Dalmatik

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Der heilige Stephanus, Altartafel von Hans Memling (um 1480)
Dalmatik in barocker Ausführung, Blumenbrokat mit Wellenborte besetzt.
Diakone in grünen Dalmatiken zeitgenössischen Schnitts

Die Dalmatik (von lat. dalmaticus ‚dalmat(in)isch‘; lat. vestis dalmatica „aus Dalmatien stammendes Gewand“) ist ein liturgisches Gewand der christlichen Kirchen und die Amtskleidung des Diakons. Zu festlichen Anlässen kann sie vom Bischof auch unter der Kasel getragen werden.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Dalmatik verdankt ihren Namen der Herkunft. Im zweiten Jahrhundert wurde sie aus Dalmatien eingeführt und von der vornehmen Gesellschaft in Rom als profanes Obergewand getragen. Die weiße Dalmatik wurde durch zwei parallele, rote Längsstreifen, die sogenannten Clavi, geschmückt. Dieser Schmuck fand sich auch an den weit geschnittenen Ärmeln. Diese Tuniken wurden meist aus Leinen oder dalmatischer Wolle gearbeitet.

Ab dem vierten Jahrhundert wurde die Dalmatik im Abendland als Gewand des Diakons gebräuchlich. Das ursprünglich weiße Gewand wurde seit dem 12. Jahrhundert in den liturgischen Farbkanon miteinbezogen. Die Dalmatik wurde in wertvollen Stoffen ausgeführt. Im Laufe der Zeit veränderte sich ihr Aussehen weiter. Seit dem Spätmittelalter wurde sie immer kürzer; dies erreichte in der Barockzeit seinen Höhepunkt. Die Dalmatik war oft nur noch knielang geschnitten. Die kirchlichen Gewänder waren zu diesem Zeitpunkt prunkvoll gestickt und daher der Stoff entsprechend steif. Um das Anziehen zu ermöglichen, waren die Seiten und Ärmel geschlitzt und die Ärmel nur noch durch kurze Stoffansätze angedeutet.

Gegenwart[Bearbeiten]

Der Diakon trägt in der Heiligen Messe eine Dalmatik in der jeweiligen liturgischen Farbe über der Albe und die Stola. In anderen Gottesdiensten trägt der Diakon keine Dalmatik, sondern die Albe mit Stola in der für Diakone üblichen Weise, diagonal über Brust und Rücken; darüber kann er noch ein Pluviale in der liturgischen Farbe tragen. Eine abgewandelte Form der Dalmatik findet sich in den Ostkirchen mit dem Sakkos.

Bis zur Liturgiereform trugen der Papst und die anderen Bischöfe zu jeder Eucharistiefeier eine Dalmatik unter der Kasel. Die dem Papst assistierenden Kardinaldiakone trugen früher bei Messen eine Dalmatik an Stelle der Kasel; diesen Brauch hat Papst Benedikt XVI. wieder aufgenommen.

Pontifikaldalmatik[Bearbeiten]

Eine Sonderform stellt die Pontifikaldalmatik dar, die aus einem dünnen Stoff gefertigt ist. Ursprünglich trug der Bischof im Pontifikalamt alle liturgischen Gewänder der höheren Weihen Tunicella, Dalmatik und Kasel (Gewand) übereinander um die Vollmacht seines Amtes zu symbolisieren. Mit dem Wegfall der Stufe des Subdiakonats fiel auch die Tunicella weg. So trägt der Bischof heute nur noch die Dalmatik unter der Kasel, wobei auch diese in begründeten Ausnahmefällen weggelassen werden kann und nur noch bei Weihehandlungen eines Bischofs vorgeschrieben ist.

Literatur[Bearbeiten]

  • Joseph Braun: Liturgisches Handlexikon. 2., verbesserte, sehr vermehrte Auflage. Kösel & Pustet, Regensburg 1924 (Unveränderter Nachdruck. Mäander, München 1993, ISBN 3-88219-351-4).
  • Emil Joseph Lengeling: Die neue Ordnung der Eucharistiefeier. Allgemeine Einführung in das Römische Messbuch (= Lebendiger Gottesdienst. H. 17/18). 4., unveränderte Auflage. Regensberg, Münster 1972, ISBN 3-7923-0347-7.
  • Deutsche Bischofskonferenz (Hrsg.): Zeremoniale für die Bischöfe in den katholischen Bistümern des deutschen Sprachgebietes. Herder u. a., Freiburg (Breisgau) u. a. 2003, ISBN 3-451-26734-9.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Dalmatik – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien