Dahlheim

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Dieser Artikel beschreibt die Ortsgemeinde in Rheinland-Pfalz. Für weitere Bedeutungen siehe Dahlheim (Begriffsklärung)
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Dahlheim
Dahlheim
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Dahlheim hervorgehoben
50.2103694444447.6945166666667260Koordinaten: 50° 13′ N, 7° 42′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Rhein-Lahn-Kreis
Verbandsgemeinde: Loreley
Höhe: 260 m ü. NHN
Fläche: 6,82 km²
Einwohner: 859 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 126 Einwohner je km²
Postleitzahl: 56348
Vorwahl: 06771
Kfz-Kennzeichen: EMS, DIZ, GOH
Gemeindeschlüssel: 07 1 41 024
Adresse der Verbandsverwaltung: Dolkstraße 3
56346 St. Goarshausen
Webpräsenz: www.dahlheim-rlp.de
Ortsbürgermeister: Dennis Maxeiner (CDU)
Lage der Ortsgemeinde Dahlheim im Rhein-Lahn-Kreis
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Über dieses Bild

Dahlheim ist eine Ortsgemeinde im Rhein-Lahn-Kreis in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Loreley an, die ihren Verwaltungssitz in St. Goarshausen hat. Seit 2002 ist Dahlheim Teil des UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal. Dahlheim ist ein staatlich anerkannter Fremdenverkehrsort.[2]

Geographie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Dahlheim liegt westlichen Hintertaunus, auf der rechten Rheinhöhe im UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal in relativer Nähe der Städte Koblenz, Wiesbaden und Mainz. Durchflossen wird die Ortschaft vom Dahlheimer Bach, einem Quellbach des Rhein-Nebenflusses Wellmicher Bach. Etwa 3 km nördlich befinden sich die maximal 456,6 m ü. NHN[3] hohen Dachsköpfe.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Nachbargemeinden von Dahlheim sind – im Uhrzeigersinn – Gemmerich, Eschbach, Weyer, St. Goarshausen, Prath, Lykershausen, Kamp-Bornhofen und Osterspai.

Geschichte[Bearbeiten]

Schon die Römer wussten die vorteilhafte Lage der heutigen Gemarkung Dahlheims zu schätzen und zu nutzen. Am Engelborn, unweit der jetzigen Ortslage, bewirtschafteten sie einen Gutshof, dessen Überreste 1909 durch den damaligen Ortspfarrer Pfaff entdeckt wurden. Der Hof wurde offensichtlich um 260 n. Chr. aufgegeben, als der schützende Obergermanisch-Raetischer Limes unter dem Ansturm der Germanen gefallen war, und die Römer sich vom rechten Rheinufer zurückziehen mussten.

Das heutige Dahlheim kann mit seiner Entstehung in fränkischer Zeit auf eine rund 1500-jährige Geschichte zurückblicken. Das älteste schriftliche Zeugnis zur Ortsgeschichte stammt aus dem Jahr 1105, als Kaiser Heinrich IV. dem Kloster St. Pantaleon in Köln einen Hof „im Dorf Dahlheim, gelegen im Einrichgau und in der Grafschaft Ludwigs, des Grafen von Arnstein“ schenkte. Dahlheim bestand in früher Zeit wohl aus zwei Ortsteilen, denn das Wormser Stift St. Martin zählte 1110 noch zwei Orte dieses Namens zu seinem Zehntbezirk, der das später kurtrierische Gebiet auf dem rechten Rheinufer umfasste. Letztmals wird im Jahr 1350 von den „zwey Dahlheim“ berichtet, die dann wohl zu einem Ort zusammenwuchsen.

Um 1354 konnten die Trierer Kurfürsten, die gleichzeitig Erzbischöfe waren, ihre Landeshoheit auch auf ein kleines Gebiet auf dem rechten Rheinufer ausdehnen und Dahlheim wurde für fast 450 Jahre trierisch bis zum Jahr 1803.

Kirchlich gehörte es zur Großpfarrei Boppard, bis im 13./14. Jahrhundert für die Dörfer Kestert, Prath und Dahlheim eine eigenständige Pfarrei geschaffen wurde. Amtssitz des Pfarrers wurde Dahlheim, das kleine Dorf, das 1498 nur zehn Feuerstellen (Haushalte) aufzuweisen hatte. Ab 1580 wurde die „pastoria“ einem Pfarrer in Kestert verliehen. Von der Dahlheimer Jacobus-Kirche hörte man 1681, sie sei „in gutem Stande, wird aus ihren Einnahmen erhalten; was fehlt ergänzt die Bürgerschaft“. Das scheint sich in den folgenden 100 Jahren jedoch geändert zu haben, denn im Jahr 1818 musste das Gotteshaus wegen Einsturzgefahr abgerissen werden. 1837 begann man mit dem Neubau, und am 17. Mai 1839 konnte das heutige Kirchengebäude eingeweiht werden.

Ab wann Dahlheims Kinder eine Schule besuchten ist nicht belegt. Die Schulchronik nennt als ersten Lehrer einen Antonius Emmel, der bis 1799 amtierte. Sein Nachfolger Hubertus Nick übernahm 46 Schüler und erhielt seine Besoldung in Naturalien, dazu je Kind jährlich einen Gulden und zwei Brote. Außerdem hatte jedes Kind zwei Scheite Holz pro Tag zu liefern. Unterricht erteilte Nick von Allerheiligen bis Ostern, wobei nur die sieben- bis zwölfjährigen Kinder schulpflichtig waren.

Aufgrund der Rheinbundakte wurde Dahlheim 1806 dem Herzogtum Nassau einverleibt. Das nassauische Schulgesetz von 1817 schaffte die Naturalbesoldung der Lehrer ab, führte den ganzjährigen Unterricht ein und erweiterte die Schulpflicht auf die Sechs- bis Vierzehnjährigen. 1822 schien das Schulgebäude dem Vorbild der alten Kirche folgen zu wollen: Die Nordwand drohte einzustürzen. Mit einer eisernen Stange, die durch das Schulzimmer gezogen wurde, und einigen weiteren Reparaturen rettete man den Bau über die nächsten Jahrzehnte. Doch 1888 war angesichts der vielen Sprünge und Risse, eines feuchten Schulsaales und abfallender Putzflächen der Abriss unumgänglich. Zwei Jahre musste der Unterricht im Saal des Gastwirtes Klein stattfinden, bis am 25. Juli 1890 die neue Schule bezogen werden konnte. 88 Jahre später wurde die Dahlheimer Schule aufgelöst, um in die Loreleyschule eingegliedert. Seit 1998 existiert in Dahlheim wieder eine Grundschule für die Gemeinden Dahlheim, Prath, Lykershausen, Weyer und Nochern.

1866 wurde Dahlheim nach dem Deutsch-Deutschen Krieg preußisch. Die Einwohnerzahl des Ortes hat sich zwischen 1808 und 1895 von 293 auf 556 fast verdoppelt. Dem „Geographischen Führer für den Regierungsbezirk Wiesbaden“ von 1872 ist zu entnehmen, dass in Dahlheim „zwei Mahl- und eine Oelmühle, Kram-, Gast- und Schenkläden, Weinbau, Landbau und Viehzucht“ betrieben wurden. Kurz zuvor, im Jahre 1870, war mit der Stilllegung der Grube „Morgenröthe“ die Bergbautradition Dahlheims zum Erliegen gekommen. Bis zur Neuzeit ging eine Veränderung der Erwerbsstruktur einher. Früher lagen die Haupterwerbsquellen neben dem Handwerk in Landwirtschaft, Waldarbeit und Bergbau. Heute ist ein Großteil der Einwohner auswärts beschäftigt. Landwirtschaft wird mit einer Ausnahme nur noch im Nebenerwerb betrieben.

Das heutige Dahlheim bietet mit einem attraktiven Neubaugebiet alle Voraussetzungen für anspruchsvolles Wohnen im ländlichen Raum mitten im UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal. Dazu tragen auch die Anstrengungen zur Verschönerung des Ortsbilds bei, die nicht nur in mehrfachen guten Platzierungen bei dem Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ ihre Anerkennung haben und daraus sich auch der überregional gute Klang des Namens „Dahlheim“ gründet.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Mit Beginn des letzten Jahrhunderts setzte ein stetiges Wachstum der Gemeinde ein. Die Einwohnerzahl betrug 1808 noch 293, wuchs bis 1895 auf 556 und erreicht heute annähernd die 1000.

Statistik zur Einwohnerentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[2]

Jahr Einwohner
1815 360
1835 418
1871 493
1905 606
1939 714
Jahr Einwohner
1950 796
1961 739
1970 906
1987 933
2005 914

Religion[Bearbeiten]

78 Prozent der Einwohner sind römisch-katholischen Glaubens, 13 Prozent evangelisch und 9 Prozent gehören einer anderen Religion an oder sind konfessionslos.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Dahlheim besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.

Wappen[Bearbeiten]

Die Blasonierung des Wappens lautet: „Schild gespalten, links geteilt. Vorne mit Silber zwei schräggekreuzte Pilgerstäbe, belegt mit silberner Muschel; hinten oben in blauem, mit goldenen Schindeln bestreutem Feld ein rotbewehrter und – gezungter goldener Löwe, unten in Silber rotes Balkenkreuz“.

Die rechte Hälfte des Wappens spiegelt die tiefe Verwurzelung der Gemeinde mit dem römisch-katholischen Glauben und dem Kirchenpatron St. Jakobus wider; links oben zeigt den Nassauer Löwen, da Dahlheim zwar eine kurze, aber doch prägende Zeit Teil des Herzogtums Nassau war (1803–1866); links unten zeigt das Kreuz des Kurfürstentums Trier, dem Dahlheim fast 450 Jahre angehörte (1354–1803).

Bürgermeister[Bearbeiten]

Die Kommunalwahlen am 7. Juni 2009 brachten in Dahlheim kein vollständiges Ergebnis: es hatte sich kein Kandidat zur Ortsbürgermeisterwahl gestellt. Der damals noch 22 Jahre alte Dennis Maxeiner (CDU) bekam bei den Wahlen des Gemeinderates die meisten Wählerstimmen. Auch wurde er in den Verbandsgemeinderat der Verbandsgemeinde Loreley gewählt.[4]

Am 13. August 2009 hatte er seinen 23. Geburtstag, was ihn laut Paragraph 53 der rheinland-pfälzischen Gemeindeordnung erst berechtigt, für das Amt des Bürgermeisters zu kandidieren beziehungsweise gewählt zu werden. Bei der konstituierenden Sitzung des Gemeinderats am 19. August 2009 stellte Maxeiner sich zur Wahl des Ortsbürgermeisters – elf der zwölf Ratsmitglieder stimmten für ihn.[5][6] Im November 2009 wurde er zudem zum Vorsitzenden des Ortsring Dahlheim e. V. und zum Verbandsvorsteher des Kindergartenzweckverbandes Dahlheim gewählt.[7]

Maxeiner war am Tag der Wahl zum Ortsbürgermeister 23 Jahre und sechs Tage alt.[8] Damit ist er der jüngste Bürgermeister Deutschlands und der jüngste Bürgermeister in der Geschichte des Landes Rheinland-Pfalz.

Bürgermeister seit 1945[Bearbeiten]

1946–1969 August Veltens
1969–1979 Aloys Klein (CDU)
1979–1985 Raimund Friesenhahn (SPD)
1985–2006 Reinhold Jost (SPD)
2006–2009 Detlev Seifert (SPD)
2009–heute Dennis Maxeiner (CDU)

Infrastruktur[Bearbeiten]

Dahlheim ist eine familienfreundliche und attraktive Gemeinde: neben einem Kindergarten ist die Josef-Guggenmos-Grundschule hier ansässig. Das Gemeindezentrum weist einen Kunstrasenplatz, einen Tennisplatz, einen Kleinfeldrasen sowie eine Mehrzweckhalle auf.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Musik[Bearbeiten]

Dahlheim beheimatet die überregional bekannten Vereine der Feuerwehrkapelle Dahlheim 1964 e. V. und dem Gesangverein Cäcilia 1879 Dahlheim e. V.

Bauwerke[Bearbeiten]

Die katholische Kirche St. Jakobus d.Ä. wurde von 1838 bis 1840 als klassizistischer Saalbau über einem 1818 abgerissenen Vorgängerbau errichtet.

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Dahlheim

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Dahlheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Topographisches Informationsmanagement, Bezirksregierung Köln, Abteilung GEObasis NRW (Hinweise)
  4. Maxeiner – Jüngster Ortsbürgermeister von Rheinland-Pfalz gewählt. ad-hoc-news.de. Abgerufen am 27. Dezember 2009.
  5. Jüngster Bürgermeister von Rheinland-Pfalz. 17:30 live, Sat.1 Regionalmagazin Rheinland-Pfalz / Hessen. Abgerufen am 27. Dezember 2009.
  6. Markus Wakulat: Frisch gewählt: 23-Jähriger ist jüngster Ortschef im Land. In: Rhein-Zeitung, 24. August 2009. Abgerufen am 27. Dezember 2009.
  7. Neuer Zweckverband für Kindergarten. RZ-Online Artikelarchiv vom 26. November 2009. Abgerufen am 27. Dezember 2009.
  8. Junge Union Braubach gratuliert dem jüngsten Bürgermeister. BLACK.blog Junge Union Rheinland-Pfalz. Abgerufen am 27. Dezember 2009.