Daevid Allen

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Daevid Allen mit Gong 2009

Daevid Allen (* 13. Januar 1938 in Melbourne) ist ein australischer Rockmusiker, der als bedeutender Vertreter des Canterbury Sound gilt und außer durch sein Solowerk insbesondere auch als Mitglied der Bands Soft Machine und Gong Bedeutung erlangte.

Biografie[Bearbeiten]

Daevid Allen mit Gong 1974

Allen trat bereits 1963 im Daevid Allen Trio mit Robert Wyatt, Hugh Hopper und Mike Ratledge auf und gründete 1966 die Band Soft Machine, verließ diese jedoch gezwungenermaßen bereits vor Aufnahme der Debüt-LP: Nach Auftritten mit Soft Machine in Frankreich wurde ihm als Australier die Wiedereinreise nach Großbritannien verweigert.

So blieb er in Frankreich, lernte dort Gilli Smyth (* 1933) kennen und gründete mit dieser und dem 1968 auf Mallorca dazugestoßenen Saxophonisten Didier Malherbe die Band Gong, die ihren ersten Plattenvertrag bei dem Label BYG Acutel bekam. Der Vertrag beinhaltete auch die Produktion von Allens erstem Solo-Album Banana Moon, auf dem abermals Robert Wyatt von Soft Machine mitwirkt. Bestimmend blieb jedoch zunächst die Arbeit mit Gong. Die Band lebte als eine Art Landkommune in Frankreich. Allen und Smyth waren privat ein Paar und zogen sich 1973 aufgrund der Geburt des ersten Kindes zeitweilig nach Mallorca zurück, derweil sich Gong neu formierte. Nach der Geburt des zweiten Kindes zog sich Gilli Smyth vorerst komplett aus der Band zurück. Allen stieg wenig später ebenfalls aus, veröffentlichte 1976 sein zweites und 1977 sein drittes Solo-Album.

Er organisierte eine einmalige Gong-Reunion 1977 und trat außerdem gemeinsam mit der englischen Festivalband Here & Now als Planet Gong auf. In den späten 1970ern trennte er sich von Gilli Smyth. Um 1980 spielte er mit Bill Laswell und den Musikern von dessen Band Material als New York Gong ein Album ein. Während alle seine bisherigen Alben mit Gruppen oder als Solist im weitesten Sinne Rock-orientiert waren, orientierte er sich mit dem nachfolgenden Remix-Album Divided Alien Playbax 80 erstmals an elektronischer Musik. 1984 verkündete er mit dem Album Death of rock and other entrances gar das Ende der Rock-Ära. Die Mitte der 1980er Jahre verbrachte Allen eher zurückgezogen in Australien, wo nur wenige einfache Aufnahmen entstanden, die er auf einer 1990 erschienenen Zusammenstellung veröffentlichte.

In den späten 1980er Jahren formierte er gemeinsam mit Didier Malherbe die Invisible Opera Company of Tibet. 1991 trat er abermals mit Here & Now als Planet Gong auf. 1992 wurde aus dem Projekt mit Malherbe Gongmaison und schließlich resultierte daraus nach einem Konzert zum 25-jährigen Gong-Jubiläum 1994 die Reunion der klassischen Gong-Besetzung mit zwei neuen Studioalben und zahlreichen Tourneen 1996 bis 2001. Danach stellte die Band ihre Tour-Aktivitäten offiziell ein und tritt seitdem nur noch sporadisch in Erscheinung.

Trotz der Gong-Reunion veröffentlichte Allen nach 1990 mehrere Solo-Alben, darunter 1999 das Album Eat me baby I'm jellybean mit Interpretationen von Jazz-Standards. Ebenfalls 1999 gründete er die Band University of Errors, die inzwischen mehrere Alben vorgelegt hat, darunter eines mit Neueinspielungen von Soft Machine-Titeln. Seit 2003 tritt Allen außerdem mit Kawabata Makoto von Acid Mothers Temple und zeitweise auch seinem Sohn Orlando Allen als Acid Mothers Gong in Erscheinung.

Veröffentlichungen (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1970: Banana moon
  • 1976: Good morning
  • 1977: Now is the happiest time of our life
  • 1979: N'existe pas!
  • 1980: Divided Allen playbox 80
  • 1983: Alien in New York
  • 1984: Death of rock and other entrances
  • 1990: The Australian years
  • 1992: Who's afraid
  • 1995: Dreamin a dream
  • 1999: Eat me baby I'm jellybean
  • 2009: 2032

Weblinks[Bearbeiten]