzsymbol, die auf einer Karte des Ärmelkanals versuchen, diesen Richtung britische Inseln zu überqueren und dabei von einer Pfeilspitze mit Union-Jack-Musterung zurückgedrängt werden.

siehe Weblinks

Musik[Bearbeiten]

Die Idee zum Titellied Who do you think you are kidding, Mr Hitler? stammte von Jimmy Perry und ist eine Hommage an Marschlieder aus Kriegszeiten. Das Lied ist eine Komposition von Perry und Derek Taverner und wurde von Bud Flanagan aufgenommen, der nur knapp ein Jahr später verstarb. Hauptdarsteller Arthur Lowe nahm 1969 eine eigene Version des Liedes auf.[7]

Zwischen den Szenen werden gelegentlich kurze Ausschnitte aus Kriegsliedern eingespielt, die das Thema der jeweiligen Situation aufgreifen.

Episoden[Bearbeiten]

Dad’s Army umfasste insgesamt 80 Episoden in neun Staffeln, die über neun Jahre hinweg vorwiegend in den Monaten November und Dezember auf BBC One ausgestrahlt wurden. Aufgezeichnet wurden die Staffeln meist in zwei Phasen von Mai bis Juli sowie parallel zur Ausstrahlung von Oktober bis Dezember des jeweiligen Jahres. Auf ihrem Höhepunkt zu Anfang der 1970er Jahre hatte die Serie bis zu 18,5 Millionen Zuschauer.[8]

Aufgrund hoher Material- und Lagerkosten führte die BBC bis 1978 kein ordentliches Archiv. So wurden neben vielen anderen Sendungen auch einige Dad’s-Army-Episoden nach der Erstausstrahlung überschrieben und gingen verloren. Während die erste Staffel für die internationale Vermarktung auf 16-mm-Film kopiert wurde und so erhalten blieb, wurden fünf Episoden der zweiten Staffel nicht für die Weiternutzung kopiert, bevor die auf Quadruplex aufgezeichneten Originale überspielt wurden. Die sechste Episode der zweiten Staffel, Sgt. Wilson's Little Secret, wurde aus nicht vollständig geklärten Gründen auf 35-mm-Film aufgenommen und blieb somit erhalten.

Zwei der fünf verloren geglaubten Episoden wurden 2001 über die BBC Archive Treasure Hunt, die sich mit dem Wiederauffinden vernichteter Sendungen befasst, in Privatbeständen gefunden und der BBC übergeben.[9] Eine weitere Episode aus der dritten Staffel (Room at the Bottom) ist nur noch in Schwarz-Weiß auf 16-mm-Film vorhanden, wurde aber im Jahre 2008 digital nachkoloriert.[10] Im selben Jahr entdeckte man die Tonspur der Episode A Stripe for Frazer aus Staffel 2.[11] Auch von den beiden Kurzepisoden aus der Weihnachtssondersendung Christmas with the Stars von 1968 und 1970 ist nur die Tonspur erhalten.

Anmerkungen
  1. Seit Beginn der dritten Staffel wurde die Serie ausschließlich in Farbe produziert und ausgestrahlt.
  2. Christmas Night with the Stars war eine ausschließlich an Weihnachten ausgestrahlte Sendung, in der Kurzepisoden verschiedener BBC-Sendungen gezeigt wurden. Dad’s Army tauchte in vier dieser Sondersendungen (1968, 1969, 1970 und 1972) auf.
  3. Drei Episoden der Serie wurden staffelunabhängig als „Christmas Special“ ausgestrahlt. Das erste Special sendete BBC One nach der vierten Staffel, die anderen beiden zwischen der achten und neunten Staffel. Die Christmas Specials überbrückten somit längere Pausen zwischen den Staffeln.

Spin-Offs[Bearbeiten]

Film[Bearbeiten]

Filmdaten
Originaltitel Dad’s Army
Produktionsland Vereinigtes Königreich
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1971
Länge 95 Minuten
Stab
Regie Norman Cohen
Drehbuch Jimmy Perry & David Croft
Produktion John R. Sloan
Musik Wilfred Burns
Kamera Terry Maher
Schnitt Willy Kemplen
Besetzung

Im Jahre 1971 entstand, wie bei vielen Sitcoms dieser Zeit, ein Spielfilm zu Dad’s Army. Er beschreibt zunächst die Bildung der Home Guard und setzt somit chronologisch während der ersten Staffel an. Im weiteren Verlauf befreit der Zug die Einwohner Walmingtons aus der Geiselnahme durch deutsche Wehrmachtssoldaten.

Regie führte Norman Cohen, das Drehbuch wurde ursprünglich von Jimmy Perry und David Croft geschrieben. Cohen und die Produktionsfirma Columbia Pictures ergänzten bestimmte Handlungselemente, um dem Film mehr Tempo zu geben und ihn den Ansprüchen des Kinos anzupassen. Weder die Darsteller noch Perry und Croft waren mit dem Ergebnis sonderlich zufrieden.

Auch in der Produktion gab es Veränderungen zur Serie: Die Rolle der Mavis Pike wurde mit Liz Fraser, statt Janet Davies besetzt, die Außenaufnahmen fanden sehr zum Unmut der Darsteller in Chalfont St. Giles, nicht in Thetford statt. Die übrigen Aufnahmen wurden zwischen dem 10. August und dem 25. September 1970 überwiegend in den Shepperton Studios gemacht. Der Film feierte am 12. März 1971 im Londoner Columbia Theatre Premiere. Der Plan einer Fortsetzung unter dem Titel Dad's Army and the Secret U-Boat Base wurde nicht umgesetzt.[12]

Rundfunkserien[Bearbeiten]

67 der 80 Fernsehepisoden wurden zwischen 1973 und 1975 mit den Stimmen der Originaldarsteller als Radioversionen für BBC Radio 4 aufgenommen. Harold Snoad, der in einigen Episoden der Sitcom Regie geführt hatte, und Michael Knowles leiteten die Produktion; der Nachrichtensprecher und Kommentator John Snagge fungierte als Erzähler, um den Hörern die Situation der Episoden klarzumachen. Die gesamte Reihe war in sechzehn Teilen zu jeweils vier Episoden auf Kassette und CD erhältlich. Seit 2003 gibt es zu allen drei Staffeln der Rundfunkserie jeweils eine Collector's Edition.

In den frühen 1980er Jahren planten Harold Snoad und Michael Knowles eine Fortsetzung der Radioserie. Sie sollte einige Jahre nach dem Krieg im benachbarten Frambourne-on-Sea spielen. Arthur Lowe und John Le Mesurier waren sehr davon angetan, ihre Rollen noch einmal zu verkörpern. Ersterer verstarb jedoch nach der Aufnahme der Pilotfolge. Ohne Lowe wurden insgesamt 13 Episoden aufgenommen, bei denen auch Ian Lavender und Bill Pertwee mitwirkten. Le Mesurier starb kurze Zeit nach Ende der Aufnahmearbeiten.[13]

Bühnenadaption[Bearbeiten]

Unter dem Titel Dad’s Army: A Nostalgic Music and Laughter Show of Britain’s Finest Hour wurde die Serie 1975 aufgrund ihres großes Erfolgs als Theaterrevue adaptiert. Das Stück wurde vom Impresario Bernard Delfont in Auftrag gegeben, Perry und Croft übernahmen teilweise die Originaldrehbücher der Sitcom. Die Besetzung der Inszenierung in zwei Akten war in großen Teilen mit jener der Serie identisch; die Rolle des Private Frazer spielte Hamish Roughead, nicht John Laurie, der verstorbene James Beck wurde durch John Bardon ersetzt.

Die Uraufführung fand am 4. September 1975 im Forum Theatre in Billingham statt. Nach einer zweiwöchigen Testphase und einigen daraus folgenden Umstellungen wurde die Produktion Roger Redfarns ins Shaftesbury Theatre im Londoner West End verlegt. Zwischen März und September 1976 folgte eine Tournee mit zehn Stationen durch England. Im Jahre 2004 wurde das Stück mit Jon English in der Hauptrolle und unter dem Titel Dad’s Army – The Musical in Australien und Neuseeland aufgeführt. Eine weitere Bühnenadaption ist seit 2007 im Vereinigten Königreich zu sehen.[14][15]

Nachwirkungen[Bearbeiten]

Kritik[Bearbeiten]

Die ersten Episoden der Serie wurden mit großer Skepsis verfolgt, da man befürchtete, sie könne sich über die reale Home Guard lustig machen. Stattdessen wurde die Serie zu einer akkuraten Darstellung und ehrenvollen Würdigung.[16]

Die Serie erfreut sich auch heute noch einer großen Fangemeinde, wie diverse Internetportale, die Verkaufszahlen der DVD-Veröffentlichungen und Umfragen beweisen.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Dad’s Army wurde 1971 mit dem Preis der British Academy of Film and Television Arts (BAFTA-Television-Award) in der Kategorie Best Light Entertainment Production Team ausgezeichnet. In den Jahren 1973, 1974 und 1975 war die Serie als Best Situation Comedy nominiert. Arthur Lowe war zudem für seine Rolle als Captain Mainwaring fünfmal zwischen 1970 und 1977 in der Kategorie Best Light Entertainment Performance nominiert.[17]

Preis der British Academy of Film and Television Arts 1971

  • BAFTA-Television-Award für Best Light Entertainment Production Team

Auf einer Liste des British Film Institute zu den 100 besten britischen Fernsehsendungen aus dem Jahr 2000 platzierte sich Dad’s Army auf Rang 13.[1] In einer Umfrage der BBC aus dem Jahr 2004 wurde Dad’s Army mit 174.138 Stimmen auf den vierten Platz der Britain’s Best Sitcoms gewählt.[2]

Anerkennung[Bearbeiten]

Statue Captain George Mainwaring in Thetford, England

Im Dezember 2007 wurden Pläne für eine Statue veröffentlicht, die Arthur Lowe in seiner Rolle als Captain George Mainwaring zeigt. Die lebensgroße Bronzeskulptur, eine Arbeit des Bildhauers Sean Hedges-Quinn[6], wurde am 19. Juni 2010 von Dad’s-Army-Autor David Croft im englischen Thetford enthüllt. Dort waren die meisten Außenaufnahmen der Serie gemacht worden. Finanziert wurde das Abbild vom ortsansässigen Friends of Dad’s Army Museum.[18]

Literatur[Bearbeiten]

  • David Croft, Jimmy Perry, Richard Webber: The Complete A-Z of Dad’s Army. Orion, 2000, ISBN 0-7528-1838-4.
  • David Croft, Jimmy Perry, Richard Webber: Dad’s Army: The Complete Scripts. Orion, 2003, ISBN 0-7528-6024-0.
  • Graham McCann: Dad’s Army: The story of a classic television show. Fourth Estate, 2001, ISBN 1-84115-308-7.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b The BFI TV 100. 2004, abgerufen am 31. August 2010 (englisch).
  2. a b BBC – Britain’s Best Sitcoms. März 2004, abgerufen am 31. August 2010 (englisch).
  3. a b Stephanie Dennison: Life Support. In: The Observer. 16. Dezember 2001, abgerufen am 31. August 2010 (englisch).
  4. Graham McCann: Dad’s Army: The story of a classic television show. Fourth Estate, 2001, ISBN 1-84115-308-7.
  5. Dave Homewood: Dad’s Army Invades The Stage! Abgerufen am 31. August 2010 (englisch).
  6. a b c Trivia zu Dad's Army. Abgerufen am 31. August 2010 (englisch).
  7. Bless 'Em All! by Arthur Lowe. Abgerufen am 31. August 2010 (englisch).
  8. Lance Pettit: The Museum of Broadcast Communications: Dad’s Army. Abgerufen am 31. August 2010 (englisch).
  9. Lost Dad's Army shows found. 1. Juni 2001, abgerufen am 31. August 2010 (englisch).
  10. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatDad's Army episode to be seen in colour for first time in nearly 40 years. 9. Dezember 2008, abgerufen am 2010-08-2010 (englisch).
  11. The Missing Dad’s Army. Abgerufen am 31. August 2010 (englisch).
  12. Richard Webber: Dad's Army: A Celebration. Virgin Publishing, 1997, ISBN 0-7535-0307-7.
  13. It Sticks Out Half A Mile. Abgerufen am 31. August 2010 (englisch).
  14. Dominic Cavendish: Don't panic! Dad's Army on stage. 29. September 2007, abgerufen am 31. August 2010 (englisch).
  15. Dad's Army to be revived on stage. 18. April 2007, abgerufen am 31. August 2010 (englisch).
  16. dadsarmy.tv – Introduction. Abgerufen am 31. August 2010 (englisch).
  17. Awards for Dad’s Army. Abgerufen am 31. August 2010 (englisch).
  18. Dad’s Army captain statue unveiled in Thetford. 20. Juni 2010, abgerufen am 31. August 2010 (englisch).