Daisendorf

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Im Bodenseegebiet gibt es noch den gleich ausgesprochene Ortsteil Deisendorf der Großen Kreisstadt Überlingen..


Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Daisendorf
Daisendorf
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Daisendorf hervorgehoben
47.7083333333339.2708333333333497Koordinaten: 47° 42′ N, 9° 16′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Tübingen
Landkreis: Bodenseekreis
Gemeindeverwal-
tungsverband:
Meersburg
Höhe: 497 m ü. NN
Fläche: 2,44 km²
Einwohner: 1548 (31. Dez. 2007)[1]
Bevölkerungsdichte: 634 Einwohner je km²
Postleitzahl: 88718
Vorwahl: 07532
Kfz-Kennzeichen: FN
Gemeindeschlüssel: 08 4 35 010
Adresse der Gemeindeverwaltung: Ortsstraße 23
88718 Daisendorf
Webpräsenz:
Bürgermeister: Helmut Keser (parteilos)
Lage der Gemeinde Daisendorf im Bodenseekreis
Karte
Blick über Daisendorf (im Hintergrund der Bodensee und die Schweizer Berge)
Das Daisendorfer Rathaus

Daisendorf ist eine Gemeinde im Bodenseekreis in Baden-Württemberg.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geographie

Daisendorf liegt im Bodensee-Hinterland in 480 bis 550 Meter Höhe, etwa zwei Kilometer nordwestlich von Meersburgs Stadtzentrum und etwa ebensoweit südöstlich von Uhldingen-Mühlhofen. Im Süden grenzt Daisendorf direkt an Meersburg.

[Bearbeiten] Geschichte

Die erste bekannte Besiedelung der eiszeitlich geprägten Hochfläche fand im 8. Jahrhundert statt. 1222 wurde Daisendorf erstmals urkundlich erwähnt, als das Kloster Salem dort die Zehntrechte von den Herren von Vaz (Graubünden) erwarb. Die Herrschaftsrechte lagen allerdings von alters her beim Bischof von Konstanz. Dadurch entstand ein Konflikt, der erst 1285 durch einen von den örtlichen Geschworenen (jurati, quasi Vorgänger des heutigen Gemeinderates) vermittelten Vergleich beigelegt werden konnte.

Im 14. Jahrhundert brachten Missernten und die Pest wirtschaftliche Schwierigkeiten, die das Bistum Konstanz zwangen, Daisendorf an die freie Reichsstadt Überlingen abzutreten. Erst 1507 konnte der Bischof das Dorf zurückkaufen. Überlingen kaufte dafür vom Fürstbischof von Konstanz die Vogtei Hohenbodman. [2]

Mit dem Reichsdeputationshauptschluss wurde 1803 die Gemeinde selbstständig und fiel an Baden. Ab 1857 gehörte sie zum Bezirksamt Überlingen, ab 1939 zum Landkreis Überlingen, ehe dieser 1973 im Zuge der Kreisreform im Bodenseekreis aufging.

[Bearbeiten] Religionen

Daisendorf gehörte ursprünglich zur Pfarrei Seefelden, die als eine der Urkirchen am Bodensee gilt. Durch Beschluss des Konstanzer Bischofs vom 26. Januar 1684 kommt es zur Pfarrei Meersburg. Katholische Gottesdienste werden wöchentlich, evangelische monatlich in der St. Martin Kapelle abgehalten.

[Bearbeiten] Politik

[Bearbeiten] Gemeindeverwaltungsverband

Daisendorf hat sich mit der Stadt Meersburg und den Gemeinden Hagnau, Stetten und Uhldingen-Mühlhofen zu einem Gemeindeverwaltungsverband zusammengeschlossen.

[Bearbeiten] Bürgermeister

Helmut Keser [3]

[Bearbeiten] Gemeinderat

Bei der Kommunalwahl am 6. Juni 2009[4] ergab sich folgende Sitzverteilung:

  • CDU - 38,7 % - 4 Sitze
  • FWV - 37,6 % - 4 Sitze
  • SPD - 23,7 % - 2 Sitze

[Bearbeiten] Wappen

Das in zwei Felder gespaltene Wappen Daisendorfs zeigt links den halben Reichsadler von Überlingen und rechts das halbe Kreuz des Hochstiftes Konstanz. Es benennt damit zwei der historisch wichtigsten Herrschaften Daisendorfs.

[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur

Etwa ein Quadratkilometer des Gemeindegebiets wird bis heute landwirtschaftlich benutzt (Weinbau, Obstanbau und Waldbewirtschaftung). Ansonsten ist vor allem der Tourismus als Wirtschaftsfaktor zu erwähnen: Daisendorf gilt als ruhiger und preisgünstiger Urlaubsort in der Nähe des Bodensees mit Sicht auf den See, bei guter Fernsicht auf den Säntis.

[Bearbeiten] Verkehr

Daisendorf ist über die Bundesstraße 31 an das überregionale Straßennetz angebunden, der Zugänge zur Bundesstraße befinden sich jedoch in Meersburg bzw. Uhldingen-Mühlhofen.

Im Sommerhalbjahr bindet ein Pendelbus die Gemeinde an Meersburg und damit an die Buslinie 7395 (Friedrichshafen-Überlingen) an. Die Gemeinde ist mit einigen Buslinien u. a. mit Überlingen, Markdorf und Meersburg verbunden und befindet sich im Bodensee-Oberschwaben Verkehrsverbund (bodo).

[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten

[Bearbeiten] Bauwerke

Kapelle St. Martin

[Bearbeiten] Regelmäßige Veranstaltungen

  • Fastnacht (Fasnet) mit Setzen des Narrenbaums
  • Dorffest im Juli
  • Brunnenfest der Zimmermannsgilde Daisendorf
  • Weinfest am dritten Augustwochenende

[Bearbeiten] Naturschönheiten

Der Neuweiher im Frühling

Der östlich des Ortes gelegene Neuweiher ist ein relativ unberührter Weiher inmitten eines ruhigen Waldes. Laut einer Urkunde im Meersburger Stadtarchiv wurde der Neuweiher bereits 1445 angelegt, im Mittelalter diente er als Wasserspeicher zur Flutung des Stadtgrabens von Meersburg. Der Weiher hat eine Fläche von etwa 570 m² bei einer Maximaltiefe von 4,1 m. Der Weiher fasst etwa 101 Mio. Liter Wasser. In der Gegenwart dient der Weiher als Naherholungsgebiet sowie im Falle eines Waldbrandes als Löschwasserteich. Schwimmen und Bootsfahrten sind im Weiher verboten.[5]

[Bearbeiten] Mit der Gemeinde verbundene Persönlichkeiten

  • Karel Liška (1914-1987): Tschechischer Maler und Lehrer am Aufbau-Gymnasium in Meersburg. Er malte zahlreiche Bodenseelandschaften und Bilder von Daisendorf, Meersburg und Prag.

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg: Bevölkerungsstand
  2. J. Nolle: Die Kapelle St. Martin Daisendorf. Ein Kleinod erbaut im Jahr 1508. Daisendorf 2008. (Faltblatt).
  3. Offizielle Internetseite von Daisendorf, Zugriff 2. Mai 2009, 23:20
  4. Wahlergebnisse im Südkurier
  5. Beschreibung des Neuweihers bei www.seenprogramm.de

[Bearbeiten] Weblinks

Offizielle Internetseite von Daisendorf

Commons Commons: Daisendorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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