Dahlenburg

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Zur deutschen Kunsthistorikerin siehe Birgit Dahlenburg.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Dahlenburg
Dahlenburg
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Dahlenburg hervorgehoben
53.18333333333310.7542Koordinaten: 53° 11′ N, 10° 45′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Lüneburg
Samtgemeinde: Dahlenburg
Höhe: 42 m ü. NHN
Fläche: 49,85 km²
Einwohner: 3300 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 66 Einwohner je km²
Postleitzahl: 21368
Vorwahl: 05851
Kfz-Kennzeichen: LG
Gemeindeschlüssel: 03 3 55 013
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Am Markt 17
21368 Dahlenburg
Webpräsenz: www.dahlenburg.de
Bürgermeister: Bernd Chudzinski (SPD)
Lage der Gemeinde Dahlenburg im Landkreis Lüneburg
Landkreis Lüneburg Niedersachsen Schleswig-Holstein Mecklenburg-Vorpommern Landkreis Lüchow-Dannenberg Landkreis Uelzen Landkreis Heidekreis Landkreis Harburg Rehlingen Soderstorf Oldendorf Amelinghausen Betzendorf Barnstedt Melbeck Deutsch Evern Wendisch Evern Embsen Südergellersen Kirchgellersen Westergellersen Reppenstedt Reppenstedt Mechtersen Vögelsen Radbruch Bardowick Handorf Wittorf Lüneburg Barendorf Vastorf Reinstorf Thomasburg Dahlenburg Boitze Nahrendorf Tosterglope Dahlem Bleckede Neetze Adendorf Scharnebeck Rullstorf Lüdersburg Hittbergen Hohnstorf Echem Artlenburg Barum Brietlingen Amt NeuhausKarte
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Dahlenburg ist ein Flecken im Landkreis Lüneburg in Niedersachsen.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Dahlenburg liegt westlich am Naturpark Elbhöhen-Wendland an der Neetze. Der Flecken ist Verwaltungssitz der Samtgemeinde Dahlenburg, mit den Gemeinden Boitze, Dahlem, Dahlenburg, Nahrendorf und Tosterglope.

Geschichte[Bearbeiten]

Erstmals erwähnte wohl Heinrich der Löwe die Gemeinde 1162 in einer Urkunde. Mitte des 13. Jahrhunderts erzählt der Bischof von Posen, Boguphalus, in seiner polnischen Chronik, ein Fürst Sobeslaus habe in der zweiten Hälfte des 9. Jahrhunderts eine befestigte Anlage Dahlenburg errichtet. 1289 erhielt Dahlenburg die Stadtrechte.

Am 18. Juni 1663 entstand abends zwischen 19 und 20 Uhr in Dahlenburg ein Großbrand, dem 20 Wohnhäuser zum Opfer fielen. Von Schuster Cohrs Haus bis zum Ratskeller tobte das Feuer.[2]

Am 10. Januar 1975 erhielt Dahlenburg die Bezeichnung Flecken.[3]

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. März 1974 wurden die Gemeinden Buendorf, Eimstorf, Ellringen, Gienau und Lemgrabe eingegliedert.[3]

Erklärung des Ortsnamens[Bearbeiten]

Alte Bezeichnungen von Dahlenburg sind 1162 Dalenberg, 1172 Dalemburg, ca. 1200 Dalewo und 1293 Dalenburg. Dahlenburg ist ein slawischer Name. Es wird eine Namensverbindung mit Dahlen bei Stargard oder mit Dahlem in Berlin gesehen. [4]

Politik[Bearbeiten]

Überregional[Bearbeiten]

Der Flecken Dahlenburg gehört zum Landtagswahlkreis 48 Elbe und zum Bundestagswahlkreis 38 Lüchow-Dannenberg – Lüneburg.[5][6]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Rat des Flecken Dahlenburg besteht aus 15 Ratsmitgliedern.[7] Sie verteilen sich für die Wahlperiode 2011–2016 auf folgende Parteien/Gruppierungen:

  • CDU: 6 Sitze
  • SPD: 5 Sitze
  • Grüne: 2 Sitze
  • aB - aktive Bürger: 2 Sitze

(Stand: Kommunalwahl am 11. September 2011)

Bürgermeister[Bearbeiten]

Der ehrenamtliche Bürgermeister Bernd Chudzinski (SPD) wurde am 11. September 2011 gewählt.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: Das Wappen des Flecken Dahlenburg zeigt im schwarzen, mit silbernen Rosen bestreuten Felde auf grünem Boden drei verschieden gestaltene Türme nebeneinander, unten kauert ein natürlicher goldener Löwe.

Partnerschaften[Bearbeiten]

Der Flecken pflegt Partnerschaften mit den Gemeinden

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Dahlenburger Heimatmuseum
  • Flachsfest in Lemgrabe (immer am letzten Sonntag im Juli)

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Die Molda AG, ein führendes Unternehmen im Bereich der Lebensmitteltrocknung, hat ihren Sitz in Dahlenburg und ist mit etwa 400 Beschäftigten größter Arbeitgeber. Die Energieversorgung Dahlenburg-Bleckede AG ist ein regionales Energieversorgungsunternehmen, das Dahlenburg und die Gemeinden im Umland mit Strom versorgt und bei Dahlenburg einen Windpark betreibt.

Verkehr[Bearbeiten]

B 216 Richtung Lüneburg im Sonnenuntergang

Die Bundesstraße 216 LüneburgDannenberg (Elbe) ist die Ortsumgehungsstraße des Fleckens.

Über die Bahnstrecke Wittenberge – Lüneburg besteht seit 1874 nach Lüneburg und Dannenberg auch eine Eisenbahnverbindung. Allerdings liegt der Bahnhof Dahlenburg weit außerhalb des Ortes, im Dorf Lemgrabe. Der Abschnitt Dannenberg Ost – Wittenberge ist nicht mehr in Betrieb. Zwischen Lüneburg und Dannenberg Ost verkehren Triebwagen der Baureihe 628 (Mo.–Fr. fünf Fahrten), die bis Göhrde als Linie R 31 in den Hamburger Verkehrsverbund integriert sind.

Am Bahnhof Dahlenburg zweigte bis 1922 eine Kleinbahnstrecke der Bleckeder Kreisbahn nach Bleckede ab.

Dahlenburg ist mit den Buslinien Lüneburg – Neu Darchau (5300) und Lüneburg – Lüchow (5304) zu erreichen, die mehrmals täglich verkehren. Einzelne Busfahrten führen (besonders zu Schulschluss) in Dörfer der Umgebung. Es gilt der HVV-Tarif.

Kirche[Bearbeiten]

Die 1903–05 neu gebaute St.-Johannes-Kirche in der Ortsmitte, benannt nach Johannes dem Täufer, prägt wesentlich das Ortsbild. Der Vorgängerbau aus dem Mittelalter musste Anfang des 20. Jahrhunderts wegen Baufälligkeit abgerissen werden. Der Neubau im neo-gotischen Stil integriert einen kunstvollen spätmittelalterlichen Altar und eine ebenso kunstvolle Renaissance-Kanzel.

Die evangelische St.-Johannes-Gemeinde verfügt zurzeit über einen Pastor (Christian Gohde), einen Kantor (Peter Orlamünde), eine Küsterin und eine Sekretärin. Zur Gemeinde gehört auch der Friedhof in Dahlenburg. Die Gemeinde gehört zum Kirchenkreis Bleckede.

Zur Kirchengemeinde gehören etwa 2900 Gemeindeglieder, die in den 25 Dörfern des Kirchspiels wohnen. Durch den Wegfall einer Pfarrstelle im Jahre 2007 ist eine enge Kooperation mit der benachbarten Kirchengemeinde Nahrendorf eingegangen worden.

St. Laurentiuskapelle, Südseite

Die aus dem Mittelalter stammende Laurentiuskirche am Ortsausgang Richtung Lüneburg war in früheren Zeiten die Kirche der zum Kirchspiel Dahlenburg gehörenden Außendörfer. Zur Zeit der französischen Besetzung wurde sie um 1803 profaniert und ist seitdem nicht mehr in kirchlicher Nutzung, obwohl sie weiterhin der Gemeinde gehört. In ihr befindet sich seit 1928 das Heimatmuseum, das einen Schwerpunkt auf den Befreiungskriegen und der Schlacht in der Göhrde hat.

Neben dem Friedhof befindet sich die katholische Kirche St. Michael. Kurz nach 1945 entstand die katholische Gemeinde, 1951 wurde die barackenförmige Kirche eingeweiht. Die Kirche gehört zur Pfarrgemeinde St. Maria Königin vom hl. Rosenkranz in Bleckede, sie ist heute als letzte noch in Betrieb befindliche Barackenkirche aus der frühen Nachkriegszeit im Bistum Hildesheim ein seltenes architektonisches Zeugnis der bescheidenen Anfänge der katholischen Kirche in den ländlichen Diasporagebieten des Bistums.

Schule[Bearbeiten]

  • Haupt- und Realschule Dahlenburg
  • Fürstenwall-Schule (Grundschule)
  • Schule Marienau

Literatur[Bearbeiten]

  • Alfred Söhl und Hartmut Andres: Dahlenburg – Geschichte und Geschichten. Hrsg.: Museumsverein Dahlenburg
  • Charlotte Wodaege: Dahlenburg – Streifzüge durch die Geschichte. Hrsg.: Museumsverein Dahlenburg

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Dahlenburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 102 Bevölkerung - Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2013 (Tabelle K1020014) (Hilfe dazu)
  2. Ausführlich: Blazek, Matthias, Das Löschwesen im Bereich des ehemaligen Fürstentums Lüneburg von den Anfängen bis 1900, Adelheidsdorf 2006, S. 99, ISBN 978-3-00-019837-3. Vgl. Extract aus dem alten Kirchen-Register, Archiv für Geschichte und Verfassung des Fürstenthums Lüneburg, Achter Band, Celle 1860, S. 582.
  3. a b  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 234 und 235.
  4. Der Ortsnamenforscher auf NDR 1 Niedersachsen, Recherche Jürgen Udolph
  5. Landtagswahlkreise ab 16. Wahlperiode. Wahlkreiseinteilung für die Wahl zum Niedersächsischen Landtag. Anlage zu § 10 Abs. 1 NLWG, S. 4. (PDF; 87 KB).
  6. Beschreibung der Wahlkreise. Anlage zu § 2 Abs. 2 Bundeswahlgesetz. In: Achtzehntes Gesetz zur Änderung des Bundeswahlgesetzes. Anlage zu Artikel 1. Bonn 18. März 2008, S. 325. (PDF; 200 KB).
  7. [1]