Dahl (Hagen)

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Haus Dahl in Hagen-Dahl
Kriegerdenkmal

Dahl ist der Name eines Ortsteils der kreisfreien Großstadt Hagen im südöstlichen Ruhrgebiet, welcher im Jahre 1975 im Rahmen der kommunalen Neugliederung eingegliedert worden ist. 2011 hatte Dahl 5140 Einwohner.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Frühgeschichte[Bearbeiten]

Aus den Resten der alten Wallburg Ambrock unterhalb des heutigen Ribberthofes ist zu schließen, dass hier in vorkarolingischer Zeit, also vor dem 9. Jahrhundert eine Fluchtburg angelegt worden ist. Die Datierung ist jedoch nicht eindeutig, da zwei Grabungen nur wenige Funde beigesteuert haben und die Datierung somit unter Fachleuten als „möglich, aber fraglich“ angesehen ist.

Die Wallburg trägt den Namen Ambrock (wie auch die nördlich an der Grenze zum benachbarten Hagener Ortsteil Eilpe gelegene Ortslage) nach dem früher auf dem Gebiet des heutigen Ribberthofes gelegenen Hof „Unter-Ambrock“. Der Hof wurde im 19. Jahrhundert in Ribberthof umbenannt, um den Hauptspender der Mittel zum Bau der Heilstätte Ambrock zu ehren. Die im wiederverwendeten Baumaterial des Hofes befindlichen nicht entzifferten Runen deuten auf ein hohes Alter. Auf dem Gelände des ehemaligen Hofes „Ober Ambrock“ liegt heute die Klinik Ambrock. Die Höfe Ober- und Unter-Ambrock sind bereits im früheren Mittelalter urkundlich erwähnt. Ambrock war nie mit Dahl vereint, die Stadtgrenzen verliefen immer zwischen beiden heutigen Ortsteilen, wobei Ambrock eher dem Ortsteil Delstern zuzurechnen ist.

Ältester urkundlich eingetragener Siedlungsplatz in Dahl ist der Hof Rumscheid (ursprünglich: Rumenscetha), der in einem um 1050 angefertigten Abgabeverzeichnis der Abtei Werden mit dem Namen des Besitzers der Hofstelle eingetragen ist, Aeluekin.

1200 bis 1800[Bearbeiten]

Aus dem ausgehenden Mittelalter ist ein Rittergut der „Herren von Dael“ eingetragen, dessen Grundriss zusammen mit der in der 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts in Dahl erbauten Bruchstein-Kirche, wohl das älteste noch erhaltene Gebäude im Volmetal, den heutigen Ortskern des Ortes Dahl bildet. Der Adelssitz wurde durch eine Brandkatastrophe vom 17. September 1729 ebenso wie die Kirche erheblich zerstört.

Die Frühgeschichte des Rittersitzes behandelt ein Aufsatz der Hagen-Forscher Ingrid Bischoff und Wilfried G. Vogt unter dem Titel: "Die Inschriften des Dahler Kirchengestühls aus dem Jahre 1730. Mit einem Blick auf die Anfänge des Rittersitzes Haus Dahl an der Volme"[2]

19. Jahrhundert[Bearbeiten]

Der Bahnhof von Hagen-Dahl

Seit dem Jahr 1817 bildete die Ortschaft Dahl eine eigene Gemeinde mit Gemeindevorsteher und gehörte zum Amt Breckerfeld, war aber nach Anordnung der Regierung des Königreiches Preußen-Brandenburg in Berlin verwaltungsmäßig dem Kreis Hagen unterstellt.

Im Jahr 1823 wurde in Dahl von dem damaligen Landrat Friedrich Gerstein ein im klassizistischen Stil gebautes Patriziergebäude errichtet, das sogenannte Haus Dahl, zu dem ein Grundbesitz von 1600 Morgen Land, eine Kornmühle sowie 32 Pachtkotten und Höfe beidseits der Volme gehörten.

Im Verlauf der zunehmende Industrialisierung und dem damit verbundenen wirtschaftlichen Aufschwung wurde in den Jahren 1844 bis 1847 die Landstraße im Volmetal ausgebaut und um das Jahr 1850 herum über die Volme eine tragfähige Bruchsteinbrücke errichtet, um dem gesteigerten Verkehr mit Fuhrwerken gerecht zu werden.

In diese Zeit fällt auch der Bau der Eisenbahnlinie von Hagen nach Brügge bzw. Lüdenscheid, mit welcher der Transport der für die Industrialisierung benötigten Rohstoffe Holz und Eisenerz (aus dem Siegerland) in das Ruhrgebiet und zu der Kleineisenindustrie in den Nachbartälern der Volme erheblich beschleunigt wurde.

20. Jahrhundert[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1970 wurde die ehememals selbstständige Gemeinde Dahl, bestehend aus den Ortsteilen Dahl, Priorei und Rummenohl, in die Stadt Breckerfeld, Ennepe-Ruhr-Kreis eingemeindet.[3] Der Landtag beschloss die Umgemeindung dieses Gebiets in die kreisfreie Großstadt Hagen mit Wirkung vom 1. Januar 1975.[4]

Verkehr[Bearbeiten]

Dahl besitzt einen Haltepunkt an der Bahnstrecke Hagen–Dieringhausen. Er wird von der Volmetalbahn (Linie RB52) bedient, welche von Dortmund Hbf. über Herdecke und Hagen Hbf. nach Lüdenscheid verkehrt. 2016 oder 2017 soll die Strecke über Kierspe bis Meinerzhagen verlängert werden, wo ein Anschluss nach Köln besteht.

Quellen[Bearbeiten]

Kai Olaf Arzinger: „Wälle, Burgen, Herrensitze“ ein historischer Wanderführer, 72 S., mit zahlreichen Skizzen und Fotos, Hagen-Hohenlimburg 1991

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Stadt Hagen: Bevölkerung in den Hagener Bezirken 2011 (PDF; 17 kB), abgerufen am 3. März 2013
  2. Märkisches Jahrbuch für Geschichte 104 (2004), S. 47ff.
  3.  Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 111.
  4.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 329.

51.3047222222227.5319444444444Koordinaten: 51° 18′ N, 7° 32′ O