Dahn Ben-Amotz

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Dahn Ben-Amotz, 1961

Dahn Ben-Amotz, eigentlich Moshe Tehilimzeigger, (* 13. April 1924 in Rivne, heute Ukraine; † 20. Oktober 1989 in Jaffa) war ein israelischer Autor, Journalist und Radiomoderator.

Leben[Bearbeiten]

Ben-Amotz wurde von seinen Eltern 1938, als Vierzehnjähriger, nach Palästina geschickt; seine Eltern überlebten den Holocaust nicht. Ben-Amotz kam in das Dorf Ben Shemen Youth und fand dort in Schimon Peres einen verantwortungsvollen Mentor. Dort änderte Ben-Amotz seinen Namen in Moshe Shimony, um sich damit den Anschein eines Sabra zu geben.

In den 1940er Jahren schloss er sich der Palmach der Hagana an und änderte dabei seinen Namen endgültig in Dahn Ben-Amotz. Er kämpfte 1947/48 im Palästinakrieg und wurde 1948 als Emissär und Journalist nach Paris gesandt. Von dort aus ging er in die USA und hielt sich für einige Zeit in Hollywood auf. Dort machte er unter anderem die Bekanntschaft von Marlon Brando und Blackie Dammett und erhielt durch deren Unterstützung 1951 eine kleine Rolle in Elia Kazans Film Endstation Sehnsucht (A Streetcar Named Desire).

Mitte der 1950er Jahre kehrte Ben-Amotz nach Israel zurück und arbeitete dort beim Radio. Er wurde als Moderator von Drei Männer in einem Boot, einem satirischen Wochenrückblick, über die Landesgrenzen hinweg bekannt. Daneben schrieb er Feuilletons und politische Essays für mehrere Zeitungen.

1980 wurde bei Ben-Amotz Leberkrebs diagnostiziert. In dieser Zeit reiste er durch Polen und besuchte dabei das KZ Auschwitz. Durch diese Reise wurde publik, dass er polnische Wurzeln hatte und nicht, wie zeit seines Lebens kolportiert, im gelobten Land geboren war.

Am 8. April 1989 gab Ben-Amotz eine große Abschiedsfeier in Jaffa, zu der 150 Gäste geladen waren, darunter Jaakov Agmon, Gila Almagor, Shlomo Artzi, Nurit Galron, Amos Keinan, Josef Lapid, Amos Oz, Jehudit Ravitz und Meir Shalev.

Dahn Ben-Amotz starb mit 65 Jahren am 20. Oktober 1989 in Jaffa und fand dort zwei Tage später auch seine letzte Ruhestätte.

Rezeption[Bearbeiten]

1956 verfasste Ben-Amotz zusammen mit Haim Hefer A bag of fibs, eine Anthologie von kurzen Geschichten aus den Zeiten der Hagana. Dieses Buch errang bald Kultstatus. Die Kurzgeschichte Parents Meeting erschien 1962 und schilderte das Schicksal der Einwanderer Israels; diese Geschichte trägt autobiographische Züge. Schon lange bedauerte Ben-Amotz das Verschwinden vieler Dialektausdrücke, die durch das Zusammenwachsen des israelischen Volkes weniger wurden. 1972 versuchte er, zusammen mit Nwetiva Ben Yehuda, mit einem kleinen Wörterbuch dagegen anzukämpfen.

Im Januar 1992 veröffentlichte Amnon Dankner eine Biographie über Ben-Amotz. Darin wird unterstellt, er habe mit 13 Jahren ein inzestuöses Verhältnis zu seiner Mutter gehabt. Das Buch löste einen Skandal aus. 2005 startete die online-Zeitung Ynetnews (Ynet) eine Umfrage nach den 200 bekanntesten/beliebtesten/größten Israelis aller Zeiten und dabei kam Ben-Amotz auf Platz 140.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

Drehbücher
  • Gilberto Tofano (Regie): Matzor. 1968.
  • Uri Zohar (Regie): Loch im Mond. 1964.
  • Otto Preminger (Regie): Exodus. 1960 (nach Leon Uris gleichnamigen Roman).
Romane
Theaterstücke

Rollen[Bearbeiten]

  • Statist – Elia Kazan (Regie): Endstation Sehnsucht. 1951.
  • Architekt – Michal Bat-Adam (Regie): Augenblicke der Zärtlichkeit. 1979.