Dagmar Reim
Dagmar Reim (* 4. November 1951 in Heidelberg) ist eine deutsche Journalistin und Intendantin des Rundfunks Berlin-Brandenburg (RBB). Sie übernahm im Mai 2003 die Leitung des RBB und war damit die erste Frau an der Spitze einer öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt in Deutschland. Der Rundfunkrat des Senders wählte Dagmar Reim am 21. Juni 2012 für die Zeit vom 1. Mai 2013 bis zum 30. April 2018 erneut in dieses Amt.
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Ausbildung[Bearbeiten]
Reim studierte Geschichte, Germanistik und Publizistik an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz und der Ludwig-Maximilians-Universität München. 1975 schloss sie das Studium mit dem Magister Artium (M.A.) ab.
Beruflicher Werdegang[Bearbeiten]
Von 1975 bis 1979 arbeitete Dagmar Reim als Redakteurin, Reporterin und Moderatorin beim Bayerischen Rundfunk (BR) in München in den Redaktionen Jugendfunk und Zeitfunk/Politik.
1979 wechselte sie zum Westdeutschen Rundfunk (WDR) in Köln. Dort arbeitete sie für das Morgenmagazin und das Mittagsmagazin von WDR 2 sowie in der Kommentarredaktion.
1986 ging Dagmar Reim als Radioredakteurin zum Norddeutschen Rundfunk (NDR) in Hamburg, leitete dort von 1992 an die Pressestelle und war zwei Jahre (1993/1994) ARD-Sprecherin. 1995 wurde sie Chefredakteurin des NDR-Hörfunks und Programmbereichsleiterin von NDR 4 (heute: NDR Info). Von 1998 bis 2003 war sie Direktorin des NDR-Landesfunkhauses Hamburg.
Seit 2003 ist Dagmar Reim Intendantin des Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb). Sie gewann die Wahl zur Gründungsintendantin gegen drei Gegenkandidaten. 2007 bestätigte der Rundfunkrat sie für eine zweite, 2012 für eine dritte Amtszeit als Intendantin vom 1. Mai 2013 bis zum 30. April 2018.
Intendanz beim rbb[Bearbeiten]
In der ersten Amtszeit (2003–2008) als Intendantin führte Dagmar Reim den Sender Freies Berlin (SFB) und den Ostdeutschen Rundfunk Brandenburg (ORB) zum Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) zusammen und sicherte die Position des neuen Senders als Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland (ARD). Der fusionierte Sender sollte nicht nur Modell für weitere Reformen innerhalb der ARD sein, sondern sich auch auf dem Medienmarkt der Hauptstadtregion etablieren. Dafür schuf Dagmar Reim mit ihrem Team in den ersten fünf Jahren intern neue Strukturen. Seit 2003 hat der rbb 300 Stellen sozialverträglich abgebaut, also ohne betriebsbedingte Kündigungen.
Die zweite Amtszeit (2008–2013) Reims war unter anderem geprägt von der Umstellung auf multimediale Produktionsprozesse. Als erster Sender in der ARD mit einem eigenen Fernsehprogramm führte der rbb 2009 eine multimediale Programmdirektion für Radio, Fernsehen und Online ein. Durch die hohe Zahl gebührenbefreiter Zuschauer und Hörer im Sendegebiet war der rbb unterfinanziert. Reim setzte sich für einen Strukturausgleich, also eine gerechtere Verteilung der Gebührengelder innerhalb der ARD ein. Dennoch musste der rbb aufgrund finanzieller Probleme das Radioprogramm radiomultikulti zum 1. Januar 2009 einstellen und strahlt auf der Frequenz seitdem Funkhaus Europa vom WDR in Kooperation mit Radio Bremen aus. Im Zuge der von großem Protest begleiteten Schließung von radiomultikulti wurde Reim auch persönlich angegriffen, der Rundfunkrat stützte allerdings ihren Entschluss mehrheitlich.
Erfolgreich waren dokumentarische TV-Großprojekte wie „24h Berlin“ (2009) und „20 x Brandenburg“ (2010). Die Radioprogramme des rbb (Antenne Brandenburg, radioBERLIN 88,8, Inforadio, radioeins, kulturradio und Fritz ) erreichten in den halbjährlichen Media-Analysen regelmäßig Spitzenplätze in einem der am heftigsten umkämpften Radiomärkte Europas. Reim gelang die wirtschaftliche Konsolidierung des rbb vor der Umstellung von der Rundfunkgebühr auf den Rundfunkbeitrag.
Nach ihrer Wahl für eine dritte Amtszeit (2013–2018) kündigte Reim im August 2012 unter anderem eine Programmreform des rbb Fernsehens an. Noch mehr regionale Inhalte und noch mehr Raum für Innovationen sind zwei der Schwerpunkte. Dagmar Reim achtet auf die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. In ihrer Amtszeit ist der Anteil der Frauen in Führungspositionen im rbb auf rund 40 Prozent gestiegen.
Gesellschaftliches Engagement[Bearbeiten]
Ämter und Mitgliedschaften (Auswahl):
- Wissenschaftsrat (wissenschaftliche Kommission)
- Deutsches Nationalkomitee für Denkmalschutz
- Stiftungsrat Oper in Berlin
- Hochschulrat der Universität der Künste Berlin
- Aufsichtsrat Medienboard Berlin-Brandenburg
- Stiftungsrat Stiftung Deutsche Kinemathek
- Kuratorium Buber-Rosenzweig-Stiftung
- Board of Patrons der Berliner Festspiele
- Kuratorium IJP Internationale Journalisten-Programme
- Kuratorium Reporter ohne Grenzen e.V.
- Kuratorium Landesausstellung Brandenburg 2014
- Schirmherrin der Initiative „FrauenOrte in Brandenburg“ des Frauenpolitischen Rats Land Brandenburg e.V.
Seit Ende 2011 führt sie den Aufsichtsrat der ARD-Filmtochter Degeto und hat dort umfangreiche strukturelle Veränderungen angestoßen und umgesetzt.
Privatleben[Bearbeiten]
Dagmar Reim ist in zweiter Ehe mit Prof. Dr. Rudolf Großkopff, dem ehemaligen Chefredakteur des Deutschen Allgemeinen Sonntagsblattes (heute Chrismon) verheiratet. Sie hat zwei eigene Söhne sowie zwei angeheiratete Kinder.
Kritik[Bearbeiten]
Die Berliner Zeitschrift tip hat am 17. Dezember 2008 [1] Frau Reim in die Liste der zehn „peinlichsten Berliner“ gewählt, für ihre Rolle bei der Schließung des Radiosenders Multikulti und ihre Reaktion auf die dadurch entstandene Diskussion. In der Zeitung Neues Deutschland wurde sie im selben Zusammenhang in einem Artikel vom 31. Dezember 2008[2] kritisch erwähnt. Am 31. Dezember 2008 wurde trotz vieler Proteste auf ihren Vorschlag hin der Sender radiomultikulti abgeschaltet.
Dagmar Reim ist Mitglied im Kuratorium von Journalists Network.
Werke[Bearbeiten]
- Streifzüge durch 48 Museen in Norddeutschland; Schlüterscher Verlag; 1997; ISBN 3877068324
Einzelnachweise[Bearbeiten]
- ↑ Die peinlichsten Berliner: Dagmar Reim. tip Berlin, 19. Dezember 2008, abgerufen am 13. November 2010 (deutsch).
- ↑ Der letzte Tag für Radiomultikulti. Neues Deutschland, 31. Dezember 2008, abgerufen am 13. November 2010 (deutsch).
Ulrich Wilhelm (BR) | Erik Bettermann (DW) | Helmut Reitze (HR) | Karola Wille (MDR) | Lutz Marmor (NDR) | Jan Metzger (RB) | Dagmar Reim (RBB) | Thomas Kleist (SR) | Peter Boudgoust (SWR) | Tom Buhrow (WDR)
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Reim, Dagmar |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsche Rundfunk-Intendantin |
| GEBURTSDATUM | 4. November 1951 |
| GEBURTSORT | Heidelberg |