Dahrendorfhäuschen

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Schematische Darstellung des Dahrendorfhäuschens (westdeutsche Gesellschaftsschichtung um 1965)

Dahrendorfhäuschen bezeichnet ein soziales Schichtenmodell der Bevölkerung der damaligen Bundesrepublik Deutschland, das der deutsch-britische Soziologe Ralf Dahrendorf 1965 in seinem Buch Gesellschaft und Demokratie in Deutschland vorstellte. Es orientiert sich stark an dem ursprünglichen Modell des dänischen Soziologen Theodor Geiger[1], wobei Dahrendorfs Gliederung auf Sozialmentalitäten und der Funktion im Wirtschaftssystem gründet und keine vertikale Anordnung im herkömmlichen Sinn erfolgt; die abgrenzenden „Hauswände“ sind durchlässig und veränderbar.

Das Dahrendorfhäuschen teilte die westdeutsche Bevölkerung in sieben Schichten ein, an deren Spitze die Elite steht (1 Prozent). Darunter wohnen nebeneinander die beiden bürokratischen Helfer der Eliten: die Dienstklasse (12 Prozent) und der Mittelstand (20 Prozent). Darunter befinden sich der hauptsächlich im Dienstleistungssektor tätige „Falsche Mittelstand“ (12 Prozent), die vor allem aus Vorarbeitern und Meistern bestehende Arbeiterelite (5 Prozent), die Arbeiterschicht (45 Prozent) und die Unterschicht (5 Prozent).

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Ralf Dahrendorf: Gesellschaft und Demokratie in Deutschland. 5. Auflage. dtv, München 1977, ISBN 3-423-00757-5 (erstveröffentlicht 1965).
  • Rainer Geißler, Thomas Meyer: Die Sozialstruktur Deutschlands. Zur gesellschaftlichen Entwicklung mit einer Bilanz zur Vereinigung. 4., überarbeitete und aktualisierte Auflage. Verlag für Sozialwissenschaft, Wiesbaden 2006, ISBN 3-531-42923-X.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Theodor Geiger: Die soziale Schichtung des deutschen Volkes. Soziographischer Versuch auf statistischer Grundlage, Stuttgart: Enke, 1932.