Dahlbuschbombe

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Dahlbuschbombe
Einsatz der Dahlbuschbombe beim Wunder von Lengede, Gemälde von Helmuth Ellgaard, 1963
Die Originalbombe von Lengede in einer Grubennachbildung im Deutschen Museum in München

Die Dahlbuschbombe (auch Dahlbusch-Bombe oder Dahlbusch-Rettungsbombe) ist eine 2,5 Meter lange und 38,5 Zentimeter breite, torpedoförmige Rettungskapsel, die im Bergbau zur Rettung verschütteter Bergleute eingesetzt werden kann.

Entwicklung[Bearbeiten]

Die Stahlkapsel wurde im Mai 1955 aus unmittelbarem Anlass eines Unfalls auf der Zeche Dahlbusch in Gelsenkirchen-Rotthausen binnen 5 Tagen entwickelt. Ihr geringer Durchmesser von 38,5 Zentimeter erlaubte ihren Einsatz als Rettungsgerät ab Bohrdurchmessern von 40 Zentimeter Durchmesser. Die Erfindung war eine bergmännische Gemeinschaftsentwicklung auf der Zeche Dahlbusch.[1] Es wurde nie ein Patent beantragt.[2][3]

Ihren Namen erhielt die Dahlbusch-Bombe von der Presse in Anlehnung an ihre bombenförmige Form und an ihren ersten Einsatz auf der Zeche Dahlbusch.

Einsätze[Bearbeiten]

Seit ihrer Erfindung kamen die Dahlbuschbombe und ähnliche Rettungskapseln bei verschiedenen Grubenunglücken zum Einsatz:

  • Erstmals eingesetzt wurde die Dahlbuschbombe auf der Zeche Dahlbusch. Dort wurden mit ihrer Hilfe drei Bergleute, die in einem Füllort zwischen der zehnten und elften Sohle durch einen eingestürzten Blindschacht eingeschlossen waren, nach fünf Tagen – am 12. Mai 1955 – durch eine 42 Meter lange senkrechte Bohrung von der elften Sohle nach oben aus 855 Meter Tiefe gerettet.
  • Weitere Bekanntheit erlangte die Dahlbuschbombe am 7. November 1963, als mit ihr die Rettung von elf Bergleuten nach dem Grubenunglück von Lengede aus der Eisenerzgrube Mathilde gelang.
  • Nach dem Grubenunglück von Lassing wurde 1998 ein Bergmann nach zehn Tagen mit einer Kapsel aus 60 m Tiefe herausgezogen.[4]
  • Im Jahr 2002 wurden neun Bergleute nach einem massiven Wassereinbruch in der Quecreek-Mine, einem Kohlebergwerk in Lincoln Township, Somerset County, Pennsylvania, USA, in etwa 75 m Tiefe unter Tage eingeschlossen. Nach vier Tagen wurden sie durch eine Bohrung mittels einer Rettungskapsel gerettet, deren Design von der Dahlbuschbombe abgeleitet war.[5]
  • Die beim Grubenunglück von San José 2010 verwendete Rettungs-Kapsel war mit 53 Zentimetern Durchmesser deutlich geräumiger als die Dahlbusch-Bomben mit 38,5 Zentimetern Durchmesser.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Walter Bischoff, Heinz Bramann, Westfälische Berggewerkschaftskasse Bochum: Das kleine Bergbaulexikon. 7 Auflage. Verlag Glückauf, Essen 1988, ISBN 3-7739-0501-7.
  •  Manfred Meier: Das Wunder von Lengede. 1 Auflage. Fischer-Taschenbuch-Verlag, Frankfurt am Main 2003, ISBN 3-596-16141-X.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Allgemeine Zeitung Bad Kreuznach vom 16. Oktober 2010
  2.  Die Dahlbusch-Bombe. In: Der Spiegel. Nr. 46, 1963, S. 33 (13. November 1963, online).
  3. vgl. dagegen Posting von Karlheinz Rabas im Forum der „Gelsenkirchener Geschichten“; demnach war nicht Eberhard Au der Erfinder.
  4. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatHannes Burger: Das Wunder von Lassing. Welt Online, 28. Juli 1998, abgerufen am 5. Januar 2012.
  5. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatHorst Rademacher: Rettungsschächte: In Lengede 58 Meter, in Quecreek 74 Meter. FAZ.net, 31. August 2010, abgerufen am 5. Januar 2012.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Dahlbusch Bombs – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien