Dagobert Friedlaender

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Dagobert Friedlaender (* 19. Februar 1826 in Kolmar, Provinz Posen; † 1904 in der Villa Breitenstein bei Ermatingen, Schweiz) war ein deutscher Bankier.

Leben[Bearbeiten]

Friedlaender stammte aus einem einfachen jüdischen Elternhaus und war zwischen 1846 und 1857 Buchhändler in Wollstein. Später gründete er zusammen mit seinem Bruder Wilhelm, der in Kalifornien zu Geld gekommen war, in Bromberg das Bankhaus Gebrüder Friedlaender. Dieses gewann rasch an Bedeutung. In Bromberg gehörte Friedlaender zum angesehenen Wirtschaftsbürgertum. Er gründete zahlreiche Wohlfahrtseinrichtungen und wurde zum ehrenamtlichen Stadtrat und in den Provinziallandtag gewählt. Auf Vorschlag der Stadt wurde er 1874 auf Lebenszeit ins preußische Herrenhaus berufen. Er war eines von zwei jüdischen Mitgliedern des Hauses.

Friedlaender wurde so zum Angriffspunkt der wachsenden antisemitischen Bewegung im Deutschen Kaiserreich der 1880er Jahre. Die Angriffe gipfelten in einem Disziplinarverfahren gegen ihn. Empört wegen dieser Anschuldigungen und auch als Folge persönlicher Bedrohungen legte Friedlaender seine städtischen Ehrenämter und auch den Herrenhaussitz nieder. Er zog zunächst nach Frankfurt am Main, wo er eine Darstellung des Falles niederschrieb und drucken ließ. Dort war er zunächst erneut als Bankier tätig und verzog später in die Schweiz.

Ein Sohn war der Jurist Max Friedlaender.

Literatur[Bearbeiten]

  • Waldemar Friedlaender: Dagobert Friedlaender, 1826-1904 : ein Lebensbild. München : Knorr & Hirth, 1908

Weblinks[Bearbeiten]